Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics for the subject German - German as a Foreign Language

Die Konversion in der Linguistik

Title: Die Konversion in der Linguistik

Intermediate Examination Paper , 2004 , 17 Pages , Grade: 2.5

Autor:in: Antonina Kostretska (Author)

Didactics for the subject German - German as a Foreign Language
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Grob definiert stellt die Konversion einen Wortartwechsel dar, bei dem ein Wort in eine neue Wortklasse übernommen wird. Eisenberg unterscheidet fünf Konversionstypen: Verb zu Substantiv (leben - das Leben, laufen - das Laufen), Verb zu Adjektiv (gestrichen – gestrichen), Adjektiv zu Verb (grün – grünen), Substantiv zu Adjektiv (Ernst – ernst) und Adjektiv zu Substantiv (entscheidend -der/die/das Entscheidende, recht – Recht).
In der Linguistik wird auch die Formulierung „Wortartwechsel ohne Wortbildungselemente“ benutzt. Konversion lässt sich dennoch ca. dann formulieren, wenn Derivation nicht durch Ableitung/Umlautung entsteht (schießen – Schuss, fallen – fällen, Saum – säumen, etc).
Hauptsächlich findet sich in der Literatur die Unterscheidung von syntaktischer Konversion vs. morphologischer Konversion:
Syntaktische Konversion versteht sich als durch syntaktische Überlappung gekennzeichnet, das heißt substantivierte Adjektiv oder Verb sind immer als solche erkennbar, wenngleich sie weitgehend lexikalisiert und idiomatisiert sind. Es ist festzuhalten, daß syntaktische Konversionen dem Prinzip „Endstation Hauptwort“ unterworfen sind: es gibt den direkten Weg vom Verb zu dem Substantiv (fahren – das Fahren) und den indirekten Weg vom Verb (erwählt) über das Adjektiv (erwählt) zu dem Substantiv (der/die/das Erwählte).
Für morphologische Konversion wird angenommen, daß ein striktes Einfachheitskriterium gilt: als Basis kommen ca. Stämme infrage, die kein Ableitungssuffix wie ung, heit oder keit etc. aufweisen, das heißt sie sind ca. auf einfache Basen beschränkt.


Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konversion und ihre Klassifizierung

3. Konversionsterminologie

4. Besonderheiten der syntaktischen Konversion

4.1. Substantivierter Infinitiv

4.2. Deverbale Adjektivisierung

4.3 Deadjektivische Substantivierung

4.4 Desubstantivische Adjektivisierung

5. Die morphologische Konversion im Unterschied zur syntaktischen Konversion

5.1. Substantivierung des Verbstamms

5.2. Verbalisierung der adjektivischen Basis

5.3. Verbalisierung der substantivischen Basis

6. Sonstige Konversionen

7. Wechselbeziehung zwischen Bedeutung, Formen und Funktionen der Konversion

8. Grenzen der Konversion

9. Die Lexikalisierung und einige Wortgeschichten

10. Schluss

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den sprachwissenschaftlichen Wortbildungstyp der Konversion im Deutschen mit dem Ziel, diesen präzise von anderen Wortbildungsmustern abzugrenzen. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der Mechanismen, Klassifizierungen und semantischen Zusammenhänge, die der Bildung neuer Wörter ohne formale Änderungen der Basis zugrunde liegen.

  • Abgrenzung der Konversion von Komposition und Affigierung.
  • Unterscheidung zwischen syntaktischer und morphologischer Konversion.
  • Analyse der Substantivierung, Adjektivierung und Verbalisierung als Kernprozesse.
  • Untersuchung der Wechselbeziehung zwischen Bedeutung, Form und Funktion.
  • Betrachtung von Lexikalisierungsprozessen und Grenzbereichen der Wortbildung.

Auszug aus dem Buch

2. Konversion und ihre Klassifizierung

Die Analyse von Konversionen ist in der Literatur umstritten, die Terminologie und vorgeschlagenen Klassifizierungen sind heterogen.

Konversion (lat. conversio „Umkehrung“) ist ein Übertritt eines Wortes in eine andere Wortart ohne formale Änderung, d.h. die Bildung eines neuen Wortes ohne eigene morphologische Kennzeichnung. (Duden 2001: 943) Die Konversion, die stets einen Wortartwechsel impliziert, ist demnach auch immer eine Transposition sowie eine Überführung der Wortarten oder ein Wortartwechsel ohne Wortbildungselemente (z.B. waschen – das Waschen, böse – der/die/das Böse, extra – das Extra). Mit anderen Worten, die Konversion ist eine Wortbildungsart, bei der eine unflektierte (kauf-) oder flektierte (der Gute) Basis die Wortart oder ihren Status als syntaktische Fügung/Wortgruppe/Phrase (In-der-Sonne-Liegen) ohne Affigierung wechselt.

Die Konversion ist demzufolge durch das Nichtvorhandensein eines Wortbildungsmerkmals gekennzeichnet. Sie wird von verschiedenen Autoren unterschiedlich systematisiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Denken als Bereich der Sprache und führt die Konversion als ein spezifisch deutsches Phänomen neben der Komposition und Affigierung ein.

2. Konversion und ihre Klassifizierung: Dieses Kapitel definiert den Begriff Konversion als Wortartwechsel ohne formale Änderungen und diskutiert die theoretische Einordnung durch verschiedene Autoren.

3. Konversionsterminologie: Hier werden die zentralen Prozesse der Substantivierung, Adjektivierung und Verbalisierung voneinander abgegrenzt.

4. Besonderheiten der syntaktischen Konversion: Das Kapitel beleuchtet detailliert, wie Konversionsprodukte Flexionselemente der Basis übernehmen, unterteilt in substantivierte Infinitive, deverbale Adjektivierungen sowie deadjektivische und desubstantivische Bildungen.

5. Die morphologische Konversion im Unterschied zur syntaktischen Konversion: Im Fokus stehen hier die Stammkonversionen, die sich durch ein starkes Einfachheitskriterium von der syntaktischen Konversion abheben.

6. Sonstige Konversionen: Dieser Teil ordnet Restgruppen wie das Prädikativmodell, Phraseologismen und Konversionen aus Sätzen oder komplexen Wortgruppen ein.

7. Wechselbeziehung zwischen Bedeutung, Formen und Funktionen der Konversion: Die Analyse konzentriert sich auf die semantischen Skalen zwischen Nomina actionis, Sach- und Personenbezeichnungen sowie die Systematik der Wortbildung.

8. Grenzen der Konversion: Hier werden die Abgrenzungsschwierigkeiten gegenüber der Derivation sowie die Kriterien der Derivationsrichtung kritisch diskutiert.

9. Die Lexikalisierung und einige Wortgeschichten: Das Kapitel beschreibt den Übergang von Wortbildungsprodukten in den allgemeinen Wortschatz und interpretiert Fallbeispiele wie "Hehl" oder "Lache".

10. Schluss: Die Arbeit resümiert die Bedeutung der Konversion als effizientes und pragmatisches Wortbildungsmittel im heutigen Deutsch.

Schlüsselwörter

Konversion, Wortbildung, Substantivierung, Adjektivierung, Verbalisierung, Morphologie, Syntax, Lexikalisierung, Stammkonversion, Wortartwechsel, Transposition, Sprachwissenschaft, Deutsche Sprache, Semantik, Derivation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Konversion als einem zentralen, produktiven Wortbildungstyp der deutschen Sprache, bei dem Wörter ohne formale Veränderungen der Basis in andere Wortarten überführt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung der Konversion, ihre systematische Klassifizierung in syntaktische und morphologische Typen sowie die Analyse ihrer Produktivität und semantischen Ausprägungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Wortbildungstyp Konversion präzise von verwandten Phänomenen wie der Derivation abzugrenzen und die Mechanismen der Wortartumwandlung im heutigen Deutsch darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deskriptive linguistische Analyse, gestützt auf einschlägige Fachliteratur (u.a. Eisenberg, Fleischer/Barz), um die verschiedenen Konversionsmodelle zu systematisieren und zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Unterschiede zwischen syntaktischer und morphologischer Konversion, die verschiedenen Untergruppen (z.B. substantivierter Infinitiv, Verbalisierung) sowie die Grenzen der Konversion und Lexikalisierungsprozesse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Konversion, Wortbildung, Substantivierung, Verbalisierung, Morphologie, Syntax und Lexikalisierung charakterisiert.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen syntaktischer und morphologischer Konversion?

Die syntaktische Konversion nutzt Flexionselemente der Basis, während die morphologische Konversion rein auf der Ebene der Stämme operiert und sich durch ein strenges Einfachheitskriterium auszeichnet.

Welche Rolle spielt die Lexikalisierung für Konversionsprodukte?

Lexikalisierung ist der Prozess, durch den Konversionsprodukte in den festen Wortschatz übergehen, was oft mit einer Bedeutungsverengung oder dem Verlust der ursprünglichen Motivation des Wortes einhergeht.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Die Konversion in der Linguistik
College
University of Heidelberg  (Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie)
Course
Wortbildung
Grade
2.5
Author
Antonina Kostretska (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V22393
ISBN (eBook)
9783638257459
ISBN (Book)
9783638788731
Language
German
Tags
Konversion Linguistik Wortbildung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Antonina Kostretska (Author), 2004, Die Konversion in der Linguistik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22393
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint