[...] Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, die Möglichkeiten und Grenzen der externen Prüfung von Chancen und Risiken geschlossener Immobilienfonds aus Anlegersicht ausführlich darzustellen. Dazu wird im Vorfeld die volkswirtschaftliche Bedeutung der Immobilienbranche, deren Probleme und Entwicklung sowie die Auswirkungen der Veränderungen der steuerrechtlichen Rahmenbedingungen in den letzten Jahren beschrieben. Aus aktuellem Anlass soll weiterführend eine Übersicht über die derzeit in der Diskussion befindlichen praktischen Prüfungsmethoden geschlossener Immobilienfonds gegeben werden. Die bestehenden Analyse- bzw. Ratingverfahren werden dabei kritisch analysiert und bewertet. Weiterführend werden in diesem Zusammenhang ebenfalls Ansätze von Verbänden und anderen Marktteilnehmern vorgestellt, die dazu beitragen sollen, den Markt transparenter zu machen und die Fungibiliät der Beteiligungen zu erhöhen. Im Anschluss an die Vorstellung der bestehenden Prüfungsverfahren geschlossener Immobilienfonds sollen die Prüfungsmöglichkeiten im Detail nach dem systematischen Aufbau einer „Due Diligence“ einer individuellen Betrachtung unterzogen werden. Dabei wird eine Unterscheidung in Haupt- und Nebenbestandteile der Prüfung vorgenommen. Eine Diskussion über die Grenzen der Prüfungsmöglichkeiten schließt die Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1 Immobilien
2.2 Immobilienkapitalanlagen
2.3 Immobilienfonds – Das Prinzip der Gemeinschaft
2.3.1 Offene Immobilienfonds
2.3.2 Geschlossene Immobilienfonds
3. Prüfung geschlossener Immobilienfonds
3.1 Ziel und Zweck der Prüfung
3.2 Adressaten der Prüfung bzw. der Prüfungsergebnisse
3.3 Chancen und Risiken geschlossener Immobilienfonds
3.3.1 Determinanten der Chancen-Risiko-Betrachtung geschlossener Fonds
3.3.2 Kriterien der Transparenz und Vergleichbarkeit
3.3.3 Prüfungsrelevante Komponenten
3.4 Möglichkeiten und Instrumente der externen Prüfung
3.5 Bestehende praktische Verfahren zur Prüfung geschlossener Fonds
3.5.1 Beschreibung der prüfenden Unternehmen und Analyse-Systeme
3.5.2 Übersicht
3.5.3 Diskussion und Bewertung
4. „Due Diligence“ bei geschlossenen Immobilienfonds?
4.1 Begriffliche Definition
4.2 Übertragbarkeit auf geschlossene Immobilienfonds
4.3 Bestandteile einer „Due Diligence“ bei geschlossenen Immobilienfonds
5. Hauptbestandteile der Prüfung - Möglichkeiten
5.1 Informationsquellen für Basisdaten
5.1.1 Das Prospekt
5.1.2 Sonstige Informationsquellen zur Kontrolle der Prospektangaben
5.2 Management – Analyse
5.2.1 Initiatoren und Emissionshäuser
5.2.2 Facility- und Center-Management
5.3 Betriebswirtschaftliche Analyse
5.3.1 Mikro- und Makrostandort des Objektes – Marktanalyse
5.3.2 Beurteilung nationaler und internationaler Immobilienmärkte
5.3.3 Bedeutung und Interpretation von Kennzahlen
5.4 Finanzwirtschaftliche Analyse
5.4.1 Finanzierungsstruktur
5.4.2 Allgemeine Analyse der Prospekt – Prognoserechnung
5.4.3 Vermietungssituation - Mieterbonität
6. Nebenbestandteile der Prüfung – Möglichkeiten
6.1 Allgemeine rechtliche Prüfungsmechanismen – Rechtliche Analyse
6.1.1 Prüfungsmechanismen offener Immobilienfonds im Vergleich
6.1.2 Die rechtliche „Grauzone“ der geschlossenen Immobilienfonds
6.2 Vertragsprüfung
6.2.1 Gesellschaftsvertrag
6.2.2 Mietverträge
6.2.3 Garantien
6.3 Technische Prüfung
6.3.1 Fondsobjekt
6.3.2 Ausstattung
7. Grenzen der Prüfung
7.1 Management-Analyse
7.2 Betriebswirtschaftliche Analyse
7.3 Finanzwirtschaftliche Analyse
7.4 Rechtliche Analyse
7.5 Vertragsprüfung
7.6 Technische Prüfung
8. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der externen Prüfung von geschlossenen Immobilienfonds aus der Perspektive von Privatanlegern. Angesichts der Intransparenz des grauen Kapitalmarktes ist das primäre Ziel, Kriterien und Instrumente zu identifizieren, die eine fundierte Chancen-Risiko-Bewertung von Beteiligungsangeboten ermöglichen.
- Analyse der volkswirtschaftlichen Bedeutung von Immobilienfonds.
- Systematische Darstellung und kritische Bewertung bestehender Rating- und Analysemodelle.
- Übertragbarkeit des "Due Diligence"-Konzepts auf geschlossene Immobilienfonds.
- Untersuchung der Anforderungen an Prospekte, Leistungsbilanzen und sonstige Informationsquellen.
- Diskussion der Grenzen von Prüfungsverfahren durch fehlende gesetzliche Standards.
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Determinanten der Chancen-Risiko-Betrachtung geschlossener Fonds
Die bestimmenden Einflussgrößen für die Abschätzung von Chancen und Risiken geschlossener Immobilienfonds sind sehr vielfältig und nicht leicht zu bestimmen. Grundlegend ist hierbei der Sachverhalt, dass die Investition in einen geschlossenen Immobilienfonds sehr langfristig ist und daher fraglich ist, ob künftige Entwicklungen bis ca. 10-20 Jahre in die Zukunft abschätzbar sind.
Dennoch ist es möglich, Chancen und Risiken durch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Beteiligungsangebot und dessen Initiator näher zu bestimmen. Einige Einflussgrößen sind dabei leicht zu überblicken, um einen ersten Eindruck des Angebotes zu erhalten.
Allgemein entstehen Chancen aus den Stärken eines Objekts einschließlich des Managements sowie einer gewissen Zufallskomponente. Ist das Management in der Lage, diese Chancen zu nutzen, tritt der gewünschte Erfolg ein. Auf der anderen Seite können Risiken resultierend aus den Schwächen eines Objektes zu Erfolgsminderungen führen. Schon hier wird deutlich, welche Bedeutung dem Management des Fonds, sprich der Fondsgesellschaft zukommt.
Bei der Einteilung der Einflussgrößen ist eine Unterscheidung zwischen technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Risiken sinnvoll. Unter diesen Rubriken lassen sich alle weiteren Einflussgrößen systematisch aufgliedern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel des Anlegerverhaltens hin zu renditeorientierten Immobilienanlagen und definiert das Ziel der Arbeit, Möglichkeiten und Grenzen der externen Prüfung für Privatanleger darzustellen.
2. Grundlagen: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Basisinformationen zu Immobilien als Kapitalanlage sowie eine Abgrenzung zwischen offenen und geschlossenen Immobilienfonds.
3. Prüfung geschlossener Immobilienfonds: Hier werden Zielsetzung, Adressaten sowie die grundlegenden Determinanten der Chancen-Risiko-Betrachtung erläutert und bestehende Rating-Systeme kritisch diskutiert.
4. „Due Diligence“ bei geschlossenen Immobilienfonds?: Dieses Kapitel überträgt das aus dem Unternehmenskauf bekannte Due-Diligence-Konzept auf den Bereich der geschlossenen Immobilienfonds.
5. Hauptbestandteile der Prüfung - Möglichkeiten: Es erfolgt eine detaillierte Analyse der Informationsquellen, des Managements sowie der betriebs- und finanzwirtschaftlichen Aspekte, die für eine fundierte Prüfung essenziell sind.
6. Nebenbestandteile der Prüfung – Möglichkeiten: Dieser Abschnitt behandelt ergänzende Prüfungsbereiche wie die allgemeine rechtliche Analyse, die Vertragsprüfung sowie die technische Prüfung der Fondsimmobilie.
7. Grenzen der Prüfung: Hier werden die methodischen und faktischen Restriktionen aufgezeigt, die einer vollkommenen Transparenz und Risikobestimmung bei geschlossenen Immobilienfonds entgegenstehen.
8. Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und einem Ausblick auf zukünftige Markttrends und die notwendige Professionalisierung der Branche.
Schlüsselwörter
Geschlossene Immobilienfonds, Externe Prüfung, Anlegerschutz, Due Diligence, Rating, Leistungsbilanz, Fondskonstruktion, Transparenz, Vergleichbarkeit, Marktanalyse, Finanzierungsstruktur, Risikoanalyse, Investmentfonds, Rendite, Immobilienwirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Studienarbeit befasst sich mit der externen Prüfung von geschlossenen Immobilienfonds aus Sicht privater Anleger und analysiert, wie diese ihre Investitionsentscheidungen auf Basis von objektiven Informationen treffen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die Identifikation und Bewertung von Chancen und Risiken, die verschiedenen Analyseinstrumente wie Ratings und das Due-Diligence-Konzept sowie die rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen dieser speziellen Anlageform.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen externer Prüfmethoden aufzuzeigen, da bei geschlossenen Immobilienfonds im Gegensatz zu offenen Fonds weniger verbindliche gesetzliche Standards für Anleger bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse und Auswertung bestehender praktischer Rating- und Analyseansätze, ergänzt durch einen Vergleich der rechtlichen Rahmenbedingungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der verschiedenen Komponenten einer Immobilienfondsprüfung, wie das Management, die Finanzierungsstruktur, Standortfaktoren und rechtliche Vertragsgrundlagen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen geschlossene Immobilienfonds, Anlegerschutz, Due Diligence, Leistungsbilanz, Rating, Transparenz und Marktanalyse.
Warum wird die "Due Diligence" als ein "branchenfremdes" Instrument bezeichnet?
Der Begriff stammt ursprünglich aus dem anglo-amerikanischen Wertpapier- und Unternehmensrecht. Die Arbeit zeigt auf, dass das Konzept erst durch Modifikationen zu einem spezifischen Kontrollinstrument für Immobilienanlagen umfunktioniert werden musste.
Was unterscheidet das Rating von Moody's von dem Ansatz der G.u.B.?
Während Moody's durch eine Management- und Immobilienqualitätsbewertung einen strukturierten, objektiven Ansatz verfolgt, basiert die Analyse der G.u.B. stark auf den Prospektangaben und Leistungsbilanzen der Initiatoren selbst, ohne eine eigene Prüfung vor Ort durchzuführen.
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- Christian Hauck (Author), 2003, Möglichkeiten und Grenzen der externen Prüfung von Chancen und Risiken geschlossener Immobilienfonds, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22178