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Literarische Kindheit in der NS Zeit - Ruth Klüger, Imre Kertesz und Solly Ganor

Title: Literarische Kindheit in der NS Zeit - Ruth Klüger, Imre Kertesz und Solly Ganor

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 34 Pages , Grade: 2

Autor:in: Sven Lorenz (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

In der folgenden Arbeit möchte ich drei literarische Kindheitserinnerungen an jüdische Kindheit im Nationalsozialismus vorstellen. Bei der Erarbeitung dieser Hausarbeit nahm ich mir zuerst die Romane „Jakob der
Lügner“ von Jurek Becker, „weiter leben. Eine Kindheit“ von Ruth Klüger und „Bruchstücke. Aus einer Kindheit 1939 – 1948“ von Binjamin Wilkomirski als Thema vor.

„Jakob der Lügner“ erschien mir dann jedoch nach einiger Zeit, da es sich nicht um tatsächlich erlebte Kindheitserinnerungen handelt, als sowohl nicht exemplarisch genug, als auch zu wenig historisch. Becker sagt selbst, dass er sich nicht an seine
Zeit im Ghetto erinnern kann und da ich mich in dieser Arbeit nur mit echten literarischen Umsetzungen von Kindheitserinnerungen befassen möchte, habe ich „Jakob der Lügner“ ausgeschlossen.

An seine Stelle trat dann der „Roman eines Schicksallosen“ von Imre Kertész. (Diese Entscheidung fand lange vor der Verleihung des Nobelpreises statt.) Als sich die Arbeit dann in einem sehr fortgeschrittenen Stadium befand, musste ich leider
erfahren, dass sich die Kindheitserinnerungen des so genannten „Binjamin Wilkomirski“ als ein großer Schwindel herausgestellt haben. Die Frage, ob der wahre Autor Bruno Grosjean nur ein Betrüger oder psychisch krank ist, wäre zwar auch ein Thema für eine Hausarbeit, jedoch nicht für diese.

So fehlte mir wieder ein dritter Autor und glücklicherweise stieß ich auf Solly Ganor und sein, meiner Meinung nach, hervorragendes Buch „Das andere Leben. Kindheit im Holocaust.“ Gleichzeitig fand ich den Bildband „Hidden History of the Kovno Ghetto“, der die Geschichte Ganors mit vielen beeindruckenden Photographien ergänzt. Von diesen habe ich zwar in dieser Arbeit aus Platzgründen keine verwendet, jedoch kann ich diesen Bildband sehr empfehlen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die „zweite“ Generation der KZ-Literatur ?

3. Die Autoren

3.1 Ruth Klüger

3.2 Imre Kertész

3.3 Solly Ganor

4. Kurzvorstellung der Romane

4.1 Ruth Klüger: weiter leben. Eine Jugend

4.2 Imre Kertész: Roman eines Schicksallosen

4.3 Solly Ganor: Das andere Leben. Kindheit im Holocaust

5. Adressaten und Schreibanlass

5.1 weiter leben. Eine Jugend

5.2 Roman eines Schicksallosen

5.3 Das andere Leben. Kindheit im Holocaust

6. Aufbau, Form und Sprache

6.1 weiter leben. Eine Jugend

6.2 Roman eines Schicksallosen

6.3 Das andere Leben. Kindheit im Holocaust

7. Untersuchung einiger Themen

7.1 Das Judentum

7.1.1 weiter leben. Eine Jugend

7.1.2 Roman eines Schicksallosen

7.1.3 Das andere Leben. Kindheit im Holocaust

7.1.4 Fazit

7.2 Eltern und die Familie

7.2.1 weiter Leben. Eine Jugend

7.2.2 Roman eines Schicksallosen

7.2.3 Das andere Leben Kindheit im Holocaust

7.2.4 Fazit

7.3 Die Deutschen

7.3.1 weiter Leben. Eine Jugend

7.3.2 Roman eines Schicksallosen

7.3.3 Das andere Leben. Kindheit im Holocaust

7.3.4 Fazit

8. Abschließende Bemerkungen

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht drei literarische Kindheitserinnerungen an den Holocaust, um deren individuelle Erzählweise, die Perspektiven der Autoren und die Behandlung zentraler Themen wie Judentum, Familie und das Bild der deutschen Täter zu vergleichen und die Werke in den Kontext der Holocaust-Literatur einzuordnen.

  • Vergleich der literarischen Aufarbeitung von Kindheitserinnerungen an den Holocaust.
  • Analyse der Erzählperspektiven und der Bedeutung des Schreibanlasses für die Autoren.
  • Untersuchung der Wahrnehmung von Judentum und jüdischer Identität in den Werken.
  • Analyse der Darstellung familiärer Bindungen unter extremen Lebensbedingungen.
  • Reflektion über das Bild der deutschen Täter aus der Sicht der Überlebenden.

Auszug aus dem Buch

7.1.2 Roman eines Schicksallosen

György hingegen hat überhaupt keine echte Vorstellung davon was es heißt ein Jude zu sein. Als sein Onkel Lajos ihm eine Predigt über das Schicksal der Juden hält, zeigt er nur Verständnislosigkeit:

<< Jetzt>>, so sagte er, <>, was die Juden jedoch mit Ergebenheit und opferwilliger Geduld auf sich zu nehmen haben>>, da Gott ihnen dieses Schicksal um ihrer einstigen Sünden willen zuteil werden lasse, […] Ich hatte zwar seinem Gedankengang bis dahin nicht ganz folgen können […] aber irgendwie war ich von seinen Worten doch ergriffen.

György scheint in einer naiven, sorglosen Welt zu leben – sein Judentum und die Bedeutung die es in dieser Zeit hat, bleibt für ihn völlig unverständlich. Er ist zwar vom Schicksal der Juden ergriffen, fühlt sich aber nicht mit ihnen verbunden.

Ihm ist der Zusammenhang zwischen Judentum, Deportation und Vernichtung nicht klar […] Im Unterschied zu seinen Freundinnen grübelt er nicht darüber, woher der Judenhass der Deutschen komme, worin sein Wesen als Jude bestehe oder gar, ob jüdisches Leiden einen Sinn habe. Der Judenstern ist für ihn ein bedeutungsloses Etikett.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der drei ausgewählten Romane und Erläuterung der Auswahlkriterien sowie des methodischen Vorgehens.

2. Die „zweite“ Generation der KZ-Literatur ?: Einordnung der Werke in den Diskurs der Holocaust-Literatur und Differenzierung zwischen der ersten und der zweiten Generation von Zeitzeugen.

3. Die Autoren: Biographische Abrisse zu Ruth Klüger, Imre Kertész und Solly Ganor.

4. Kurzvorstellung der Romane: Zusammenfassung der Inhalte der drei Werke mit Fokus auf die jeweiligen Lebensgeschichten der Protagonisten.

5. Adressaten und Schreibanlass: Analyse, warum die Autoren ihre Erinnerungen niederschrieben und an welches Publikum sie sich dabei richten.

6. Aufbau, Form und Sprache: Untersuchung der formalen Gestaltung, der Erzählperspektive und des sprachlichen Stils der drei Romane.

7. Untersuchung einiger Themen: Vergleichende Analyse der Darstellung von Judentum, Elternhaus und der Wahrnehmung der Deutschen in den Werken.

8. Abschließende Bemerkungen: Zusammenfassende Bewertung der Werke und Reflexion über die Bedeutung der zweiten Generation für die heutige Erinnerungskultur.

Schlüsselwörter

Holocaust, Kindheitserinnerungen, KZ-Literatur, Ruth Klüger, Imre Kertész, Solly Ganor, Zweite Generation, Judentum, Autobiographie, Erinnerungskultur, NS-Zeit, Täterwahrnehmung, Identität, Familie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert und vergleicht die literarischen Kindheitserinnerungen von Ruth Klüger, Imre Kertész und Solly Ganor im Kontext ihrer Erfahrungen während der Zeit des Nationalsozialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Erzählperspektiven der Autoren, ihr Verständnis von jüdischer Identität, ihre familiären Bindungen unter Lagerbedingungen sowie ihre Wahrnehmung der Täter.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, zu zeigen, wie die drei Autoren ihre Erlebnisse verarbeiten und wie sich ihre Werke – insbesondere im Hinblick auf die Erzählweise und Distanz – voneinander unterscheiden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine literaturwissenschaftliche Textanalyse durch, bei der er die Primärquellen (die Romane) vergleicht und durch Einbeziehung von Sekundärliteratur in den Kontext der Holocaust-Literatur stellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Autoren und Werke, die Analyse der Schreibanlässe, die Untersuchung formaler Aspekte sowie eine thematische Analyse zu Judentum, Familie und dem Bild der Deutschen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselbegriffen gehören „KZ-Literatur“, „zweite Generation“, „Autobiographie“, „Holocaust“ sowie die Namen der drei behandelten Autoren.

Warum wird der Roman von Imre Kertész als „erste Generation“ eingestuft?

Der Autor argumentiert, dass der Roman von Kertész eher einen Bericht darstellt, bei dem die persönliche Identität zugunsten der Schilderung des Leidensweges in den Hintergrund tritt, was für die frühe KZ-Literatur typisch ist.

Welche Bedeutung kommt der Familie bei Solly Ganor zu?

Bei Ganor wird die Familie als moralischer Anker und Lebensgrundlage dargestellt, was sich deutlich von der eher gefühllosen, distanzierten Darstellung von Familie im Roman von Kertész unterscheidet.

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Details

Title
Literarische Kindheit in der NS Zeit - Ruth Klüger, Imre Kertesz und Solly Ganor
College
University of Duisburg-Essen  (Germanistik)
Course
Literarische Kindheit
Grade
2
Author
Sven Lorenz (Author)
Publication Year
2003
Pages
34
Catalog Number
V21874
ISBN (eBook)
9783638253802
ISBN (Book)
9783668307940
Language
German
Tags
Literarische Kindheit Zeit Ruth Klüger Imre Kertesz Solly Ganor
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sven Lorenz (Author), 2003, Literarische Kindheit in der NS Zeit - Ruth Klüger, Imre Kertesz und Solly Ganor, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21874
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