Es handelt sich bei der „betrieblichen Mitbestimmung“ nicht um eine Spezies der Neuzeit, sondern um einen langwierigen gesellschafts-politischen Entwicklungsprozeß.
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Als eines der wichtigsten Mittel zur Gestaltung und Umsetzung von Mitbestimmungsrechten in einem Unternehmen ist heutzutage das Betriebsverfassungsgesetz sowie die zwischen dem Arbeitgeber und Betriebsrat geschlossene Betriebsvereinbarung zu benennen.
Die Möglichkeiten und Probleme des deutschen Modells betrieblicher Mitbestimmung, unter Berücksichtigung der Novelle zum Betriebsverfassungsgesetz mit seinen wirtschaftlichen- und gesellschaftspolitischen Folgen, sollen im Rahmen dieser Arbeit dargestellt werden.
Über einen kleinen geschichtlichen Abriß zur betrieblichen Mitbestimmung in der Einleitung, führt diese Arbeit im zweiten Abschnitt über eine kurze Begriffsbestimmung zu den historischen Daten und Fakten der verschiedenen Entwicklungsstufen des Betriebsverfassungsgesetzes. Des weiteren wird auf die Novelle zum Betriebsverfassungsgesetz eingegangen. Hier werden die wichtigsten Änderungen sowie die Einschränkungen in Tendenzbetriebe und Religionsgemeinschaften des Betriebsverfassungs-Reformgesetzes dargestellt.
Auf die konkrete betriebliche Mitbestimmung wird im dritten Abschnitt eingegangen. Wie überall gibt es auch hierbei Vor- und Nachteile, welche an aktuellen Äußerungen in Pro und Kontra dargestellt werden, obgleich in dieser Arbeit keine Weiß- und Schwarzmalerei betrieben werden soll. Auch wird auf die Auswirkungen der betrieblichen Mitbestimmung eingegangen, wobei einer der Faktoren, „die Arbeitszufriedenheit“ aufgezeigt wird.
Im vierten Abschnitt werden zwei der wichtigsten Einflußfaktoren der betrieblichen Mitbestimmung, die allgemeine Arbeitslosigkeit sowie die sich hieraus ergebende Arbeitsmarktpolitik dargestellt, welche dann über die wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Zukunftsaussichten zum fünften Abschnitt, zur Schlußbetrachtung führt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Betriebsverfassungsgesetz (Betr.VG.)
2.1 Begriffsbestimmungen
2.2 Historische Entwicklung des Betriebsverfassungsgesetzes
2.3 Novelle zum Betriebsverfassungsgesetz
3 Betriebliche Mitbestimmung
3.1 Pro und Kontra zum Betriebsverfassungs-Reformgesetz
3.2 Auswirkungen der betriebliche Mitbestimmung
3.3 Betriebsvereinbarung
4 Einflußfaktoren der betrieblichen Mitbestimmung
4.1 Allgemeine Arbeitslosigkeit
4.2 Arbeitsmarktpolitik
4.3 Zukunftsaussichten für das Betriebsverfassungsgesetz
5 Schlußbetrachtung
Zielsetzung und Themen
Diese Hausarbeit analysiert die Möglichkeiten und Herausforderungen des deutschen Modells der betrieblichen Mitbestimmung vor dem Hintergrund der Novelle zum Betriebsverfassungsgesetz (Betr.VG). Ziel ist es, den gesellschafts-politischen Stellenwert der Mitbestimmung in einem sich wandelnden wirtschaftlichen Umfeld zu untersuchen.
- Historische Entwicklung der betrieblichen Mitbestimmung
- Analyse der Novelle zum Betriebsverfassungsgesetz
- Diskussion der Auswirkungen auf die Arbeitszufriedenheit
- Einfluss der Arbeitslosigkeit und Arbeitsmarktpolitik
- Bedeutung der Betriebsvereinbarung als Gestaltungsinstrument
Auszug aus dem Buch
3.2 Auswirkungen der betrieblichen Mitbestimmung
Heutzutage wird die traditionelle Ausgangssituation der Unternehmen/Betriebe (gekennzeichnet durch Kontinuität, Transparenz, Eigendynamik und dem Menschen als Objekt) abgelöst und durch Diskontinuität, Komplexität, Fremddynamik und den Menschen als Subjekt ersetzt. Diese Faktoren sowie der stetig steigende Einfluß der Umwelt auf die Unternehmen bzw. auf die Betriebe wirken sich auf das gesamte Unternehmen aus. Die heute im Unternehmen eingegangenen Personenverbindungen sind stets zweckorientiert und machen ein gemeinschaftliches Handeln notwendig. So kann die Unternehmensführung heute als eine bewußte, mulitpersonale Gestaltung sozialer Beziehungen in einem offenen soziotechnischen System zum Zweck der Zielerreichung verstanden werden.
Diese umfangreichen Anforderungen von Aufgaben, Spezialisierungen, Beziehungen und Abhängigkeiten nach innen und nach außen gerichtet stellt nicht nur das „reine“ Unternehmen als Produktionsstätte der Leistungserstellung selbst, sondern auch das gesamte Führungsmanagement sowie jeden einzelnen Mitarbeiter auf die Probe. Um die Vielzahl von Aufgaben zu bewältigen und einen reibungslosen betrieblichen Ablauf sicherzustellen, sind die Unternehmen heutzutage gezwungen, ihren Mitarbeitern ganze Aufgabengebiete zu übertragen. Hierzu müssen die Führungskräft den Mitarbeitern zu den übertragenen „Aufgaben“ auch die entsprechenden „Kompetenzen“ sowie die dazugehörige „Verantwortung“ übertragen. Dieses kann jedoch nur durch ein Zusammenwirken von Führungskräften und Mitarbeitern erfolgreich gelingen. Zum einem müssen die Mitarbeiter bereit sein, Aufgabengebiete selbständig und verantwortlich zu übernehmen. Zum anderen müssen die Führungskräfte die Mitarbeiter hierzu befähigen und ermächtigen sowie ihnen ein Mitspracherecht z.B. durch Betriebsvereinbarungen einräumen. Auch wird die Novelle zum Betriebsverfassungsgesetz wird hierzu ihren Beitrag leisten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den gesellschafts-politischen Entwicklungsprozess der betrieblichen Mitbestimmung und grenzt das Thema ein.
2 Betriebsverfassungsgesetz (Betr.VG.): Hier werden zentrale Begriffe definiert, die historische Entwicklung nachgezeichnet und die Novelle zum Betr.VG beleuchtet.
3 Betriebliche Mitbestimmung: Das Kapitel diskutiert Pro- und Kontra-Argumente zur Reform, analysiert die Auswirkungen auf den Betrieb und erörtert die Rolle der Betriebsvereinbarung.
4 Einflußfaktoren der betrieblichen Mitbestimmung: Es werden die Zusammenhänge zwischen Arbeitslosigkeit, aktiver Arbeitsmarktpolitik und dem Betriebsverfassungsgesetz dargelegt.
5 Schlußbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Bedeutung der Mitbestimmung für die moderne Arbeitswelt.
Schlüsselwörter
Betriebliche Mitbestimmung, Betriebsverfassungsgesetz, Betriebsrat, Arbeitsmarktpolitik, Arbeitslosigkeit, Betriebsvereinbarung, Sozialpartnerschaft, Arbeitszufriedenheit, Novelle, Arbeitnehmer, Mitbestimmungsrecht, Unternehmensführung, industrielle Beziehungen, Mitwirkungsrecht, Personalwirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Chancen und Problemen des deutschen Systems der betrieblichen Mitbestimmung unter Berücksichtigung der gesetzlichen Reformen aus dem Jahr 2001.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Genese der Mitbestimmung, der rechtliche Rahmen durch das Betriebsverfassungsgesetz, die Auswirkungen auf die Unternehmenskultur sowie externe Einflussfaktoren wie Arbeitsmarktpolitik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Nutzen und die Auswirkungen des Betriebsverfassungsgesetzes auf die Interaktion zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Kontext eines wirtschaftlichen Wandels zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf Literaturrecherche, der Auswertung von Gesetzestexten sowie der Betrachtung aktueller politischer und wirtschaftlicher Diskurse basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Betriebsverfassungsgesetz, der kritischen Diskussion zur Reform sowie der Analyse von Einflussfaktoren wie der Arbeitslosigkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Mitbestimmung, Betriebsrat, Betriebsvereinbarung, Arbeitsmarkpolitik und soziale Partnerschaft.
Welche Rolle spielt die Novelle des Betr.VG laut der Arbeit?
Die Novelle dient als Instrument, um die betriebliche Mitbestimmung an moderne Beschäftigungsformen anzupassen und die demokratische Teilhabe der Arbeitnehmer zu stärken.
Wie bewertet der Autor den Zielkonflikt zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat?
Der Autor sieht den Zielkonflikt als gegeben an, betont jedoch, dass durch kooperative Führung und rechtliche Absicherung der Mitbestimmung ein Ausgleich möglich und für den Unternehmenserfolg förderlich ist.
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- Sabine Reichert (Author), 2002, Möglichkeiten und Probleme des deutschen Modells betrieblicher Mitbestimmung unter Berücksichtigung der Novelle zum Betr.VG., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22466