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Die ästhetische Betrachtungsweise bei Arthur Schopenhauer

Title: Die ästhetische Betrachtungsweise bei Arthur Schopenhauer

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 16 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Holger Lehmann (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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„Welche Erkenntnisart nun aber betrachtet jenes außer und unabhängig von aller Relation bestehende, allein eigentlich Wesentliche der Welt, den wahren Gehalt ihrer Erscheinungen, das keinem Wechsel Unterworfene und daher für alle Zeit mit gleicher Wahrheit Erkannte, mit einem Wort, die Ideen, welche die unmittelbare und adäquate Objektität des Dinges an sich, des Willens sind? Es ist die Kunst, das Werk des Genius. Sie wiederholt die durch reine Kontemplation aufgefassten ewigen Ideen, das Wesentliche und Bleibende aller Erscheinungen der Welt, und je nachdem der Stoff ist, in welchem sie wiederholt, ist sie bildende Kunst, Poesie oder Musik. Ihr einziger Ursprung ist die Erkenntnis der Ideen; ihr einziges Ziel Mitteilung dieser Erkenntnis.“

Dieses Zitat aus dem dritten Buch von Arthur Schopenhauers „Welt als Wille und Vorstellung“ enthält die Kernaussagen seiner Ästhetiktheorie. Da die Kunst bei Schopenhauer eine wichtige Rolle für seine gesamte Willensphilosophie inne hat, soll es Ziel dieser Arbeit sein, dem Leser Einblicke in die Ausführungen Schopenhauers zur Ästhetik zu gewähren, indem hier die wichtigsten im Zitat erwähnten Aspekte seiner Lehre noch einmal betrachtet und wenn nötig auch erläutert werden.

Ich werde mich im Folgenden bezüglich der Reihenfolge und dem Inhalt überwiegend an dem dritten Buch von der „Welt als Wille und Vorstellung“ orientieren. Diese Vorgehensweise bietet sich deshalb an, weil der Autor zunächst sozusagen das „Material“, wie zum Beispiel die Eigenschaften der ewigen Ideen, mit dem er arbeitet im Allgemeinen beschreibt, um dann auf jenen Erklärungen basierend das Wirken und die Aufgaben dieser „Materialien“ im Einzelnen zu erläutern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.0 Schopenhauers Willensphilosophie

2.0 Die platonischen Ideen in der Schopenhauerschen Ästhetik

2.1 Das reine Subjekt des Erkennens

3.0 Die Kunst und der Künstler

3.1 Das Schöne und das Erhabene

4.0 Die verschiedenen Stufen der Objektivation des Willens in der Kunst

4.1 Die Bildenden Künste

4.2 Die Poesie

4.3 Die Musik

5.0 Schlussbetrachtung

6.0 Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die zentrale Rolle der Ästhetik innerhalb der Willensphilosophie von Arthur Schopenhauer. Das primäre Ziel ist es, den Prozess der ästhetischen Betrachtung als Möglichkeit zur temporären Befreiung vom Leid zu erläutern, das durch das unaufhörliche Wollen des Willens entsteht.

  • Grundlagen der Schopenhauerschen Willensphilosophie und Weltvorstellung
  • Die Funktion der platonischen Ideen in der ästhetischen Erkenntnis
  • Die Rolle des Genies bei der Erschaffung von Kunstwerken
  • Die Unterscheidung zwischen dem Schönen und dem Erhabenen
  • Die hierarchische Einordnung der Künste gemäß ihrer Objektivation des Willens

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Schöne und das Erhabene

Aus den bisherigen Erläuterungen geht hervor, dass die Erkenntnis der Ideen dem Menschen durch die Beschaffenheit des betrachteten Objekts besonders leicht gemacht wird. Es handelt sich hierbei um ein Entgegenkommen der Ideen, die sowohl in den Naturerscheinungen, als auch in den Kunstwerken enthalten sind. Sobald uns die Objekte aufgrund ihrer einladenden Gestalt ansprechen, bezeichnet man sie als schön. Das Schöne wirkt und lässt uns als sein Betrachter Schönheit empfinden. Durch die Schönheit des angeschauten Objekts werden wir vom Dienste des Willens, ohne dass wir es merken, befreit und bleiben als reines Subjekt der Erkenntnis zurück. Dass wir die Befreiung nicht bemerken liegt daran, dass der Wille sich in der Erfüllung seines Wollens und von dem schönen Objekt nicht bedroht fühlt. Er lässt eine ästhetische Betrachtung zu.

Nun gibt es aber auch Objekte die nicht sofort als schön empfunden werden, da sie in einem negativen Verhältnis zu den Bedürfnissen des Willens stehen. Genau in diesem Punkt setzt hinsichtlich der Kontemplation der Begriff des Erhabenen ein. Durch das Gefühl der Schönheit gehört keine Überwindung dazu, ein Objekt hinsichtlich seiner Idee zu betrachten, wie dies etwa bei einem Sonnenaufgang der Fall sein könnte. Ein Erdbeben hingegen löst in der Regel Angst aus und führt bei den meisten Menschen zu einem Fluchtverhalten und nicht zur Kontemplation.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Ästhetiktheorie Schopenhauers und Darlegung der methodischen Vorgehensweise anhand des dritten Buches von „Welt als Wille und Vorstellung“.

1.0 Schopenhauers Willensphilosophie: Erläuterung des Grundgedankens, dass die Welt als blinder Wille und Vorstellung existiert, was als Ursprung des menschlichen Leidens identifiziert wird.

2.0 Die platonischen Ideen in der Schopenhauerschen Ästhetik: Darstellung der Ideen als Vermittler zwischen Wille und Vorstellung, die durch intuitive Kontemplation erfahrbar sind.

2.1 Das reine Subjekt des Erkennens: Analyse des Zustands, in dem sich das Individuum zweckfrei in der Kontemplation verliert und zeitweise vom Dienst des Willens befreit wird.

3.0 Die Kunst und der Künstler: Untersuchung der Rolle des Genies, das die Fähigkeit besitzt, ewige Ideen in Kunstwerken anschaulich zu wiederholen.

3.1 Das Schöne und das Erhabene: Differenzierung zwischen der leichten Kontemplation des Schönen und der bewusst geforderten Überwindung im Erhabenen.

4.0 Die verschiedenen Stufen der Objektivation des Willens in der Kunst: Klassifizierung der Kunstformen basierend auf der Intensität und Hierarchie der Willensobjektivation.

4.1 Die Bildenden Künste: Analyse der Hierarchie von Architektur über Gartenkunst und Malerei bis hin zur Historienmalerei und Skulptur.

4.2 Die Poesie: Untersuchung der Dichtkunst als angemessenste Form zur Darstellung der Idee der Menschheit mittels abstrakter Begriffe.

4.3 Die Musik: Einordnung der Musik als unmittelbare Objektivation des Willens, die außerhalb der Ideen existiert.

5.0 Schlussbetrachtung: Kritische Reflexion über die Trostfunktion der Kunst und die Frage, ob alle Menschen den Zustand des Erhabenen erreichen können.

6.0 Literatur: Auflistung der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Schopenhauer, Willensphilosophie, Ästhetik, platonische Ideen, Kunst, Genie, Kontemplation, das Schöne, das Erhabene, Welt als Wille und Vorstellung, Erkenntnis, Objektivation, Leid, Erlösung, Kunstformen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit Schopenhauers Ästhetiktheorie und untersucht, wie Kunst dazu beitragen kann, den Menschen kurzzeitig vom leidvollen Diktat des Willens zu befreien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Willensphilosophie, die Lehre von den platonischen Ideen, der Begriff des Genies sowie die ästhetische Unterscheidung zwischen dem Schönen und dem Erhabenen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Schopenhauers Ausführungen über die Aufgabe der Kunst zu erläutern und aufzuzeigen, wie ästhetische Betrachtung als Mittel zur Erkenntnis und Troststiftung dient.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung folgt einer Textanalyse des dritten Buches von Arthur Schopenhauers Hauptwerk „Welt als Wille und Vorstellung“.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der philosophischen Grundlagen, die Analyse des Künstlers, die Hierarchie der bildenden Künste, die Sonderstellung der Poesie sowie der Musik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen zählen Wille, Vorstellung, Idee, Kontemplation, Genie, Schönes, Erhabenes und die Trostfunktion der Kunst.

Warum unterscheidet Schopenhauer zwischen dem Schönen und dem Erhabenen?

Während das Schöne den Betrachter mühelos in einen kontemplativen Zustand versetzt, erfordert das Erhabene eine bewusste geistige Überwindung, da das Objekt in einem negativen Verhältnis zu den Bedürfnissen des Willens steht.

Wie nimmt die Musik eine Sonderstellung bei Schopenhauer ein?

Im Gegensatz zu den anderen Künsten, die Ideen darstellen, ist die Musik nach Schopenhauer eine unmittelbare Objektivation des Willens selbst, was ihr eine einzigartige, allgemeingültige Ausdruckskraft verleiht.

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Details

Title
Die ästhetische Betrachtungsweise bei Arthur Schopenhauer
College
University of Hannover  (Philosophisches Seminar)
Course
Seminar: Programme der Kunst
Grade
sehr gut
Author
Holger Lehmann (Author)
Publication Year
2003
Pages
16
Catalog Number
V22730
ISBN (eBook)
9783638260022
ISBN (Book)
9783640996759
Language
German
Tags
Betrachtungsweise Arthur Schopenhauer Seminar Programme Kunst
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Holger Lehmann (Author), 2003, Die ästhetische Betrachtungsweise bei Arthur Schopenhauer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22730
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