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Den Armen Frohes zu verkündigen, hat er mich gesandt. Sozialgeschichtliche Auslegung von Jesaja 60-62

Title: Den Armen Frohes zu verkündigen, hat er mich gesandt. Sozialgeschichtliche Auslegung von Jesaja 60-62

Term Paper (Advanced seminar) , 1999 , 32 Pages , Grade: 1

Autor:in: Winfried Kändler (Author)

Theology - Biblical Theology
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Summary Excerpt Details

In den letzten Jahren sind zum dritten Teil des Jesajabuches zahlreiche Arbeiten erschienen.
Die meisten dieser Arbeiten beschäftigen sich mit literar- und formkritischen sowie mit
redaktionsgeschichtlichen Problemen von Jes 56-66. So konnten sie wichtige Erkenntnisse
und Anregungen im Hinblick auf Entstehungsgeschichte, Aufbau, Verfasserschaft und
Datierung der tritojesajanischen Texte geben. Von einer einheitlichen Meinung bezüglich
dieser Fragen ist die Forschung aber noch weit entfernt. Ein relativ großer Konsens besteht
nur über die Zusammengehörigkeit weiter Teile der Kapitel 60-62, die demnach auch einem
Autor zugeschrieben werden, sei es als Verkündigung eines Propheten Tritojesaja, oder sei
es aufgrund enger lexikalischer und thematischer Berührungen als rein literarische
Fortschreibung und Interpretation von Deuterojesaja.
Durch die Konzentration auf das Wachstum des Tritojesajabuches kamen andere
Fragestellungen nur am Rande vor. In der vorliegenden Arbeit wird deshalb versucht, die
höchstwahrscheinlich zusammengehörigen Kapitel *60-62 aus sozialgeschichtlicher
Perspektive zu betrachten und auszulegen. Die drei Kapitel sollen konsequent von der
historischen und gesellschaftlichen Situation ihrer Entstehungszeit her - soweit das aus
heutiger Perspektive möglich ist - verstanden werden. Im Mittelpunkt steht dabei die
Heilsbotschaft in Jes 61. Von dort aus werden - etwas kürzer - die beiden Reden an Zion in
60 und 62 betrachtet. Vorher wird die Perikope in einer notwendigen Vorarbeit für die
Beschäftigung mit dem Thema auf ihre literarische Einheitlichkeit hin untersucht und datiert
sowie ein Bild der geschichtlichen Periode entworfen, in der sie verfasst worden ist. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Literarkritik und Datierung von Jesaja 60-62

2.1 Literarkritische Untersuchung

2.2 Datierung

3. Der historische und soziale Hintergrund von Jesaja 60-62

3.1 Das Persische Reich im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr.

3.2 Die Situation in Juda

4. Die Mitte - Jesaja 61

5. Der Rahmen - Jesaja 60 und 62

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Kapitel Jesaja 60-62 aus einer sozialgeschichtlichen Perspektive, um die historische und gesellschaftliche Situation ihrer Entstehungszeit in der persischen Ära zu beleuchten und deren Bedeutung für die darin enthaltene Heilsbotschaft zu erschließen.

  • Sozialgeschichtliche Auslegung der Kapitel Jesaja 60-62
  • Analyse der historischen Rahmenbedingungen in der persischen Zeit (Juda)
  • Untersuchung der Heilsbotschaft in Jesaja 61 unter besonderer Berücksichtigung der Armen und Unterdrückten
  • Literarkritische Einordnung und Datierung der untersuchten Texte
  • Verhältnis zwischen der Verheißung für Zion und den sozialen Realitäten der Bevölkerung

Auszug aus dem Buch

Die Situation in Juda

Die politische und vor allem soziale Situation in Juda zur Zeit der Perser muss etwas genauer dargestellt werden. Juda gehörte seit der Gebietsreform von Darius I. zur Satrapie Transeuphrat (Syrien und Palästina). Schon 538 v. Chr. gewährte Kyros in einem Edikt (Esra 6, 3-5) den Wiederaufbau des Tempels und die Rückgabe der Tempelgeräte. Aber erst 520 v.Chr. kam es zur Grundsteinlegung und in dieser Zeit wohl auch zu einer Rückkehr größerer Gruppen aus dem babylonischen Exil nach Juda. 515 v.Chr. wurde der Tempel dann eingeweiht.

Während des Exils kam es in Juda zu einer Umverteilung von Land. Die Ländereien der deportierten Oberschicht wurden an Lohnarbeiter und Besitzlose zur Bearbeitung verteilt. Dieses Land ist sicherlich nicht in das Eigentum dieser Menschen übergegangen. Sie waren Besitzer des Landes, Eigentümer war der babylonische König. Das änderte sich mit dem Beginn der persischen Herrschaft. Die Besitzer des Landes versuchten, „das Eigentumsverhältnis zu einem endgültigen zu machen.“ Bei der Rückkehr der Exulantinnen und Exulanten in den 20er Jahren des 6. Jahrhunderts musste es deshalb zwangsläufig zu Konflikten kommen. Die Heimkehrenden betrachteten sich als die rechtmäßigen Eigentümer dieses Landes.

Trotz dieser Konflikte forderten die persischen Herrscher natürlich die Entrichtung von nicht geringen Steuern. Juda befand sich in einer besonders schwierigen Position, da die Bezahlung der Steuern in Silber gefordert war. Aufgrund fehlender Silbervorkommen war es deshalb notwendig, dieses zuerst durch den Verkauf landwirtschaftlicher Produkte zu bekommen. Eine weitere Steuer war an den Statthalter zu entrichten - täglich 40 Silberstücke. Dazu kamen noch kultische Abgaben. Für die Bauern stellte das eine sehr große Belastung dar - sie mussten sich und ihre Familie versorgen und zusätzlich die geforderten Abgaben leisten. Jede schlechte Ernte verschärfte zwangsläufig ihre Situation. Als Ausweg blieb vielen Bauern nur noch die Schuldknechtschaft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung des Forschungsstandes zu Jesaja 56-66 sowie die Begründung des sozialgeschichtlichen Ansatzes für die Untersuchung von Jesaja 60-62.

2. Literarkritik und Datierung von Jesaja 60-62: Untersuchung der literarischen Einheitlichkeit des Textkomplexes und Einordnung der Entstehungszeit in die frühnachexilische Periode.

3. Der historische und soziale Hintergrund von Jesaja 60-62: Analyse der sozioökonomischen Bedingungen im Juda der Perserzeit, insbesondere der Steuerlast und der Landproblematik.

4. Die Mitte - Jesaja 61: Exegetische Erschließung der Heilsbotschaft in Jesaja 61 mit Fokus auf die Armen und die soziale Umkehrung.

5. Der Rahmen - Jesaja 60 und 62: Betrachtung der Reden an Zion als Heilszusagen, die in den Kontext der sozialen Nöte des Volkes gestellt werden.

6. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, die Tritojesajas Botschaft als notwendige Kritik an ungerechten Strukturen und als Trost für die Benachteiligten deutet.

Schlüsselwörter

Jesaja 60-62, Tritojesaja, Sozialgeschichte, Juda, Perserzeit, Armut, Schuldsklaven, Zion, Heilsbotschaft, Gerechtigkeit, Tempel, Landbesitz, Exil, Soziale Strukturen, Befreiung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den biblischen Textkomplex Jesaja 60-62 unter einer sozialgeschichtlichen Fragestellung, um das Verhältnis zwischen der verheißenen Herrlichkeit Zions und der prekären sozialen Situation der Menschen in der persischen Zeit zu analysieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die sozioökonomische Lage im Juda der Perserzeit, die Rolle der Armut und der Schuldsklaverei sowie die theologische Neuinterpretation traditioneller Verheißungen durch den Propheten Tritojesaja.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Botschaft des Tritojesaja als ein Wort zu verstehen, das den Betroffenen – den armen und unterdrückten Schichten – in ihrer konkreten Not gilt und den Anspruch auf eine gerechte soziale Ordnung erhebt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt exegetische Methoden, insbesondere literar- und formkritische Untersuchungen, verbunden mit einer sozialgeschichtlichen Kontextualisierung der biblischen Texte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der sozialen Bedingungen in Juda, eine detaillierte Exegese von Jesaja 61 als Mitte der Komposition sowie die Analyse der Rahmenkapitel 60 und 62.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Tritojesaja, Sozialgeschichte, Perserzeit, Armut, Gerechtigkeit und das Verständnis von Befreiung im nachexilischen Juda.

Inwiefern spielt das Thema Schuldsklaverei eine Rolle für das Verständnis von Jesaja 61?

Die Arbeit zeigt, dass die Verheißungen in Jesaja 61 eng mit der realen, bedrückenden Situation verschuldeter Bauern verknüpft sind, für die das Prophetenwort eine konkrete Hoffnung auf Befreiung und wirtschaftliche Erleichterung darstellt.

Welche Bedeutung kommt der Stadt Zion in der Argumentation des Propheten zu?

Zion wird als eine Instanz verstanden, die nicht nur Empfängerin des Heils ist, sondern durch ihre Herrlichkeit zu einem Licht für die Völker wird, wobei der Prophet fordert, dass diese Herrlichkeit untrennbar mit sozialen Verbesserungen innerhalb Israels verbunden sein muss.

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Details

Title
Den Armen Frohes zu verkündigen, hat er mich gesandt. Sozialgeschichtliche Auslegung von Jesaja 60-62
College
University of Marburg  (Evangelische Theologie)
Course
Die Gottesknechtslieder
Grade
1
Author
Winfried Kändler (Author)
Publication Year
1999
Pages
32
Catalog Number
V21840
ISBN (eBook)
9783638253581
ISBN (Book)
9783656463320
Language
German
Tags
Armen Frohes Sozialgeschichtliche Auslegung Jesaja Gottesknechtslieder
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Winfried Kändler (Author), 1999, Den Armen Frohes zu verkündigen, hat er mich gesandt. Sozialgeschichtliche Auslegung von Jesaja 60-62, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21840
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