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Korporatismus und Pluralismus in Theorie und Praxis

Ein Vergleich der Organisationslogik industrieller Spitzenverbände in Deutschland und den USA am Beispiel des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und der National Association of Manufacturers

Title: Korporatismus und Pluralismus in Theorie und Praxis

Diploma Thesis , 2003 , 110 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Erwin Berger (Author)

Politics - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

[...] Zu diesem Vergleich werden die industriellen Spitzenverbände
Deutschlands und der Vereinigten Staaten von Amerika herangezogen. Es soll
dargestellt werden, inwieweit der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und
die National Association of Manufacturers (NAM) in ihrer organisatorischen Struktur
und in den von ihnen angewandten Methoden der Interessenvermittlung den
erarbeiteten Kriterien entsprechen. Der Aufbau der Arbeit gliedert sich in folgende Abschnitte:
Zunächst soll anhand der Entwicklung der Konzepte von Korporatismus und
Pluralismus ein theoretischer Bezugsrahmen bereitgestellt werden. Nach einem
chronologischen Abriss der theoriegeschichtlichen Evolution vom Pluralismus hin zum
Korporatismus werden beide Theorien miteinander verglichen.
Im nächsten Teil wird ein Überblick über das deutsche und das amerikanische
Verbandswesen gegeben. Es wird dabei auch überprüft, inwieweit die zu
vergleichenden Interessenverbände über eine Exklusivstellung auf dem industriellen
Sektor verfügen.
Darauf folgt eine kurze Übersicht über die historische Entwicklung von BDI und NAM,
die verdeutlichen soll, wie das heutige Selbstverständnis beider Verbände schon durch
ihre Wurzeln geprägt wird.
Im empirischen Teil der Studie wird die Organisation von BDI und NAM auf ihre
Struktur und auf die interne Willensbildung hin analysiert. Dabei wird auch auf die
Rolle des Mittelstandes im jeweiligen Verband und auf die Dienstleistungen, die
Mitgliedern angeboten werden, eingegangen. Die Ergebnisse werden miteinander
verglichen und in Bezug zur Theorie gesetzt.
Einblicke in die praktische Arbeit der beiden Verbände soll der letzte Hauptteil der
Arbeit gewähren. Hier werden an konkreten Beispielen die Methoden der Einbringung
in den politischen Prozess untersucht. Für den BDI werden dazu die Konzertierte Aktion
von 1967 bis 1977 und das Bündnis für Arbeit von 1998 bis 2003 herangezogen. Für die
NAM soll näher beleuchtet werden, auf welche Weise sie sich für die Gewährung der
Trade Promotion Authority eingesetzt hat und was sie mit dem Business Industry
Political Action Committee verbindet. Auch hier soll die Theorie auf die praktischen
Ergebnisse bezogen und gezeigt werden, wie korporatistisch oder pluralistisch der BDI
und die NAM sind.
Eine zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse erfolgt schließlich im Fazit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung und Fragestellung

II. Die zugrunde liegenden Theorien: Pluralismus und Korporatismus

1. Die Pluralismustheorie

2. Kritik an der Pluralismustheorie

2.1. Machtverteilung im Pluralismus

2.2. Mancur Olsons „Logik des kollektiven Handelns“

3. Die Korporatismustheorie

4. Zusammenfassung: Das Verhältnis zwischen Pluralismus und Korporatismus

III. Das Verbandswesen in Deutschland und den USA

1. Das Verbandswesen in Deutschland

1.1. Gesamtzahl der Verbände

1.2. Verbände im Wirtschaftsbereich

1.3. Exklusivität des BDI

2. Das Verbandswesen in den USA

2.1. Gesamtzahl der Verbände

2.2. Verbände im Wirtschaftsbereich

2.3. Exklusivität der NAM

3. Vergleich

IV. Historische Entwicklung von BDI und NAM

1. Historische Entwicklung des BDI

2. Historische Entwicklung der NAM

3. Vergleich

V. Organisatorische Struktur von BDI und NAM

1. Organisatorische Struktur des BDI

1.1. Struktureller Aufbau

1.2. Niederlassungen und Personal

1.3. Organe

1.3.1. Mitgliederversammlung

1.3.2. Präsidium

1.3.3. Vorstand

1.3.4. „Vizepräsidium“

1.3.5. Präsident

1.3.6. Geschäftsführung

1.3.7. Ausschüsse und Arbeitskreise

1.4. Mittelständische Unternehmen im BDI

1.5. Dienstleistungen für Mitglieder

1.6. Verdeckte Einzelmitgliedschaften im BDI

2. Organisatorische Struktur der NAM

2.1. Struktureller Aufbau

2.2. Niederlassungen und Personal

2.3. Mitgliedsverbände in der NAM

2.4. Organe

2.4.1. General Membership Meeting

2.4.2. Board of Directors

2.4.3. Executive Committee

2.4.4. Finance Committe

2.4.5. President and CEO

2.4.6. Policy Committees

2.5. Mittelständische Unternehmen in der NAM

2.6. Dienstleistungen für Mitglieder

3. Zusammenfassung

VI. Methoden der politischen Einbringung

1. BDI: Privilegierte Einbringung in Gremien

1.1. Die Konzertierte Aktion

1.2. Das Bündnis für Arbeit

1.3. Gründe für das Scheitern korporatistischer Institutionen in Deutschland

2. NAM: Direktes Lobbying

2.1. Trade Promotion Authority

2.2. Die NAM und BIPAC

3. Zusammenfassung

VII. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Unterschiede in der Interessenvermittlung zwischen Deutschland und den USA, indem sie die theoretischen Konzepte von Pluralismus und Korporatismus anhand der industriellen Spitzenverbände BDI und NAM vergleicht. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, inwieweit diese Verbände in ihrer organisatorischen Struktur und ihren Lobbying-Methoden den erarbeiteten Kriterien für pluralistische oder korporatistische Systeme entsprechen.

  • Theoretische Abgrenzung von Pluralismus und Korporatismus
  • Struktureller Vergleich der Verbandssysteme in Deutschland und den USA
  • Analyse der organisatorischen Strukturen von BDI und NAM
  • Untersuchung der Methoden politischer Einbringung (Konzertierte Aktion/Bündnis für Arbeit vs. Lobbying/PACs)

Auszug aus dem Buch

2.2. Mancur Olsons „Logik des kollektiven Handelns“

Die von empirisch feststellbarer sozio-ökonomischer Ungleichheit ausgehende Kritik wurde im Rahmen der Rational-Choice-Theorie von dem amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Mancur Olson auch auf logische Weise unterstützt. Dieser Ansatz, der auch als Neue Politische Ökonomie bezeichnet wird, stellt eine „ganz extreme Form der vergleichenden und abstrahierenden … Erforschung der Interessenverbände“ dar. In Olsons 1965 veröffentlichtem Werk „The Logic of Collective Action“ geht er vom Menschenbild des rational man aus, also von der Annahme, dass jedes Individuum in jeder Situation bestrebt ist, seinen eigenen Nutzen nach Gesichtspunkten der subjektiven Vernunft zu maximieren. Dieser Verhaltensgrundsatz wirft allerdings das Problem des Trittbrettfahrers (free rider) auf: Für einen rein rational handelnden Menschen gibt es scheinbar keinen Grund, zum Beispiel einer Gewerkschaft, die für höhere Löhne kämpft, beizutreten, da Lohnerhöhungen immer ein kollektives und damit unteilbares Gut sind. Das heißt, auch Nichtmitglieder profitieren von den Aktivitäten einer Gewerkschaft, allerdings, ohne einen Beitrag zu zahlen, was für den Einzelnen vernünftiger ist. Damit weist Olson nach, dass die Organisierbarkeit mit zunehmender Gruppengröße und Allgemeinheit des Interesses abnimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung und Fragestellung: Diese Einführung erläutert das Ziel der Arbeit, die Unterschiede der Interessenvermittlung zwischen Deutschland und den USA anhand der Verbände BDI und NAM zu untersuchen.

II. Die zugrunde liegenden Theorien: Pluralismus und Korporatismus: Dieses Kapitel liefert einen theoriegeschichtlichen Überblick sowie einen Vergleich der beiden zentralen Konzepte der Interessenforschung.

III. Das Verbandswesen in Deutschland und den USA: Hier erfolgt ein Überblick über die Verbandslandschaften beider Länder, wobei die hierarchische Struktur in Deutschland der fragmentierten Struktur in den USA gegenübergestellt wird.

IV. Historische Entwicklung von BDI und NAM: Die historischen Wurzeln beider Verbände werden analysiert, um das heutige Selbstverständnis der Organisationen zu ergründen.

V. Organisatorische Struktur von BDI und NAM: Dieses Kapitel untersucht die interne Organisation, Willensbildung und die Rolle der Mittelstandsförderung bei BDI und NAM.

VI. Methoden der politischen Einbringung: Die praktische Lobbying-Arbeit, insbesondere korporatistische Gremien beim BDI und direktes Lobbying bei der NAM, wird anhand konkreter Beispiele analysiert.

VII. Fazit: Das Fazit bestätigt, dass Korporatismus eher als eine Variante des Pluralismus anzusehen ist und fasst die wesentlichen Erkenntnisse des Struktur- und Methodenvergleichs zusammen.

Schlüsselwörter

Pluralismus, Korporatismus, BDI, NAM, Interessenverbände, Lobbying, Verbändedemokratie, Interessenvermittlung, Konzertierte Aktion, Rational-Choice-Theorie, Trittbrettfahrerproblem, Wirtschaftsverbände, politische Einflussnahme

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Unterschiede zwischen den Formen der Interessenvermittlung in Deutschland und den USA durch einen Vergleich der Industrieverbände BDI und NAM.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die theoretischen Konzepte des Pluralismus und Korporatismus, die historische Entwicklung der Verbände sowie deren organisatorische Struktur und politische Arbeitsweisen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob BDI und NAM den theoretischen Definitionsmerkmalen von pluralistischen oder korporatistischen Verbänden in der Praxis entsprechen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende Analyse durchgeführt, die theoriegeleitete Ansätze (u.a. Rational-Choice) mit Fallstudien zur Organisationsstruktur und zum politischen Lobbying verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Verbandswesens, die historische Genese, den Vergleich der internen Willensbildung sowie die Analyse politischer Einbringungsmethoden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Korporatismus, Pluralismus, BDI, NAM, Verbandssysteme, Lobbying und Interessenvermittlung.

Warum ist das "Trittbrettfahrerproblem" für die Arbeit relevant?

Es erklärt, warum Industrieverbände gezwungen sind, neben ihrem kollektiven Nutzen auch exklusive Dienstleistungen für ihre Mitglieder anzubieten, um die Organisation am Leben zu erhalten.

Was macht den BDI aus korporatistischer Sicht besonders?

Der BDI besitzt als singulärer Spitzenverband ein Repräsentationsmonopol für die deutsche Industrie und agiert innerhalb einer stark hierarchischen Struktur, was als klassisch korporatistisch gewertet wird.

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Details

Title
Korporatismus und Pluralismus in Theorie und Praxis
Subtitle
Ein Vergleich der Organisationslogik industrieller Spitzenverbände in Deutschland und den USA am Beispiel des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und der National Association of Manufacturers
College
University of Passau  (Lehrstuhl für Politikwissenschaft I)
Grade
2,3
Author
Erwin Berger (Author)
Publication Year
2003
Pages
110
Catalog Number
V22547
ISBN (eBook)
9783638258456
ISBN (Book)
9783656214069
Language
German
Tags
Korporatismus Pluralismus Theorie Praxis Vergleich Organisationslogik Spitzenverbände Deutschland Beispiel Bundesverbandes Deutschen Industrie National Association Manufacturers
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Erwin Berger (Author), 2003, Korporatismus und Pluralismus in Theorie und Praxis , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22547
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