Einführung in das Einradfahren


Hausarbeit, 2003

17 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Thema / Aufgabenstellung

2. Bedingungsanalyse
2.1 Analyse der Lerngruppe
2.2 Analyse des Umfeldes
2.2.1Aktualität des Themas
2.2.2. Bezug zum WSP / SSP
2.2.3 Möglichkeiten bzw. Erschwernisse
2.3. Analyse des Lerngegenstandes
2.3 Pädagogische Relevanz

3. Methodisch-didaktische Strukturierung der Stunde
3.1 Auswahl und Begründung des methodischen Vorgehens

4. Stundenübersicht / Raster

5. Vorbereitung der Reflexion des Lehrversuchs

6. Literaturverzeichnis

1. Thema / Aufgabenstellung

Wir werden zu dem Thema „Einführung in das Einradfahren“ den Studenten eine Stunde anbieten, in der sie die Möglichkeit haben werden erste Bewegungserfahrungen auf und mit dem Einrad zu sammeln. Für diejenigen, die schon halbwegs sicher mit dem Einrad umgehen können, haben wir Bewegungsaufgaben vorbereitet, mit denen sie sich auseinander setzten sollen.

2. Bedingungsanalyse

2.1 Analyse der Lerngruppe

Die Einführungsstunde in das Einradfahren haben wir für die Wahl- und Schwerpunktstudenten des Akrobatikkurses konzipiert.

Dabei sind wir davon ausgegangen, dass der Großteil der Gruppe keine Vorerfahrungen mit dem Einradfahren hat. Zwei der Studenten beherrschen bereits das Einradfahren und können somit als Helfer / Experten eingesetzt werden, wenn nötig. Ansonsten werden wir den Fahrkönnern Bewegungsaufgabenstellen, die für sie anspruchsvoll sind.

Die Gruppe stellt eine große Homogenität dar, dies werden wir in unserer Stundenvorbereitung beachten und möglichst jeden Student dort abholen, wo er gerade steht.

2.2 Analyse des Umfeldes

2.2.1Aktualität des Themas

- Historischer Abriss:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Die erste Form eines Einrades und das wohl

spektakulärste Gefährt bauten etruskische

Krieger 1200 v. Chr.[1]

- Vorformen des heutigen Einrads entstanden

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

um 1760-1838. Die bekannteste Vorform ist

das Laufrad, das Carl. von Drais (1817)

entwickelt hat und es „Draisne“ nannte.[2]

- seit 1870 gab es Hochräder, die immer höher gebaut wurden (Abb3) und mit Hilfe derer man gefährliche „akrobatische Meisterleistungen“[3] vollbrachte.

- 1869 wurde von dem damaligen Uhrmacher Andre Guiremet der Kettenantrieb erfunden. Die Ketten-Zahnradübersetzung machte das riesen Vorderrad unnötig und somit wurde dies immer Kleiner, bis das Fahrrad –das wir heute erkennen- entstand.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Der erste Mensch, der das Einradfahren wirklich

beherrschte war John Hobby um 1870[4]

- Der italienische Turnlehrer Scuri begann mit der Massenproduktion von Einrädern, die wir heute kennen.

- 1886 wurde das erste Einradrennen in Greiz i. V. durchgeführt.

- die Idee des Hocheinrades wird auch heute noch aufgegriffen und werden „Giraffen“ genannt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- 1903 wurde die erste „Tour de France“ durchgeführt und das Einradfahren verlor an Bedeutung. Die Kunst des Einradfahrens war Individualisten vorbehalten,

die das Einradfahren zunächst zu einer Zirkuskunst entwickelten.[5]

- 1990 kam man weg von dem Erfindergeist des Einrades und hörte auf verschiedene Bauweisen des Einrades auszuprobieren. Man wendete sich dem „phantasievollen Arbeiten an neuen Varianten und Tricks fürs Einradfahren selbst“[6] zu. So kam es, dass 1948 Freddy Zay ein Kunststück präsentierte, bei dem er sieben Ringe jongliert während er auf dem Hocheinrad fährt.

- Heute stehen akrobatische Einradleistungen im Vordergrund, die nicht mehr allein im traditionellen Rahmen des Zirkus und Varietés gezeigt werden. Die Zahl der privaten Einradfahrer steigt und es bildeten sich zahlreiche Vereine.

Man findet heute das Einradfahren nicht mehr nur im Varieté und Zirkus, sondern es haben sich auch zahlreiche Einradfahrvereine gebildet. Auch in Schulen und Vereinen erlangt das Einradfahren einen pädagogischen Nutzen. In der Bundesrepublik tauchen sogar Einradkurse an den Universitäten, sowie im Programm des Hochschulsports auf (vgl. Wenck, S. 46).

Das Zuschauen beim Einradfahren erweckt gerade bei Kindern einen großen Nachahmungsreiz. Das Einradfahren findet jedoch nicht nur bei den Kindern Anreiz, sondern auch bei zahlreichen Erwachsenen, da das Erlernen des Einradfahrens mit „Leichtigkeit“ und „Freude“ in Verbindung gebracht wird (vgl. Butte, S. 73).

Trotz alledem sind in den Radsportabteilungen rückläufige Mitgliederzahlen in den Einradabteilungen der Jugendlichen zu verzeichnen (vgl. Wenck, S. 46).

2.2.2. Bezug zum WSP / SSP

Das Einradfahren ist in den Rahmen der „Akrobatik“ eingebettet und zu der Gruppe der Bewegungskünste zu zählen In den vorhergehenden und darauf folgenden Stunden werden in dem WSP bzw. SSP zahlreiche Bewegungskünste dargeboten und von einzelnen Teilnehmern präsentiert. Die Einführungsstunde soll somit den Studenten einen Einblick in das Erlernen des Einradfahrens verschaffen, erste Erfahrungen zulassen und Raum zum Experimentieren bieten.

2.2.3 Möglichkeiten bzw. Erschwernisse

Das Einradfahren kann man überall dort erlernen, wo man viel Platz zur Verfügung hat, da es anfangs sehr schwer ist das Gleichgewicht zu halten. Als Untergrund empfiehlt sich ein fester, ebener Belag, beispielsweise Asphalt, Sporthallenboden, Hartplatz usw.

Man sollte möglichst nicht auf Rasen üben, da immer unerwartete Unebenheiten auftauchen und den Fahranfänger leicht aus dem Gleichgewicht bringen können.

Die Turnhalle ist als Trainingsmöglichkeit sehr geeignet, da sie genügend Raum bietet, so dass sich die Teilnehmer untereinander nicht gefährden. Außerdem stehen zahlreiche Gerätehilfen als Gleichgewichtshilfen zur Verfügung.

Achte bei der Wahl deines Trainingspatzes darauf, dass keine spitzen, herausstehenden Gegenstände oder Glasscherben in Fallweite sind. Dies ist in der Halle nicht zu befürchten.

Als Erschwernis stellte sich heraus, dass wir leider nur sechs Einräder zur Verfügung haben und somit vier Teilnehmer sich ein Einrad teilen müssen. Dies verringert zwangsläufig die Lernintensität.

2.3 Analyse des Lerngegenstandes

Einradfahren ist eine sehr komplexe Fähigkeit, die genügend Zeit beansprucht um sie zu erlernen. Zwar kann man beim Erlernen des Einradfahrens schnell erste Fortschritte erkennen, so dauert es jedoch sehr lange bis man Einrad „fahren“ beherrscht.

„Das Einradfahren stellt hohe Anforderungen an die Gleichgewichtsfähigkeit und an die Wahrnehmungen der Gleichgewichtsstörungen.“ (Wenck,1997, S. 48)

Das Fahren mit dem Einrad ist so anspruchsvoll, da man, im Vergleich zum Zweiradfahren, in alle Richtungen kippen kann. Für einen Anfänger steht der Umgang mit dem ungewohnten Gleichgewicht an erster Stelle und aus dieser Schwierigkeit entsteht das große Problem des Einradfahrenlernens.

Das Gleichgewichtsgefühl auf dem Einrad kann man nicht durch eine vergleichbare Bewegung vereinfachen, man lernt das Fahren, in dem man sich immer wieder auf das Rad setzt und viel übt. Auch ist genau dieses Üben problematisch, da man als Anfänger stets Hilfen, sei es eine Sprossenwand, ein oder zwei Schwebebalken oder Personen benötigt, die einen stützen. Diese Hilfen bewirken oft ein krampfhaftes Aufstützen, was mit dem eigentlichen Gleichgewichtgefühl des Einradfahrens nicht viel zu tun hat. Oftmals wird das Bewegungsproblem - des Gleichgewichtshaltens bzw. Widerfindens - durch die Stützen aufgehoben. Daher sollte man darauf achten – da der Lernweg über das Stützen ist unserer Meinung nicht zu umgehen und sehr wichtig für die Übenden ist überhaupt erst einmal das Gefühl für die Fahreigenschaften des Einrades zu bekommen - dass die Stütze nur kurze Zeit genutzt wird und der Fahranfänger immer wieder von der Stütze loskommt und frei zufahren versucht.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist eine Erkenntnis von Wenck (1997, S. 48), der zu dem Schluss gekommen ist, dass den Schülern bei dem Gleichgewichtherfahren keine Handlungsanweisungen und Fehlerkorrekturen weiterhelfen. Er ist der Meinung, dass nur eine Verbesserung der eigenen Gefühlssteuerung zu einem Erfolg führt und man dies nur erreicht, indem man die Übenden selbstbestimmte Erfahrungen mit dem Einrad machen lässt. Daraus ergibt sich, dass nicht das Erlernen von Technik, sondern das Sammeln von Erfahrungen und das Auseinandersetzen mit dem Einrad, im Vordergrund stehen.

[...]


[1] Dinklage, B. (1990), S.12

[2] Dinklage, B. (1990), S.13

[3] ebd., S.12

[4] ebd., S14

[5] ebd., S.14

[6] Gaal, J. (1994), S.81

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Einführung in das Einradfahren
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für Sportwissenschaften Frankfurt)
Veranstaltung
Schwerpunktkurs Akrobatik
Note
1
Autor
Jahr
2003
Seiten
17
Katalognummer
V22370
ISBN (eBook)
9783638257305
ISBN (Buch)
9783638771719
Dateigröße
515 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einführung, Einradfahren, Schwerpunktkurs, Akrobatik
Arbeit zitieren
Tanja Vorderstemann (Autor), 2003, Einführung in das Einradfahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22370

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