Das antike griechische Wirtschaftssystem - Prolegomena und Exemplifikation


Seminararbeit, 2003

23 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Altertum - Raum und Zeit

3. Quellenkunde und Grundwissenschaften
3.1 Die Geschichtsschreibung
3.2 Die Biographie 05 3.3 Das Epos
3.4 Das Drama
3.5 Die Kleinpoesie
3.6 Die Philosophie
3.7 Die Fachschriftstellerei
3.8 Die Publizistik
3.9 Die Briefliteratur
3.10 Epigraphik (Inschriftenkunde)
3.11 Papyrologie (Wissenschaft vom Papyrus)
3.12 Archäologie
3.13 Numismatik (Münzkunde)
3.14 Die Chronologie
3.15 Anthropologie und Geographie

4. Definitionen
4.1 Wirtschaft
4.2 Wirtschaftssystem

5. Charakterisierung der attischen Wirtschaft
5.1 Die Wirtschaftsstruktur Athens im historischen Kontext
5.2 Ein Vergleich zur modernen Wirtschaft
5.3 Religiöse Aspekte im Wirtschaftssystem
5.4 Gerechtigkeit als regulatives Prinzip

6. Auswertungsmodell (Aristoteles)
6.1 Darstellungsteil
6.2 Fazit aus der aristotelischen Logik und Philosophie

7. Zusammenfassung und Ausblick

8. Literaturverzeichnis

9. Anhang

1. Einleitung

"Jede Form von Wirtschaft ist auf ein anthropologisches Substrat angewiesen, das in der Antike sicherlich mehr umfaßte als nur den Bürger, aber in ihm eben doch die signifikante Figur besaß."1

Diese wissenschaftliche Hausarbeit setzt einen besonderen Schwerpunkt auf die anthropologischen Kriterien für einen ökonomischen und sozialpolitischen Entwicklungsprozess in der Antike Griechenlands.

Zu Beginn werden der Begriff Altertum sowie die wesentlichen Quellengattungen und Grundwissenschaften in einem angemessenen Rahmen präsentiert, die einen Betrag dazu leisten, wirtschaftliche Evolutionsprozesse in der Antike mit einer wissenschaftlich fundierten Perspektive zu erläutern.

Ein Definitionsspektrum im nächsten Punkt weist themenrelevante Begriffe auf und ordnet diese in einen strukturierten Rahmen.

Im Anschluss an diese drei einleitenden Punkte wird der ökonomische Verlauf in der griechischen Antike vom primitiven und agrarisch geprägten Wirtschaftsstil in der archaischen Zeit bis einschließlich der hochentwickelten Königswirtschaft im Hellenismus aufgezeigt.

Eine fortwährende Fokussierung der attischen Wirtschaftsstruktur in der klassischen Periode soll hierbei berücksichtigt werden.

Zudem sollte eine Integration der anthropologischen Aspekte und Elemente für die Genese eines antiken Wirtschaftssystems in Griechenland gewährleistet sein.

Abschließend wird die gesamte Ausführung noch einmal kritisch reflektiert und in zusammenhängender Art und Weise dokumentiert.

Die Bevölkerungsstatistiken und die Zusammenstellung elementarer Fachtermini im Anhang runden das allgemeine Kompendium ab.

1 Kloft, Hans: Die Wirtschaft der griechisch-römischen Welt. Darmstadt 1992.

Seite 260 Zeile 6 ff.

Nicht greifbar ist das Aktualitätsprinzip hinsichtlich der historischen Fachpublikationen für wirtschaftliche Prozesse in der antiken Welt - die neueste mir bekannte Darstellung ist die 1992 veröffentlichte Einführung von Prof. Dr. Hans Kloft.

Diese Übersicht basiert aber prinzipiell auch auf das eigentliche Standardwerk von Michel Austin und Pierre Vidal-Naquet, das bereits 1972 im französischen Sprachraum publiziert wurde und erst 1984 in

die deutsche Sprache übersetzt wurde.

2. Das Altertum - Raum und Zeit

Der Begriff Altertum ist nicht unumstritten in der Geschichtsforschung und wird heutzutage vor allem mit der griechisch-römischen Antike gleichgesetzt.

Eine Konzentrierung auf den Mittelmeerraum als Wirtschaftsplatz und bedeutsame Handelsregion sowie eine Fokussierung des Zeitraumes von 3500 bis 4000 Jahre finden einen weitgehenden Konsens unter den Historikern.

Die schriftliche Fixierung von mündlich tradierten Ausdruckselementen (kurzum Schriftlichkeit) wird als wesentlicher Faktor für höher entwickelte Kulturstufen und ethnische Gruppierungen angesehen.

Es wird differenziert zwischen Vorgeschichte (Früh-, Urgeschichte oder Prähistorie) und Altertum.

Insgesamt ist die griechisch-römische Antike von einem kulturellen, politischen und philosophischen Einheitsgedanken geprägt.

Als Beispiel hierfür lässt sich der Panhellenismus anführen.

Einige Kontinuitätslinien werden zur systematischen Erfassung der unterschiedlichen Textquellen aus der Antike positioniert:

- die Geographie der antiken Welt,
- die Anthropologie der antiken Welt,
- die Kulturstufen, Kulturen und Kulturkreise der antiken Welt,
- die Sprachen der antiken Welt,
- die Schriften der antiken Welt und
- die historischen System- und Prozessstrukturen der antiken Welt.

3. Quellenkunde und Grundwissenschaften

3.1 Die antike Geschichtsschreibung

Am Anfang der Quellenkunde für die Altertumskunde setzt man die antike Historiographie.

Diese bezeichnet eine Darstellungsform von historischen Ereignissen und ist gewissermaßen als reflexives Element von entscheidender Bedeutung.

Wichtige Vertreter sind Herodot (ca. 480 - 425 v. Chr.) und Thukydides (ca. 460 - 400 v. Chr.).

3.2 Die Biographie

Die Biographie erfährt eine klare Unterscheidung von der Geschichtsschreibung hinsichtlich formaler Struktur und Intention.

In ihren Hauptfunktionen sind eine äußere Beschreibung des Lebensweges einer bedeutenden Persönlichkeit sowie moralische Qualitäten verifizierbar.

Einflussreicher Vertreter ist Plutarch von Chaironaea (ca. 47 - 125 n. Chr.).

3.3 Das Epos

Der Begriff Epos leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet "das Gesagte". Es ist "ein umfängliches, in Versform abgefasstes Helden- und Festgedicht, in dem Stoffe der Sage und der Geschichte in eine künstlerische Form gebracht sind" (vgl. Boshof, 1983, S. 40).

Im Grundkern sind Epen unter dem Prinzip Mythos einzuordnen und scheinen für historische Kenntnisse nicht von Relevanz zu sein.

Doch der Charakter einer Moralpredigt verleiht dieser Quellenform einen prägnanten Aufdruck, der sich als Agitation für menschliche Schaffenskraft erweisen kann und Aufschluss darüber liefert, ob und wie Menschen zur damaligen Zeit gelebt haben (religiöse Praktiken etc.).

3.4 Das Drama

Drama ist griechischen Ursprungs und wird mit "Handlung" übersetzt. Man charakterisiert hierbei die Gleichwertigkeit von Tragödie und Komödie mit religiösen Aspekten als zentrale Thematik.

Die Frage nach der historischen Relevanz ist aufgrund einer freien Komposition von Mythos und Realität in vielen Dramen unerlässlich und doch lässt sich eine gewisse Beschreibung wirklicher Lebens- und Arbeitsformen identifizieren.

3.5 Die Kleinpoesie

Die Hauptakzentuierung von Kleinpoesie zielt auf eine politische Thematik, z.B. durch Solon (um 640 v. Chr.).

Darüber hinaus ist eine gesellschaftskritische Tendenz existent.

Unter sozialpolitischen Gesichtspunkten bietet diese literarische Quellenart eine <nicht stichhaltige> Möglichkeit nonkonforme Positionen innerhalb der demokratischen Grundstruktur des Volkes zu ermitteln.

3.6 Die Philosophie

Die Lehre der Weisheit erfährt in der Antike eine Dreiteilung in Naturphilosophie, Logik und Ethik.

Die Geschichtsforscher interessiert im Wesentlichen das Verhalten der Bürgerinnen und Bürger in politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereichen.

Der Einflussfaktor philosophischer Grundsätzen und Staatstheorien

von Platon, Sokrates, Aristoteles, Epikur etc. auf die reale Entwicklung wird besonders intensiv beleuchtet.

3.7 Die Fachschriftstellerei

Für diese Quellenform ist besonders das geographische Schrifttum relevant, denn aus der landwirtschaftlichen Schriftstellerei leitet sich die Siedlungsgeschichte ab, die wesentliche Erkenntnisse über die Wirtschaftsstrukturen liefert.

Juristische Dokumente finden hier auch ihren Stellenwert.

Die Fachschriftstellerei bietet einen Zugang zur antiken Medizin, Geographie, Mathematik und Baukunst.

3.8 Die Publizistik

Mit Rhetorik bezeichnet man die Redekunst, die eine Überzeugungskraft intendiert.

Politische Reden wirken durch stilistische Elemente auf die Bevölkerung und ihre Denk- und Verhaltensweise ein und lenken die Aufmerksamkeit der Geschichtsforschung auf eine genauere Untersuchung.

3.9 Die Briefliteratur

Briefe von Privatpersonen oder Herrschern gewähren Einblicke in die persönliche Gefühlswelt und wirklichkeitsnahe Umgebung der Menschen sowohl in der Antike als auch im Mittelalter und in der Neuzeit.

In bestimmten Fällen wird den Briefen z.B. bei Gewährung eines Privileges ein entsprechender Urkunden- oder Erlasscharakter zugesprochen.

3.10 Epigraphik (Inschriftenkunde)

In der antiken Welt wurden Materialien wie Stein, Bronze, Ton oder Holz für eine "dauerhafte" Fixierung der bedeutsamen politischen, juristischen und wirtschaftlichen Dokumente verwendet.

3.11 Papyrologie (Wissenschaft vom Papyrus)

Das Primärmaterial sind die Papyri (= Beschriftungsmaterial).

Prinzipiell weisen die Papyri eine regionale Beschränkung auf [Ägypten] und sind in Hieroglyphen, hieratischer oder demotischer Schrift aufgezeichnet.

Zur Erforschung der ägyptischen Wirtschafts- und Sozialgeschichte sind die Papyri Elementarquellen.

Mit eingeschränkter Berechtigung gelten diese Materialien auch als Dokumente für die Handelsaktivitäten Ägyptens mit benachbarten und weiter entfernten Ländern.

3.12 Archäologie

In diesen Bereich werden Funde wie Tonscherben, Statuen etc. aufgeführt.

Diesen archäologischen Exponaten wird ein bedeutsamer Stellenwert zugewiesen, da eine Chronologie von historischen Ereignissen rekonstruiert werden kann.

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Das antike griechische Wirtschaftssystem - Prolegomena und Exemplifikation
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig  (Historisches Seminar)
Note
2,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
23
Katalognummer
V22588
ISBN (eBook)
9783638258777
Dateigröße
545 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wirtschaftssystem, Prolegomena, Exemplifikation
Arbeit zitieren
Tom Eric Szczepanik (Autor:in), 2003, Das antike griechische Wirtschaftssystem - Prolegomena und Exemplifikation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22588

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