. Einleitung
Was ist Körpersprache?
„So wie einer ist, so bewegt er sich. So wie einer sich beweg, so ist er.“ 1
Körpersprache ist eine angeborene (genetisch übernommene) und anerzogene (Sozialisationsbedingte), sowie erlernte (ganzheitliche) Bewegung. Sie ist eine ganzheitliche Augenblicksleistung mit unwiderlegbarem und unwiederholbarem analogen Zeichenmaterial. (Sie ist immer Gegenwart, nicht Zukunft oder Vergangenheit) Körpersprache ist Metakommunikation. (Kommunikation über Kommunikation). Sie kann Informationen unmittelbar betonen und verstärken, abschwächen, verändern oder aufheben. 2 Körpersprache ist das bedeutendste nonverbale Kommunikationssystem. Sie ist das wichtigste Ausdrucksmittel des Menschen. Das älteste Codesystem der Menschheit. (Der menschliche Körper hat sich seit ca. 400.000 Jahren kaum mehr verändert.) Es hatte immer die Funktion, menschliche Beziehungen zu regulieren und Machtstrukturen und soziale Ordnung zu festigen. Die Körpersprache ist für die soziale Repräsentanz und Interpretation eines Menschen bedeutender als die Sprache. Körpersprache „übersetzt“ Gedanken und Gefühle zeitgleich. Ein Beispiel: Noch bevor der Mund sagt: “Mir geht es gut“, drückt dies der Körper schon aus. Daher kann Körpersprache nicht lügen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung (Begriffsdefinition „Körpersprache“)
2. Die Stufen der Entwicklung (einige Besonderheiten der einzelnen Entwicklungsstufen)
2.1 Im Mutterleib (Die pränatale Phase (Vor der Geburt))
2.1.1 Rhythmische Bewegung am Beispiel der: Schaukelbewegung
2.2 Die Geburt
2.2.1 Nach der Geburt
2.3 Das Säuglingsalter
2.3.1 Das Gehirn und seine beiden Gehirnhemisphären
2.3.2 Angenehme und Unangenehme Empfindungen
2.3.3 Frühkindliche Bewegung als Ausdruck von Körpersprache (Beschreibung einzelner Körperteile)
2.4 Das Kleinkindalter
2.4.1 Entfernung auf Blickweite
2.4.2 Erwünschte und Unerwünschte Hilfestellungen
2.4.3 Die angeborene Angst
2.4.4 Territorialverhalten
2.4.5 Der Einzelgänger und die Gruppe (Spielregeln reagieren die Gruppe)
2.5 Die Schulzeit
2.5.1 Die gemalten Buchstaben und die Geschriebenen
2.5.2 Achtung: Körpersprache
2.5.3 Zuviel verlangt (Zu schwer für junge Schultern)
2.6 Sechs Gesichtsausdrücke des Menschen
2.7 Zusammenfassung
2.8 Literatur und Materialien
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Vordiplomarbeit ist es, die Entwicklung der kindlichen Körpersprache über verschiedene Altersstufen hinweg zu analysieren und aufzuzeigen, wie Kinder nonverbal mit ihrer Umwelt kommunizieren und ihre Bedürfnisse ausdrücken. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie sich die Ausdrucksfähigkeit vom pränatalen Stadium bis hin zum Schulalter verändert und welche Rolle dabei die soziale Konditionierung sowie die körperliche Entwicklung spielen.
- Analyse der pränatalen Entwicklung und der Bedeutung von Rhythmus.
- Untersuchung des Säuglingsalters und der Gehirnfunktionen.
- Beleuchtung der Interaktionsformen im Kleinkindalter und der Bedeutung von Territorialverhalten.
- Diskussion über die Rolle der Körpersprache im Schulalltag und im Verhältnis zum Lehrer.
- Interpretation grundlegender Gesichtsausdrücke und deren universelle Bedeutung.
Auszug aus dem Buch
2.3.2 Unangenehme und Angenehme Empfindungen
1. Beispiel: Das Hungergefühl gehört zu den unangenehmen neuen Erfahrungen. Das Kind ist noch nicht in der Lage, sich selbst zu helfen, gerät in Panik und beginnt zu schreien. Früher oder später kommt die Mutter hinzu und bemüht sich, den Hunger zu stillen. Sie nimmt das Kind auf, drückt es an sich. Es spürt den Hautkontakt, hört vielleicht wieder den Herzschlag der Mutter und beginnt zu saugen, nach und nach nimmt das Hungergefühl ab. (= Angenehme Empfindung) Das Signalgeben bringt Feedback. Und zwar ein positives. „Ich schreie und mein Hunger wird gestillt, ich brauche keine Angst mehr zu haben.“ Wenn die Mutter das Kind lange schreien lässt, ehe sie die lindernde Antwort gibt, so heißt dies für das Lernverständnis des Kindes: „Ich muss laut und lange schreien, um eine Antwort zu erhalten.“ Sind Mutter und Kind aufeinander eingespielt, weiß die Mutter ungefähr den Zeitpunkt, zu dem das Kind Hunger bekommen sollte. Und schon funktioniert der wunderbare Mechanismus.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung (Begriffsdefinition „Körpersprache“): Definiert Körpersprache als ganzheitliches, nonverbales Kommunikationssystem, das eng mit der Persönlichkeit verbunden ist.
2. Die Stufen der Entwicklung (einige Besonderheiten der einzelnen Entwicklungsstufen): Bietet einen Überblick über den Prozess der körperlichen Ausdrucksentwicklung von der Geburt an.
2.1 Im Mutterleib (Die pränatale Phase (Vor der Geburt)): Beschreibt die Wahrnehmungsfähigkeit und die Bedeutung von Rhythmus und Bewegung für das ungeborene Kind.
2.1.1 Rhythmische Bewegung am Beispiel der: Schaukelbewegung: Erläutert die beruhigende Wirkung der Schaukelbewegung, die das Kind bereits aus dem Mutterleib kennt.
2.2 Die Geburt: Thematisiert die genetische Programmierung des Kindes und den ersten Signalaustausch zwischen Mutter und Kind.
2.2.1 Nach der Geburt: Behandelt die Reizüberflutung des Neugeborenen und die Notwendigkeit von Beruhigung und Rhythmus.
2.3 Das Säuglingsalter: Fokus auf die Entdeckung des eigenen Körpers und den Beginn der Kommunikation.
2.3.1 Das Gehirn und seine beiden Gehirnhemisphären: Erklärt die getrennte Arbeitsweise der Gehirnhälften in den ersten Lebensmonaten.
2.3.2 Angenehme und Unangenehme Empfindungen: Zeigt an Beispielen, wie das Kind auf Feedback durch die Umwelt reagiert.
2.3.3 Frühkindliche Bewegung als Ausdruck von Körpersprache (Beschreibung einzelner Körperteile): Analysiert, wie Kopf, Augen, Hände und Füße als Signalinstrumente dienen.
2.4 Das Kleinkindalter: Beschreibt die neue Beziehung zur Umwelt durch die neu gewonnene Mobilität.
2.4.1 Entfernung auf Blickweite: Untersucht das Bedürfnis nach Sicherheit und die langsame Loslösung von der Mutter.
2.4.2 Erwünschte und Unerwünschte Hilfestellungen: Diskutiert, wie Eltern durch ihr Verhalten die Selbstständigkeit oder Unselbstständigkeit des Kindes fördern.
2.4.3 Die angeborene Angst: Erläutert die Schutzfunktion der Angst bei Kleinkindern.
2.4.4 Territorialverhalten: Beschreibt das Verteidigen des eigenen Körpers als erstes Territorium.
2.4.5 Der Einzelgänger und die Gruppe (Spielregeln reagieren die Gruppe): Analysiert den Druck zur Konformität und Ritualisierung innerhalb der Gruppe.
2.5 Die Schulzeit: Beschreibt die neuen Herausforderungen und Hierarchien, mit denen Kinder in der Schule konfrontiert werden.
2.5.1 Die gemalten Buchstaben und die Geschriebenen: Beleuchtet den Übergang von ganzheitlichem zu analytischem Denken.
2.5.2 Achtung: Körpersprache: Thematisiert unbewusste Signale im Lehrer-Schüler-Verhältnis.
2.5.3 Zuviel verlangt (Zu schwer für junge Schultern): Warnt vor den Auswirkungen von zu hoher Erwartungshaltung auf die Körperhaltung.
2.6 Sechs Gesichtsausdrücke des Menschen: Stellt die universellen Basisemotionen im Gesichtsausdruck dar.
2.7 Zusammenfassung: Reflektiert den Erkenntnisgewinn der Arbeit und die Bedeutung für die spätere berufliche Praxis.
2.8 Literatur und Materialien: Listet die verwendeten Quellen und Medien auf.
Schlüsselwörter
Körpersprache, kindliche Entwicklung, Nonverbale Kommunikation, Säuglingsalter, Kleinkindalter, Bindung, Sozialisation, Mimik, Gestik, Gehirnhemisphären, Entwicklungsstufen, Emotionen, Erziehung, Signale, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Körpersprache von Kindern und untersucht, wie diese sich im Laufe der verschiedenen Entwicklungsstufen, vom Mutterleib bis zum Schulalter, ausbildet und verändert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die pränatale Wahrnehmung, die motorische Entwicklung, das Kommunikationsverhalten im Säuglings- und Kleinkindalter sowie der Einfluss von sozialen Regeln und Erziehung auf die nonverbale Ausdrucksweise.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die nonverbalen Signale von Kindern zu entwickeln, um ihr Verhalten in verschiedenen Lebenssituationen besser nachvollziehen und adäquat darauf reagieren zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Einbeziehung pädagogischer und entwicklungspsychologischer Erkenntnisse zur nonverbalen Kommunikation.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Stadien (Mutterleib, Geburt, Säuglingsalter, Kleinkindalter, Schulzeit) detailliert analysiert, inklusive spezifischer körperlicher Ausdrucksformen und der Rolle der Umgebung für die kindliche Entwicklung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Körpersprache, Entwicklungsstufen, Nonverbale Kommunikation, Sozialisation, Emotionen und pädagogische Interaktion.
Warum ist die "Schaukelbewegung" für Kinder so bedeutend?
Die Schaukelbewegung ist für das Kind ein vertrautes Signal aus der Zeit im Mutterleib, das eine beruhigende Wirkung hat, solange es dem natürlichen Rhythmus der Mutter gleicht.
Wie beeinflussen "erwünschte" bzw. "unerwünschte Hilfestellungen" die Entwicklung des Kindes?
Zu schnelle Hilfestellung der Eltern kann das Vertrauen des Kindes in sein eigenes "Alarmsystem" untergraben und ihm das Gefühl von Inkompetenz vermitteln, während das Ausprobierenlassen das Selbstvertrauen stärkt.
- Quote paper
- Christiane Bittorf (Author), 2002, Körpersprache der Kinder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22402