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Der Römische Effekt - Warum internationale Konzerne an ihrer Größe zu Grunde gehen können

Title: Der Römische Effekt  - Warum internationale Konzerne an ihrer Größe zu Grunde gehen können

Seminar Paper , 2004 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Frank Pauer (Author)

Business economics - Business Management, Corporate Governance
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Summary Excerpt Details

Die Größe eines Unternehmens wird heutzutage vielfach gleichgesetzt mit seinem
Erfolg. Gerade zu Beginn des Börsenbooms um 1999 vernachlässigten
Kapitalanleger und Analysten die altbewährten Erfolgskennzahlen wie Kapital- und
Umsatzrendite oder Kurs-Gewinn-Verhältnis (ein Grund dafür mag gewesen sein,
dass viele der hochgelobten Unternehmen überhaupt keine Gewinne
erwirtschafteten). Ein Großteil der Anleger verteilte sein Geld nach dem Prinzip
„Zukunftshoffnung“. Nicht mehr die aktuelle Situation eines Unternehmens sondern
nur noch sein Zukunftspotential spielten bei der Auswahl einer geeigneten
Kapitalanlage eine Rolle.1 Die aufgrund ihres Zukunftspotentials positiv bewerteten
Unternehmen lassen sich dabei in zwei große Gruppen einteilen:
1. Die sogenannten „dot-com Unternehmen“, denen aufgrund ihrer technischen
Innovationen (zum Beispiel Biotechnologie) oder Geschäftstätigkeit im Internet
(zum Beispiel Internet-Suchmaschinen) hohe Wachstumsraten und Umsätze
in der Zukunft a ttestiert wurden
2. Traditionelle Unternehmen der sogenannten „old economy“, deren Ziel es war,
durch eine expansive Fusionspolitik an marktbeherrschender Größe zu
gewinnen
Gehörte man in Zeiten des Börsenbooms zu einer dieser Gruppen, war es recht
wahrscheinlich, dass der Börsenkurs in teilweise rational nicht mehr zu
rechtfertigende Höhen schnellte.
Nachdem der überhitzte Börsenmarkt 2001 zusammenbrach, erkannte man, dass ein
„.com“ als Namenszusatz noch lange nicht ausreicht, um Gewinne zu generieren
oder einen nachhaltigen Unternehmenswert zu schaffen. Anleger und Analysten
erkannten, dass es eines erfolgreichen Geschäftsmodells bedurfte und dass die
altbewährten Kennzahlen auch auf diese neue Form der Unternehmen anzuwenden sind um das angelegte Kapital nicht zu verlieren. Seitdem ist ein „.com“ eher ein
Nach- als ein Vorteil auf dem Börsenmarkt.
Anders die aggressiv wachsenden Unternehmen der „old economy“, deren
Börsenkurse während des Booms aufgrund des vermeintlichen Zukunftspotentials
ihrer angestrebten Größe ebenfalls in die Höhe schnellten. Obwohl auch diese Kurse
nach dem Platzen der Börsenblase größtenteils haltlos in die Tiefe stürzten und
Milliarden Euro Anlegerkapital vernichteten, wird das Streben nach Größe auf dem
Aktienmarkt immer noch positiv bewertet. Regelmäßig werden Akquisitionen großer
Unternehmen mit einem Anstieg des Aktienkurses belohnt. [...]

1 Vgl. T. Copeland u.a. (2000), S. 7f.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Unternehmensgröße im aktuellen Kontext

2 Das Römische Reich

2.1 Der Aufstieg und Untergang des Römischen Reiches

2.2 Gründe für den Untergang des Römischen Reiches

3 Unternehmensrisiko „Größe“

3.1 Parallelen zwischen dem Untergang des Römischen Reiches und aggressiver Unternehmensexpansion

3.2 Der „Römische Effekt“ am Beispiel der Motorola Inc

3.2.1 Die Entwicklung der Motorola Inc zu einem internationalen Konzern

3.2.2 Die Auswirkungen des „Römischen Effektes“

3.2.3 Problemerkennung und Maßnahmen gegen den „Römischen Effekt“

4 Anwendbarkeit des „Römischen Effektes“

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das Phänomen, dass internationale Konzerne durch ein übermäßiges, aggressives Wachstum ihre eigene Existenz gefährden können, und leitet daraus ein systematisches Unternehmensrisiko ab. Ziel ist es, die Parallelen zwischen dem historischen Untergang des Römischen Reiches und modernen Unternehmensstrukturen aufzuzeigen, um Maßnahmen zur Vermeidung dieses sogenannten „Römischen Effektes“ zu identifizieren.

  • Analyse der historischen Ursachen für den Zerfall des Römischen Reiches.
  • Gegenüberstellung von staatlicher Expansion und moderner Unternehmensexpansion.
  • Fallstudie zur Motorola Inc als Beispiel für die Gefahren einer zu großen und komplexen Organisationsstruktur.
  • Identifikation von Strategien zur Reorganisation und Fokussierung auf Kernkompetenzen.
  • Übertragbarkeit der Erkenntnisse auf aktuelle geopolitische und wirtschaftliche Entwicklungen.

Auszug aus dem Buch

3. Dezentralisiertes Treffen wichtiger Entscheidungen

Die zunehmende Größe der Motorola Inc erforderte einen immer größer werdenden Verwaltungsapparat und immer komplexer werdende Verantwortlichkeitsbereiche. Das Unternehmen wurde in sechs Geschäftsbereiche mit jeweils bis zu sieben Geschäftseinheiten unterteilt. Die Geschäftseinheiten wurden dann wiederum in die Regionen „Nord Amerika“, „Asien“ und „Europa, Mittlerer Osten und Afrika“ unterteilt. Diese Aufteilung in sehr unterschiedliche Verantwortlichkeitsbereiche und eine immer schwieriger werdende Kontrolle führte dazu, dass wichtige strategische Entscheidungen nicht mehr zentral sondern in den einzelnen Regionen innerhalb der Geschäfteinheiten getroffen wurden.

Die Unternehmensleitung verlor ihre Führungsfunktion und beschränkte sich auf die Organisation und den Ausbau des Verwaltungsapparates. Führungspositionen innerhalb der Unternehmensleitung hatten nur noch repräsentative Aufgaben ohne klar definierte Verantwortlichkeitsbereiche und ohne direkten Einfluss auf strategische oder operative Entscheidungen der einzelnen Geschäftseinheiten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Unternehmensgröße im aktuellen Kontext: Dieses Kapitel erläutert, warum Größe oft fälschlicherweise mit Erfolg gleichgesetzt wird und welche Rolle das Zukunftspotenzial bei der Kapitalanlage während des Börsenbooms spielte.

2 Das Römische Reich: Hier werden die historischen Meilensteine des Aufstiegs und des späteren Zerfalls des Römischen Reiches dargestellt.

2.1 Der Aufstieg und Untergang des Römischen Reiches: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Verlauf der Ausdehnung des Reiches bis zum Einsetzen des Verfalls nach dem Jahr 180 nach Christus.

2.2 Gründe für den Untergang des Römischen Reiches: Die Analyse zeigt auf, dass die schiere Größe des Reiches es unregierbar machte, was zu Ressourcenerschöpfung und mangelnder Abstimmung führte.

3 Unternehmensrisiko „Größe“: Einleitend wird hier die Brücke zwischen der historischen Entwicklung des Römischen Reiches und dem Wachstum internationaler Konzerne geschlagen.

3.1 Parallelen zwischen dem Untergang des Römischen Reiches und aggressiver Unternehmensexpansion: Dieses Kapitel stellt fest, dass heutige Konzerne ähnliche Wachstums- und Strukturprobleme aufweisen wie das antike Rom.

3.2 Der „Römische Effekt“ am Beispiel der Motorola Inc: Anhand dieses Unternehmens wird die Praxisrelevanz der Theorie des „Römischen Effektes“ detailliert untersucht.

3.2.1 Die Entwicklung der Motorola Inc zu einem internationalen Konzern: Hier wird das rasante Wachstum der Motorola Inc seit der Gründung 1928 skizziert.

3.2.2 Die Auswirkungen des „Römischen Effektes“: Dieses Kapitel analysiert die negativen Folgen wie Ressourcenverschwendung, operative Vernachlässigung und den Verlust von Entscheidungseffizienz.

3.2.3 Problemerkennung und Maßnahmen gegen den „Römischen Effekt“: Hier werden Strategien wie der Rückzug aus nicht profitablen Märkten und die Stärkung von Kernkompetenzen beschrieben.

4 Anwendbarkeit des „Römischen Effektes“: Das abschließende Kapitel diskutiert die Übertragbarkeit des Modells auf weitere Unternehmen und sogar geopolitische Akteure wie die USA.

Schlüsselwörter

Römischer Effekt, Unternehmensrisiko, Unternehmensexpansion, Motorola Inc, Kernkompetenzen, Marktanteile, Verwaltungsapparat, Ressourcen, Synergieeffekte, Wachstumsstrategie, Strategische Akquisitionen, Reorganisation, Globalisierung, Unternehmensführung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Risiken, die mit einem zu schnellen oder übermäßigen Unternehmenswachstum verbunden sind, und stellt diese in Analogie zum historischen Untergang des Römischen Reiches.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Themenfelder umfassen Unternehmensstrategie, historisches Managementwissen, Organisationsentwicklung und die Analyse von Wachstumsgefahren bei internationalen Konzernen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu verstehen, warum internationale Konzerne aufgrund ihrer Größe an ihre Grenzen stoßen und welche Faktoren dabei zum „Römischen Effekt“ führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die historische Analogie und die Fallstudienmethode, um unternehmerische Phänomene durch den Vergleich mit historischen Abläufen zu erklären.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Gründe für den Zerfall Roms, überträgt diese auf die Praxis anhand der Motorola Inc und leitet daraus konkrete Managementmaßnahmen ab.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind „Römischer Effekt“, „Unternehmensrisiko“, „Kernkompetenzen“, „Expansionspolitik“ und „Reorganisation“.

Was war der Auslöser für den Römischen Effekt bei der Motorola Inc?

Der Auslöser war eine aggressive Expansionspolitik in zu viele unterschiedliche Märkte gleichzeitig, was zu einer Überdehnung der Ressourcen und Komplexität führte.

Wie reagierte die Motorola Inc auf die Krise?

Das Unternehmen leitete Maßnahmen wie den Verkauf von Geschäftseinheiten, die sich nicht auf Kernkompetenzen konzentrierten, sowie den Abbau von Bürokratie ein.

Kann man den Römischen Effekt auch auf Staaten anwenden?

Ja, der Autor argumentiert, dass auch moderne Supermächte wie die USA aufgrund zunehmender Verteidigungslasten und globaler Überdehnung Anzeichen dieses Effekts zeigen könnten.

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Details

Title
Der Römische Effekt - Warum internationale Konzerne an ihrer Größe zu Grunde gehen können
College
University of Cooperative Education Mannheim  (Fachrichtung Industrie)
Grade
1,7
Author
Frank Pauer (Author)
Publication Year
2004
Pages
16
Catalog Number
V22580
ISBN (eBook)
9783638258746
ISBN (Book)
9783656213277
Language
German
Tags
Römische Effekt Warum Konzerne Größe Grunde
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Frank Pauer (Author), 2004, Der Römische Effekt - Warum internationale Konzerne an ihrer Größe zu Grunde gehen können, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22580
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