Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

Das Verhältnis von Schrift und Bild am Beispiel der Wolfenbütteler Bilderhandschrift des Sachsenspiegels

Title: Das Verhältnis von Schrift und Bild am Beispiel der Wolfenbütteler Bilderhandschrift des Sachsenspiegels

Term Paper , 2003 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Wilfried Pott (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Verhältnis von Schrift und
Bild am Beispiel der Wolfenbütteler Bilderhandschrift des
Sachsenspiegels. Wie stellt sich in der Wolfenbütteler
Bilderhandschrift das Verhältnis zwischen Schrift und Bild dar?
Warum steht der Rechtstext nicht für sich allein? Welche Gründe
gibt es hierfür? Sind die dargestellten Gebärden auch ohne den
Rechtstext verständlich? Wurden die Bilder nur für
Leseunkundige erstellt oder erfüllen sie noch eine andere
Funktion? Wird der Sachsenspiegel gelesen oder wird er
vorgelesen? Diese Fragen und die Lage der Bilderhandschrift im Grenzbereich
zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit sollen in dieser
Hausarbeit behandelt werden. Hierzu werde ich zunächst kurz auf
die Geschichte des Sachsenspiegels und der Wolfenbütteler
Bilderhandschrift und deren äußeren Erscheinungsform eingehen,
um mich dann näher dem Text und den Bildern zuzuwenden und
die o. a. Fragen zu beantworten. Meine Hausarbeit stützt sich im Wesentlichen auf die
Veröffentlichungen von Ruth Schmidt-Wiegand, hier
insbesondere auf die Werke: „Die Wolfenbütteler
Bilderhandschrift des Sachsenspiegels. Aufsätze und
Untersuchungen“, „Die Wolfenbütteler Bilderhandschrift des
Sachsenspiegels und ihr Verhältnis zum Text Eikes von Repgow“
und „Text-Bild-Interpretationen. Untersuchungen zu den
Bilderhandschriften des Sachsenspiegels“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Übersicht über die Wolfenbütteler Bilderhandschrift des Sachsenspiegels

a) Geschichte

b) Äußere Erscheinungsmerkmale

c) Text

d) Bilder

3. Das Verhältnis der Bilder zum Text Eikes von Repgow

4. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen Rechtstext und Bild in der Wolfenbütteler Bilderhandschrift des Sachsenspiegels. Ziel ist es zu ergründen, warum der Rechtstext durch bildliche Darstellungen ergänzt wurde, welche Funktionen die Illustrationen – insbesondere die Gebärdensprache – für das Verständnis des Rechts ausübten und ob diese Bilder tatsächlich als reine Gedächtnisstützen für Leseunkundige dienten.

  • Analyse der historischen Entstehung und äußeren Beschaffenheit der Wolfenbütteler Bilderhandschrift.
  • Untersuchung der Interaktion zwischen bildlicher Darstellung und rechtlicher Begrifflichkeit am Beispiel von Folio 34.
  • Interpretation der symbolischen Bedeutung von Gebärden, wie dem Aufmerksamkeits- und Redegestus.
  • Erforschung der Rolle des illustrierten Codex als Träger bildgestützter Mündlichkeit und Schriftlichkeit.
  • Diskussion des Adressatenkreises und der funktionalen Bedeutung der Illustrationen im mittelalterlichen Rechtswesen.

Auszug aus dem Buch

Folio 34 recto, Bild 1:

Eine Prügelszene zwischen einem Bauern und einem Knecht, der mit einem Knüppel geschlagen wird, stellt den Beginn der Bilderfolge auf dieser Seite dar. Bereits auf der vorherigen Seite beginnt der dazugehörige Text. Dort wird geschildert, dass es sich hierbei um die Schädigung eines Knechtes handelt, der einem anderen Herrn dient und nicht allgemein um eine Prügelstrafe. Dabei werden im Text drei Möglichkeiten genannt: Schlagen, Gefangennehmen und Ausrauben. Der Unrechtstäter musste sowohl dem Herrn als auch dem Knecht eine Buße zahlen. Die eine Buße konnte ihm allerdings erlassen werden, wenn er beschwören konnte, dass er damit den Herrn des Knechts weder schmähen noch schädigen wollte. Dieser Nachsatz Eikes von Repgow war bereits bei der Erstellung der Wolfenbütteler Bilderhandschrift nicht mehr verständlich und bedurfte aus diesem Grunde einer bildlichen Erläuterung. Hier wurden nun die Begriffe „laster“ und „scade“ näher erläutert. Es handelt sich also hierbei bereits im Text um eine Art von Glossierung der ursprünglichen Fassung. Dabei wurde die Prügelszene ausgesucht, um auf diese Weise den Text noch einmal von sich aus zu akzentuieren. Allerdings wurden wesentliche Textpassagen übergangen, nämlich dass der Knecht einem anderen Herrn diente. Die bildliche Darstellung hat somit nach Schmidt-Wiegand einen „Hinweischarakter in bezug auf sekundäre Erweiterungen des ursprünglichen Textes, ohne dessen Kenntnis er auch für den Zeitgenossen kaum verständlich bleiben musste.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definition der Fragestellung bezüglich der Funktion und des Verhältnisses von Text und Bild innerhalb der Wolfenbütteler Bilderhandschrift.

2. Übersicht über die Wolfenbütteler Bilderhandschrift des Sachsenspiegels: Historische Einordnung, Beschreibung der materiellen Merkmale, Analyse von Textfassung und Bildbeschaffenheit.

3. Das Verhältnis der Bilder zum Text Eikes von Repgow: Detaillierte Fallstudie anhand von Folio 34 zur illustrativen Ergänzung, Akzentuierung rechtlicher Begriffe und zur Gebärdensprache.

4. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, die das Bild als interpretatives Instrument des Rechtstextes und als Zeichensystem für gebildete Zeitgenossen identifiziert.

Schlüsselwörter

Sachsenspiegel, Wolfenbütteler Bilderhandschrift, Eike von Repgow, Rechtssprache, Mittelalter, Bild-Text-Verhältnis, Kodex, Gebärdensprache, Rechtsikonographie, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Glossierung, Rechtsterminologie, Illustration, Codex picturatus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung und Funktion von Illustrationen in mittelalterlichen Rechtshandschriften, speziell am Beispiel der Wolfenbütteler Bilderhandschrift des Sachsenspiegels.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Zusammenspiel von Rechtstext und Bild, die Rolle der Gebärdensprache im Rechtskontext sowie die Frage nach dem Adressatenkreis des Werkes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, warum Bilder hinzugefügt wurden, wie sie den Rechtstext kommentieren oder aktualisieren und ob sie tatsächlich als vereinfachte Lesehilfe für Unkundige fungierten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Verfasser stützt sich auf eine Analyse einschlägiger Forschungsliteratur, insbesondere von Ruth Schmidt-Wiegand, und führt eine exemplarische Bild-Text-Analyse einzelner Folios durch.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert konkret Folio 34 der Handschrift, um die Darstellung von Rechtsvorgängen und die spezifischen Gebärden (Redegestus, Schwurgebärde) zu erläutern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sachsenspiegel, Rechtssprache, Bild-Text-Verhältnis, Gebärdensprache und mittelalterliche Rechtsikonographie.

Inwiefern dienen Bilder als "Glossierung" des Textes?

Die Bilder fungieren laut Autor als eine Art visuelle Kommentierung, die schwierige oder veraltete Rechtstexte akzentuiert und für den zeitgenössischen Betrachter verständlicher macht.

Warum wird die These der "Gedächtnisstütze für Leseunkundige" in Frage gestellt?

Die Analyse zeigt, dass die Bilder komplexe Handlungsanweisungen enthalten, die ohne das Verständnis des Begleittextes oft nicht entschlüsselbar sind, weshalb sie sich an ein gebildetes Publikum richten.

Excerpt out of 19 pages  - scroll top

Details

Title
Das Verhältnis von Schrift und Bild am Beispiel der Wolfenbütteler Bilderhandschrift des Sachsenspiegels
College
University of Hagen  (Historisches Institut)
Grade
1,0
Author
Wilfried Pott (Author)
Publication Year
2003
Pages
19
Catalog Number
V21974
ISBN (eBook)
9783638254472
Language
German
Tags
Verhältnis Schrift Bild Beispiel Wolfenbütteler Bilderhandschrift Sachsenspiegel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Wilfried Pott (Author), 2003, Das Verhältnis von Schrift und Bild am Beispiel der Wolfenbütteler Bilderhandschrift des Sachsenspiegels, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21974
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  19  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint