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Arbeitsmarktsegmentation in Deutschland - institutionalistische Ansätze in der Arbeitsmarkttheorie

Title: Arbeitsmarktsegmentation in Deutschland - institutionalistische Ansätze in der Arbeitsmarkttheorie

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 29 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Andreas Huber (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Im Februar 2003 erreichte die Arbeitslosigkeit in Deutschland den dritthöchsten Stand seit Antritt der rot-grünen Regierung im September 1998: 11,3 % in Gesamtdeutschland und schockierende 19,9 % im seit Jahren wie gelähmt wirkenden Osten. Die anhaltend stagnierende Wirtschaft und die katastrophale Lage auf dem Arbeitsmarkt lassen stimmen an Gewicht gewinnen, die eine grundlegende Neuordnung des deutschen Arbeits- und Wirtschaftssystem fordern. Bundeskanzler Schröder kündigte in seiner Regierungserklärung vom 14. März 2003 deutliche Einschnitt bei der Bezugsdauer von Arbeitslosengeld und die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe an, der einflussreiche Christdemokrat Friedrich Merz plädierte für eine "Entmachtung der Gewerkschaften" und die Freien Demokraten befürworten ein Ende des Flächentarifs für die Beschäftigten der deutschen Wirtschaft.

Welche dieser angesprochen Reformen tatsächlich einem Ende der deutschen Arbeitsmarktmisere zuträglich wären, soll nicht Thema dieser Arbeit sein; vielmehr soll es darum gehen zu verdeutlichen, welch immense Bedeutung der institutionellen Regulierung für die Ergebnisse des Arbeitsmarktes zukommt und wie man die über Jahrzehnte eingespielte deutsche Arbeitsmarktstruktur charakterisieren könnte. Zunächst werden hierfür einleitend soziologisch-institutionalistische Ansätze der Arbeitsmarkttheorie gegenüber klassisch-ökonomischen Ansätzen abgegrenzt. Anschließend werden die angelsächsische Dual-labour-market-sowie die Differenzierung von internen und externen Arbeitsmärkten diskutiert, bevor die deutsche Arbeitsmarktsegmentation beleuchtet wird. Abschließend folgt eine leicht essayistische Analyse der aktuellen Arbeitsmarktentwicklungen.

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Gliederung

1. Massenarbeitslosigkeit und institutionelle Ordnung des Arbeitsmarktes

2. Grundgedanken institutionalistischer Arbeitsmarkttheorien in Abgrenzung zur klassischen ökonomischen Theorie

3. Erklärungsansätze für segmentierte Arbeitsmärkte: ökonomische Effizienz, Machtsicherung und politische Einflussnahme

4. Zentrale Konzepte: Dualer Arbeitsmarkt, externe und interne Arbeitsmärkte

5. Arbeitsmarktsegmentation in Deutschland

5.1 Begrenzte Übertragbarkeit des dualen Modells auf Deutschland

5.2 Die Idealtypen: unstrukturierte, berufliche und betriebsinterne Arbeitsmärkte

5.3 Segmentation des deutschen Arbeitsmarktes

6. Politische Eingriffe und Veränderungen der institutionellen Ordnung

7. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der institutionellen Regulierung des deutschen Arbeitsmarktes und charakterisiert dessen vielschichtige Struktur. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich die Konfiguration der Arbeitsmarktsegmente unter dem Einfluss aktueller politischer Reformvorhaben verändern könnte.

  • Theoretische Abgrenzung zwischen klassischer Ökonomie und institutionalistischen Ansätzen.
  • Analyse der Erklärungsmodelle für die Herausbildung segmentierter Arbeitsmärkte.
  • Überprüfung der Anwendbarkeit des dualen Arbeitsmarktmodells auf das deutsche System.
  • Typologisierung des deutschen Arbeitsmarktes in unstrukturierte, berufsfachliche und betriebsinterne Märkte.
  • Diskussion politischer Eingriffe und deren Auswirkungen auf die zukünftige Arbeitsmarktkonfiguration.

Auszug aus dem Buch

Die Idealtypen: unstrukturierte, berufliche und betriebsinterne Arbeitsmärkte

Im hier thematisierten sog. betriebsstrategischen Ansatz sind Rückgriffe auf das Duale Konzept deutlich erkennbar. Dennoch ist die Perspektive deutlich verschieden, denn es geht nicht mehr darum die Volkswirtschaft auf der Makro-Ebene, d.h. nach der Branche oder nach der Betriebsgröße, zu unterteilen und dann die Beschäftigten einem guten oder einem schlechten Arbeitsmarktsegment zuordnen. Vielmehr ist der Ausgangspunkt der Analyse der einzelne Betrieb, der sich in eine komplexe Umwelt eingebettet sieht: Etwa Bedingungen des Technikstandes, des Gütermarktes, des Arbeitskräfteangebotes oder der sozialen und politischen Ordnung, die in ihrer Gesamtheit die Arbeitskräftestrategie eines Betriebes determinieren. Daraus können sich auch innerhalb eines Unternehmens verschiedene Teilmärkte entwickeln, die eine unterschiedlich starke Bindung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgebern und eine unterschiedliche Gratifikation beinhalten.

Auch Verschiebungen in der Bedeutung einzelner Arbeitsmarktsegmente innerhalb einer Unternehmung sowie dann aggregiert auf gesamtwirtschaftlicher Ebene sind denkbar, es handelt sich um ein dynamisches Modell. Der nun vorzustellende Ansatz ist also deutlich differenzierter und eignet sich besser, um der Vielschichtigkeit der deutschen (und auch europäischen) Wirklichkeit näher zu kommen. Unterschieden werden von den Initiatoren des Ansatzes (vgl. Lutz, 1987; Sengenberger, 1987) drei idealtypische Arbeitsmarktsegmente: Unstrukturierte Arbeitsmärkte oder synonym „Jedermannsarbeitsmärkte“, berufsfachliche und betriebsinterne Arbeitsmärkte. Diese lassen sich auf mehreren Dimensionen voneinander unterscheiden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Massenarbeitslosigkeit und institutionelle Ordnung des Arbeitsmarktes: Das Kapitel beleuchtet die schwierige Lage des deutschen Arbeitsmarktes Anfang 2003 und diskutiert den Reformdruck auf das bestehende Institutionensystem.

2. Grundgedanken institutionalistischer Arbeitsmarkttheorien in Abgrenzung zur klassischen ökonomischen Theorie: Hier werden die theoretischen Defizite der klassischen Ökonomie aufgezeigt und die Bedeutung institutioneller Rahmenbedingungen für den Arbeitsmarkt begründet.

3. Erklärungsansätze für segmentierte Arbeitsmärkte: ökonomische Effizienz, Machtsicherung und politische Einflussnahme: Dieses Kapitel stellt drei theoretische Strömungen vor, die erklären, warum Arbeitsmärkte in verschiedene, abgeschottete Segmente zerfallen.

4. Zentrale Konzepte: Dualer Arbeitsmarkt, externe und interne Arbeitsmärkte: Es wird das klassische Konzept des „Dual Labor Market“ nach Doeringer und Piore erläutert, welches als Vorläufer für spätere deutsche Ansätze dient.

5. Arbeitsmarktsegmentation in Deutschland: Dieses Kapitel analysiert die Spezifika des deutschen Arbeitsmarktes und führt die Untergliederung in unstrukturierte, berufsfachliche und betriebsinterne Märkte ein.

6. Politische Eingriffe und Veränderungen der institutionellen Ordnung: Hier wird prognostiziert, wie sich die Arbeitsmarktsegmente durch Reformmaßnahmen wie die Lockerung des Kündigungsschutzes oder das Ende von Flächentarifen verändern könnten.

7. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und einem Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der deutschen Arbeitsmarktstrukturen.

Schlüsselwörter

Arbeitsmarktsegmentation, Institutionalismus, Dualer Arbeitsmarkt, Betriebsstrategischer Ansatz, Unstrukturierte Arbeitsmärkte, Berufsfachliche Arbeitsmärkte, Betriebsinterne Arbeitsmärkte, Flächentarifverträge, Kündigungsschutz, Arbeitsmarktstruktur, Humankapitaltheorie, Arbeitskräftestrategie, Mitbestimmung, Lohnstruktur, Beschäftigungssystem.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Strukturen des deutschen Arbeitsmarktes aus einer institutionalistischen Perspektive und hinterfragt, wie diese Strukturen durch politische und wirtschaftliche Faktoren geprägt und verändert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Arbeitsmarktsegmentation, die Bedeutung von Betriebsinstitutionen, der Vergleich zwischen klassischen und institutionalistischen Theorien sowie der Einfluss von Politik und Tarifpolitik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die immense Bedeutung der institutionellen Regulierung für Arbeitsmarktergebnisse aufzuzeigen und zu erörtern, wie sich die aktuelle deutsche Arbeitsmarktstruktur durch Reformvorhaben wandeln könnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Diskussion der einschlägigen Fachliteratur zur Arbeitsmarktsegmentation, kombiniert mit einer Fallbetrachtung der institutionellen Gegebenheiten in Deutschland.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Abgrenzung der Arbeitsmarkttheorien, die Erläuterung des dualen Arbeitsmarktmodells sowie die detaillierte Analyse der deutschen Segmentationsformen und deren zukünftige Entwicklungspotenziale.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Arbeitsmarktsegmentation, institutionalistische Theorie, betriebsinterne Arbeitsmärkte, berufsfachliche Märkte, Reformprozesse und Lohnbildung.

Wie unterscheiden sich „unstrukturierte“ von „betriebsinternen“ Arbeitsmärkten?

Unstrukturierte Märkte (Jedermannsarbeitsmärkte) sind durch geringe Qualifikationsanforderungen, hohe Fluktuation und Pufferfunktionen gekennzeichnet, während betriebsinterne Märkte durch spezialisiertes Wissen, hohe Bindung an den Arbeitgeber und interne Karriereleitern geprägt sind.

Welche Rolle spielt die Ausbildung für den deutschen Arbeitsmarkt?

Die traditionelle duale Berufsausbildung ist ein zentraler Pfeiler, der für berufsfachliche Stabilität sorgt und vielen Arbeitnehmern den Zugang zu geschützten Arbeitsmärkten ermöglicht.

Welche Auswirkungen haben Reformvorhaben laut Autor auf den Arbeitsmarkt?

Der Autor prognostiziert eine tendenzielle Ausweitung unstrukturierter Arbeitsmärkte und eine Schwächung der berufsfachlichen Märkte durch Deregulierung, während betriebsinterne Märkte langfristig durch demografische Faktoren an Bedeutung behalten könnten.

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Details

Title
Arbeitsmarktsegmentation in Deutschland - institutionalistische Ansätze in der Arbeitsmarkttheorie
College
University of Bamberg  (Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Course
Beschäftigungsordnungen in Europa
Grade
2,0
Author
Andreas Huber (Author)
Publication Year
2003
Pages
29
Catalog Number
V22603
ISBN (eBook)
9783638258913
ISBN (Book)
9783638747622
Language
German
Tags
Arbeitsmarktsegmentation Deutschland Ansätze Arbeitsmarkttheorie Beschäftigungsordnungen Europa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Huber (Author), 2003, Arbeitsmarktsegmentation in Deutschland - institutionalistische Ansätze in der Arbeitsmarkttheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22603
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