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Verhaltensauffälligkeiten im Zusammenhang mit Lernbehinderungen in der Schulpraxis

Title: Verhaltensauffälligkeiten im Zusammenhang mit Lernbehinderungen in der Schulpraxis

Term Paper (Advanced seminar) , 1995 , 53 Pages , Grade: 1

Autor:in: Ulrike Dinauer (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Wir alle kennen sie: die unangepassten Störenfriede, die Regeln missachtenden Provozierer, die unruhigen Zappelphilipps und die realitätsfernen Träumerlein – in anderen Worten: verhaltensauffällige Kinder. Seit vielen Jahren bevölkern sie zunehmend unsere Schulklassen. Aus verhaltensauffälligen Kindern werden verhaltensauffällige Jugendliche, aus verhaltensauffälligen Jugendlichen werden Erwachsene mit teils massiven psychosozialen Problemen.
Ein Ende dieses Trends, des rasanten Zunehmens der Zahl junger Menschen, die unter derartigen Problemen leiden, ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: die devianten Verhaltensformen von Schülern sind zunehmend von Gewalt geprägt. Kindergruppen verprügeln einzelne Außenseiter und dokumentieren diese Heldentaten mit ihren Handy-Kameras. Auch jugendliche Amokläufer sind heute keine Ausnahme mehr.
Gewisse Zusammenhänge zwischen Lern- und Verhaltensproblemen sind offensichtlich. Sie bedingen einander, schaukeln einander hoch und machen es dem jungen Menschen zunehmend schwer bis unmöglich, sich ohne Hilfe aus diesem Netz je wieder zu befreien. Orientierungslosigkeit, Chancenlosigkeit, Zukunftsängste… es gibt viele Zutaten, die aus dieser Suppe früher oder später Flüssigsprengstoff machen.
Die Entstehungsfaktoren für eine derartige Entwicklung sind vielfältiger Natur. Nur wenn wir das gesamte Netzwerk möglicher Faktoren in seiner Komplexität betrachten, können wir einigermaßen adäquat darauf reagieren, Gefahrenmomente entschärfen und unser Bestes dazu tun, um jenen Kindern und Jugendlichen zu helfen und besonders drastischen Entartungen schon im Vorfeld vorzubeugen bzw. entgegenzusteuern.
Das Modell der Transaktionsanalyse mitsamt seinen zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten bietet hervorragende Techniken an, um individuellen Ursachen für einzelne problematische Verhaltenweisen sowohl behutsam auf den Grund zu gehen als auch – in Zusammenarbeit mit den betroffenen Kindern und Jugendlichen – konstruktive Kommunikations- und Handlungsalternativen zu suchen, zu erforschen und zu erproben. Als kreative Ergänzung allgemeiner pädagogischer Maßnahmen ist die Transaktionsanalyse ein viel versprechender Lösungsansatz, der den oft sehr belastenden und entmutigenden Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen zu einer neuen pädagogischen Herausforderung machen kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zum Begriff der „Verhaltensauffälligkeit“

1.1 Begriffeund Definitionen

1.1.1 Verhalten und Verhaltensauffälligkeit

1.1.2 Verwandte Begriffe

1.2 Beispiele und Kategorien

1.3 Häufigkeiten

1.4 Kritiken am Begriff der „Verhaltensauffälligkeit“, an Schule und Gesellschaft

1.4.1 Kritiken verschiedener Autoren

1.4.2 Eigene Stellungnahme

1.5 Verhaltensauffällige im Erwachsenenalter

2. Zum Begriff der „Lernbehinderung“

2.1 Begriffe und Definitionen

2.1.1 Behinderung, Lernen, Lernbehinderung

2.1.2 Verwandte Begriffe

2.2 Kriterien, Abgrenzungen

2.2.1 „Geistig behinderte“ bzw. „normale“ Kinder

2.2.2 Mehrfachbehinderungen

2.2.3 Teilleistungsschwächen

2.3 Diagnose

2.3.1 Diagnose von Teilleistungsschwächen

2.4 Lernbehinderte im Erwachsenenalter

3. Zusammenhänge zwischen Lern- und Verhaltensproblemen

3.1 „Verhaltensgestörte“ als Untergruppe der „Lernbehinderten“

3.2 Der Begriff der „Schulschwäche“

3.3 Zahlenmäßige Vergleiche

4. Ursachen für Verhaltens- und Lernprobleme

4.1 Wie entsteht Behinderung? - vier Paradigmata

4.1.1 Individualtheoretisches Paradigma

4.1.2 Interaktionstheoretisches Paradigma

4.1.3 Systemtheoretisches Paradigma

4.1.4 Gesellschaftstheoretisches Paradigma

4.1.5 Die „richtige“ Betrachtungsweise?

4.2 Ursachen im Kind selbst

4.2.1 Organische Ursachen

4.2.2 Psychische Konstitution

4.3 Umweltbedingte Ursachen

4.3.1 Nervöse Belastung

4.3.1.1 Das „nervöse“ Kind

4.3.1.2 Belastende Lernbedingungen

4.3.1.3 Außerschulische Stressoren

4.3.2 Ursachen im sozialen Gefüge

4.3.2.1 Der familiäre Hintergrund

4.3.2.2 Die Schule

4.3.2.3 Spiele

4.3.2.4 Sich selbst erfüllende Prophezeiungen

4.3.2.4.1 Konzepte, die sich durch den Selbsterfüllungsansatz erklären lassen

4.3.2.4.2 SFPs im Bereich des Lernens und der Erziehung

4.4 Untersuchung und Ursachenergründung

5. Pädagogische und therapeutische Konsequenzen

5.1 Allgemeine pädagogische Konsequenzen

5.1.1 Präventive Maßnahmen

5.1.2 Unmittelbare Maßnahmen

5.1.3 Längerfristige systematische Maßnahmen

5.1.4 Schulorganisatorische Maßnahmen

5.1.5 Längerfristige Maßnahmen unter Einbeziehung von schulexternen Personen

5.2 Nervöse, motorische und unterrichtlich-kognitive Anregung

5.2.1 Theoretische Basis

5.2.2 Nervöse Anregung

5.2.3 Motorische Anregung

5.2.4 Unterrichtlich-kognitive Anregung

5.2.4.1 Das subjektive Erleben von Aufgabenschwierigkeiten

5.3 Offenes Lernen mit verhaltensauffälligen Schülern

5.3.1 Was ist "Offenes Lernen"?

5.3.2 Offenes Lernen und einzelne Verhaltensauffälligkeiten

5.3.2.1 Aggressivität

5.3.2.2 Hyperaktive

5.3.2.3 Kontaktstörungen

5.3.2.4 Lernunlust

5.4 Verhaltenstherapie und Verhaltensmodifikation

5.4.1 Die Technik

5.4.2 Kritiken

5.4.2.1 Kritiken verschiedener Autoren

5.4.2.2 Eigene Stellungnahme

5.5 Die Transaktionsanalyse

5.5.1 Grundlagen und Begriffe

5.5.1.1 Die drei Ich-Zustände

5.5.1.1.1 Das Eltern-Ich

5.5.1.1.2 Das Kindheits-Ich

5.5.1.1.3 Das Erwachsenen-Ich

5.5.1.2 Arten von Transaktionen

5.5.1.2.1 Die Komplementär-Transaktion

5.5.1.2.2 Die Überkreuz-Transaktion

5.5.1.2.3 Verdeckte Transaktionen

5.5.2 TA und Schulprobleme

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen Lernbehinderungen und Verhaltensauffälligkeiten im Schulalltag. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Ursachen dieser Probleme zu entwickeln und auf Basis theoretischer Ansätze (wie der Transaktionsanalyse) sowie praktischer Konzepte (wie dem Offenen Lernen) effektive pädagogische Handlungsoptionen für betroffene Lehrkräfte und Schüler aufzuzeigen.

  • Phänomenologie und Definition von Verhaltensauffälligkeiten und Lernbehinderungen.
  • Analyse der Ursachenfaktoren im Kind selbst und in der sozialen Umwelt (Familie, Schule).
  • Die Rolle systemischer Prozesse, Labeling-Effekte und "Sich selbst erfüllender Prophezeiungen".
  • Pädagogische Interventionsmöglichkeiten und therapeutische Ergänzungen in der Schulpraxis.

Auszug aus dem Buch

Die drei Ich-Zustände

Die Transaktionsanalyse geht davon aus, daß sich die Persönlichkeit eines Menschen aus drei Seinszuständen zusammensetzt.

Diese sind:

- das „Eltern-Ich“,

- das „Kindheits-Ich“ und

- das „Erwachsenen-Ich“.

5.5.1.1.1 Das Eltern-Ich

„Das Eltern-Ich ist eine ungeheure Sammlung von Aufzeichnungen im Gehirn über ungeprüft hingenommene oder aufgezwungene Ereignisse, die ein Mensch in seiner frühen Kindheit wahrgenommen hat ... Das Wort „Eltern-Ich“ trifft diesen Sachverhalt insofern gut, als die wichtigsten Aufzeichnungen durch das Beispiel und durch Äußerungen der eigenen wirklichen Eltern oder Elternvertreter zustande kommen.“

Da das Kleinkind noch unfähig ist, mit sprachlichen Mitteln Sinnzusammenhänge herzustellen, wird alles Gehörte kritiklos gespeichert und als „absolute Wahrheit“ aufgezeichnet: Ermahnungen, Regeln, Ge- und Verbote - aber auch von den Eltern unbewußt vermittelte Werte und Haltungen.

Zum Beispiel wird das Kind depressiver Eltern voller Schrecken folgende „Tatsache“ in seinem Hirn aufzeichnen: „Die Welt ist schlecht und das Leben unendlich traurig.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zum Begriff der „Verhaltensauffälligkeit“: Definition und kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff im pädagogischen Kontext sowie Abgrenzung zu verwandten Bezeichnungen.

2. Zum Begriff der „Lernbehinderung“: Klärung der fachspezifischen Definitionen und Kriterien sowie Darstellung der schwierigen Abgrenzung zu anderen Beeinträchtigungsformen.

3. Zusammenhänge zwischen Lern- und Verhaltensproblemen: Untersuchung der Korrelation zwischen Lernschwierigkeiten und Verhaltensstörungen bei Schülern.

4. Ursachen für Verhaltens- und Lernprobleme: Analyse der Ursachen durch verschiedene theoretische Paradigmen sowie Betrachtung von Einflüssen durch das soziale Umfeld, die Familie und das Schulsystem.

5. Pädagogische und therapeutische Konsequenzen: Darlegung praktischer Interventionsmöglichkeiten, von präventiven Maßnahmen über Offenes Lernen bis hin zur Verhaltensmodifikation und Transaktionsanalyse.

6. Fazit: Zusammenfassende Reflektion über die Notwendigkeit ganzheitlicher und empathischer pädagogischer Ansätze im Umgang mit als schwierig wahrgenommenen Kindern.

Schlüsselwörter

Verhaltensauffälligkeit, Lernbehinderung, Schulpraxis, Pädagogik, Verhaltensstörung, Teilleistungsschwäche, Ursachenanalyse, Transaktionsanalyse, Verhaltensmodifikation, Offenes Lernen, Soziale Deprivation, Etikettierung, Selbstbild, Förderdiagnostik, Schulschwierigkeiten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet die vielschichtige Verbindung zwischen kindlichen Verhaltensauffälligkeiten und Lernschwierigkeiten innerhalb der Schule.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Begriffsklärung, die multifaktoriellen Ursachen für Lern- und Verhaltensprobleme sowie die Entwicklung pädagogischer Hilfsmaßnahmen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Identifizierung pädagogischer Einflußmöglichkeiten, die hilfreich für alle am schulischen Prozess beteiligten Personen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, kombiniert mit Fallbeispielen aus der Schulpraxis und einer qualitativen Befragung einer Fachexpertin.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehungsbedingungen von Problemen (Paradigmata), umweltbedingte Stressoren und stellt diverse pädagogische sowie therapeutische Lösungsansätze vor.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Verhaltensauffälligkeit, Lernbehinderung, Schulpraxis, systemische Ursachen, Verhaltensmodifikation und Transaktionsanalyse.

Warum ist die Transaktionsanalyse für den Schulkontext relevant?

Sie liefert einfache Erklärungsmodelle für Kommunikationsprozesse zwischen Lehrern und Schülern und hilft, „Spiele“ zu durchschauen, die Lernprozesse behindern.

Welche Bedeutung kommt dem „Offenen Lernen“ zu?

Das Offene Lernen wird als Möglichkeit dargestellt, durch individuelle Arbeitsformen und stärkere Schülerorientierung Verhaltensprobleme wie Lernunlust oder Aggressivität zu mildern.

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Details

Title
Verhaltensauffälligkeiten im Zusammenhang mit Lernbehinderungen in der Schulpraxis
College
Pädagogische Akademie des Bundes in der Steiermark  (Abteilung Sonderpädagogik)
Course
Lernbehindertenpädagogik
Grade
1
Author
Ulrike Dinauer (Author)
Publication Year
1995
Pages
53
Catalog Number
V22712
ISBN (eBook)
9783638259866
ISBN (Book)
9783638701433
Language
German
Tags
Verhaltensauffälligkeiten Zusammenhang Lernbehinderungen Schulpraxis Lernbehindertenpädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ulrike Dinauer (Author), 1995, Verhaltensauffälligkeiten im Zusammenhang mit Lernbehinderungen in der Schulpraxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22712
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