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Essstörungen

Title: Essstörungen

Seminar Paper , 2001 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nicole Zacher (Author)

Psychology - Clinical Psychology, Psychopathology, Prevention
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Den Hunger zu stillen, unserem Körper Energie zuzuführen ist eines der Grundbedürfnisse des Menschen. Allerdings hat sich mit den Lebensformen im Laufe der Jahrtausende die Art und Weise der Nahrungsaufnahme im Verlauf des Zivilistionsprozesses verändert. Nahrung zu sich zu nehmen bedeutet heutzutage etwas anderes als etwa in der Zeit der Jäger und Sammler. Heute wird nicht mehr nur gearbeitet um satt zu werden und auch nicht mehr nur aus diesem einzigen Grund gegessen, sondern vielmehr aufgrund des Appetits. In der Nachkriegszeit erhöhte sich der Fettkonsum, aufgrund der plötzlich wieder vielfältigen, mengenmäßig ausreichenden und zunehmend billigeren Nahrung. Die sich verbreitende „Fettleibigkeit“ in der Bevölkerung führte zu einem Wandel des Schönheitsideals.
Der sportlich-schlanke Körper wurde „in“. Materielle Werte wie Wohlstand, äußeres Prestige, Attraktivität, Schlanksein überragen heute die primären menschlichen Werte. Diesen gesellschaftlichen Anforderungen unserer Leistungsgesellschaft zu entsprechen fällt schwer, und das heutzutage extreme Schönheitsideal scheint eine der Voraussetzungen für die Eßstörungen zu sein. In Gesellschaften, in denen Nahrung knapp ist, gibt es keine Eßstörungen. Wir leben zweifelsohne in einer narzißtischen Leistungsgesellschaft. Wir alle sind auf äußere Bestätigung nur allzusehr angewiesen. Gemeischaftsleben weicht Vereinzelung und großer Individualität; das Ausleben und Zeigen von Gefühlen macht Ordnung, Disziplin und Vernunft Platz. (...) Reichtum, Besitz, Reisen, Attraktivität und Fitneß werden zu unseren Lebensinhalten. Sowohl Männer wie auch Frauen lassen sich vom Schlankheitsideal leiten, und sie leiden darunter. Für Patienten mit Eßstörungen ist es typisch, ihre Krankheit aus Scham und Schuldgefühlen vor ihrer Umwelt zu verstecken. Da diese Geheimhaltung, „das Nicht-Darüber-Reden“, nicht gerade für die Genesung förderlich ist, habe ich mich schon vor Jahren für eine stationäre wie auch bis heute noch anhaltende ambulante Therapie entschieden und zuletzt eben für diese Seminararbeit. Im folgenden werde ich speziell auf das Krankheitsbild, Ursachen und Merkmale der Bulimia Nervosa eingehen, auch in der Hoffnung, mir damit helfen zu können und diese Eßstörung besser verstehen zu lernen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG UND PERSÖNLICHES VORWORT

2. WIR LEBEN NICHT, UM ZU ESSEN, SONDERN WIR ESSEN, UM LEBEN ZU KÖNNEN

3. ENTSTEHUNG EINER NEUEN KRANKHEITSDIAGNOSE

4. KRANKHEITSVERLAUF DER BULIMIA NERVOSA

4.1.Gesellschaftliche und familiäre Einflüsse

4.2. Bulimie, eine heimliche Krankheit

4.3. Der Tagesablauf

4.4. Wozu diese Qual?

4.5. Der Körper recht sich

5. THERAPIEFORMEN

6. FAZIT

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem Krankheitsbild der Bulimia Nervosa auseinander. Ziel der Seminararbeit ist es, aus einer persönlichen Perspektive heraus die Ursachen, den Verlauf sowie die psychosomatischen Hintergründe dieser Essstörung zu beleuchten, um das eigene Verständnis zu fördern und den Weg aus der Krankheit aufzuzeigen.

  • Gesellschaftliche Rahmenbedingungen und deren Einfluss auf das Schlankheitsideal.
  • Die psychologische Dynamik zwischen Leistungsdruck, familiärer Sozialisation und dem Entstehen von Essstörungen.
  • Die Rolle des bulimischen Symptoms als dysfunktionale Bewältigungsstrategie für innere Konflikte.
  • Der langfristige Prozess der psychotherapeutischen Heilung und die Bedeutung der Selbstannahme.

Auszug aus dem Buch

4.4. Wozu diese Qual?

Der typische Bulimia nervosa Patient ist leistungsorientiert und perfektionistisch, stammt aus einer Ober- oder Mittelschichtfamilie, hat eine akademische Ausbildung und ist alleinstehend. Es handelt sich meistens um sehr attraktive Menschen mit einem gepflegten Erscheinungsbild, die nach außen sehr selbstbewußt wirken.

Diese „Hülle“, ich benutze dieses Wort, weil sich äußeres Erscheinungsbild und Innenleben widersprechen, benutzen die Betroffenen um ihre Schwächen und Minderwertigkeitsgefühle zu kompensieren. Die Eßgestörten sind von einer panischen Angst beherrscht von anderen eventuell als schwach und hilfebdürftig gesehen zu werden.

Neben dem Gefühl von Minderwertigkeit prägen Gefühle von Traurigkeit, Versagensangst, innere Leere und Einsamkeit das Innenleben der Patienten.

Mit solchen Gefühlszuständen oder anderen Belastungssituationen wie auch mit Gefühlen wie Wut und Agression - die ihrem Anpassungsbestreben, wie zuvor bereits beschrieben, widersprechen würden - fühlen sich Eßgestörte überfordert. Am liebsten würden sie nichts weiter als ihre starke und perfekte „Hülle“ spüren und ihr Innenleben sozusagen „abtöten“. Die Patienten kennen keine Bewältigungsstrategien für diese Art von Gefühlen und Belastungen und können sie nicht zulassen. Um sie zu verdrängen, kennen die Betroffenen nur einen Ausweg, nämlich ihre Freßattacken. Auf diese Weise überdecken sie alle unangenehmen Spannungen und lenken sich ab.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG UND PERSÖNLICHES VORWORT: Der Autor erläutert die persönliche Motivation, eine Seminararbeit über die eigene Bulimia-Nervosa-Erkrankung zu verfassen, um die Geheimhaltung zu durchbrechen.

2. WIR LEBEN NICHT, UM ZU ESSEN, SONDERN WIR ESSEN, UM LEBEN ZU KÖNNEN: Dieses Kapitel thematisiert den historischen Wandel des Ernährungsverhaltens und den Einfluss moderner Leistungsgesellschaften auf das heutige Schlankheitsideal.

3. ENTSTEHUNG EINER NEUEN KRANKHEITSDIAGNOSE: Es wird die medizinische Historisierung der Bulimia Nervosa seit den 1970er Jahren beschrieben und die psychosomatische Komplexität des Störungsbildes definiert.

4. KRANKHEITSVERLAUF DER BULIMIA NERVOSA: Dieser Teil analysiert detailliert die familiären Einflüsse, den heimlichen Charakter der Krankheit, den täglichen Teufelskreis aus Fressattacken und Erbrechen sowie die körperlichen Folgen.

5. THERAPIEFORMEN: Es werden verschiedene Ansätze zur Behandlung vorgestellt, wobei der Fokus auf Psychotherapie und der Überwindung von Verhaltensmustern liegt.

6. FAZIT: Das Schlusskapitel reflektiert den persönlichen Heilungsweg und betont die Notwendigkeit, sich der Sucht aktiv zu stellen, um eigenständig in ein gesundes Leben zu finden.

Schlüsselwörter

Bulimia Nervosa, Essstörung, Psychosomatik, Leistungsgesellschaft, Schlankheitsideal, Fressattacken, Erbrechen, psychische Gesundheit, Therapie, Suchtverhalten, Selbstwertgefühl, soziale Isolation, Krankheitsverlauf, Verhaltensmuster, Heilungsprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Krankheitsbild der Bulimia Nervosa, beleuchtet die Ursachen und den Verlauf aus einer persönlichen und wissenschaftlich informierten Perspektive.

Welche zentralen Themenbereiche werden bearbeitet?

Die Themen umfassen gesellschaftliche Erwartungshaltungen, familiäre Sozialisationsprozesse, die psychologische Dynamik der Sucht und die therapeutischen Möglichkeiten zur Heilung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Teufelskreis der Bulimie zu verstehen, die Ursachen hinter dem Symptom zu identifizieren und einen reflektierten Weg der Heilung und Selbstakzeptanz darzustellen.

Welcher methodische Ansatz liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit kombiniert eine persönliche Fallreflexion mit einer theoretischen Aufarbeitung psychiatrischer und soziologischer Fachliteratur zu Essstörungen.

Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Diagnose, die tägliche Belastung durch das zwanghafte Essverhalten sowie die langfristigen physischen und psychischen Folgen der Erkrankung.

Was sind die charakterisierenden Begriffe für diese Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Bulimia Nervosa, psychosomatische Krankheiten, Schlankheitsideal, Leistungsdruck, Heilung und therapeutische Intervention.

Warum ist die "Hülle" für Bulimie-Patienten so bedeutsam?

Die "Hülle" dient Betroffenen als perfektionistische Fassade, um innere Minderwertigkeitsgefühle und Verletzlichkeit vor der Außenwelt zu verbergen und Anerkennung zu erzwingen.

Welche Rolle spielen Rückschläge im Heilungsprozess?

Rückschläge werden als unvermeidbare Bestandteile des oft jahrelangen Prozesses beschrieben, bei dem es gilt, alte Verhaltensmuster durch neue, gesunde Bewältigungsstrategien zu ersetzen.

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Details

Title
Essstörungen
College
University of Lüneburg  (Kulturwissenschaft)
Grade
1,3
Author
Nicole Zacher (Author)
Publication Year
2001
Pages
14
Catalog Number
V22296
ISBN (eBook)
9783638256810
ISBN (Book)
9783638747608
Language
German
Tags
Essstörungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Zacher (Author), 2001, Essstörungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22296
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