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Zur Rezeption griechischer Epigramme bei Catull

Title: Zur Rezeption griechischer Epigramme bei Catull

Thesis (M.A.) , 2001 , 87 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Cornelius Hartz (Author)

Latin philology - Literature
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Summary Excerpt Details

Die Gedichte des C. Valerius Catullus nehmen in der römischen Lyrik eine Sonderstellung ein. Sie werden in der Forschung meist als Beginn einer neuen Epoche in der römischen Literatur angesehen, der Entwicklung einer Lyrik, die persönliche Gefühle ausdrückt. Im Zuge dessen wird oft Catulls ,,Unmittelbarkeit"1 herausgestellt, allerdings oft mit der Einschränkung, sein Werk zerfalle ,,in ,spontane′ kleine Gedichte und schwer zugängliche alexandrinische Kunstgedichte". Die ,,spontanen" Gedichte haben sogar dazu geführt, in Catulls Dichtung eine Parallele zur Entwicklung der Lyrik im 20. Jahrhundert zu sehen, wie Quinn es in ,,The Catullan Revolution" getan hat. Darüber hinaus hat die singuläre Stellung, die Catull in seiner Epoche in der römischen Dichtung inne zu haben scheint, oft einen Genie-Gedanken genährt, wie beispielsweise Havelock ihn in ,,The Lyric Genius of Catullus" programmatisch vertritt.

Mit solchen Analogien und Bewertungen Catulls ist jedoch vorsichtig umzugehen. Es gibt keinen Dichter der Antike, der einen ähnlichen Bekanntheitsgrad genießt, über den aber gleichzeitig so wenig biographische Fakten überliefert sind und dessen Werk in vergleichbar schlechter Weise überliefert ist. Die gesamte moderne Überlieferung Catulls entstammt einem einzigen Codex aus dem 13. Jh., und von den wenigen überlieferten Lebensdaten sind einige widersprüchlich oder ohne sichere Autorität.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Selbstverständnis der poetae novi

3. Das hellenistische Kunstprinzip in Rom vor Catull

3.1 Entwicklung der hellenistischen Literatur

3.2 Das hellenistische Epigramm

3.2.1 Entwicklung des griechischen Epigramms bis zum ersten Jahrhundert v. Chr.

3.2.2 Stilistische Merkmale des hellenistischen Epigramms

3.2.3 Analyse von Kallimachos ep. 41

3.3 Einfluss der hellenistischen Literatur in Rom

4. Einflüsse griechischer Literatur in Catull außerhalb der Epigramme

4.1 Vorbemerkung: Verschiedene Ansätze zur Unterteilung des Catulli liber

4.2 Lange Gedichte

4.3 Polymetra

5. Einflüsse hellenistischer Epigramme in Catulls Epigrammen

5.1 Hellenistische Epigramme als direkte Vorbilder

5.1.1 Kallimachos ep. 25 und Catullus c. 70

5.1.2 Kallimachos ep. 30 und Catull c. 80

5.2 Allgemeine und indirekte Einflüsse hellenistischer Epigramme

5.2.1 Analyse von Catull c. 78

5.2.2 Analyse von Catull c. 85

5.2.3 Analyse von Catull c. 77

6. Catulls dichterisches Selbstverständnis im Kontext der Epigramm-Rezeption

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rezeption griechischer Epigramme im Werk von Catull, um zu analysieren, inwieweit hellenistische Kunstprinzipien dessen Dichtung beeinflusst haben und wie sich dies zu seinem künstlerischen Selbstbild verhält.

  • Analyse des Einflusses des Kallimachos auf das hellenistische Epigramm.
  • Untersuchung der Rezeption hellenistischer Vorbilder in Catulls "langen Gedichten", "Polymetra" und "Epigrammen".
  • Kritische Auseinandersetzung mit biographischen Ansätzen zur Deutung von Catulls Werk.
  • Beleuchtung des Spannungsfeldes zwischen technischer Stilisierung und persönlichem emotionalen Ausdruck.

Auszug aus dem Buch

3.2.3 Analyse von Kallimachos ep. 41

Im Folgenden soll ein Epigramm des Kallimachos analysiert werden, um den von Riffaterre geprägten Begriff der „Erwartung“ anhand eines Beispiels zu verdeutlichen, sowie um Motivik und stilistische Eigenschaften eines hellenistischen Epigramms zu erläutern. Es wurde dazu Epigramm 41 von Kallimachos gewählt, weil es in beispielhafter Weise hellenistische Gestaltungsprinzipien aufweist. Darüber hinaus existiert eine römische Übertragung dieses Epigramms, die im folgenden Kapitel im Zusammenhang mit dem Einfluss hellenistischer Literatur in Rom analysiert werden soll.

Jedes der drei Distichen bildet eine abgeschlossene Sinneinheit. Das erste stellt eine dramatische Exposition dar und beginnt mit einer fast lebensbedrohlich wirkenden Schilderung der Verfassung des Sprechers. Das zweite Distichon geht abrupt in eine ganz andere Richtung: Es beginnt mit einer Frage, die die Dramatik des ersten Distichons relativiert. Hier hat der Sprecher schon eine Ahnung, was passiert sein könnte, und die wiederholten Hinweise auf das zuvor Geschehene zeigen an, dass das Beschriebene schon öfter vorgekommen ist, was allein schon die Dramatik des ersten Distichons in Frage stellt. Die Ansprache an die Knaben erhält dadurch eine ironische Note, sinngemäß: „Oh nein, nicht schon wieder!“ Dieses funktioniert als Enttäuschung der Erwartung des Lesers ganz im Sinne des „Erwartungs“-Begriffs von Riffaterre: Die abrupte farbige und lebhafte Schilderung stellt nach der großen Geste des ersten Distichons ein überraschendes Moment dar, was die im ersten Distichon erzielte Wirkung aufhebt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung diskutiert die Forschungsliteratur zu Catull und stellt die Forschungsfrage nach dem Einfluss hellenistischer Dichtung auf Catulls Werk unter Verzicht auf spekulative biographische Daten.

2. Das Selbstverständnis der poetae novi: Dieses Kapitel beleuchtet den sozialen Wandel des Dichters in Rom und die Abkehr von der Publikumserwartung hin zu einer größeren künstlerischen Autonomie der Neoteriker.

3. Das hellenistische Kunstprinzip in Rom vor Catull: Hier wird die Entwicklung der hellenistischen Literatur in Alexandria und das Kunstideal des Kallimachos, insbesondere im Hinblick auf das Epigramm, detailliert erarbeitet.

4. Einflüsse griechischer Literatur in Catull außerhalb der Epigramme: Das Kapitel untersucht, wie Catull in seinen größeren Werken (Lange Gedichte, Polymetra) griechische Gattungen rezipiert und diese an sein eigenes Umfeld anpasst.

5. Einflüsse hellenistischer Epigramme in Catulls Epigrammen: Eine tiefgehende Analyse ausgewählter Epigramme zeigt auf, wie Catull hellenistische Technik nutzt, um seine persönliche Gefühlswelt auszudrücken, ohne dabei die Form des Epigramms zu sprengen.

6. Catulls dichterisches Selbstverständnis im Kontext der Epigramm-Rezeption: Das Fazit widerlegt die Sicht Catulls als Dichter mit "doppeltem Antlitz" und definiert ihn stattdessen als technisch brillant geschulten Emotions-Dichter, dessen Arbeit untrennbar mit der hellenistischen Tradition verbunden bleibt.

Schlüsselwörter

Catull, Kallimachos, Hellenismus, Epigramm, poetae novi, Neoteriker, Alexandrinismus, Literaturrezeption, Kunstideal, Stilisierung, Emotion, Invektive, antike Dichtung, Intertextualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Magisterarbeit untersucht, wie der römische Dichter Catull die griechische, insbesondere die hellenistische Literatur und speziell das Epigramm rezipiert hat und wie diese Einflüsse seine eigene Dichtung und sein künstlerisches Selbstverständnis prägten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Analyse des kallimacheischen Kunstprinzips (Kürze, Eleganz, Komplexität), die Gattungsgeschichte des Epigramms sowie die Frage nach dem Verhältnis zwischen technischer Ausformung und dem Ausdruck persönlicher Gefühle bei Catull.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Einfluss hellenistischer Dichtungsprinzipien auf Catull nachzuweisen und zu zeigen, dass Catull nicht als Dichter mit einem "doppelten Antlitz" zwischen Technik und Emotion zu verstehen ist, sondern als ein Dichter, der beides organisch verbindet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die durch den Vergleich von catullischen Gedichten mit griechischen Vorbildern (z. B. Kallimachos, Sappho, Meleager) sowie durch eine stilanalyse der Epigramme strukturelle und motivische Übereinstimmungen herausarbeitet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Untersuchungen zu den langen Gedichten, den Polymetra und den Epigrammen Catulls, wobei der Schwerpunkt auf der Analyse direkter und indirekter Einflüsse hellenistischer Epigramme liegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben Catull und Kallimachos sind die wichtigsten Schlagworte Epigramm, Hellenismus, Stilisierung, Emotion, poetae novi und Literaturrezeption.

Wie unterscheidet sich Catulls Epigrammatik von der seines Vorbilds Kallimachos?

Während Kallimachos durch eine ironische Distanz zum Dargestellten glänzt, zeichnen sich Catulls Epigramme durch eine starke persönliche Betroffenheit und Involvierung des Dichters aus, wobei die hellenistische Form als Vehikel für den persönlichen Ausdruck dient.

Wie bewertet die Arbeit Catulls "Obszönität"?

Die Arbeit ordnet Catulls Obszönität als Teil der urbanitas ein, die ihn als Kenner griechischer Kultur ausweist, jedoch auch Aggression als Basis hat und somit gezielt als stilistisches Mittel zur Bloßstellung eingesetzt wird.

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Details

Title
Zur Rezeption griechischer Epigramme bei Catull
College
University of Hamburg  (Institut für Griechische und Lateinische Philologie)
Grade
sehr gut
Author
Cornelius Hartz (Author)
Publication Year
2001
Pages
87
Catalog Number
V2185
ISBN (eBook)
9783638113359
Language
German
Tags
Catull - Lyrik - Rezeption - Hellenismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Cornelius Hartz (Author), 2001, Zur Rezeption griechischer Epigramme bei Catull, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2185
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