Nach dem Beitritt der zehn neuen Länder in die Europäische Gemeinschaft am 1. Mai 2004 verschieben sich die Außengrenzen der EU deutlich. Der europäische Binnenmarkt wird dann aus 25 Mitgliedern bestehen, zwischen denen ein freier Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Personen stattfindet.1 Da sich die meisten der 10 beitretenden Länder in Mittel- und Osteuropa befinden, spricht man häufig im Rahmen dieser Erweiterungsrunde der europäischen Union von der „EUOsterweiterung“. In meinem Referat gehe ich vor allem auf die mit der Erweiterung verbundenen Migrationsbewegungen innerhalb der EU - vor allem von Ost nach West - sowie deren Auswirkungen auf den europäischen Arbeitsmarkt ein, die schon jetzt den Altmitgliedern erhebliche Sorgen bereiten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Migration: Definition, Ursachen und Migrantenarten
3. Migrationsbedingungen zwischen Alt- und Neumitgliedern der EU
3.1 Aktuelle Situation
3.2 Situation nach dem Beitritt
4. Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
4.1 Chancen
4.2 Risiken
5. Arbeitslosigkeit in Europa in Zahlen
6. Schluss
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die mit der EU-Osterweiterung verbundenen Migrationsbewegungen aus mittel- und osteuropäischen Staaten in die bestehenden EU-Mitgliedsländer und analysiert deren potenzielle Auswirkungen auf die europäischen Arbeitsmärkte unter Berücksichtigung von Chancen und Risiken.
- Definition und Ursachen von Migration mit Fokus auf Wirtschaftsmigranten
- Migrationsbedingungen vor und nach dem EU-Beitritt
- Positive Effekte durch Arbeitsmarktlücken-Schließung und Know-how-Transfer
- Risiken wie Lohndruck, Schwarzarbeit und Konkurrenz für Geringqualifizierte
- Empirische Betrachtung der Arbeitslosenquoten im europäischen Kontext
Auszug aus dem Buch
4. Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
Der Zufluss von Arbeitskräften aus Osteuropa auf den europäischen Arbeitsmarkt kann sowohl positive als auch negative Effekte mit sich bringen.
4.1 Chancen
Zu den positiven Auswirkungen der Arbeitsmigration gehören
a) Schließung von Arbeitsmarktlücken, wenn die Nachfrage nach Arbeitkräften durch die Beschäftigung von Einheimischen aus bestimmten Gründen (unzureichende Qualifikationen, Altersstruktur, Mangel an Arbeitsuchenden in einigen Branchen u.ä.) nicht gedeckt werden kann. Solche Lücken zu schließen helfen z.B.
• Vertrags- und Saisonarbeiter hauptsächlich im Dienstleistungsbereich und
• Hochqualifizierte überwiegend in der EDV-Branche und im Wissenschaftsbereich.
Trotz hoher Arbeitslosigkeit besteht die Nachfrage nach gut ausgebildeten ausländischen Arbeitskräften (EDV-Experten, Wissenschaftler, Forscher u.ä.) weiterhin.
b) Technisches Know-how, das die hoch qualifizierten Ausländer mit sich bringen, ist auch einer der Vorteile für den einheimischen Arbeitsmarkt und führt wiederum zur
c) Steigerung der Produktivität.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Verschiebung der EU-Außengrenzen durch den Beitritt zehn neuer Länder im Mai 2004 und die damit einhergehende Sorge vor Migrationsbewegungen von Ost nach West.
2. Migration: Definition, Ursachen und Migrantenarten: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Migration, benennt deren Ursachen wie Kriege oder Armut und grenzt die Gruppe der für die Arbeit relevanten Wirtschaftsmigranten ein.
3. Migrationsbedingungen zwischen Alt- und Neumitgliedern der EU: Es wird der Status quo der Zuwanderung unter Berücksichtigung bilateraler Abkommen beleuchtet sowie die rechtliche Situation nach dem Beitritt, inklusive Übergangsfristen, analysiert.
4. Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: Das Kapitel differenziert zwischen Chancen, wie der Schließung von Arbeitsmarktlücken, und Risiken, wie Lohndruck, verstärkter Schwarzarbeit und einer möglichen Zunahme der Arbeitslosigkeit.
5. Arbeitslosigkeit in Europa in Zahlen: Hier werden die bestehenden Arbeitslosenquoten in den EU-15-Staaten und den Beitrittsländern statistisch gegenübergestellt und in den Kontext der zukünftigen Migrationsentwicklung gesetzt.
6. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass die Erweiterung für alle Seiten profitabel sein kann und die Sorgen durch flexible Übergangsregelungen sowie wirtschaftliches Wachstum in den Neumitgliedsstaaten gemildert werden könnten.
Schlüsselwörter
EU-Osterweiterung, Migration, Arbeitsmarkt, Wirtschaftsmigranten, Arbeitnehmerfreizügigkeit, Übergangsfristen, Arbeitslosigkeit, Lohndifferenzen, Binnenmarkt, Arbeitsmarktlücken, Schwarzarbeit, Wirtschaftsraum, MOE-Staaten, Integration, Produktivität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die ökonomischen Herausforderungen und Chancen, die durch die EU-Osterweiterung für den europäischen Arbeitsmarkt, insbesondere durch die Zuwanderung von Arbeitskräften aus Mittel- und Osteuropa, entstehen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Migration, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Freizügigkeit innerhalb der EU, die Auswirkungen auf Lohnniveaus und Beschäftigung sowie die statistische Analyse der Arbeitsmarktsituation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Ängste der Altmitglieder vor massiven Wanderungsbewegungen kritisch zu hinterfragen und die potenziellen Vor- und Nachteile der Arbeitsmigration für die betroffenen Volkswirtschaften abzuwägen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse, die aktuelle wirtschaftliche Daten, Statistiken zu Arbeitslosenquoten und theoretische Konzepte der Volkswirtschaftslehre miteinander verknüpft.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die spezifischen Migrationsbedingungen nach dem Beitritt, die Chancen wie den Know-how-Transfer sowie die Risiken wie Lohndruck und Schwarzarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind EU-Osterweiterung, Arbeitsmarkt, Migration, Arbeitnehmerfreizügigkeit und ökonomische Auswirkungen.
Warum spielen "Übergangsfristen" eine so wichtige Rolle im Text?
Übergangsfristen dienen als steuerungspolitisches Instrument, um den Zustrom von Arbeitskräften in Länder mit besonders hohem Lebensstandard, wie Deutschland und Österreich, zu kanalisieren und somit den Arbeitsmarkt vor Überlastung zu schützen.
Welche Rolle spielt die historische Komponente bei der Integration in den österreichischen Arbeitsmarkt?
Der Text hebt hervor, dass historische Verbindungen aus der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie die Arbeitsmarktintegration von Zuwanderern aus bestimmten osteuropäischen Regionen in Österreich historisch begünstigt haben könnten.
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- Iryna Kopiyevska (Author), 2004, EU-Osterweiterung: Migration, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22187