In meiner Arbeit möchte ich zunächst mit Hilfe der Begriffe „traditioneller Aufsatzunterricht“, „kommunikatives Schreiben“, „freies Schreiben“, „personales Schreiben“ und „prozessorientiertes Schreiben“ die Entwicklungen in der Aufsatzdidaktik, die sich auf das kreative Schreiben ausgewirkt haben, skizzieren, bevor ich im nächsten Schritt das kreative Schreiben als Alternative und Ergänzung zum traditionellen Aufsatzunterricht darstelle. Hierzu werde ich die Grundlagen des kreativen Schreibens und einige kreative Schreibverfahren vorstellen, um die Bedeutung dieser neuen Schreibdidaktik für den Unterricht zu klären. Im weiteren Teil der Arbeit wende ich mich dem Umgang mit kreativen Schreibergebnissen zu und gehe dabei näher auf den Begriff der Überarbeitung ein. In Punkt 5 beschäftige ich mich schließlich mit den Schreibkonferenzen, die ich aufgrund ihrer Wichtigkeit in einem gesonderten Kapitel bearbeiten möchte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Neuere Entwicklungen in der Aufsatzdidaktik
2.1 Kommunikatives Schreiben
2.2 Freies Schreiben
2.3 Personales Schreiben
2.4 Prozessorientiertes Schreiben
2.5 Kreatives Schreiben
3 Grundlagen des kreativen Schreibens
3.1 Definition
3.2 Tendenzen des kreativen Schreibens
3.3 Kreative Schreibverfahren
3.3.1 Das Cluster
3.3.2 Die Fantasiereise
3.3.3 Situatives Scheiben
4 Umgang mit kreativen Schreibergebnissen
4.1 Zum Begriff „Überarbeitung“
4.2 Arten der Überarbeitung
4.3 Vorstellung einiger produktiver schriftlicher Bearbeitungsverfahren
4.4 Didaktisch – methodische Erwägungen zu Überarbeiten
5 Schreibkonferenzen
5.1 Begriffsklärung
5.2 Schreibkonferenzen und die Dynamik von Schreibprozessen
5.3 Entwerfen, Überarbeiten, Veröffentlichen
5.4 Der typische Ablauf einer Schreibkonferenz
6 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das kreative Schreiben als alternative und ergänzende Methode zum traditionellen Aufsatzunterricht. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Kinder effektiv dazu angeregt werden können, ihre Texte zu überarbeiten und ihre Schreibkompetenz durch prozessorientierte Verfahren zu entwickeln.
- Entwicklung der modernen Aufsatzdidaktik (von kommunikativ bis kreativ)
- Definition und theoretische Grundlagen des kreativen Schreibens
- Methoden und Verfahren zur Förderung der Schreibmotivation und Imagination
- Die Bedeutung der Überarbeitung von Texten für den Lernprozess
- Die Rolle der Schreibkonferenz zur Förderung des kooperativen Lernens
Auszug aus dem Buch
4.1 Zum Begriff „Überarbeitung“
„Korrekturen“, „Berichtigungen“, „Verbesserungen“ und „Überarbeitungen“. Auch wenn man beim ersten Lesen dieser Begriffe denkt, sie umschreiben denselben Sachverhalt, so werden sie doch sehr unterschiedlich gebraucht und bedürfen daher einer genauen Bestimmung.
Wenden wir uns zunächst dem Begriff der Verbesserung zu. Verbesserungen liegen vor bei einer „Änderung, durch die etwas verbessert wurde“ (Deutsches Universalwörterbuch, 1989, S.1633). Bezogen auf unsere Thematik könnte diese Änderung darin bestehen, dass ein Text in einen qualitativ besseren Zustand überführt wird. Es wird also deutlich, dass der Schwerpunkt hier auf den Veränderungen liegt, nicht aber auf den Verfahren, die eine Veränderung herbeiführen.
Richten wir unseren Blick nun auf den Begriff der Berichtigung, so leistet das Deutsche Universalwörterbuch (1989, S.238) eine recht gute Definition. „Berichtigen“ wird hier folgendermaßen beschrieben: „etwas Fehlerhaftes, Falsches beseitigen und durch das Richtige, Zutreffende ersetzen; korrigieren, richtig stellen, verbessern.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Wandlung des Aufsatzunterrichts hin zu einem prozessorientierten Ansatz, in dem die Überarbeitung von Texten einen zentralen Stellenwert einnimmt.
2 Neuere Entwicklungen in der Aufsatzdidaktik: Dieses Kapitel skizziert verschiedene Strömungen wie kommunikatives, freies und prozessorientiertes Schreiben, die sich als Gegenbewegung zum traditionellen Aufsatzunterricht etabliert haben.
3 Grundlagen des kreativen Schreibens: Es werden verschiedene Definitionen von Kreativität dargelegt und aufgezeigt, wie kreatives Schreiben durch gezielte Verfahren die Ausdrucksstärke fördern kann.
4 Umgang mit kreativen Schreibergebnissen: Hier wird der Begriff der Überarbeitung von Korrektur und Berichtigung abgegrenzt und es werden verschiedene produktive Revisionsverfahren für den Unterricht vorgestellt.
5 Schreibkonferenzen: Das Kapitel erläutert die Funktion von Schreibkonferenzen als Ort des Austauschs und der prozessorientierten Textarbeit zwischen Schülern.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass ein integrativer Ansatz, der traditionelle Strukturen mit kreativen Methoden verbindet, für eine fundierte Schreibdidaktik am sinnvollsten ist.
Schlüsselwörter
Kreatives Schreiben, Aufsatzdidaktik, Überarbeitung, Schreibprozess, Schreibkonferenz, Prozessorientierung, Textrevision, Grundschule, Sprachspiel, Fantasiereise, Schülerleistung, Schreibmotivation, Kooperatives Lernen, Schreibfähigkeit, Schreibanlass.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Einordnung des „kreativen Schreibens“ und vergleicht dieses mit dem traditionellen Aufsatzunterricht, wobei der Schwerpunkt auf dem Prozess der Textüberarbeitung liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Didaktik des Schreibens, die Abgrenzung verschiedener Schreibansätze, die methodische Umsetzung von kreativen Schreibverfahren und die Bedeutung von Feedback in Schreibkonferenzen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu untersuchen, wie kreatives Schreiben als sinnvolle Alternative oder Ergänzung zum traditionellen Aufsatzunterricht genutzt werden kann, um Kinder zur aktiven und qualifizierten Überarbeitung ihrer Texte zu befähigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse didaktischer Konzepte und fachwissenschaftlicher Positionen zur Schreibprozessforschung und Aufsatzdidaktik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung neuerer didaktischer Entwicklungen, die theoretischen Grundlagen des kreativen Schreibens, die Analyse des Begriffs „Überarbeitung“ sowie die Vorstellung praktischer Methoden wie Schreibkonferenzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie kreatives Schreiben, Prozessorientierung, Textrevision, Schreibkonferenzen und didaktische Aufsatzreform definieren.
Wie unterscheiden sich „Überarbeitung“ und „Berichtigung“ laut der Autorin?
Während sich Berichtigungen primär an gültigen Normen und der Korrektur lokaler Fehler orientieren, ist Überarbeitung ein breiteres Verfahren, das die Kongruenz zwischen der Intention des Schreibers und dem realisierten Text sicherstellen soll.
Warum ist die Schreibkonferenz für den Unterricht bedeutsam?
Sie ermöglicht einen Lernaustausch auf Augenhöhe, bei dem Schüler durch Feedback von Mitschülern Anregungen für ihre eigene Textüberarbeitung erhalten, was wiederum das Selbstbewusstsein und die Eigenverantwortung stärkt.
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- Claire Bäcker (Author), 2003, Entwerfen, überarbeiten, veröffentlichen: Kreatives Schreiben. Eine Alternative zum traditionellen Aufsatzunterricht?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22135