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Der Einfluss von DRG auf das ärztliche Handeln - Eine kritische Analyse im Spannungsfeld zwischen Ethik und Ökonomie

Title: Der Einfluss von DRG auf das ärztliche Handeln - Eine kritische Analyse im Spannungsfeld zwischen Ethik und Ökonomie

Term Paper , 2003 , 43 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Jörn Bordeaux (Author)

Nursing Science - Nursing Management
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[...] Die Skeptiker dieses neuen Abrechnungssystems fürchten unter anderem untragbare Risiken für die Behandlungsqualität, bedingt durch kürzere Liegezeiten und einen größeren Wettbewerb zwischen den Krankenhäusern. Wie gezeigt werden soll, scheinen sich manche der Befürchtungen zu bestätigen. Beachtenswert ist jedoch, dass ein Großteil der betriebs- und volkswirtschaftlichen Arbeiten zur gesundheitspolitischen Debatte nur einen Ausblick auf die monetären oder qualitätsverbundenen Auswirkungen wirft. Dabei muss jede durch die Politik oder das Krankenhausma nagement vorgegebene ökonomisch motivierte Entscheidung seine Umsetzung auch auf der Mikroebene, sprich zwischen Pflegepersonal und Patient, finden. Die Vorstellungen der richtungsweisenden Institutionen (im Sinne von gestellten Rahmenbedingungen3) sind jedoch nicht immer deckungsgleich mit den Arbeitsauffassungen der im Krankenhaus agierenden Personen. Sparmaßnahmen können Rahmenbedingungen schaffen, die ein Handeln gegen die innere Überzeugung z.B. des Arztes provozieren, um diesen gerecht zu werden. Das somit auftretende Spannungsfeld zwischen Ethik und Ökonomie und die damit einhergehenden ethischen Konflikte stellen das am meisten ignorierte Problemfeld dar4. In der vorliegenden Arbeit soll nun versucht werden, herauszustellen, welche Auswirkungen die Einführung eines DRG-basierten Fallpauschalensystems auf die Mikroebene hat. Im Fokus steht hier die Beziehung zwischen Arzt und Patient im Krankenhaus. Da diese vor allem durch das Umfeld bestimmt wird, wird vorerst eine Prognose der zu erwartenden ökonomischen Folgen der DRG-Umstellung für die hier interessanten Bereiche gestellt. Ausgehend von den Ergebnissen der Prognose wird gefragt, welche Auswirkungen diese konkret für das Verhältnis zwischen Arzt und Patient, insbesondere für das Handeln des Arztes, haben werden. Mit Hilfe der Principal-Agent-Problematik werden dann ethische Konfliktsituationen des Krankenhausalltags herausgearbeitet und zur Unterstützung des Arztes in solchen Konfliktsituationen zuletzt ein ethisches Modell vorgestellt. 3 vgl. zur handlungstheoretischen und adressatenbezogenen Perspektive Dietzelfelbinger (2002), S. 84f. 4 vgl. Kühn (2003), S. 80.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ärztliches Handeln aus ethischer und ökonomischer Perspektive - Grundlagen

a) Ethik

b) Ökonomik

2.1 Ehik und Ökonomie - zwei Gegenpole?

2.2 Wirtschafts- und Medizinethik: Eine Standortbestimmung

2.2.1 Die drei Handlungsebenen der Wirtschaftsethik

a) Die Mikroebene

b) Die Mesoebene

c) Die Makroebene

2.3 Die Beziehung zwischen Arzt und Patient im Lichte der Ökonomie und Ethik - Erklärungsmodelle

3. Diagnosis Related Groups - Ein Überblick über das neue Fallpauschalensystem

a) Gesetzliche Grundlagen

b) Allgemeines

c) Ursprung der DRGs

d) Funktionsweise

e) Zeitplan der DRG-Einführung

4. Allgemeine Auswirkungen von DRG

a) Die Veränderung der Krankenhauslandschaft als Ergebnis des Wettbewerbs

b) Spezialisierung und Effizienzsteigerung

c) Behandlungsqualität

aa) Risikoselektion durch Ablehnung spezieller Fälle

bb) Die Senkung der Verweildauer

d) Kostendruck und Leistungsorientierung

5. Spezielle Auswirkungen von DRG - Die Rolle des Arztes als Entscheidungsträger im Krankenhaus

5.1 Problemstellung

5.2 Erläuterung

5.2.1 Das Spannungsfeld

a) Die Ethik

b) Die Ökonomie

c) Interessenkonflikte im Spannungsfeld: Die Prinzipal-Agenten-Problematik als Erklärungsmodell

5.2.2 Konkrete Konfliktsituationen zwischen Ethik und Ökonomie (Fallgruppen des ärztlichen Handelns)

a) Unterversorgung

b) Überversorgung

c) Fehlversorgung

5.2.3 DRGs - die optimale Lösung?

5.3 Lösungsansätze

a) Das Bottom-up-Modell

b) Das Top-Down-Modell

c) Das Nijmegen-Modell

d) Qualitätsmanagement

5.3.1 Das Verhältnis von Qualitätsmanagement und Ethikmodellen

5.3.2 Das Ethikmodell als Wettbewerbsfaktor

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Einführung des DRG-basierten Fallpauschalensystems auf das ärztliche Handeln, insbesondere im Hinblick auf das Spannungsfeld zwischen ökonomischen Zwängen und medizinethischen Verpflichtungen. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Fokus, wie sich die neue Vergütungsstruktur auf die Arzt-Patient-Beziehung auswirkt und welche ethischen Konflikte hierdurch entstehen.

  • Analyse des Spannungsfelds zwischen ärztlicher Ethik und ökonomischer Rationalität
  • Grundlagen und Funktionsweise des DRG-Systems im deutschen Krankenhauswesen
  • Einsatz der Prinzipal-Agenten-Theorie zur Erklärung der double-agency-Problematik des Arztes
  • Untersuchung konkreter Risiken: Unter-, Über- und Fehlversorgung sowie Risikoselektion
  • Evaluation von Lösungsansätzen wie dem Nijmegen-Modell und der Rolle des Qualitätsmanagements

Auszug aus dem Buch

c) Interessenkonflikte im Spannungsfeld: Die Prinzipal-Agenten-Problematik als Erklärungsmodell

Der Arzt befindet sich in einem marktwirtschaftlichen Umfeld mit unterschiedlichen Interessengruppen.

Hier ist zum einen ist hier der Gesetzgeber involviert. Er bestimmt als Akteur der Makroebene durch die Gesetze die Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen, wie z.B. die Einführung der DRGs oder die Versicherungspflicht für Patienten in Deutschland. Nach der Festlegung der Rahmenbedingungen ist er am „täglichen Leben“ des Geschehens eher unbeteiligt. Daher soll er im Rahmen der Diskussion um das Verhältnis zwischen Arzt und Patient nur eine Nebenrolle spielen.

Weitere wichtige Akteure sind die Versicherungen oder Krankenkassen. Sie versichern die Patienten durch die Zahlung einer Prämie oder Beiträge gegen das Risiko von Krankenausgaben. Von ihnen bezieht der Arzt nach Angabe der Behandlungskosten indirekt seine Vergütung. Daher sind die Versicherungen daran interessiert, dass die Ärzte effizient in der Verwendung der Leistungen handeln und ihre aufgewendeten Kosten korrekt angeben. Dadurch sinkt die Höhe der zu erwartenden Ansprüche an die Versicherung.

Das Krankenhaus als Akteur auf der Mesoebene ist der Arbeitsplatz des Arztes. Die Versicherungen zahlen die Vergütungssätze an das Krankenhaus, welches damit Wirtschaften, sprich die Gehälter, medizinische Geräte, die benötigten Materialien etc. finanzieren muss. Da die Vergütung in Form von Pauschalzahlungen erfolgt, steht es ebenfalls im Interesse des Krankenhauses, dass der Arzt effizient und mit möglichst wenig Kostenaufwand arbeitet. Denn nur wenn die Behandlungskosten unterhalb der Pauschalzahlung liegen, erwirtschaftet das Krankenhaus einen Gewinn und kann so im Wettbewerb bestehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Besorgnis über negative Folgen der DRG-Einführung und skizziert das Spannungsfeld zwischen ökonomisch motivierten Entscheidungen und dem ärztlichen Handeln auf der Mikroebene.

2. Ärztliches Handeln aus ethischer und ökonomischer Perspektive - Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Ethik und Ökonomik und untersucht deren theoretische Vereinbarkeit sowie die Notwendigkeit einer bereichsethischen Standortbestimmung.

3. Diagnosis Related Groups - Ein Überblick über das neue Fallpauschalensystem: Der Abschnitt erläutert die gesetzlichen Rahmenbedingungen, den Ursprung, die Funktionsweise und den Zeitplan der DRG-Einführung in Deutschland.

4. Allgemeine Auswirkungen von DRG: Hier werden ökonomische Folgen wie Krankenhauswettbewerb, Spezialisierung und das Risiko einer verschlechterten Behandlungsqualität analysiert.

5. Spezielle Auswirkungen von DRG - Die Rolle des Arztes als Entscheidungsträger im Krankenhaus: Dieses zentrale Kapitel analysiert die double-agency-Problematik des Arztes, konkrete Konfliktsituationen (Unter-, Über-, Fehlversorgung) und Lösungsansätze wie Ethik-Modelle und Qualitätsmanagement.

6. Fazit: Das Fazit resümiert, dass der Arzt bei der Lösung ethischer Konflikte nicht auf der Mikroebene allein gelassen werden darf und plädiert für die Implementierung klinisch-ethischer Interaktionsmodelle.

Schlüsselwörter

DRG, Fallpauschalen, Arzt-Patient-Beziehung, Medizinethik, Wirtschaftsethik, Krankenhausmanagement, Prinzipal-Agenten-Problematik, Unterversorgung, Risikoselektion, Qualitätsmanagement, Ethikkomitee, double-agency, Gesundheitsökonomie, Krankenhausfinanzierung, Behandlungssicherheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einfluss des DRG-Fallpauschalensystems auf das Handeln von Ärzten im Krankenhaus und beleuchtet das dabei entstehende Spannungsfeld zwischen ökonomischen Vorgaben und ethischen ärztlichen Grundsätzen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Gesundheitsökonomie, die Medizinethik, die klinische Praxis unter Kostendruck und die Analyse der Beziehungen zwischen verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Auswirkungen der DRG-Umstellung auf die Mikroebene – konkret die Beziehung zwischen Arzt und Patient – aufzuzeigen und Strategien zur Unterstützung des Arztes in ethischen Dilemmata zu entwickeln.

Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?

Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Analyse, insbesondere die ökonomische Prinzipal-Agenten-Theorie sowie normative ethische Ansätze, um Konfliktsituationen im klinischen Alltag wissenschaftlich zu begründen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Funktionsweise der DRGs, analysiert allgemeine Auswirkungen auf die Krankenhauslandschaft und erörtert spezifische Konfliktsituationen wie Unter-, Über- und Fehlversorgung sowie Lösungsansätze wie das klinisch-ethische Interaktionsmodell.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind DRG, Medizinethik, Arzt-Patient-Beziehung, double-agency, Risikoselektion, Qualitätsmanagement und Ressourcenknappheit.

Was ist unter der "double-agency"-Problematik im klinischen Alltag zu verstehen?

Der Begriff beschreibt den Arzt als "doppelten Agenten", der einerseits den medizinischen Bedürfnissen des Patienten verpflichtet ist, andererseits aber als wirtschaftlicher Akteur den Sparzwängen der Krankenkassen und Krankenhäuser unterliegt.

Warum reicht das Qualitätsmanagement allein zur Lösung ethischer Probleme nicht aus?

Während das Qualitätsmanagement primär auf die Vermeidung von budgetbedingten Qualitätsdefiziten abzielt, bedarf es zusätzlich ethischer Modelle und Ethikkomitees, um den Arzt bei der moralischen Bewältigung konkreter Entscheidungsdilemmata individuell zu unterstützen.

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Details

Title
Der Einfluss von DRG auf das ärztliche Handeln - Eine kritische Analyse im Spannungsfeld zwischen Ethik und Ökonomie
College
University of Bayreuth  (Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre und Gesundheitsökonomie)
Course
Hausarbeit im Rahmen der wirtschaftswissenschaftlichen Zusatzausbildung für Juristen
Grade
1,7
Author
Jörn Bordeaux (Author)
Publication Year
2003
Pages
43
Catalog Number
V22791
ISBN (eBook)
9783638260565
Language
German
Tags
Einfluss Handeln Eine Analyse Spannungsfeld Ethik Hausarbeit Rahmen Zusatzausbildung Juristen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jörn Bordeaux (Author), 2003, Der Einfluss von DRG auf das ärztliche Handeln - Eine kritische Analyse im Spannungsfeld zwischen Ethik und Ökonomie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22791
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