Den Einstieg in meine Arbeit bildet die Frage nach der Zielsetzung, die mit der Antwort eines umfassenderen Einblicks in das Thema Landwirtschaft in den ostmitteleuropäischen EU-Beitrittsländern beantwortet werden soll.
In der Einleitung ist ferner die Bedeutung und die Aktualität der Landwirtschaft in den MOEL enthalten. Dies ist notwendig um einen kurzen Gesamtüberblick über die Thematik zu erhalten und die umfangreiche Komplexität darzustellen.
Das folgende Kapitel „Situation der Landwirtschaft in den ostmitteleuropäischen EU-Beitrittsländern“ versucht dieses komplexe Thema ein wenig einzugrenzen. So wird versucht durch einen kurzen Überblick über den Einfluss des historischen Erbes aber auch durch die Entwicklung und den Vergleich der Landwirtschaft in den Ländern anhand ausgewählter Sektoren, die Thematik näher zu erläutern.
Die Integration der ostmitteleuropäischen Landwirtschaft in die EU bildet den dritten Teil der Arbeit, der die Positionen und Forderungen seitens der EU als auch der MOEL beinhaltet. Weitere Berücksichtigung erhalten die verschiedenen Heranführungsinstrumente, durch die eine Anpassung der Landwirtschaft in den MOEL an den Status der EU erreicht werden soll. Das vierte Kapitel wagt einen Blick in die Zukunft, der einerseits durch die Frage nach dem Potential der Landwirtschaft nach einem Beitritt veranschaulicht werden soll, andererseits durch die Auflistung von möglichen Risikobereichen und Problemen in der Landwirtschaft. Hierbei sei festgestellt, dass ein Blick in die Zukunft nur schwer möglich ist. Den Schluss bildet eine kurze Zusammenfassung über das Thema, die die Landwirtschaft in den ostmitteleuropäischen EU-Beitrittsländer als ein komplexes darstellt, die gesamtwirtschaftlich betrachtet mit erheblichen Unterschieden zwischen den Beitrittsländern und den zahlreichen Risiken, über ein großes Potential verfügt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Zielsetzung
1.2. Aktualität und Bedeutung der Landwirtschaft in den Beitrittsländern
2. Situation der Landwirtschaft in den ostmitteleuropäischen EU-Beitrittsländern
2.1. Der Einfluß des historischen Erbes auf die heutige Landwirtschaft
2.1.1. Von der Plan- zur Marktwirtschaft
2.1.2. Das Privatisierungsproblem in der Landwirtschaft
2.2. Entwicklung und Vergleich der Landwirtschaft in den MOEL anhand ausgewählter Agrarsektoren
2.2.1. Landwirtschaftliche Nutzfläche und Agrarproduktion
2.2.2. Betriebsstruktur
2.2.3. Agrarhandel und Preise
2.2.4. Landwirtschaft und Umwelt
3. Integration der ostmitteleuropäischen Landwirtschaft in die EU
3.1. Position der MOEL und der EU
3.2. Heranführungshilfen
4. Blick in die Zukunft
4.1. Problembereiche und Risiken
4.2. Chancen der Landwirtschaft in den 8 MOEL
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Situation der Landwirtschaft in den ostmitteleuropäischen EU-Beitrittsländern (MOEL) umfassend zu beleuchten und deren Integration in das europäische Agrarsystem zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Auswirkungen der historische Transformationsprozess auf die heutigen Agrarstrukturen hatte und welche Herausforderungen sowie Potenziale sich durch den EU-Beitritt für die landwirtschaftlichen Sektoren dieser Länder ergeben.
- Einfluss des historischen Erbes und der Transformation zur Marktwirtschaft auf die Landwirtschaft.
- Vergleichende Analyse der Agrarsektoren (Nutzfläche, Produktion, Betriebsstruktur).
- Integration in den EU-Binnenmarkt: Positionen der MOEL und der EU sowie Heranführungshilfen (PHARE, ISPA, SAPARD).
- Zukunftsperspektiven: Identifizierung von Risiken, Problembereichen und Chancen für die Landwirtschaft in den MOEL.
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Von der Plan- zur Marktwirtschaft
In den ost- und mitteleuropäischen EU-Beitrittsländern unterliegt der Agrarsektor einem Wandel von der ehemals sozialistischen Planwirtschaft hin zu einer wettbewerbsfähigen Marktwirtschaft. Diese Transformation war und ist noch immer ein sehr schwieriger Prozess, da die in den Ländern zuvor herrschenden ökonomischen Strukturen, grundlegend anders waren als die in den Ländern der Marktwirtschaft (BUCHHOFER, QUAISSER 1998, S.1-2).
Vor der Transformation war ein Agrarmarkt als solcher praktisch nicht vorhanden. Die Erzeugung, Verteilung, Verwendung, als auch die Preise von Agrarprodukten wurden nicht durch Angebot und Nachfrage, sondern durch staatliche Einrichtungen im Rahmen der zentral gelenkten Planwirtschaft getroffen. Die Nachfragekurve nach Agrarprodukten oder anderen Lebensmitteln wurde somit durch die Entwicklung der Einkommen gesteuert. Besonders charakteristisch für die Landwirtschaft der MOEL vor der Transformation war die führende Stellung der Verarbeitungsbetriebe von Getreide, Milch, Fleisch und Ölsaaten, die bis heute noch teilweise vorherrschend ist. Auch die Vielfältigkeit der Warenströme zwischen Erzeuger, Großhandel und Verarbeiter war und ist auch heute teilweise noch nicht vorhanden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung der Arbeit ein und erörtert die Bedeutung sowie die aktuelle Relevanz der Landwirtschaft in den MOEL im Kontext der EU-Osterweiterung.
2. Situation der Landwirtschaft in den ostmitteleuropäischen EU-Beitrittsländern: Dieses Kapitel analysiert den Einfluss des historischen Erbes auf die heutige Landwirtschaft und vergleicht die Entwicklung der Agrarsektoren in den einzelnen Ländern.
3. Integration der ostmitteleuropäischen Landwirtschaft in die EU: Hier werden die Positionen der MOEL und der EU bei den Beitrittsverhandlungen sowie die verschiedenen Heranführungsinstrumente wie PHARE, ISPA und SAPARD thematisiert.
4. Blick in die Zukunft: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit den Herausforderungen, Risiken und Chancen auseinander, denen die Landwirtschaft der MOEL nach dem Beitritt zur EU gegenübersteht.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und charakterisiert die Landwirtschaft der MOEL als komplexes System, das trotz erheblicher Unterschiede zwischen den Ländern und zahlreicher Risiken ein großes Potenzial aufweist.
Schlüsselwörter
Landwirtschaft, MOEL, EU-Beitritt, Transformation, Marktwirtschaft, Agrarstruktur, Privatisierung, Agrarhandel, Heranführungshilfen, SAPARD, Wettbewerbsfähigkeit, Strukturwandel, Agrarproduktion, EU-Osterweiterung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Transformationsprozess und die Integration der Landwirtschaft in den ostmitteleuropäischen EU-Beitrittsländern (MOEL) im Rahmen der EU-Osterweiterung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf dem historischen Erbe der Planwirtschaft, der Privatisierung der Agrarbetriebe, dem Vergleich von Agrarsektoren sowie der Unterstützung durch EU-Heranführungsprogramme.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, einen umfassenden Einblick in die Situation der Landwirtschaft in den MOEL zu geben und aufzuzeigen, wie diese Länder mit den Anforderungen der EU-Integration umgehen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und vergleichenden Analyse von agrarökonomischen Daten, Statistiken der Europäischen Kommission und einer Auswertung einschlägiger Fachliteratur zum Transformationsprozess.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der historischen Grundlagen, den Vergleich aktueller Betriebsstrukturen und Produktionskennzahlen sowie die Darstellung der Verhandlungen und Finanzierungsinstrumente für den EU-Beitritt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Landwirtschaft, MOEL, EU-Beitritt, Transformation, Agrarstruktur, Privatisierung, Wettbewerbsfähigkeit und SAPARD.
Welche Rolle spielt die Privatisierung im Prozess der Agrar-Transformation?
Die Privatisierung ist laut der Autorin ein zentraler Pfeiler zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, stellt jedoch aufgrund der komplexen Dekollektivierung und der Notwendigkeit stabiler Bodenmärkte eine erhebliche Herausforderung dar.
Wie wirken sich die Heranführungshilfen konkret aus?
Finanzinstrumente wie SAPARD dienen dazu, die Modernisierung der Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie voranzutreiben, wobei den Bewerberländern gleichzeitig Verantwortung für die Projektverwaltung übertragen wird, um sie mit den Gemeinschaftsbestimmungen vertraut zu machen.
- Quote paper
- Silvia Schein (Author), 2003, Die Landwirtschaft in den ostmitteleuropäischen EU-Beitrittsländern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22738