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Adalbert Stifters Granit gelesen unter den Prämissen der Vorrede zu Bunte Steine

Title: Adalbert Stifters Granit gelesen unter den Prämissen der Vorrede zu Bunte Steine

Seminar Paper , 2003 , 25 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Mario Fesler (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Adalbert Stifters Vorrede zu „Bunte Steine“ gehört mit zu seinen bekanntesten Texten. Doch obwohl das darin auftauchende und erstmals explizit beschriebene „sanfte Gesetz“ immer wieder von Stifters Interpreten in den unterschiedlichsten Zusammenhängen genannt wird, ist die Forschungsliteratur, die sich dezidiert mit der Vorrede auseinandersetzt, dünn gesät. Bei genauerer Betrachtung der Texte, die sich der Vorrede angenommen haben, fällt bald ein Umstand auf, der Ausgangspunkt dieser Arbeit sein soll: Um Gegenbeispiele oder Bestätigung für Stifters Programm zu finden, bezieht man sich auffällig selten auf Erzählungen der „Bunten Steine“. Stattdessen scheint Stifters sonstiges Schaffen wesentlich geeigneter zu sein. Diese Arbeit setzt die wohl bekannteste Erzählung aus den "Bunten Steinen" - "Granit" - in den Kontext der Vorrede und versucht Zusammenhänge und Widersprüche zwischen diesen Texten auszuloten. Hierbei wird auch die Journalfassung, die Erzählung "Die Pechbrenner" berücksichtigt um zu überprüfen ob nachweisbare Veränderungen auch den Prämissen der Vorrede geschuldet sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE VORREDE

2.1 Der „Dreiklang“ der Welt: Religion – Dichtung – Wissenschaft

2.1.1. Religion

2.1.2 Wissenschaft

2.1.3 Dichtung

2.2 Stifters Auffassung von „Groß“ und „Klein“

2.2.1 „Großes“ und „Kleines“ in der Natur

2.2.2 „Großes“ und „Kleines“ im menschlichen Leben

2.3 Das „sanfte Gesetz“

3. GEBORGEN IM „SANFTEN GESETZ“: „GRANIT“

3.1 Die „Chronik der Pest“

3.2 Die Geschichte des Pechbrennerjungen

3.3 Die Rahmengeschichte

3.4 Die Journalfassung „Die Pechbrenner“

4. SCHLUSSBEMERKUNG

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Adalbert Stifters Erzählung „Granit“ unter der zentralen Fragestellung, inwiefern die dort entfaltete Erzählweise und Thematik den programmatischen Forderungen entsprechen, die Stifter in seiner Vorrede zu den „Bunten Steinen“ hinsichtlich des „sanften Gesetzes“ aufgestellt hat.

  • Die systematische Analyse von Stifters Vorrede als ästhetisches und ethisches Programm.
  • Die Untersuchung der Analogie von Naturgesetz und Sittengesetz.
  • Die Analyse der Erzählstruktur in „Granit“ unter Berücksichtigung der Rahmengeschichte und der Pest-Erzählungen.
  • Der kritische Vergleich zwischen der Buchfassung „Granit“ und der früheren Journalfassung „Die Pechbrenner“.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die „Chronik der Pest“

Bei der chronikalischen Erzählung der Pest handelt es sich um eine historische Sage, eine konkret verortete Erzählung also, „die dem historischen Vorgang, dem geschichtlichen Faktum, eine Dimension des Mythischen“ verleiht und in der Erzählung noch ganz „klassisch“ – nämlich mündlich - tradiert wird: „Mein Großvater, dein Ururgroßvater, der zu damaliger Zeit gelebt hat, hat es uns oft erzählt.“ Wie in vielen Volkssagen geschieht etwas Schreckliches – die Pest bricht über die dörfliche Umgebung ein – und der Großvater schildert die Krankheit auch in den düstersten Tönen. Ihre Schrecklichkeit wird wirkungsvoll kontrastiert mit der Schönheit der Natur.

„Über die weißen Blütenblätter , die noch auf dem Wege lagen, trug man die Toten dahin, und in dem Kämmerlein, in das die Frühlingsblätter hinein schauten, lag ein Kranker, und es pflegte ihn einer, der selbst schon krankte.“

Stifter, der „seiner Zeit [...] als ‚Maler der Butterblumen’“ galt, schildert die Pest „als ein Zustand der Heimsuchung“. Ihm gelingen hierbei Bilder von apokalyptischer Eindrücklichkeit:

„Man hörte fast den ganzen Tag die Zügenglocke läuten, und das Totengeläute konnte man nicht mehr jedem einzelnen Toten verschaffen, sondern man läutete es allgemein für alle. Bald konnte man sie auch nicht mehr in dem Kirchhofe begraben, sondern man machte große Gruben auf dem freien Felde, tat die Toten hinein und scharrte sie mit Erde zu. Von manchem Hause ging kein Rauch empor, in manchem hörte man das Vieh brüllen, weil man es zu füttern vergessen hatte, und manches Rind ging verwildert herum, weil niemand war es von der Weide in den Stall zu bringen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Das Kapitel führt in die Vorrede zu „Bunte Steine“ ein und formuliert das Ziel, die Übereinstimmung der Erzählung „Granit“ mit Stifters „sanftem Gesetz“ zu prüfen.

2. DIE VORREDE: Dieser Abschnitt analysiert die philosophischen Grundpfeiler der Vorrede, insbesondere das Verhältnis von Religion, Wissenschaft und Dichtung sowie Stifters Verständnis von „Großem“ und „Kleinem“.

3. GEBORGEN IM „SANFTEN GESETZ“: „GRANIT“: Hier wird die Erzählung „Granit“ auf ihre inhaltliche und formale Übereinstimmung mit dem in der Vorrede postulierten „sanften Gesetz“ hin untersucht, wobei auch die Journalfassung vergleichend einbezogen wird.

4. SCHLUSSBEMERKUNG: Das Fazit bestätigt, dass trotz berechtigter Einwände gegen die Vorrede die Erzählung „Granit“ die dort formulierten Ansprüche an die Dichtung ästhetisch und inhaltlich einlöst.

Schlüsselwörter

Adalbert Stifter, Bunte Steine, Granit, sanftes Gesetz, Erzähltheorie, Literatur und Wissenschaft, Naturgesetz, Sittengesetz, Pest, Rahmenerzählung, Journalfassung, Die Pechbrenner, Narratologie, Literaturwissenschaft, Epik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Adalbert Stifter in seiner Erzählung „Granit“ sein theoretisches Programm aus der Vorrede zu den „Bunten Steinen“ literarisch umsetzt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind Stifters Vorrede, seine Auffassung von „Großem“ und „Kleinem“, das „sanfte Gesetz“ sowie die Struktur und Motivik der Erzählung „Granit“.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es zu belegen, dass die Erzählung „Granit“ eine bewusste künstlerische Umsetzung der in der Vorrede postulierten Grundsätze darstellt, wobei insbesondere die Harmonisierung von Krisensituationen durch das „sanfte Gesetz“ hervorgehoben wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Analyse verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Textstellen aus der Vorrede mit Episoden aus der Erzählung „Granit“ vergleicht und diese zusätzlich mit der Journalfassung „Die Pechbrenner“ kontrastiert.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Analogien in der Vorrede (Religion, Wissenschaft, Dichtung) und wendet diese Erkenntnisse auf die drei Geschichten innerhalb von „Granit“ sowie die Rahmengeschichte an.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben Stifters Kernbegriffen wie „sanftes Gesetz“, „Großes“ und „Kleines“ stehen die Begriffe „Naturgesetzlichkeit“, „Analogie“, „Gedächtnis“ und „Rahmenerzählung“ im Fokus.

Wie bewertet der Autor den Unterschied zwischen der Buchfassung „Granit“ und der Journalfassung „Die Pechbrenner“?

Der Autor argumentiert, dass Stifter in der Buchfassung drastische Konflikte zugunsten des „sanften Gesetzes“ harmonisiert hat, um die Erzählung stärker an seine Vorrede anzupassen.

Welche Rolle spielt der Großvater in der Rahmengeschichte von „Granit“?

Der Großvater fungiert als eine moralische Instanz, die durch religiöse Rituale und die Vermittlung von Naturwissen das „sanfte Gesetz“ im Alltag des Enkels erlebbar macht und zur Versöhnung beiträgt.

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Details

Title
Adalbert Stifters Granit gelesen unter den Prämissen der Vorrede zu Bunte Steine
College
Free University of Berlin  (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie)
Grade
1,7
Author
Mario Fesler (Author)
Publication Year
2003
Pages
25
Catalog Number
V22046
ISBN (eBook)
9783638254885
ISBN (Book)
9783638647342
Language
German
Tags
Adalbert Stifters Granit Prämissen Vorrede Bunte Steine
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mario Fesler (Author), 2003, Adalbert Stifters Granit gelesen unter den Prämissen der Vorrede zu Bunte Steine, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22046
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