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Die Entstehung des KJHG und die Partizipationsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen

Title: Die Entstehung des  KJHG und die Partizipationsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jan Winkelmann (Author)

Sociology - Children and Youth
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Anfang des 20. Jahrhunderts schrieb die schwedische Pädagogin Ellen Key ein Buch mit dem Titel das ”Jahrhundert des Kindes”1. In der Tat leitete die aufkeimende Reformpädagogik eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den heranwachsenden Menschen ein. Die zarten Wurzeln dieser Auseinandersetzung mit dem Kind als eigenständige Persönlichkeit sind bereits im ausgehenden 18. Jahrhundert zu suchen und lassen sich mit dem Namen Jean J. Rousseaus2 verbinden. Eingebettet in der pädagogischen Strömung der Reformpädagogik, in den Notwendigkeiten einer Verbesserung der Lebensverhältnisse von Kindern und Jugendlichen nach dem 1. Weltkrieg und schließlich verbunden mit der Gründung der ersten deutschen Demokratie entstand das Reichsjugendwohlfahrtgesetz (RJWG). Die vorliegende Arbeit wird im ersten Teil zunächst die Entwicklung vom RJWG zum heute gültigen Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) nachzeichnen. Die Debatten um die Einführung des RJWG sollen dabei berücksichtigt werden, denn viele der damaligen Streitpunkte waren auch bei der Diskussion um die Einführung des KJHG noch aktuell. Im Rahmen der Fragestellung, die immer auf Partizipation von Kindern und Jugendlichen bzw. deren Anerkennung als Subjekte mit eigenen Rechten fokussiert ist, werden bewusst andere Diskussionen, die um die Jugendhilfegesetze geführt wurden, nicht in ihrer Vollständigkeit vorgestellt und benannt. Im Lichte der Partizipation von Kindern und Jugendlichen sollen dann im weiteren Verlauf die wichtigsten Verbesserungen des KJHG gegenüber seinen Vorgängern herausgearbeitet werden. Ausgehend von diesen Forderungen und Bestimmungen des KJHG wird aufgezeigt, wie öffentliche und private Jugendhilfe die Partizipationsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen ausgebaut haben. Dabei wird offen gelegt, welche Ursachen für die verstärkte Auseinandersetzung mit Beteiligungsmodellen und deren Forcierung verantwortlich sind. Gleichzeitig soll dargestellt werden, welche verschiedenen Vorstellungen von Partizipation dabei mit den Modellen verfolgt werden. Der Schwerpunkt der Betrachtung wird bei den sogenannten „neuen” Beteiligungsformen liegen. Auch wenn man die vorhandene Literatur als ausreichend bezeichnen kann, ist augenfällig, dass in der Fachdiskussion um das KJHG die Frage von Partizipation von Kindern und Jugendlichen nicht im Vordergrund steht. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Da RJWG

1.1 Die Entstehung des RJWG

1.2 Inhalt und Kritik am RJWG (NS-Zeit)

2. Vom (R)JWG zum KJHG

2.1 Das JWG und die Diskussion um eine grundlegende Reform

2.2 Das KJHG Inhalt und Kritik

3. Partizipation nach dem KJHG

3.1 Partizipation in der Kinder und Jugendhilfe

3.2 Die verstärkte Auseinandersetzung mit Partizipation

3.3 Die Entstehung „neuer” Partizipationsformen

Schluss

Literatur

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe vom Reichsjugendwohlfahrtsgesetz (RJWG) hin zum heutigen Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) unter dem besonderen Fokus auf die Partizipationsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen. Ziel ist es, die strukturellen Veränderungen und die Implementierung neuer Beteiligungsformen kritisch zu beleuchten.

  • Historische Genese der Jugendhilfegesetzgebung
  • Wandel vom Obrigkeits- zum Leistungsgesetz
  • Rechtlicher Status von Kindern als Subjekte
  • Entwicklung und Kategorisierung „neuer“ Beteiligungsformen
  • Kritische Analyse von Partizipationsmodellen in der Praxis

Auszug aus dem Buch

3. 2 Die verstärkte Auseinandersetzung mit Partizipation

Die Entstehung neuer Partizipationsformen und die allgemeine Debatte um Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist verschiedenen Ursachen geschuldet. Zunächst ist die Partizipation der Kinder und Jugendlichen im KJHG vorgesehen und damit von den örtlichen Jugendämtern umzusetzen und auszugestalten. Die föderale Struktur, die Vielzahl von Jugendämtern und deren spezifische Einzugsbereiche und Erfahrungen haben verschiedene Partizipationsformen entstehen lassen. Besonders die Kinderrechtelobby sieht in der Kombination des Beteiligungsparagraphen § 8 KJHG und des § 1, der mit seinem ganzheitlichen Anspruch die Schaffung positiver Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche sowie eine kinderfreundliche Umwelt einfordert, eine breite rechtliche Legitimation und Notwendigkeit für neue Partizipationsmodelle.

Die rechtliche Einforderung von Partizipation im KJHG ist für diese Entwicklung und die Entstehung einer breiten Diskussion über Teilhabe von jungen Menschen nicht allein verantwortlich. Im Laufe der Zeit hat sich die Partizipation von Kindern und Jugendlichen auch zum wichtigen Qualitätsfaktor innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe entwickelt. Die Jugendämter und die politisch verantwortlichen Ebenen haben erkannt, dass Angebote, die an den Kindern und Jugendlichen vorbei geplant werden, keine Wirkung zeigen und Ressourcen verschwenden. Es hat sich in der Jugendhilfe mehr und mehr eine „Kundenorientierung” entwickelt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext der Reformpädagogik und den Übergang zur modernen Jugendhilfegesetzgebung mit Fokus auf Partizipation.

1. Da RJWG: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung und den Inhalt des Reichsjugendwohlfahrtsgesetzes im Kontext der Weimarer Republik.

2. Vom (R)JWG zum KJHG: Das Kapitel zeichnet den Reformprozess und den Übergang vom behördlich orientierten JWG zum leistungsorientierten KJHG nach.

3. Partizipation nach dem KJHG: Hier werden die gesetzlichen Grundlagen der Partizipation sowie die Entstehung und Problematik neuer Beteiligungsmodelle analysiert.

Schluss: Das abschließende Kapitel fasst die historische Entwicklung zusammen und bewertet die Partizipationsmöglichkeiten unter dem Aspekt des Subjektstatus von Kindern.

Literatur: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten Quellen, Gesetze und weiterführende Monographien auf.

Schlüsselwörter

Kinder- und Jugendhilfegesetz, KJHG, Reichsjugendwohlfahrtsgesetz, RJWG, Partizipation, Beteiligungsmodelle, Jugendhilfe, Subjektstatus, Kinderrechte, Jugendamt, Sozialleistungsgesetz, Jugendpflege, Lebensweltorientierung, Politische Partizipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die rechtliche und historische Entwicklung der Jugendhilfe in Deutschland mit einem Fokus auf die Teilhabemöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Geschichte des RJWG, den Reformprozess zum KJHG, den Wandel von Fürsorge zu Mitbestimmung sowie moderne Partizipationsformen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die kritische Aufarbeitung, wie sich der rechtliche Status von Kindern von einer Objektrolle hin zu einer Anerkennung als Subjekte innerhalb des KJHG entwickelt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Analyse von Gesetzestexten, Fachberichten und aktueller sozialwissenschaftlicher Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung der Gesetzgebung, der Implementierung von Partizipationsparagraphen und der differenzierten Betrachtung neuer Beteiligungsmodelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere KJHG, Partizipation, Jugendhilfe, Subjektstatus, Kindeswohl und kommunale Beteiligungsangebote.

Warum wird das RJWG als autoritär bezeichnet?

Das RJWG wird so eingestuft, da es primär als Organisations- und Behördengesetz konzipiert war, welches eher auf Kontrolle und polizeiliche Eingriffe als auf individuelle Leistungsansprüche fokussierte.

Was sind „Alibiveranstaltungen“ im Kontext der Partizipation?

Dies sind Beteiligungsformen, bei denen Kinder zwar formell gehört werden, aber keine tatsächliche Entscheidungsmacht oder Einfluss auf das Verwaltungshandeln haben, was häufig zu Frustration führt.

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Details

Title
Die Entstehung des KJHG und die Partizipationsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen
College
University of Potsdam  (Institut für angewandte Familien-,Kindheits- und Jugendforschung)
Grade
1,0
Author
Jan Winkelmann (Author)
Publication Year
2003
Pages
26
Catalog Number
V22123
ISBN (eBook)
9783638255493
ISBN (Book)
9783656205777
Language
German
Tags
Entstehung KJHG Partizipationsmöglichkeiten Kindern Jugendlichen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Winkelmann (Author), 2003, Die Entstehung des KJHG und die Partizipationsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22123
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