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Deutsch-jüdischer Romancier in Palästina 1933-1948: Arnold Zweig

Title: Deutsch-jüdischer Romancier in Palästina 1933-1948: Arnold Zweig

Seminar Paper , 2001 , 31 Pages , Grade: 2

Autor:in: Olesja Heinze (Author)

French Studies - Literature
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Summary Excerpt Details

Arnold Zweig ist am 10. November 1887 in der niederschlesischen Stadt Glogau (heute
Glogów; Polen) als Sohn des Sattlermeisters und späteren Spediteurs Adolf Zweig und seiner
Frau Bianca (geb. Spandow) zur Welt gekommen. Das Ehepaar Zweig brachte neben Arnold
noch zwei weitere Kinder zur Welt: Hans Rudolf und Ruth. Zehn Jahre nach Arnolds Geburt
musste der Familienvater aufgrund eines Erlasses des preußischen Kriegsministeriums, der
den Festungskommandanten Einkäufe bei jüdischen Kaufleuten untersagte, sein Geschäft
aufgeben. Familie Zweig verließ Glogau und zog nach Kattowitz (heute Katowice; Polen), die
oberschlesische Industriestadt, wo Zweigs Vater seinen ursprünglichen Beruf, den eines
Sattlers, wiederaufgenommen hatte.
An seine ersten Schuljahre in der Glogauer Schule erinnerte sich Arnold als an „das
grauenhafte, stumpfsinnige und sadistische Qualhaus“. 1 Von seiner Zeit in der Krattowittzer
Realschule und späteren Oberrealschule dagegen hatte er stets nur Gutes zu berichten. Seinem
Schuldirektor Jakob Hacks rühmte er nach: „Wenn aus mir etwas geworden ist oder noch
werden sollte, ihm danke ich davon ein gerüttelt Maß“. 2 Obwohl von Natur aus gesellig,
fühlte sich der kleine Arnold oft einsam und zog die Lektüre von Büchern dem Spielen mit
anderen Kindern vor. Zu dieser Außenseitereinsamkeit trug u.a. auch seine jüdische Herkunft
bei. Der junge Zweig blieb von den antisemitischen Sprüchen seiner Klassenkameraden nicht
verschont. Aufgrund dieser Jugenderlebnisse meldete sich in ihm das Leitmotiv, das er später
zum 11. Gebot erklärte: “Du sollst dich nicht erniedrigen lassen“. In seinem zum Teil
autobiographischen Buch Aufzeichnungen über die Familie Klopfer spiegeln sich diese
bitteren Erfahrungen wieder. Hinter der Hauptfigur, dem Schüler Peter Klopfer, verbirgt sich
niemand anders als Arnold Zweig selbst: „ ... Dann erfährst du, dass du ein kleiner Judenjunge
bist und was es bedeutet, einer zu sein; die Jungen rufen es dir auf der Straße nach, dass sich
dir das Herz umdreht vor Zorn“. 3 [...]
1 WOLF, Arie: Größe und Tragik Arnold Zweigs: ein jüdisch - deutscher Dichterschicksal in jüdischer Sicht,
London 1991, S.79
2 WOLF, 1991, S. 80
3 WIZNITZER, Manuel: Arnold Zweig: das Leben eines deutsch - jüdischen Schriftstellers,
Athenäum 1983, S.17

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Der Weg zum Schriftsteller (1987 – 1918)

1.1 Das Studentenleben und die ersten literarischen Versuche

1.2 Erste Kontakte mit dem Zionismus

1.3 Ein kriegsbegeisterter Schriftsteller und seine Desillusionierung

1.4 Begegnung mit osteuropäischen Juden

2. Arnold Zweig als Zionist und Pazifist (1918 – 1933)

2.1 Nachkriegswirren und Antisemitismus

2.2 Grischa und Caliban

2.3 Junge Frau von 1914

2.4 De Vriendt kehrt heim

2.5 Familie Zweig verlässt Deutschland

3. Arnold Zweig in Palästina (1933 – 1948)

3.1 Die Zionistische Bewegung

3.2 Schwierigkeiten eines Neueinwanderers

3.3 Erziehung vor Verdun

3.4 Der arabische Aufstand

3.5 Einsetzung eines Königs

3.6 Die Europareisen

3.7 Zweigs Einstellung zum Sowjetrussland und zum Kommunismus

3.8 Das Beil von Wandsbek

3.9 Das Ende des Krieges

4. Arnold Zweig in der DDR (1948 – 1968)

4.1 Der herzliche Empfang

4.2 Traum ist teuer

4.3 Die letzten Jahre des Autors

5. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Leben und Wirken des deutsch-jüdischen Schriftstellers Arnold Zweig in der Zeit zwischen 1933 und 1948, wobei der Fokus insbesondere auf seinem Exil in Palästina und der damit verbundenen künstlerischen sowie persönlichen Identitätssuche liegt.

  • Biografische Entwicklung von der frühen Schriftstellerei bis zum DDR-Exil.
  • Die Auseinandersetzung mit Zionismus, Pazifismus und politischem Antisemitismus.
  • Die literarische Verarbeitung von Erfahrungen in Palästina und des deutschen Faschismus.
  • Die Zerrissenheit des Autors zwischen deutscher Herkunft und palästinensischem Exil.
  • Analyse zentraler Werke, darunter "Der Streit um den Sergeanten Grischa" und "Das Beil von Wandsbek".

Auszug aus dem Buch

1.1 Das Studentenleben und die ersten literarischen Versuche

Arnold Zweig ist am 10. November 1887 in der niederschlesischen Stadt Glogau (heute Glogów; Polen) als Sohn des Sattlermeisters und späteren Spediteurs Adolf Zweig und seiner Frau Bianca (geb. Spandow) zur Welt gekommen. Das Ehepaar Zweig brachte neben Arnold noch zwei weitere Kinder zur Welt: Hans Rudolf und Ruth. Zehn Jahre nach Arnolds Geburt musste der Familienvater aufgrund eines Erlasses des preußischen Kriegsministeriums, der den Festungskommandanten Einkäufe bei jüdischen Kaufleuten untersagte, sein Geschäft aufgeben. Familie Zweig verließ Glogau und zog nach Kattowitz (heute Katowice; Polen), die oberschlesische Industriestadt, wo Zweigs Vater seinen ursprünglichen Beruf, den eines Sattlers, wiederaufgenommen hatte.

An seine ersten Schuljahre in der Glogauer Schule erinnerte sich Arnold als an „das grauenhafte, stumpfsinnige und sadistische Qualhaus“. Von seiner Zeit in der Krattowittzer Realschule und späteren Oberrealschule dagegen hatte er stets nur Gutes zu berichten. Seinem Schuldirektor Jakob Hacks rühmte er nach: „Wenn aus mir etwas geworden ist oder noch werden sollte, ihm danke ich davon ein gerüttelt Maß“. Obwohl von Natur aus gesellig, fühlte sich der kleine Arnold oft einsam und zog die Lektüre von Büchern dem Spielen mit anderen Kindern vor. Zu dieser Außenseitereinsamkeit trug u.a. auch seine jüdische Herkunft bei. Der junge Zweig blieb von den antisemitischen Sprüchen seiner Klassenkameraden nicht verschont. Aufgrund dieser Jugenderlebnisse meldete sich in ihm das Leitmotiv, das er später zum 11. Gebot erklärte: “Du sollst dich nicht erniedrigen lassen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Der Weg zum Schriftsteller (1987 – 1918): Dieses Kapitel beleuchtet die Herkunft, die Schulzeit und die ersten literarischen Schritte Zweigs bis zum Ende des Ersten Weltkriegs.

2. Arnold Zweig als Zionist und Pazifist (1918 – 1933): Hier wird der Aufstieg Zweigs zum bekannten Schriftsteller sowie seine politische Positionierung und die Emigration aus Deutschland thematisiert.

3. Arnold Zweig in Palästina (1933 – 1948): Dieses Kapitel beschreibt die schwierige Lebensphase im Exil in Palästina, geprägt durch Anpassungsdruck und den Wunsch nach literarischer sowie politischer Identität.

4. Arnold Zweig in der DDR (1948 – 1968): Der Autor beendet sein Exil und kehrt nach Deutschland zurück, wo er in der DDR als angesehener Schriftsteller lebt und arbeitet.

5. Schlusswort: Das Fazit zieht eine Bilanz über die Zeit in Palästina und reflektiert die komplexe Rolle Zweigs zwischen verschiedenen Kulturen und politischen Systemen.

Schlüsselwörter

Arnold Zweig, Exil, Palästina, Zionismus, Pazifismus, Literaturgeschichte, deutsch-jüdisch, DDR, Identität, Antisemitismus, Romanzyklus, Flucht, Emigration, Kriegserfahrung, Kulturgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Leben und Werk des Schriftstellers Arnold Zweig, insbesondere unter dem Aspekt seines Exils in Palästina und der anschließenden Übersiedlung in die DDR.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die zionistische Bewegung, der politische Pazifismus des Autors, die Konfrontation mit Antisemitismus und die Identitätskonflikte eines deutschsprachigen Autors in einer neuen, fremdsprachigen Umgebung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Gründe für die Entfremdung Zweigs in Palästina zu beleuchten und sein ambivalentes Verhältnis zu seiner zweiten Heimat sowie seine künstlerische Entwicklung in dieser schwierigen Zeit darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturhistorische Untersuchung, die sich auf biografische Daten, Briefwechsel (u.a. mit Sigmund Freud) sowie die Analyse der Primärliteratur von Arnold Zweig stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch: vom frühen Lebensweg über die ideologische Prägung durch den Zionismus bis hin zu den konkreten Erfahrungen in Palästina, dem politischen Engagement in der DDR und der späten literarischen Aufarbeitung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Identitätsunsicherheit, Remigration, Exilliteratur, politische Desillusionierung und kulturelle Zugehörigkeit geprägt.

Warum konnte Zweig in Palästina nie richtig Fuß fassen?

Laut der Untersuchung führten vor allem die Sprachbarriere, ein tiefgreifender Anpassungsschwierigkeits-Komplex sowie die mangelnde Anerkennung seiner Werke im Jischuw dazu, dass er sich dort nie als integriert empfand.

Welche Bedeutung hatte das Verhältnis zu Sigmund Freud?

Die Korrespondenz mit Freud ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit, da sie intime Einblicke in Zweigs seelische Verfassung, seine Krisen im Palästina-Exil und seine ideologische Wandlung zulässt.

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Details

Title
Deutsch-jüdischer Romancier in Palästina 1933-1948: Arnold Zweig
College
University of Osnabrück  (Romanistik)
Grade
2
Author
Olesja Heinze (Author)
Publication Year
2001
Pages
31
Catalog Number
V22527
ISBN (eBook)
9783638258302
Language
German
Tags
Deutsch-jüdischer Romancier Palästina Arnold Zweig
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Olesja Heinze (Author), 2001, Deutsch-jüdischer Romancier in Palästina 1933-1948: Arnold Zweig, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22527
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