Wirtschaftlicher Wachstum - Bestimmungsgründe, Zielbegründungen, Probleme und Kritik


Hausarbeit, 2003
18 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsangabe:

Einführung

Ziele des wirtschaftlichen Wachstums (kritisch betrachtet)
1) Wirtschaftswachstum / materieller Wohlstand
2) Wirtschaftswachstum / Arbeitsplätze
3) Wirtschaftswachstum / Verteilungskonflikte
4) Wirtschaftswachstum / Konfliktreglungsmechanismus
5) Wirtschaftwachstum / Strukturwandel

Bestimmungsgründe
- Produktionspotential
- Infrastruktur/ -investitionen
- Investitionen
Probleme und Kritik
- Umweltprobleme
- Umweltpolitik
- Nullwachstum / Qualität des Wachstums
- Grenzen des Wachstums

Anlagen:

Quellenangabe

Wirtschaftlicher Wachstum-

Zielbegründungen, Bestimmungsgründe, Probleme und Kritik

Im Allgemeinen spricht man von Wirtschaftswachstum, wenn die Gesamtmenge der im Land produzierten Produkte und Dienstleistungen zunimmt. Gemessen wird das Wirtschaftswachstum im prozentualen Zuwachs des realen BIP von Jahr zu Jahr.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wirtschaftswachstum ist eines der wichtigsten Ziele der staatlichen Wirtschaftspolitik überall auf der Welt.

Ziele des wirtschaftlichen Wachstums

(kritisch betrachtet)

1) Wirtschaftswachstum ist eine Basis für materiellen Wohlstand. Die durchschnittlichen Lebensverhältnisse einer Bevölkerung können so verbessert werden. (In manchen Ländern könnte durch Wirtschaftswachstum die Massenarmut überwunden werden.)

Bei kritischer Betrachtungsweise muss man allerdings schon an diesem Punkt etwas hinzufügen:

® Das Pro Kopf Einkommen steigt erst dann, wenn das reale BIP schneller wächst als die Bevölkerung. (Manche Dritte-Welt Länder haben zwar hohe Zuwachsraten beim BIP, doch da die Bevölkerung noch schneller wächst, verarmen die Länder zunehmend.)

- Die Veränderung der durchschnittlichen Lebensverhältnisse einer Bevölkerung lässt sich an der Veränderung des Pro-Kopf-Einkommens ablesen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

An dieser Grafik sieht man, dass die Steigerung des BIP je Erwerbstätigen immer hinter der Steigerung des BIP zurück bleibt. Das bedeutet das die Bevölkerung in dem Land (hier Deutschland) gewachsen ist, aber weniger stark als das Wirtschaftswachstum, sonst wäre die Veränderung des BIP je Erwerbstätigen im negativen Bereich.

- BIP und Pro-Kopf-Einkommen sagen noch nichts über die Einkommensverteilung in der Bevölkerung aus.

® Wohlstand ist sehr schwer zu erfassen. Es ist nicht richtig maximalen Wohlstand mit maximalem Konsum gleichzusetzen. Zu viele Punkte würden dabei nicht berücksichtigt.

- Arbeit ist nicht gleich Arbeitsleid. Viele Menschen erfahren auch durch ihre Arbeit eine Befriedigung bzw. Zufriedenheit.
- Die Zeit, die tatsächlich mit Konsum verbracht, wird ist begrenzt.
- (Teure) Exklusivgüter zeichnen sich dadurch aus, dass sie keine „normalen“ Massengüter und ggf. Statussymbole sind. (Beispiel Handys: Solange kaum jemand eins hatte waren Handys ein Statussymbol der Geschäftsleute. Heutzutage hat jeder eins und es ist nichts besonderes mehr.)

® Für einen maximalen Konsum wäre eine ebenfalls maximale Produktion nötig. Eine maximale Produktion(-sgeschwindigkeit) erreicht man - wie schon Henry Ford, der das Fließband erfand, erkannte - durch Arbeitsteilung. (Jeder Arbeiter macht nur noch einen ganz bestimmten Arbeitsschritt.) Die Arbeit wird dadurch jedoch zunehmend monoton und die (wünschenswerte) durch Arbeit empfundene Befriedigung dadurch immer unwahrscheinlicher. (Die Arbeit ist nicht mehr für den Menschen dar, sondern der Mensch für die Arbeit.)

2) Durch Wirtschaftswachstum werden Arbeitsplätze geschaffen. Es dient damit dem Ziel des „hohen Beschäftigungsstandes“, einem Primärziel der Wirtschaftspolitik.

® Das Wachstum kann auf mehrere Weisen entstehen; z.B. durch Erhöhung der Arbeitsmenge/-qualität, Kapitalmenge, Bodenmenge/-qualität und durch technischen Fortschritt.

- Wenn das Wachstum allein durch den technischen Fortschritt getragen wird, d.h. höhere Produktivität bei gleicher Beschäftigung (durch bessere Maschinen), steigt die Zahl der Arbeitsplätze nicht. Wenn die Nachfrage nach einem Produkt gesättigt ist, besteht sogar die Gefahr dass ein technischer Fortschritt zur möglichen Entlassung von Arbeitskräften führt (gleiche Produktionsmenge bei abnehmender Beschäftigung).

3) Wirtschaftswachstum kann helfen die Verteilungskonflikte in einem Land zu verringern. Verteilungskonflikte können bestehen zwischen:

- Arbeitnehmern und Arbeitgebern
- In- und Ausland
- Wirtschaft und Umwelt
- Privatem und öffentlichem Sektor

Der Verteilungskampf „tobt“ insbesondere zwischen Gewerkschaften und den Unternehmerverbänden (Einkommensverteilung) und zwischen dem privaten und öffentlichen Sektor (Verwendung des Bruttosozialprodukts).

- Beispiel: In Zeiten hohen Wirtschaftwachstums sind Tarifverhandlungen wesentlich schneller und problemloser als während rezessiver Phasen. (Auch in den Tarifverhandlungen der IG-Metall würde es in einer starken Wachstumsphase friedlicher zugehen.)
- Beispiel: Mit wachsender Wirtschaft wachsen gleichzeitig auch die Steuereinnahmen, so dass der Staat seine Aufgaben besser erfüllen kann [mehr Geld für Gesundheitswesen, Bildungseinrichtungen, kulturelle Angebote, Verkehrsangebot (Straßen + öffentliche Verkehrsmittel), Sozialleistungen und so weiter...]

4) Wirtschaftwachstum dient auch als Konfliktregelungsmechanismus und ist so ein Mittel mit dem übergeordnete gesellschaftliche Ziele erreicht werden können.

- Überall wo es um Macht, Einflusschancen, Vergrößerung des nationalen Freiheitsspielraums, soziale Sicherheit und Gerechtigkeit geht, ist ein rasches Wachstum eine zentrale Bedingung zur Konfliktregelung (man vergleiche USA mit einem ärmeren Land wie zum Beispiel Brasilien. Wer hat da wohl die größere Macht und die größeren Einflusschancen?)
- Für die Stabilität der Demokratie und einer Politik der Verminderung von Interessenkonflikten ist das Wirtschaftswachstum in seiner Funktion als Konfliktregelungsmechanismus von großer Bedeutung.

® Länder mit einer schwachen Wirtschaft bzw. einem schwachen Wirtschaftswachstum haben oft nicht genug Geld um für innere Sicherheit und soziale Gerechtigkeit sorgen zu können. Folge: Die Zahl der Gewaltverbrechen in diesen Ländern steigt. (u.a. weil Zahlungen von Arbeitslosengeld und Sozialhilfe nicht vom Staat geleistet werden können. D.h. diejenigen die ihren Job verlieren werden nicht, wie z.B. in Deutschland, von einem sozialen Netz aufgefangen und sieht oft in der Kriminalität seine letzte Chance sich und seine Familie zu ernähren.)

® Politiker in solchen Ländern kommen oder bleiben oft nur an der „Macht“ wenn sie sich von den wenigen wohlhabenden Menschen ihres Landes finanziell unterstützen lassen, letztere tun dies natürlich nur wenn auch ihre Interessen vertreten werden. Somit können einige mehr Einfluss auf die Politik nehmen als andere. (Manche Menschen verkaufen auch ihre Wahlstimme und verlieren so die einzige Chance auf Einflussnahme.)

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Wirtschaftlicher Wachstum - Bestimmungsgründe, Zielbegründungen, Probleme und Kritik
Hochschule
Universität Siegen  (Wirtschaftswissenschaft)
Veranstaltung
Makroökonomie
Note
1,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
18
Katalognummer
V22408
ISBN (eBook)
9783638257565
Dateigröße
556 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wirtschaftlicher, Wachstum, Bestimmungsgründe, Zielbegründungen, Probleme, Kritik, Makroökonomie
Arbeit zitieren
Anke Schmitz (Autor), 2003, Wirtschaftlicher Wachstum - Bestimmungsgründe, Zielbegründungen, Probleme und Kritik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22408

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