Das vorliegende Buch beschäftigt sich mit dem zentralen Aspekt im Marx'schen Frühwerk: dem Entfremdungsbegriff. Die entscheidenden Frühwerke, unter die auch die hier vorliegend behandelten Ökonomisch-philosophischen Manuskripte fallen, wurden erst 1932 entdeckt und lieferten seinerzeit einen neuen Blickwinkel auf das Marx'sche Gesamtwerk. Hierbei wurde deutlich, dass Marx von einem humanistischen Menschenbild ausgehend, vor allem an Jean-Jaques Rousseau angelehnt, die Produktionsverhältnisse im Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus als Ursache für eine zunehmende Entfremdung der Arbeiterklasse in allen Lebensbereichen ansah, aus der er eine notwendige Revolution zur Befreiung aus dieser Situation prophezeite. Auch wenn diese Revolution in dem von Marx geforderten Maße gescheitert ist und der Kapitalismus mittlerweile einige Wandlungen durchgemacht hat, ändert dies jedoch nichts an der Aktualität seiner Prognosen.
Inhaltsverzeichnis
I. DIE PRODUKTIONSKLASSEN IM ÜBERGANG VON FEUDALISMUS ZU KAPITALISMUS
1.1 ARBEITER UND ARBEITSLOHN
1.2 EXKURS ZUM BEGRIFF ARBEIT
2. KAPITALIST UND PROFIT
3. GRUNDEIGENTÜMER UND GRUNDRENTE
II. ENTFREMDETE ARBEIT
1. EINLEITUNG ZU II.
2. DIE ENTFREMDUNG DES ARBEITERS VOM PRODUKT DER ARBEIT
3. DIE ENTFREMDUNG DES ARBEITERS VON SEINER TÄTIGKEIT
4. DIE ENTFREMDUNG DES ARBEITERS VON SEINEM GATTUNGSWESEN
5. DIE ENTFREMDUNG DER MENSCHEN UNTEREINANDER
III. SCHLUßBEMERKUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Entfremdungsbegriff des jungen Karl Marx unter besonderer Berücksichtigung seiner ökonomisch-philosophischen Analyse von Kapital und Arbeit. Ziel ist es, den Argumentationsgang Marx' in den Ökonomisch-philosophischen Manuskripten nachzuvollziehen und den Zusammenhang zwischen ökonomischen Verhältnissen und der menschlichen Selbstentfremdung kritisch zu hinterfragen.
- Die Produktionsverhältnisse im Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus.
- Die ökonomische Bestimmung des Arbeitslohns und die Rolle des Kapitals.
- Die Analyse der Entfremdungsprozesse des Arbeiters (vom Produkt, der Tätigkeit, dem Gattungswesen und den Mitmenschen).
- Die kritische Auseinandersetzung mit der Nationalökonomie als System der entfremdeten Arbeit.
Auszug aus dem Buch
Die Entfremdung des Arbeiters vom Produkt der Arbeit
In diesem Abschnitt verdeutlicht Marx die Feststellung, die man bereits aus dem ersten Kapitel des ersten Manuskripts herauslesen konnte, daß “der Gegenstand, den die Arbeit produziert, ihr Produkt, (...) ihr als ein fremdes Wesen, als eine von dem Produzenten unabhängige Macht gegenüber” tritt. Indem der Arbeiter andere Waren herstellt die ihm dann nicht gehören, macht er sich selbst zur Ware, weil nämlich der Kapitalist sowohl am Produkt als automatisch dadurch auch am Arbeiter verdient. Durch den Akt der Produktion ist der Proletarier eine Ware und diese gehört ihm nicht; folglich gehört er sich selbst nicht. Er hat sich entäußert und je mehr er produziert desto weiter entfernt er sich vom Produkt seiner Arbeit und desto mehr wird er selbst zur Ware. Das Hauptproblem liegt darin, daß das Produkt weder vor noch nach dem Herstellungsprozeß, also in der Phase von Rohstoff zu Endprodukt der anzupreisenden Ware dem Arbeiter gehört und er es deshalb nicht aus freiem Willen, sondern gezwungenermaßen - damit sein rein physisches Überleben gesichert bleibt - bearbeitet.
Kapitelzusammenfassungen
I. DIE PRODUKTIONSKLASSEN IM ÜBERGANG VON FEUDALISMUS ZU KAPITALISMUS: Dieses Kapitel analysiert die ökonomischen Machtverhältnisse zwischen Arbeitern, Kapitalisten und Grundeigentümern im kapitalistischen System.
1.1 ARBEITER UND ARBEITSLOHN: Der Abschnitt erläutert die Abhängigkeit des Arbeitslohns von den Launen der Marktwirtschaft und beschreibt den Prozess der fortschreitenden Entfremdung des Arbeiters.
1.2 EXKURS ZUM BEGRIFF ARBEIT: Hier wird der theoretische Begriff der Arbeit als Vermittler zwischen Mensch und Natur im Kontext der Hegelschen Philosophie diskutiert.
2. KAPITALIST UND PROFIT: Dieses Kapitel untersucht das Wesen des Kapitals, die Gewinnkalkulation des Unternehmers und die Mechanismen der Konkurrenz.
3. GRUNDEIGENTÜMER UND GRUNDRENTE: Die Untersuchung befasst sich mit der ökonomischen Rolle des Grundeigentums und wie die Grundrente die Ausbeutung im Produktionsprozess beeinflusst.
II. ENTFREMDETE ARBEIT: Das zentrale Kapitel der Arbeit, das die ökonomische Analyse mit einer philosophisch-anthropologischen Kritik verbindet.
1. EINLEITUNG ZU II.: Eine Einführung in die anthropologische Dimension der marxschen Kritik, die über die rein ökonomische Betrachtung hinausgeht.
2. DIE ENTFREMDUNG DES ARBEITERS VOM PRODUKT DER ARBEIT: Dieser Teil beschreibt, wie das hergestellte Gut dem Arbeiter als fremde, feindliche Macht gegenübertritt.
3. DIE ENTFREMDUNG DES ARBEITERS VON SEINER TÄTIGKEIT: Die Arbeit wird hier als Zwang begriffen, durch den sich der Mensch zur Maschine degradiert sieht.
4. DIE ENTFREMDUNG DES ARBEITERS VON SEINEM GATTUNGSWESEN: Die Untersuchung thematisiert den Verlust der menschlichen Identität und der freien kreativen Tätigkeit.
5. DIE ENTFREMDUNG DER MENSCHEN UNTEREINANDER: Hier wird dargelegt, wie die ökonomische Struktur den Menschen von seinem Mitmenschen entfremdet und zum Gegenspieler macht.
III. SCHLUßBEMERKUNG: Abschließende kritische Reflexion und Einordnung der zentralen Thesen von Karl Marx.
Schlüsselwörter
Entfremdung, Kapitalismus, Marx, Ökonomisch-philosophische Manuskripte, Arbeiter, Kapital, Grundeigentum, Privateigentum, Gattungswesen, Arbeitsteilung, Dialektik, Ausbeutung, Nationalökonomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Begriff der Entfremdung bei dem jungen Karl Marx und analysiert kritisch das Verhältnis von Kapital und Arbeit in den Ökonomisch-philosophischen Manuskripten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Produktionsverhältnisse im Kapitalismus, die ökonomische Bestimmung von Lohn, Profit und Grundrente sowie die daraus resultierenden menschlichen Entfremdungsprozesse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Argumentationsgang von Marx zu durchdringen, die ökonomischen Grundlagen seiner Theorie darzulegen und die Auswirkungen auf das menschliche Selbstverständnis zu erörtern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine interpretative und analytische Methode, die Marx’ eigene Schriften in den Kontext zeitgenössischer wirtschaftswissenschaftlicher und philosophischer Debatten einordnet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die ökonomischen Klassenstrukturen und der Marktmechanismus erläutert, gefolgt von einer tiefgehenden philosophischen Analyse der verschiedenen Dimensionen der Entfremdung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe wie Entfremdung, Kapital, Privateigentum und Gattungswesen fassen den Kern der Untersuchung prägnant zusammen.
Inwieweit spielt die Hegelsche Dialektik eine Rolle?
Hegels Philosophie dient Marx als Ausgangspunkt; insbesondere das Konzept der Arbeit als Selbsterzeugung des Menschen wird aufgegriffen, jedoch von den idealistischen Verzerrungen befreit.
Welchen Stellenwert nimmt die Kritik an der Nationalökonomie ein?
Die Nationalökonomie wird von Marx als eine Wissenschaft kritisiert, die den Menschen nur als Arbeiter und Instrument für den Reichtum betrachtet, anstatt sein menschliches Wesen zu begreifen.
- Quote paper
- M. A. Frank Findeiß (Author), 1998, Kapital und Arbeit in Bezug auf das erste Manuskript der ökonomisch-philosophischen Manuskripte von Karl Marx, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22175