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Geschlecht und Kriminalität

Title: Geschlecht und Kriminalität

Seminar Paper , 1999 , 28 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Matthias Rischer (Author)

Sociology - Law and Delinquency
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Summary Excerpt Details

In der folgenden Abhandlung soll der Zusammenhang von Geschlecht und Kriminalität aufgezeigt
werden.
Zahlenmäßig ist durch statistische Auswertungen mehrfach belegt worden, daß die
Frauenkriminalitätsrate bezogen auf unterschiedlichste Straftatbestände weit unter der der Männer liegt.
Allgemein stellt sich daher die Frage, welche Faktoren ursächlich für dieses Phänomen sind.
Erklärungsversuche entstanden durch den unterschiedlichen Sozialisationsprozeß (2.). Dabei wird die
Bildung von Handlungskompetenzen und dem Selbstbildnis (2.1) näher erläutert, sowie die Unterschiede
der geschlechtsspezifischen Sozialisation (2.2). Weiterhin beschäftigt sich die Arbeit mit den
Ausgangsbedingungen für abweichendes Verhalten (2.3) und mit abweichendem Verhalten als Resultat
familiärer Sozialisation (2.3.1). Als nächstes wird kriminelles Verhalten (2.4) näher erläutert.
Nach dem theoretischen Teil wird die geschlechtsspezifische Kriminalität (3.) untersucht. Dabei werden
die am häufigsten von Männern und Frauen begangenen Straftaten aufgelistet (3.1) und verglichen (3.2),
sowie die Straftaten, die einen höheren Frauenprozentanteil (3.2.1) bzw. einen höheren
Männerprozentanteil (3.2.2) aufweisen. Als nächstes (4.) wird ‘Frauenkriminalität im Wandel’
behandelt. Dabei werden die von Frauen begangenen Straftaten in den 60er Jahren und von Mitte der
70er Jahre betrachtet und verglichen.
Im fünften Teil dieser Arbeit wird ein statistisches Prognoseverfahren von Sykes/Drabek vorgestellt (5.).
Bei diesem Verfahren wird als Indikator die sog. „sex-ratio“ benutzt, um Aussagen über das Verhältnis
‘Kriminalität von Frauen und Männern’ zu erhalten. Der nächste Punkt behandelt die
Stereotypievorstellung in Bezug auf
„den Kriminellen“ (6.). Es wird dargestellt, welche Vorurteile gegenüber kriminellen Männern und
kriminellen Frauen vorhanden sind.
Des weiteren wird verstärkt auf die Frauenkriminalität (7.) eingegangen, es werden verschiedene
Erklärungsansätze zur Frauenkriminalität (7.1) geliefert, wie die Kriminalitätstheorien (7.2) mit den
biologisch- anthropologischen (7.2.1) sowie den gesellschaftlichen Erklärungsansätzen (7.2.2.).
Es werden daraufhin die ‘drei Tendenzen zur Erklärung von Frauenkriminalität` nach Dagmar Oberlies
(7.3) vorgestellt und die Theorien zur Frauenkriminalität im Verborgenen (7.4). Im letzten Ansatz der
Theorien geht es um Konflikttaten (7.5). [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sozialisationsprozeß

2.1 Handlungskompetenzen und Selbstbildnis

2.2 Geschlechtsspezifische Sozialisation

2.3 Ausgangsbedingungen für abweichendes Verhalten

2.3.1 Abweichendes Verhalten als Resultat familiärer Sozialisation

2.4 Kriminaelles Verhalten

3.Geschlechtsspezifische Kriminalität (Zahlen und Fakten)

3.1 Am häufigsten von Frauen und Männern begangene Straftaten

3.2 Vergleich von Frauen und Männern

3.2.1 Höherer Frauenprozentanteil

3.2.2 Höhrere Männerprozentanteil

4. Frauenkriminalität im Wandel

5. Das Verhältnis von Männern und Frauen im statistischen Prognoseverfahren

5.1 Indikator „Sex- ratio“

6. Soziale Sereotypievorstellungen hinsichtlich des Phänomens „Mädchen- und Frauenkriminalität“

7. Frauenkriminalität

7.1 Erklärungsansätze zur Frauenkriminalität

7.2 Kriminalitäts- und Kriminalisierungstheorien

7.2.1 Zu den biologisch und anthropologischen Erklärungsversuchen

7.2.2 Zu den Erklärungsansätzen, die von der unterschiedlichen gesellschaftlichen Stellung ausgehen

7.3 Drei Tendenzen zur Erklärung von Frauenkriminalität

7.4 Frauenkriminalität im Verborgenen

7.5 Konflikttaten

8. Frauenstrafvollzug

8.1 Offener Strafvollzug

8.2 Mutter- Kind- Einrichtungen

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Geschlecht und Kriminalität. Dabei wird analysiert, warum die Kriminalitätsrate von Frauen deutlich unter der von Männern liegt und welche Faktoren (insbesondere Sozialisation und gesellschaftliche Rollenbilder) zu diesem Phänomen beitragen.

  • Sozialisationsprozesse als Grundlage für Identitätsbildung und Handlungsfähigkeit.
  • Statistische Analyse der geschlechtsspezifischen Deliktstruktur.
  • Kritische Auseinandersetzung mit biologischen und soziologischen Erklärungsmodellen der Frauenkriminalität.
  • Rolle von Stereotypen bei der Wahrnehmung von Kriminalität.
  • Besonderheiten des Frauenstrafvollzugs und dessen Behandlungskonzepte.

Auszug aus dem Buch

2.2 Geschlechtsspezifische Sozialisation

Wiederfinden kann man diese Entwicklung bei den Erziehungsstrategien, die bei Mädchen und Jungen sehr verschieden sind.

Zum Beispiel werden weibliche Säuglinge weniger lange in den Armen gehalten, erhalten weniger berührungsbezogene Anregungen und entbehren dadurch mehr den positiven gefühlsbetonten Bezug zur Mutter. Männlichen Säuglingen wird im Gegensatz zu weiblichen eine gewisse Autonomie zugesprochen, z.B. bestimmen männliche Säuglinge ihre Stillzeit weitestgehend selbst und auch bei der Sauberkeitserziehung, dem Selbständig-Essen und dem Sich-selbst-Anziehen zeigen sich diese Tendenzen. Mädchen werden in ihrer autonomen Entwicklung früher und stärker eingeschränkt.(vgl. Gipser in: Schneider 1983, S.436)

Geschlechtsspezifische Erziehung wird dazu noch durch Medien, wie Literatur, Funk und Fernsehen unterstützt. Auch hier werden männliche Personen als aktiv und dominant dargestellt und in bedeutenden und interessanten Rollen gezeigt. Zwar gibt es Veränderungstendenzen, doch stereotype Geschlechterrollen sind weiterhin vorhanden.

Außerdem werden Mädchen im allgemeinen mit mehr Nachsicht behandelt und psychologische Erziehungsmethoden ( wie Liebesentzug ) als Strafe überwiegen gegenüber körperlicher Züchtigung. Daraus läßt sich folgern, daß Aktivität, Aggressivität und Selbständigkeit bei Mädchen eher unterbunden und bei Jungen eher gefördert werden, und daß Mädchen bei Fehlverhalten eher mit Liebesentzug bestraft werden, wodurch sie abhängiger von der Zuwendung der Eltern sein können und eher Angstbereitschaft und Abhängigkeit entwickeln. (vgl. Gipser in: Schneider 1983, S. 436f)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Zielsetzung der Abhandlung sowie ein kurzer Überblick über die thematischen Schwerpunkte und die Struktur der Arbeit.

2. Sozialisationsprozeß: Untersuchung der Grundlagen für Identitätsbildung und soziales Handeln, insbesondere der Entwicklung von Handlungskompetenzen und Selbstbildern.

3.Geschlechtsspezifische Kriminalität (Zahlen und Fakten): Statistische Gegenüberstellung der Kriminalitätsraten von Männern und Frauen sowie Identifikation der häufigsten Deliktgruppen.

4. Frauenkriminalität im Wandel: Analyse der zeitlichen Entwicklung weiblicher Kriminalität und der Veränderung der Deliktstrukturen.

5. Das Verhältnis von Männern und Frauen im statistischen Prognoseverfahren: Diskussion der Eignung des Merkmals „Geschlecht“ für statistische Prognosemodelle.

6. Soziale Sereotypievorstellungen hinsichtlich des Phänomens „Mädchen- und Frauenkriminalität“: Reflexion über die Wirkung von Vorurteilen und gesellschaftlichen Rollenbildern auf die Kriminalitätswahrnehmung.

7. Frauenkriminalität: Umfassende Auseinandersetzung mit verschiedenen Theorien und Erklärungsansätzen zur weiblichen Kriminalität.

8. Frauenstrafvollzug: Erörterung der besonderen Bedingungen und Einrichtungen im deutschen Strafvollzug für Frauen.

9. Fazit: Zusammenfassende Reflektion der Ergebnisse und Einordnung von Kriminalität als geschlechtsspezifisches soziales Phänomen.

Schlüsselwörter

Geschlecht, Kriminalität, Sozialisation, Frauenkriminalität, Kriminalisierungstheorien, Identitätsbildung, Strafvollzug, Delinquenz, Geschlechterrollen, Handlungskompetenzen, Kriminologie, Stereotype, Dunkelfeld, Konflikttaten, Statistisches Prognoseverfahren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Geschlecht und Kriminalität und beleuchtet, warum Frauen im Vergleich zu Männern statistisch seltener kriminell auffällig werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Sozialisationsprozess, die statistische Erfassung von Kriminalität nach Geschlechtern, Theorien zur Erklärung von Frauenkriminalität sowie die Realität im Frauenstrafvollzug.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Ursachen für die geringere Kriminalitätsrate von Frauen aufzuzeigen und zu analysieren, wie soziale und strukturelle Bedingungen dieses Phänomen beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Auswertung kriminologischer Theorien und der Interpretation statistischer Daten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der Sozialisation, eine detaillierte Auswertung von Kriminalitätsstatistiken, die kritische Diskussion biologischer und gesellschaftlicher Erklärungsansätze sowie die Praxis des Strafvollzugs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Geschlechtsspezifische Sozialisation, Kriminalitätsrate, Frauenkriminalität, Erklärungsansätze, Deliktstruktur und Strafvollzug.

Warum spielen Stereotype bei der Frauenkriminalität eine so wichtige Rolle?

Stereotype prägen unsere Wahrnehmung von „dem Kriminellen“ als männliches Phänomen, was dazu führen kann, dass weibliche Kriminalität oft übersehen, falsch interpretiert oder als „Maskierung“ hinter anderen Rollen betrachtet wird.

Was genau versteht man unter dem „Dunkelfeld“ der Frauenkriminalität?

Das Dunkelfeld beschreibt die Vermutung, dass Frauen einen größeren Anteil an Straftaten im Verborgenen begehen, die in den offiziellen Polizeilichen Kriminalstatistiken nicht erfasst werden, weil sie weniger auffällige Verhaltensweisen zeigen.

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Details

Title
Geschlecht und Kriminalität
College
Technical University of Braunschweig  (Soziologie)
Grade
2,0
Author
Matthias Rischer (Author)
Publication Year
1999
Pages
28
Catalog Number
V22378
ISBN (eBook)
9783638257343
Language
German
Tags
Geschlecht Kriminalität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Rischer (Author), 1999, Geschlecht und Kriminalität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22378
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