Forschung mittels Paneldesign: Neue Probleme und Möglichkeiten durch Online-Panels


Seminararbeit, 2003
13 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Das Forschungsdesign
2.1 Das Querschnittsdesign
2.2 Der Längsschnitt
2.2.1 Trenddesign
2.2.2 Panelstudien
2.3 Kohorten

3. Vor- und Nachteile des Panel-Designs, Online-Panels
3.1 Nachteile von Panelstudien
3.2 Vorteile von Panels
3.3 Online-Forschung mit Panels
3.3.1 Vorgangsweisen
3.3.2 Incentives
3.3.3 Spezifische Vorteile von Online-Panels
3.3.4 Nachteile der Online-Panelforschung

4. Fazit

Verzeichnis der verwendeten Literatur

Anhang

1. Einführung

Daten für Forschungszwecke können auf verschiedene Weise erhoben werden: Durch Befragungen, Inhaltsanalysen oder Beobachtungen. Für jeden Forschungstyp gibt es wiederum verschiedene Methoden, die nach Forschungszweck und Fragestellung variieren. Um beispielsweise eine Entwicklung feststellen zu können, bieten sich Studien über einen längeren Zeitraum an, während der Frage nach der Stimmung in der Bevölkerung meist schon mit einer einmaligen Erhebung Genüge getan wird. Auf den folgenden Seiten wird auf die Besonderheiten von Querschnitt- und Längsschnittstudien eingegangen, bevor im Detail die Trenderhebung und die Panelerhebung sowie Kohorten beleuchtet werden. Des weiteren sollen die Besonderheiten herausgestellt werden, die sich durch die Forschung im Online-Bereich ergeben haben: Das Online-Panel als Instrument wird vorgestellt und untersucht, anhand unterschiedlicher Anbieter wird schließlich eine gemeinsame Linie von Online-Panelstudien erarbeitet. Im Anhang steht Frau Britta Fehrmann, Mitarbeiterin bei der Forschungs-Webseite www.respondi.de, Rede und Antwort zu den Veränderungen durch Online-Forschung.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Online-Panelforschung, die weiteren Bereiche Trend, Querschnitt und Kohorte werden lediglich des besseren Verständnisses wegen angeführt und aufgearbeitet. Die im Text verarbeiteten Informationen stammen aus der angegebenen Literatur, der Internet-Recherche im Rahmen des zugehörigen Referates sowie aus Gesprächen mit Mitarbeitern von Online-Panel-Forschungsinstituten, Quellen sind aus dem Anhang ersichtlich.

2. Das Forschungsdesign

Je nach Forschungszweck ist ein bestimmtes Vorgehen mehr oder weniger sinnvoll. Bei der Art der Vorgehensweise spricht man vom Forschungsdesign: Es existieren dabei Querschnitt- und Längsschnitt-Erhebungen in unterschiedlichen Differenzierungen.

2.1 Das Querschnittsdesign

Unter einem Querschnitt versteht man im Allgemeinen die einmalige Datenerhebung zu einem bestimmten Zeitpunkt. Dadurch entsteht ein – nach Möglichkeit repräsentativer – Querschnitt der Bevölkerung in Bezug auf einen bestimmten Sachverhalt (z.B. in Bezug auf das Einkommen der Einzelnen). Dieses Design eignet sich für aktuelle Meinungsforschung und zur Ermittlung von Bestandsgrößen. Bei einer Fragestellung, die einen zeitbezogenen Hintergrund hat oder Entwicklungen darstellen soll, ist ein Querschnittsdesign jedoch nicht ausreichend. Es bedarf eines Längsschnittes.

2.2 Der Längsschnitt

Längsschnitte sind nicht wie Querschnitte auf eine einmalige Erhebung ausgelegt, sondern enthalten durch wiederholte Datenerhebungen auch eine zeitliche Komponente. Somit sind Längsschnitte in der Lage, Entwicklungen und Wandel darzustellen und möglichst auch zu erklären. „Generell sind Längsschnittdaten zur Prüfung zeitbezogener Hypothesen erforderlich, die Aussagen über soziale Prozesse machen.“ (Diekmann, S.267) Trend- und Paneldesigns sind Längsschnitte dieser Art.

2.2.1 Trenddesign

Als Trenddesign bezeichnet man einen Längsschnitt, der zu verschiedenen Zeitpunkten an verschiedenen Personen Daten erhebt, dabei aber stets dieselben Variablen verwendet und somit einen Sachverhalt über einen längeren Zeitraum hinweg abbildet. Dabei lassen sich Veränderungen des Gesamtbildes (nicht aber des Individuums) feststellen. Trendstudien werden sehr gerne verwendet, um zum Beispiel die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen oder des Fleischkonsums zu verfolgen. Anhand einer Befragung, die alle zwei Monate stattfindet, sich auf den Fleischverzehr der Befragten richtet und an jeweils unterschiedlichen Personen durchgeführt wird, können dann Tendenzen für die Fleischindustrie abgelesen werden. Das vielleicht beste Beispiel für eine Trenderhebung ist die „Allgemeine Bevölkerungsumfrage in den Sozialwissenschaften“ (ALLBUS). Dabei werden seit 1980 alle zwei Jahre knapp 3000 Menschen aus der deutschen Bevölkerung gezogen und zu Themen wie Umwelt, Politik und anderem befragt. Ein Teil der Fragen bleibt dabei beständig, so dass sich ein Trend sehr gut feststellen lässt.

Trenderhebungen sind also eigentlich nichts als eine Aneinanderreihung von Querschnittserhebungen mit derselben Fragestellung, aus deren Ergebnissen dann Schlussfolgerungen gezogen werden. Dabei kann es jedoch zu Messfehlern kommen: Wenn jährliche Erhebungen einen konstanten Verzehr von 12kg Fleisch pro Person und Monat ergeben, wird daraus eine Konsistenz abgeleitet. Statistisch gesehen könnten aber auch negative Schlagzeilen über BSE für einen kurzen Einbruch der Zahlen gesorgt haben, welcher bis zum Zeitpunkt der Befragung bereits nicht mehr ins Gewicht fiel. Somit zeigt eine Trendstudie zwar eine Entwicklung, ist aber vor Fehlinterpretationen nicht gefeit.

2.2.2 Die Panelstudie

Man könnte das Paneldesign als eine Weiterentwicklung der Trendstudie bezeichnen. Auch Panels führen zu einem Längsschnitt, allerdings werden dabei dieselben Personen anhand derselben Variablen zu verschiedenen Zeitpunkten befragt. Diese Veränderung ermöglicht neue Folgerungen aus den Erhebungsdaten, denn: „Ein Paneldesign erlaubt die wiederholte Messung der Variablenwerte bei den gleichen Personen bzw. allgemein bei den gleichen Untersuchungseinheiten. Damit können Veränderungen auf der individuellen Ebene nachvollzogen werden.“ (Diekmann, S.267 / 268) Es ist also mittels Paneldesign möglich, den Trend der Allgemeinheit ebenso wie den der einzelnen Befragten zu verfolgen. Dadurch können auch exaktere Gründe für die Entwicklung ermittelt werden, was zu einer erheblichen Verbesserung der Daten führt. Eine Verzerrung durch Messfehler, wie sie bei Trendstudien möglich wäre, ist bei einem Panel kaum zu erwarten, da ja immer der selbe Personenkreis in der Datenerhebung enthalten ist. Panelstudien stehen daher in einer qualitativen Hierarchie über den Trendstudien, diese wiederum sind qualitativ den Querschnitten überlegen, was den Informationsgehalt betrifft. Für Panelstudien muss jedoch ein erheblicher Aufwand im logistischen und finanziellen Bereich betrieben werden, weshalb sie relativ selten zur Anwendung kommen. Auch hat das Paneldesign einige spezifische Nachteile und eignet sich für bestimmte Zwecke weniger gut (vgl. 3.1).

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Forschung mittels Paneldesign: Neue Probleme und Möglichkeiten durch Online-Panels
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaften)
Veranstaltung
Einführung in die Online-Forschung
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
13
Katalognummer
V22220
ISBN (eBook)
9783638256254
Dateigröße
520 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit gibt einen Überblick über Forschungsdesigns und empirische Erhebungen, charakterisiert dann Panels und beschreibt Besonderheiten, Vor- und Nachteile von Onlinepanels.
Schlagworte
Forschung, Paneldesign, Neue, Probleme, Möglichkeiten, Online-Panels, Einführung, Online-Forschung
Arbeit zitieren
Benedict Rehbein (Autor), 2003, Forschung mittels Paneldesign: Neue Probleme und Möglichkeiten durch Online-Panels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22220

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