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Empowerment und Selbstbestimmung bei Menschen mit geistiger Behinderung

Title: Empowerment und Selbstbestimmung bei Menschen mit geistiger Behinderung

Term Paper , 2004 , 43 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Mark Ormerod (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Summary Excerpt Details

Das erkenntnisleitende Interesse, mich im Rahmen dieser Arbeit mit den Themen Empowerment und Selbstbestimmung auseinander zusetzen, resultiert aus meinen beruflichen und persönlichen Erfahrungen als Mitarbeiter in einem Ferienprojekt für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit geistiger Behinderung. Die ca. 15 Teilnehmer sind zwischen 10 und 25 Jahre alt; die diagnostizierten Behinderungen reichen von Trisomie-21 über Autismus bis hin zu unfallbedingten und/oder schwerst-mehrfachen Behinderungen. Ich habe oft Situationen erlebt, in denen die jungen Menschen aus meiner Sicht heraus in ihren Rechten und Selbstbestimmungsmöglichkeiten eingeschränkt und in denen ihre Bedürfnisse durch Mitarbeiter missachtet wurden. Kann ein junger Mann mit 20 Jahren nicht selbst entscheiden, ob er abends lange wach bleibt oder morgens länger schläft? Und muss ein Kind mit in den Zoo, wenn es lieber mit der anderen Gruppe zum Schwimmen fahren möchte? Empowerment und Selbstbestimmung sind zurzeit die dominierenden Themen der Sonder- und Heilpädagogik. Die Entwicklungen werden als wegweisend für die Behindertenhilfe betrachtet und gründen auf ein Menschenbild, dass den Menschen mit Behinderung als Experten in eigenen Angelegenheiten ausweist und zentral die Annahmen beinhaltet, dass die Betroffenen selbst in der Lage sind, ihre Stärken und Ressourcen zu mobilisieren, dass sie wie andere Men-schen auch nach Unabhängigkeit und Entfaltung streben und sich selbst verwirklichen möchten und können. Im Sinne eines Gesamtkonzeptes spielen auch länger bekannte Paradigmen wie Enthospitalisierung, Normalisierung und Integration eine wesentliche Rolle und verlieren durch die jüngeren Ansätze keineswegs an Bedeutung. Selbstbestimmt-Leben kann ich mir bei Menschen mit körperlichen Behinderungen und innerhalb einer Infrastruktur, welche die erforderlichen Hilfsangebote bereitstellt, zwar durchaus vorstellen, aber können die damit verbundenen Forderungen und Ziele ohne weiteres auch auf Menschen mit geistiger Behinderung übertragen werden? Was bedeutet Selbstbestimmung genau? Soll jeder alles selbst bestimmen oder gibt es Ausnahmen? Und wie muss ich als Helfer befähigt bzw. professionalisiert sein, um adäquat auf die Betroffenen eingehen zu können?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Das Empowerment-Konzept

1. Begriffsbestimmung

2. Historische Skizzen

3. Zentrale Aspekte

4. Ebenen und Bezugwerte

4.1. Individuelle Ebene – Autonomie und Selbstbestimmung

4.2. Gruppen- und Organisationsebene – Partizipation

4.3. Strukturebene – Verteilungsgerechtigkeit

5. Widersprüche, Handlungsparadoxien und Machtverhältnisse

III. Menschen mit geistiger Behinderung und Selbstbestimmung

1. Geistige Behinderung

1.1. Definitionsansätze und Beschreibungsversuche

1.2. Geschichte der Behindertenarbeit und Enthospitalisierung

1.3. Von der Normalisierung zur Selbstbestimmung – Leitbilder in der Arbeit mit (geistig) behinderten Menschen

2. Selbstbestimmung für Menschen mit geistiger Behinderung?

3. Menschen mit geistiger Behinderung auf dem Weg zu mehr Selbstbestimmung

3.1. Alltagsbezogene Selbstbestimmung durch tagesstrukturierende Aufgaben

3.2. Wohnen, Arbeit und Freizeit –Selbstbestimmung in allen Lebensbereichen

4. Perspektiven / Beispiel eines Handlungsmodells aus der Praxis (Werkstatthaus Hamburg – Wohnen und arbeiten in der Stadt)

IV. Konsequenzen für professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit

1. Werte, Einstellungen und Bereitschaft der Mitarbeiter

2. Zur Rolle der professionellen Helfer

V. Schluss

VI. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendung der Empowerment-Konzepte und des Selbstbestimmungsprinzips auf Menschen mit geistiger Behinderung. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie professionelle Unterstützungsangebote gestaltet werden müssen, um diesen Menschen ein sinnerfülltes, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, ohne die individuellen Barrieren oder die spezifische Problematik der Personengruppe zu ignorieren.

  • Grundlagen des Empowerment-Konzepts und dessen historische Entwicklung.
  • Analyse der Lebensbedingungen von Menschen mit geistiger Behinderung unter Berücksichtigung der Normalisierung und Integration.
  • Herausforderungen bei der Übertragung von Selbstbestimmungsmodellen auf Menschen mit geistiger Behinderung.
  • Darstellung praxisnaher Handlungsmodelle (z.B. Stadthaus-Hotel Hamburg).
  • Neuausrichtung der professionellen Rolle in der sozialen Arbeit als Assistent statt Betreuer.

Auszug aus dem Buch

Die Independent-Living-Bewegung:

Mit der ´independent-living-Bewegung` entstand in den 70er Jahren die erste Selbstbestimmt-Leben-Bewegung von Menschen mit (körperlichen) Behinderungen. Sie forderten eine Veränderung von Umwelt- und Rahmenbedingungen und architektonisch bedingten Barrieren sowie den Abbau sozialer Ausgrenzung und Benachteiligung durch Fremdbestimmung in allen Lebensbereichen und damit ein höchstmögliches Maß an Selbstbestimmung und autonomer Lebensgestaltung.

Es ist unbestritten, dass diese Bewegung für Menschen mit Behinderung in Bezug auf die Anerkennung von Menschen- und Bürgerrechten, gesellschaftliche Integration und Partizipationsmöglichkeiten beachtliche Erfolge verzeichnen konnte, was mitunter aus einem ungewöhnlich hohen Maß an Zuspruch und Solidarität durch renommierte amerikanische Fachwissenschaftler begründet werden kann. Diese Kooperation zwischen Betroffenen, Angehörigen und Professioneller Fachwelt hat dazu geführt, dass Empowerment in der amerikanischen sozialen Arbeit und Sonderpädagogik heute ein fester und nicht mehr wegzudenkender Bestandteil geworden ist.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Vorstellung des erkenntnisleitenden Interesses sowie der persönlichen Motivation des Autors, die sich aus der Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung speist.

II. Das Empowerment-Konzept: Umfassende Analyse des Empowerment-Begriffs, seiner historischen Wurzeln in der US-Bürgerrechtsbewegung und der Differenzierung in verschiedene fachliche Zugänge.

III. Menschen mit geistiger Behinderung und Selbstbestimmung: Untersuchung der historischen Entwicklung der Behindertenhilfe und die kritische Auseinandersetzung mit der Übertragbarkeit des Selbstbestimmungsprinzips auf Menschen mit geistiger Behinderung.

IV. Konsequenzen für professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit: Erörterung der veränderten Anforderungen an pädagogische Fachkräfte sowie die Neudefinition der Rolle vom Betreuer zum Assistenten.

V. Schluss: Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse und Reflexion der Umsetzbarkeit des Empowerment-Ansatzes in der zukünftigen Praxis.

Schlüsselwörter

Empowerment, Selbstbestimmung, geistige Behinderung, Normalisierung, Integration, Partizipation, soziale Arbeit, Assistenz, Lebensweltorientierung, Stärken-Perspektive, Inklusion, Selbstvertretung, Behindertenhilfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Herleitung und praktischen Umsetzung der Konzepte Empowerment und Selbstbestimmung im Kontext der Betreuung und Unterstützung von Menschen mit geistiger Behinderung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die thematischen Schwerpunkte liegen auf dem Empowerment-Konzept, der historischen Entwicklung der Behindertenhilfe, der Normalisierungsdebatte, der Integration sowie den konkreten Konsequenzen für das professionelle Handeln in sozialen Berufen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Selbstbestimmungsparadigma erfolgreich auf Menschen mit geistiger Behinderung übertragen werden kann und wie professionelle Fachkräfte ihre Rolle so gestalten können, dass sie Empowerment als "neue Kultur des Helfens" fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis einer Literaturanalyse, die durch die Darstellung und Reflexion von Praxisbeispielen, insbesondere des Werkstadthauses Hamburg, ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Empowerment-Begriffs, eine geschichtliche Einordnung der Behindertenarbeit sowie eine detaillierte Analyse der Anforderungen an Assistenzsysteme und die Arbeitsweise professioneller Helfer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Empowerment, Selbstbestimmung, Inklusion, Partizipation und Ressourcenorientierung in der Behindertenhilfe definieren.

Welchen Stellenwert nimmt die "People First"-Bewegung in der Arbeit ein?

Die Bewegung wird als wegweisendes Beispiel für die Selbstvertretung von Menschen mit geistiger Behinderung angeführt, bei der Fachkräfte nur als Fördermitglieder ohne Stimmrecht agieren, um die Autonomie der Betroffenen zu wahren.

Wie bewertet der Autor die Rolle des "Assistenten"?

Der Autor fordert eine Abkehr vom traditionellen Betreuermodell hin zu einer dialogischen Assistenz, die den Menschen mit Behinderung als Experten in eigener Sache und Auftraggeber der Hilfeleistung in den Mittelpunkt stellt.

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Details

Title
Empowerment und Selbstbestimmung bei Menschen mit geistiger Behinderung
College
University of Applied Sciences Hanover  (FB 1 - Sozialwesen)
Grade
sehr gut
Author
Mark Ormerod (Author)
Publication Year
2004
Pages
43
Catalog Number
V22403
ISBN (eBook)
9783638257527
ISBN (Book)
9783640731442
Language
German
Tags
Empowerment Selbstbestimmung Menschen Behinderung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mark Ormerod (Author), 2004, Empowerment und Selbstbestimmung bei Menschen mit geistiger Behinderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22403
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