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Holocaust - Exemplarische Analyse der Jugendbücher "Damals war es Friederich" von Hans Peter Richter und "Ich bin ein Stern" von Inge Auerbacher

Title: Holocaust - Exemplarische Analyse der Jugendbücher "Damals war es Friederich" von Hans Peter Richter und "Ich bin ein Stern" von Inge Auerbacher

Seminar Paper , 2004 , 23 Pages , Grade: 2

Autor:in: Christina Kühn (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Summary Excerpt Details

Dieses 1994 von einer 18 jährigen Schülerin eines niedersächsischen Gymnasiums
verfasste Gedicht spiegelt die Situation deutscher Jugendlicher und ihre heutige Sicht
in Bezug auf den Nationalsozialismus und des Holocaust wieder. Gemeint ist die so
genannte „Dritte Generation“, die sich teilweise emotional schuldig fühlt- obwohl sie
gar keine Schuld trifft- die sic h mit dem Thema überflutet sieht aber andererseits auf
Distanz zum Thema geht, eben weil es zu ihnen persönlich und diesem Thema eine
große Distanz gibt.
Der Auschwitz Überlebende Primo Levi mahnte: „ ‚ Es ist geschehen und kann deshalb
wieder geschehen.’ Was können wir tun, damit es nicht wieder geschieht?“2 Die
Antwort sollte lauten, die Jugend zu einer kritisch- konstruktiven Auseinandersetzung
mit dem Holocaust zu bewegen. Dies ist überaus wichtig, da es in der Tat Ansätze
von Bereitschaft für eine Wiederholung gab wie das so genannte Milgram Experiment
im Jahre 1981 an einer amerikanischen Highschool gezeigt hat:
„Ihr habt gesagt, so etwas könne nie wieder geschehen. Aber denkt doch einmal
darüber nach, wie nahe ihr selbst schon diesem Zustand gekommen seid. Ihr habt
diejenigen bedroht, die nicht zu euch gehören wollten. […] Faschismus, das ist
nicht etwas, das nur andere Menschen betrifft. Faschismus ist hier mitten unter
uns und in jedem von uns.“3
Im Rahmen dieser Hausarbeit möchte ich mich mit der Lage der heutigen Jugendlichen
befassen, die sich „erinnern“ müssen, was vor gut einem halben Jahrhundert in
ihrem Land vorging und ihnen somit als historisches Erbe, das sie nicht ablehnen
können, hinterlassen wurde. Diese Überlegungen führen unweigerlich dazu, über
eine aktuelle und zeitmäßige „Erziehung nach Auschwitz“ für die heutige Zeit nachzudenken.
Schlussendlich möchte ich mich mit zwei konkreten Kinder- und Jugendbüchern
beschäftigen, die in der Schule zum Einstieg in diese wichtige und zugleich hoch
komplizierte Thematik genutzt werden können. Hierzu habe ich mich für einen Vergleich
des „Klassikers“ „Damals war es Friederich“ von Hans- Peter Richter und
„Ich bin ein Stern“ von Inge Auerbacher entschieden.
2 Dahrendorf, Malte(Hrsg.): Beiträge Jugendliteratur und Medien. Die Darstellung des Holocaust
in der Kinder- und Jugendliteratur. 10. Beiheft. Weinheim 1999. S. 15
3 Rhue, Morton: Die Welle. New York 1981. S. 176

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung:

2 Deutschland nach Auschwitz

2.1 Die erste Generation:

2.2 Die zweite Generation:

2.3 Die dritte Generation:

3 Pädagogik nach Auschwitz:

3.1 Adorno:

3.2 Zur Praxis einer Erziehung nach Auschwitz:

4 Historische Entwicklung der Jugendliteratur nach Auschwitz und Diskurs:

4.1 Die Jahre der Verdrängung:

4.2 Schonraumliteratur:

4.3 Das politische Kinder- und Jugendbuch:

4.4 Ästhetik kontra Didaktik:

4.5 Die aktuelle Marktsituation:

5 Buchanalysen:

5.1 „Damals war es Friederich“ von Hans Peter Richter

5.1.1 Biographie:

5.1.2 Inhalt:

5.1.3 Analyse:

5.2 „Ich bin ein Stern“

5.2.1 Biographie:

5.2.2 Inhalt:

5.2.3 Analyse:

5.3 „Damals war es Friederich“ und „Ich bin ein Stern“ im Vergleich:

6 Fazit:

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogische Bedeutung und Eignung von Jugendbüchern über den Holocaust für den modernen Deutschunterricht. Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, wie historische Ereignisse altersgerecht vermittelt werden können, ohne die Leserschaft durch Klischees oder eine unangemessene "Schockpädagogik" zu entfremden oder emotional zu überfordern.

  • Die generationenübergreifende Auseinandersetzung mit dem Holocaust in Deutschland.
  • Die theoretischen Grundlagen der "Pädagogik nach Auschwitz" (insb. Adorno).
  • Die historische Entwicklung der Holocaust-Jugendliteratur und deren ästhetische sowie didaktische Ansprüche.
  • Vergleichende Analyse der Werke „Damals war es Friederich“ und „Ich bin ein Stern“ hinsichtlich ihrer Eignung als Standardlektüre im Unterricht.

Auszug aus dem Buch

5.1.3 Analyse:

„Damals war es Friederich“ wurde seit seinem Erscheinen im Jahre 1961 in 13 Sprachen übersetzt und hat eine Weltauflage von 2 Millionen Exemplaren. Es ist mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden, hat allen vergleichbaren Büchern den Rang abgelaufen und zählt heute in den Schulen immer noch zur Standardlektüre zur Einführung in die Thematik Nationalsozialismus und Holocaust. Der große und lang anhaltende Erfolg diese Buches gerade in den Schulen ist sicherlich damit zu erklären, dass es sich um eine Ganzschrift handelt, es leicht lesbar ist, da die Sätze kurz und die Sprache einfach gehalten sind und es in kurze Kapitel eingeteilt ist. Somit bietet es sich an, im Unterricht behandelt zu werden. Jedoch ist das vor vierzig Jahren erschienene Buch aus heutiger Sicht nicht unproblematisch.

Sicherlich hat es seine Berechtigung als historischer Text, denn es war wie oben erwähnt in der Adenauerzeit ein absolutes Novum, dass die jüngste Geschichte überhaupt in der Literatur thematisiert wurde. Jedoch ist es bei genauerer Betrachtung nicht unbedenklich, da es erhebliche Mängel aufweist, die das Buch in der heutigen Zeit zur praktischen Behandlung ungeeignet und veraltet werden lassen. Insgesamt wirkt es sehr konstruiert.

Dahrendorf kritisiert zum Beispiel, dass Richter Tatsachen nicht korrekt schildert und zu einer stereotypen Darstellungsweise der Personen neigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, wie die heutige "Dritte Generation" an das historische Erbe des Nationalsozialismus und die "Erziehung nach Auschwitz" herangeführt werden kann.

2 Deutschland nach Auschwitz: Dieses Kapitel beschreibt die unterschiedlichen Sozialisationserfahrungen und Fragen der verschiedenen Generationen gegenüber dem Holocaust.

3 Pädagogik nach Auschwitz: Der Fokus liegt hier auf Adornos Forderungen und der praktischen Umsetzung einer Pädagogik, die eine Wiederholung der Barbarei verhindern soll.

4 Historische Entwicklung der Jugendliteratur nach Auschwitz und Diskurs: Das Kapitel zeichnet den Wandel von der Verdrängung über die Schonraumliteratur hin zur politischen und ästhetisch anspruchsvollen Jugendliteratur nach.

5 Buchanalysen: Hier werden die Werke von Hans Peter Richter und Inge Auerbacher detailliert in Bezug auf ihre Biographien, Inhalte und ihren didaktischen Wert analysiert.

6 Fazit: Das Fazit bewertet das Werk von Richter als überholt für den Primäreinsatz im Unterricht und empfiehlt stattdessen aktuellere Titel wie den von Auerbacher.

Schlüsselwörter

Holocaust, Jugendliteratur, Nationalsozialismus, Pädagogik nach Auschwitz, Erziehung, Schullektüre, Didaktik, Damals war es Friederich, Ich bin ein Stern, Hans Peter Richter, Inge Auerbacher, Erinnerungskultur, Aufklärung, Shoa, Identifikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Aufarbeitung des Holocausts für Jugendliche und der Frage, wie diese Thematik heute sinnvoll im Unterricht vermittelt werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die pädagogische Reflexion über den Holocaust, die historische Entwicklung deutschsprachiger Jugendliteratur zu diesem Thema sowie die kritische Analyse zweier bekannter Jugendbücher.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Evaluierung, ob klassische Jugendromane heute noch als primäre Unterrichtslektüre geeignet sind oder ob sie durch zeitgemäßere Literatur ersetzt werden sollten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche und pädagogische Analyse, die auf Fachliteratur zu den Themen "Erziehung nach Auschwitz" und "Jugendliteraturforschung" basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Pädagogik, einen historischen Abriss der Literatur zum Nationalsozialismus sowie die spezifische Analyse der Romane „Damals war es Friederich“ und „Ich bin ein Stern“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Holocaust, Jugendliteratur, Pädagogik nach Auschwitz, Didaktik, Nationalsozialismus sowie die spezifischen Autoren und Werktitel.

Warum wird das Werk von Hans Peter Richter als kritisch betrachtet?

Die Autorin argumentiert, dass das Buch stereotype Figurenzeichnungen, historische Ungenauigkeiten und veraltete pädagogische Ansätze aufweist, die eine objektive Auseinandersetzung erschweren.

Warum wird "Ich bin ein Stern" als empfehlenswerter eingestuft?

Das Werk gilt als glaubwürdiger, da es auf persönlichen Erlebnissen der Autorin basiert und die Ereignisse differenzierter sowie historisch detaillierter vermittelt.

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Details

Title
Holocaust - Exemplarische Analyse der Jugendbücher "Damals war es Friederich" von Hans Peter Richter und "Ich bin ein Stern" von Inge Auerbacher
College
University of Münster  (Institut für Deutsche Sprache und Literatur und ihre Didaktik)
Course
Literatur über den Holocaust im Deutschunterricht
Grade
2
Author
Christina Kühn (Author)
Publication Year
2004
Pages
23
Catalog Number
V22768
ISBN (eBook)
9783638260350
Language
German
Tags
Holocaust Exemplarische Analyse Jugendbücher Damals Friederich Hans Peter Richter Stern Inge Auerbacher Literatur Holocaust Deutschunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christina Kühn (Author), 2004, Holocaust - Exemplarische Analyse der Jugendbücher "Damals war es Friederich" von Hans Peter Richter und "Ich bin ein Stern" von Inge Auerbacher, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22768
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