In dieser Arbeit wird die Finanzierung des deutschen TV-Films bearbeitet. Zwar überschneiden sich die Maßnahmen zur Mittelbeschaffung innerhalb des Filmgenres weitestgehend, jedoch werden Werbespotproduktionen, Kurzfilme und ähnliche Formate ausgeklammert. Erschwert wird die Abgrenzung durch die wachsende Konvergenz der Medien, die eine Mehrfachverwertung digitalen Inputs mit sich bringt. Die Trennung zwischen TV-Film und Kinoproduktion hierzulande ist nur kaum durchführbar und in vielen Fällen sicherlich unangemessen, da der deutsche Film immer öfter vorgelagert auch als Kinofilm genutzt wird. Deshalb wird diese imaginäre Grenze gelegentlich bewusst durchbrochen werden. Die hiesigen Produktionen sind am Besten mit dem Schlagwort „amphibischer Film“ zu bezeichnen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Abgrenzung des Arbeitsfeldes
1.2. Arbeitsmethode
1.3. Geschichte und Struktur des TV-Marktes
1.3.1. Geschichte des Anbietermarktes
1.3.2. Struktur des Anbietermarktes
1.4. Der Begriff „Finanzierung“
2. Rahmenbedingungen
2.1. Gesetzgebung
2.1.1. Europäische Union
2.1.2. Deutschland
2.2. Förderung
2.2.1. Förderung EU
2.2.2. Förderung national
2.3. Kosten einer Produktion
2.4. Exkurs: Basel II
3. Finanzierungsmöglichkeiten
3.1. Finanzierungsmöglichkeiten der Sender
3.2. Finanzierungsmöglichkeiten der Produzenten
3.3. Andere Finanzierungsmöglichkeiten
3.4. Finanzierung durch Filmfonds
3.5. Finanzierung durch Koproduktion
3.6. Betriebswirtschaftlicher Vergleich
4. Fazit zu den Finanzierungsmethoden
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in der Untersuchung der ökonomischen Rahmenbedingungen und Finanzierungsmethoden von Fernsehfilmproduktionen in Deutschland. Dabei wird analysiert, wie sich der Wandel vom reinen Auftragsproduzenten zum eigenverantwortlichen Produzenten gestaltet und welche Instrumente zur Kapitalbeschaffung und Risikominimierung zur Verfügung stehen.
- Marktstruktur und historische Entwicklung der deutschen TV-Film-Branche
- Einfluss regulatorischer Rahmenbedingungen (EU-Richtlinien und nationale Filmförderung)
- Kostenstruktur und kalkulatorische Grundlagen in der Fernsehproduktion
- Finanzierungsinstrumente wie Filmfonds und Koproduktionsmodelle
- Betriebswirtschaftlicher Vergleich zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern
Auszug aus dem Buch
1.3.1. Geschichte des Anbietermarktes
1920 war die Filmindustrie mit 20 Mrd. Reichsmark Umsatz die drittgrößte Industrie der Weimarer Republik. Während des 3. Reiches erfolgte dann eine Konzentration aller Filmproduktionsbetriebe unter dem Dach der Universum-Film, abgekürzt UFI. Dies ist Grundlage für die noch heute bestehende Interdependenz zwischen Film als Kino- und als TV-Produktion.
Nach 1945 wurde mit den Produktionsgesellschaften ähnlich verfahren wie mit dem Zeitungsmarkt, sie wurden lizenziert. Zu den ersten Lizenznehmern gehörten unter anderem die Realfilm und die Central Cinema Comp-Film.
Mit Errichtung der öffentlich-rechtlichen Anstalten entstanden zwar erste deutsche TV-Produktionen, allerdings „in-house“. Also kann dies noch nicht als beginn des Produktionsmarktes bezeichnet werden, dieser begann mit Gründung des ZDFs. Die Nachfrage nach fiktionalen Formaten konnte durch Eigenproduktionen nicht gedeckt werden. Als Konsequenz vergab das ZDF einen großen Anteil der fiktionalen Produktion an externe Produzenten. Es entwickelte sich ein Produzentenstamm von bis zu 70 Unternehmen, die zum Teil noch heute das ZDF regelmäßig beliefern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert den Untersuchungsgegenstand des deutschen Fernsehfilms, grenzt das Arbeitsfeld ein und erläutert die verwendete Literaturrecherche-Methode.
2. Rahmenbedingungen: Beleuchtet die rechtlichen Vorgaben der EU und Deutschlands, die verschiedenen Fördermöglichkeiten, die Kostenstrukturen einer Produktion sowie die Auswirkungen von Basel II.
3. Finanzierungsmöglichkeiten: Untersucht differenziert die Finanzierungswege für Sender und Produzenten, inklusive Alternativen wie Filmfonds und Koproduktionen, und vergleicht diese aus betriebswirtschaftlicher Sicht.
4. Fazit zu den Finanzierungsmethoden: Fasst zusammen, dass es keine universelle Lösung gibt und unterstreicht die schwierige Rolle des Produzenten in einem oligopolistischen Abnehmermarkt.
Schlüsselwörter
Fernsehfilm, Finanzierung, Medienmanagement, Auftragsproduktion, Filmförderung, Koproduktion, Filmfonds, Basel II, Marktstruktur, Produktionskosten, öffentlich-rechtlicher Rundfunk, privates Fernsehen, Gewinnmaximierung, Medienökonomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Analyse der Finanzierung von Fernsehfilmproduktionen innerhalb des deutschen Medienmarktes.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die historischen Marktstrukturen, gesetzliche Rahmenbedingungen, Filmförderungssysteme sowie betriebswirtschaftliche Aspekte der Produktionskalkulation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die verschiedenen Wege der Kapitalbeschaffung für TV-Filme zu durchleuchten und die veränderte Rolle des Produzenten im heutigen Wettbewerbsumfeld zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, die sowohl allgemeine betriebswirtschaftliche Grundlagen als auch medienspezifische Fachwerke und Internetquellen einbezieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen und Förderstrukturen sowie eine detaillierte Betrachtung konkreter Finanzierungsmöglichkeiten inklusive Koproduktionen und Filmfonds.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Fernsehfilm, Filmfinanzierung, Produktionsmanagement, Koproduktion, Förderinstrumente und Medienökonomie.
Wie beeinflusst Basel II die Filmproduktion laut dem Autor?
Basel II führt zu höheren Anforderungen an die Eigenkapitalquote, was insbesondere für kleine und mittelständische Produktionsfirmen die Kreditaufnahme verteuern oder erschweren kann.
Warum wird der Begriff „amphibischer Film“ verwendet?
Der Begriff beschreibt die zunehmende Konvergenz, bei der deutsche Filme sowohl als Kinofilm als auch als Fernsehfilm verwertet werden, wodurch die Trennung beider Gattungen in der Praxis verschwimmt.
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- Sebastian Geipel (Author), 2003, Finanzierung von Fernsehproduktionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22226