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Die "Brevísima Relación" des Las Casas und die Leyenda Negra

Title: Die "Brevísima Relación" des Las Casas und die Leyenda Negra

Seminar Paper , 2003 , 22 Pages , Grade: 1

Autor:in: Antje Köpnick (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Summary Excerpt Details

Die „Brevísima Relación“ des Bartolomé de las Casas nimmt in mehrfacher Hinsicht eine
Sonderstellung ein, wirkt politisch und literarisch vielfach bis heute fort und war in der
Zeit ihres Erscheinens ein argumentatives und persuasorisches Meisterwerk, das die
Leyenda Negra, die schwarze Ära in der Geschichte Spanien, wesentlich beeinflusste.
Nach einem kurzen Blick auf das Leben des Las Casas und auf die Entstehung des
besagten Werkes, soll im Folgenden das Phänomen der Leyenda Negra geklärt werden,
mit besonderem Augenmerk auf den Inhalt der Schrift und die stilistischen Mittel, die Las
Casas nutzt, um sein Anliegen hervorzubringen, es vielmehr aufzudrängen und
argumentativ zu verankern.
Ein Blick auf die außerspanische, europäische Rezeptionsgeschichte gibt dabei einige
wichtige Aufschlüsse darüber, wie Gegner Spaniens sich die Schrift politisch zu Nutze
machten.
Das Kapitel über die Metaphorik und Symbolik (5.5.) bildet ein zentrales Thema vor dem
christlichen Hintergrund Las Casas’. Aus der vielfältigen biblischen Symbolik, die er
nutzt, sollen hier einige Beispiele erläutert werden.
Nachdem er bereits zu Lebzeiten umstritten war und sich mit Gegnern wie Motolonía oder
Sepúlveda konfrontiert sah, die ihn als überaus lästigen, aufrührerischen und
streitsüchtigen Menschen im Ordensgewand oder als schlauen Fuchs und schädlichen
Skorpion betitelten1, diente er angeblich Miguel Cervantes, der ihn als junger Mann auf
seiner Beerdigungsfeier 1566 in Madrid selbst gesehen hatte, als Modell für dessen
glücklosen Ritter Don Quijote.
Drucke von Anti-LasCasas-Werken wurden im 16. Jahrhundert aufgrund seiner Autorität
häufig verboten, er wurde gefeiert als der Genialste aller Spanier, aber auch verrufen als
paranoider Geisteskranker. Las Casas war ein Stein des Anstoßes, an dem die Geister sich
schieden und noch heute schwankt die Meinung über ihn zwischen totalem Widerspruch
oder totaler Zustimmung.
Einige Beispiele für die Wirkung Las Casas’ in der neueren Literatur, die zumeist als
positiv zu werten sind, soll das 6. Kapitel eröffnen.

1 Mariano Delgado, Bd. 1

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biografie

2.1. 1484 bis 1513

2.2. Die Bekehrung

2.3. 1542 bis 1566

3. Brevísima Relación de la destrucción de las Indias

3.1. Entstehungsgeschichte

3.2. Inhalt und Aufbau

4. Die Leyenda Negra

4.1. Entstehung und Definition

4.2. Europäische Rezeptionsgeschichte

5. Stilistische Mittel

5.1. Oppositionen

5.2. Hyperbeln

5.3. Häufung und Steigerung

5.4. Ironie

5.5. Metaphern und Symbolik

6. Literarische Wirkung

7. Schlussbemerkung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die „Brevísima Relación“ des Bartolomé de las Casas als einflussreiches Werk, das maßgeblich zur Entstehung und Verbreitung der „Leyenda Negra“ gegen Spanien beitrug. Ziel ist es, neben der biographischen Einordnung und der inhaltlichen Untersuchung der Schrift, die rhetorischen und stilistischen Strategien des Autors sowie seine langfristige literarische Rezeption kritisch zu beleuchten.

  • Biographische Hintergründe und Bekehrung von Bartolomé de las Casas
  • Struktur, Entstehung und Intention der „Brevísima Relación“
  • Entwicklung und politische Instrumentalisierung der „Leyenda Negra“ in Europa
  • Analyse rhetorischer Stilmittel wie Oppositionen, Hyperbeln und biblischer Symbolik
  • Die literarische Nachwirkung des Werkes und des Autors in der Moderne

Auszug aus dem Buch

5.1. Oppositionen

Las Casas baut seine Argumentation auf einer ganz zentralen Opposition auf, die ich im Folgenden in Form einer Tabelle darstellen möchte:

OVEJAS MANSAS21 ---- LOBOS, TIGRES, LEONES CRUELÍSIMOS22

fidelísimas robar
que a nadie ofenden destruir
pacífico sangrienta
paciente violencia
quieta tiránico
humilde cruel
obedietísimas malo
manso injusto
pauperrímas cobdicia
no quieren poseer ambición
inocente inhumano
delicada insensible
flaca infernal
tierna hazañas

Diese Opposition wird zum Strukturprinzip des gesamten Berichts und gesteigert durch die religiöse, antithetische Doppelmetapher der Schafe und Wölfe23. Die Unschuldigkeit und das friedliche Dasein der Indios werden so immer wieder stark betont und durch diese einseitige Betrachtung Las Casas` zum einzig Richtigen erklärt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk von Bartolomé de las Casas ein und skizziert die methodische Untersuchung der stilistischen Mittel sowie der politischen Bedeutung für die Leyenda Negra.

2. Biografie: Das Kapitel zeichnet den Lebensweg von Las Casas nach, von seiner frühen Zeit in Amerika über seine Bekehrung zum Dominikaner bis hin zu seinen späteren politischen Bestrebungen.

3. Brevísima Relación de la destrucción de las Indias: Hier wird die Entstehungsgeschichte der Schrift sowie deren inhaltlicher Aufbau als Anklageschrift gegen die Conquista analysiert.

4. Die Leyenda Negra: Dieses Kapitel definiert die Leyenda Negra als propagandistisches Phänomen und untersucht deren europäische Rezeptionsgeschichte als Instrument internationaler Rivalitäten.

5. Stilistische Mittel: Eine detaillierte Analyse der rhetorischen Strategien von Las Casas, darunter semantische Oppositionen, hyperbolische Zahlenangaben, Ironie und biblische Metaphorik.

6. Literarische Wirkung: Das Kapitel behandelt die Rezeption von Las Casas und seinem Werk in der Literatur des 20. Jahrhunderts bei Autoren wie Gabriela Mistral, Pablo Neruda oder Heinrich Böll.

7. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Reflexion über die historische und politische Bedeutung von Las Casas sowie seine fortwährende Relevanz.

Schlüsselwörter

Bartolomé de las Casas, Brevísima Relación, Leyenda Negra, Conquista, Kolonialismus, Spanien, Rhetorik, Literaturgeschichte, Menschenrechte, Dominikaner, Antihispanismo, Metaphorik, Rezeptionsgeschichte, Indios, Biblische Symbolik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Werk „Brevísima Relación“ des Bartolomé de las Casas und dessen maßgebliche Rolle bei der Entstehung des politischen Mythos der Leyenda Negra in Europa.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Biographie des Autors, der Struktur und rhetorischen Gestaltung seiner Anklageschrift sowie der späteren politischen und literarischen Instrumentalisierung seines Textes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erforschung der Frage, wie Las Casas durch seine spezifischen rhetorischen Mittel politische und moralische Überzeugungsarbeit leistete und wie diese später von europäischen Rivalen Spaniens für propagandistische Zwecke umgedeutet wurde.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es wird eine textanalytische Methode verwendet, die insbesondere auf stilistische Analysen (Oppositionen, Hyperbeln, Symbolik) und eine historische Kontextualisierung der Rezeptionsgeschichte setzt.

Was beinhaltet der Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert detailliert die stilistischen Mittel, die Las Casas nutzte, um die Indios als unschuldig und die Konquistadoren als grausam darzustellen, und untersucht die europäische Verbreitung dieser Narrative.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Leyenda Negra, Brevísima Relación, Bartolomé de las Casas, rhetorische Strategien, biblische Symbolik und Wirkungsgeschichte.

Welche Bedeutung spielt die biblische Zahl 40 im Werk?

Las Casas verwendet die Zahl 40, um einen von Gott gesetzten Zeitraum für Buße und Umkehr zu markieren, und übt damit eine verschlüsselte moralische Drohung gegenüber dem spanischen König aus.

Wie wird das Verhältnis von Las Casas zur heutigen Literatur bewertet?

Die Arbeit zeigt auf, dass Las Casas in der modernen Literatur (z.B. bei Böll oder Neruda) oft als Vorbild für Widerstand gegen Unterdrückung und als früher Anwalt der Menschenrechte rezipiert wird.

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Details

Title
Die "Brevísima Relación" des Las Casas und die Leyenda Negra
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Romanistik)
Course
PS 'Crónicas de Indias'
Grade
1
Author
Antje Köpnick (Author)
Publication Year
2003
Pages
22
Catalog Number
V22566
ISBN (eBook)
9783638258616
Language
German
Tags
Brevísima Relación Casas Leyenda Negra Indias“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Antje Köpnick (Author), 2003, Die "Brevísima Relación" des Las Casas und die Leyenda Negra, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22566
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