Auf den ersten Blick scheint die Bedeutung des Kinder- und Jugendmarketing für die
Automobilindustrie relativ gering zu sein. Rechtliche Restriktionen erlauben eine Benutzung
des Produktes erst ab 18 Jahren. Eine werbliche Ansprache von Kindern und Jugendlichen
erscheint daher unzweckmäßig. Dass aber gerade die Ansprache von Kindern und
Jugendlichen auch für ein Unternehmen von Bedeutung sein kann, deren Produkte oder
Dienstleistungen aus rechtlichen, gesellschaftlichen oder anderen Gründen von dieser
Altersgruppe nicht genutzt werden kann, soll in der vorliegenden Arbeit gezeigt werden.
Desweiteren werde ich auf die Identifikation dieser Zielgruppe und die Besonderheiten bei
der werblichen Ansprache eingehen. Herausgearbeitet werden soll dabei, welche Bedeutung
Kinder und Jugendliche als Strategisches Ziel von Kommunikationsmaßnahmen für die
Automobilindustrie haben können.
Inhaltsverzeichnis
1. Zielgruppe Kinder und Jugendliche
1.1 Die Zielgruppe als Rezipienten
1.1.1 Lebenswelt der Kinder
1.1.2 Marktverhalten und Markenbewußtsein von Kindern
1.1.3 Kinder und Werbung
1.1.4 Lebenswelt der Jugendlichen
1.1.5 Markenverhalten und Markenbewußtsein von Jugendlichen
1.1.6 Jugendliche und Werbung
1.2 Einstellungen der Kinder und Jugendlichen zum Auto
2. Kinder- und Jugendmarketing in der Automobilindustrie
2.1 Entwicklungen und Trends in der Automobilindustrie
2.2 Ziele und Möglichkeiten des Kinder- und Jugendmarketings in der Automobilindustrie
2.2.1 Selbstständige Konsumenten
2.2.2 Kaufbeeinflusser in der Familie
2.2.3 Konsumenten von morgen
2.2.4 Imageförderer für das Gesamtmarketing
2.2.5 Einführung von Neuprodukten
3. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die strategische Relevanz von Kinder- und Jugendmarketing für die Automobilindustrie. Trotz gesetzlicher Nutzungsbeschränkungen hinterfragt der Autor die Annahme, dass eine werbliche Ansprache dieser Zielgruppe unzweckmäßig sei, und analysiert Möglichkeiten sowie Potenziale der frühzeitigen Markenbindung.
- Psychologische und verhaltensbezogene Analyse von Kindern und Jugendlichen als Zielgruppen.
- Untersuchung des Markenbewusstseins und der Medienrezeption innerhalb dieser Altersgruppen.
- Analyse der Einstellungen von Kindern und Jugendlichen gegenüber Automobilmarken.
- Identifikation strategischer Ansätze (z.B. Kaufbeeinflussung, Frühbindung) für die Automobilbranche.
Auszug aus dem Buch
1.1.1 Lebenswelt der Kinder
Kein Erwachsener ist in der Lage sich vorzustellen, wie Kinder heute unsere Welt erleben. Denn kein Erwachsener ist unter ähnlichen Verhältnissen Kind gewesen. So schnell hat sich in den letzten Jahrzehnten unsere Umwelt verändert. Dennoch versuchen wir immer wieder, die Welt der Kinder mit unseren Erfahrungen in Einklang zu bringen. Nach Tapscott wächst hier erstmals eine Jugend inmitten digitaler Medien heran, in deren Welt der Computer allgegenwärtig ist und sich digitale Technik aus dem Leben nicht mehr wegdenken läßt.
„Niemals zuvor stand eine heranwachsende Generation unter derart massivem Einfluß der Medien.“ Sagt Müller weiter. „Die Daten- und Bilderflut, die tagtäglich auf die Kids einprasselt, prägt nicht nur ihre Bedürfnisse, ihre Sehnsüchte, ihre gesamte Lebenseinstellung, sondern sie nimmt auch Einfluß auf die Entwicklung des kindlichen Gehirns. Die Gewichte der beiden kindlichen Gehirnhälften verändert sich zwar langsam, doch um so sicherer. Der rechte, visuelle „Bizeps“ im Kopf wird größer. Der für die Sprache, abstrakte Denken und Phantasie zuständige linke Part kümmert vor sich hin. In unsere Welt tritt eine stark visuell geprägte Generation, die bis zum vierzehnten Lebensjahr, solange das Gehirn noch formbar ist, etwa 18.000 Stunden vor dem Bildschirm verbracht hat, aber nur 14.000 Stunden in der Schule.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zielgruppe Kinder und Jugendliche: Dieses Kapitel erläutert die Segmentierung und Besonderheiten der jungen Zielgruppe, unterteilt in verschiedene Altersstufen, und beleuchtet deren Mediennutzung sowie Markenwahrnehmung.
2. Kinder- und Jugendmarketing in der Automobilindustrie: Dieser Abschnitt analysiert die Notwendigkeit von Marketingstrategien für junge Menschen in der Automobilbranche unter Berücksichtigung von demografischem Wandel und Markenbindungsansätzen.
3. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, dass die proaktive Einbindung von Kindern und Jugendlichen trotz inhaltlicher Schwierigkeiten langfristige Wettbewerbsvorteile für Automobilhersteller bieten kann.
Schlüsselwörter
Kinder- und Jugendmarketing, Automobilindustrie, Markenbindung, Zielgruppensegmentierung, Konsumenten von morgen, Kaufbeeinflussung, Mediennutzung, Markenbewusstsein, Trendforschung, Szenemarketing, Konsumentenverhalten, strategisches Marketing.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, ob und wie die Automobilindustrie die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen strategisch in ihre Kommunikation einbinden kann, obwohl diese die Produkte selbst noch nicht nutzen dürfen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen, ihr Markenbewusstsein, ihre Rolle als Beeinflusser in der Familie sowie die Bedeutung des Automobils in dieser Altersgruppe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die strategische Bedeutung einer frühzeitigen Markenansprache und -bindung für Automobilhersteller zu identifizieren, um künftigen Absatzrückgängen entgegenzuwirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Marktstudien, um Erkenntnisse über das Konsumverhalten und die Einstellungen der Zielgruppe zu gewinnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Zielgruppe (Rezipienten, Lebenswelten) und die Anwendung dieser Erkenntnisse auf spezifische Marketingziele der Automobilbranche.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kinder- und Jugendmarketing, Markenbindung, Konsumenten von morgen und Kaufbeeinflussung charakterisieren.
Welche Rolle spielen "Kultmarken" für Jugendliche?
Laut der Studie werden Kultmarken wie Freunde betrachtet, die nicht mehr kritisch geprüft werden müssen. Sie bieten den Jugendlichen Orientierung und Identifikationspotenzial.
Warum ist die "Peer Group" für Jugendliche so wichtig?
Die Peer Group dient der sozialen Identitätsbildung und Abgrenzung gegenüber den Eltern; Einstellungen sind oft eng an den Freundeskreis geknüpft, der als Hauptreferenzpunkt dient.
- Quote paper
- Nicolas Widera (Author), 2003, Strategische Überlegungen der Automobilindustrie in Bezug auf die Zielgruppe der Kinder und Jugendliche., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22088