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Mark Twains Huckleberry Finn: die Flussreise

Title: Mark Twains Huckleberry Finn: die Flussreise

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 25 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Joachim Schmidt (Author)

American Studies - Literature
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Betrachtet man die Reflexion von Huckleberry Finn in den Schriften der Kritiker, so kann eigentlich nur eines mit Sicherheit gesagt werden: die Kontroverse war stets ein treuer Begleiter dieses Werkes. Während die eine Seite das Buch in einer Reihe mit Klassikern wie Moby Dick oder The Scarlett Letter sieht, es in eine Reihe stellt mit amerikanischen Klassikern, sah sich das Werk bereits kurz nach seiner Veröffentlichung mit so starker Kritik konfrontiert, dass es kurz nach seinem Erscheinen aus den Bücherregalen der öffentlichen Bibliotheken verbannt wurde. Weder dieses Kapitel, noch diese Arbeit können eine vorhandene Kontroverse erschöpfend behandeln, dennoch soll versucht werden, einen kleinen Überblick über die unterschiedlichen Rezensionen des Romans zu bieten.

Wie bereits erwähnt wurde das Buch nur wenige Wochen nach seinem Erscheinen aus den Bibliotheken verbannt. Man fürchtete sich vor der expliziten Sprache, die Twains Hauptakteure verwenden. Sie galt als Gefahr für die Moral jugendlicher Leser. Für die Einen Kritikpunkt, für die Anderen Anlass für höchstes Lob. So ist Ernest Hemingway ausdrücklicher Befürworter des offensiven Sprachgebrauchs: “Hemingway, announcing that ´all modern American literature comes from one book by Mark Twain called Huckleberry Finn, `dismissed the other possible ancestors - ´Emerson, Hawthorne, Whittier, and Company`- for their lack of vulgarity: ´All these men were gentlemen, or wished to be. They were all very respectable. They did not use the words that people always have used in speech, the words that survive in language. Nor would you gather that they had bodies. They had minds, yes. Nice, dry, clean minds.`” (Jehlen, S. 94) Twain benutzt also laut Hemingway als erster die authentische Sprache des Volkes. Diese ist nicht immer schön, ausdrucksstark oder grammatikalisch korrekt, aber authentisch.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Mark Twains Huckleberry Finn: ein kontroverses Jahrhundertwerk

2. Die Flussreise

2.1. Die Beziehung zwischen Huckleberry Finn und Jim – eine Entwicklung?

2.2. Der Kontrast zwischen Fluss und Ufer – die Ethik des Floßes

2.3. Die Darstellung der Südstaatengesellschaft

2.3.1. Die Fehde

2.3.2. King und Duke

2.3.3. Bricksville

3. Die Suche nach der Idylle – der Fluss als Freiheitsillusion

4. Hucks Erlebnisse als mögliche Initiation

5. Der oft kritisierte Schluss – enttäuschte Erwartungen und historische Realität

5.1. Jim verliert seine Würde

6. Abschließende Bemerkungen: Die vergebliche Flucht

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht Mark Twains Roman The Adventures of Huckleberry Finn, wobei der Fokus insbesondere auf der Entwicklung der Beziehung zwischen den Protagonisten Huck und Jim während ihrer Reise auf dem Mississippi liegt. Es wird analysiert, inwiefern die Flucht als Suche nach Freiheit interpretiert werden kann und warum das Werk trotz seines künstlerischen Anspruchs in der Forschung kontrovers diskutiert wird.

  • Die literaturwissenschaftliche Kontroverse um Huckleberry Finn.
  • Die Dynamik der Beziehung zwischen Huckleberry Finn und dem Sklaven Jim.
  • Die Darstellung und Dekonstruktion der US-Südstaatengesellschaft des 19. Jahrhunderts.
  • Die Analyse des Mississippi als Symbol für Freiheit und dessen Scheitern als Realitätsraum.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit dem oft missverstandenen Schluss des Romans vor dem Hintergrund historischer Tatsachen.

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Beziehung zwischen Huckleberry Finn und Jim – eine Entwicklung?

Betrachtet man die erste und die letzte Begegnung zwischen Huckleberry Finn und Jim fallen auf den ersten Blick gewisse Parallelen auf. Zu Anfang des Romans steht ein Streich, den Tom Sawyer Jim spielt. Huckleberry Finn ist dabei, wenngleich auch nicht treibende Kraft. Während der anfängliche Spaß noch als harmloser Jungenstreich zu erkennen ist, ist die Dimension des „Streiches“ am Ende des Buches weitaus gravierender: der bereits freie Sklave Jim wird – wieder unter der Federführung von Tom Sawyer - für eine Befreiungsposse der übelsten Art missbraucht, und wieder steht Huckleberry Finn scheinbar teilnahmslos daneben und macht das grausame Spiel mit. Auf den ersten Blick hat sich also nichts geändert, doch der erste Blick ist in diesem Falle äußerst trügerisch.

Das so ungleiche Paar wird durch dieselbe Intention zusammengebracht. Die Flucht vor Autorität ist der Grund für die Flucht der beiden. Huckleberry Finn inszeniert dramatisch seinen eigenen Tod, und kann sich danach frei und ohne Angst vor Repressalien bewegen. Jim gilt nach seiner Flucht als „Runaway Nigger“, der nach seiner Ergreifung mit gravierender Bestrafung rechnen hätte müssen. Durch die Flucht mit einem Floß sind beide von der Gesellschaft – zumindest zeitweise – abgeschottet, wenngleich sie Vertretern dieser Gesellschaft immer wieder begegnen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Mark Twains Huckleberry Finn: ein kontroverses Jahrhundertwerk: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historische und zeitgenössische Rezeption des Romans und die Debatten über seine Authentizität und moralische Wirkung.

2. Die Flussreise: Die Untersuchung der Reise auf dem Mississippi und die detaillierte Analyse der Beziehung zwischen Huck und Jim sowie der gesellschaftlichen Zustände an den Ufern.

3. Die Suche nach der Idylle – der Fluss als Freiheitsillusion: Eine Erörterung, warum die Flucht auf dem Fluss als Suche nach Freiheit zwar attraktiv erscheint, jedoch letztlich als gescheitert betrachtet werden muss.

4. Hucks Erlebnisse als mögliche Initiation: Eine wissenschaftliche Überprüfung, ob Hucks Erfahrungen auf dem Fluss klassische Kriterien einer Initiation oder eines Rite de Passage erfüllen.

5. Der oft kritisierte Schluss – enttäuschte Erwartungen und historische Realität: Eine Auseinandersetzung mit der Kritik am Ende des Romans unter Einbeziehung des historischen convict-lease systems und der Lebensrealität freier Schwarzer.

6. Abschließende Bemerkungen: Die vergebliche Flucht: Ein Fazit, das die Unmöglichkeit einer echten Zivilisationsflucht in Twains Werk betont.

Schlüsselwörter

Mark Twain, Huckleberry Finn, Südstaatengesellschaft, Sklaverei, Freiheit, Flucht, Mississippi, Initiation, Realismus, Rassismus, Convict-lease system, Literaturkritik, Identität, Sozialkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Mark Twains Klassiker unter dem Aspekt der Flussreise und untersucht, wie der Autor die Themen Freiheit, Gesellschaftskritik und die moralische Entwicklung der Hauptfiguren verarbeitet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Scheitern der Flucht als Freiheitsillusion, die kritische Darstellung der Südstaatengesellschaft des 19. Jahrhunderts und die Entwürdigung von Jim am Ende des Romans.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Entwicklung der Beziehung zwischen Huck und Jim zu klären und den kontroversen Schluss des Romans durch historische Fakten zu fundieren und zu entmystifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text des Romans eng mit zeitgenössischer Literaturkritik und historischen Hintergründen (z.B. zur Sklaverei) verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die einzelnen Etappen der Flussreise, die Begegnungen mit verschiedenen gesellschaftlichen Archetypen (wie King und Duke oder Colonel Grangerford) und das moralische Dilemma von Huck Finn detailliert beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Huckleberry Finn, Sklaverei, Freiheit, Sozialkritik und die literarische Auseinandersetzung mit historischer Realität definieren.

Inwiefern ist das Ende des Romans historisch zu rechtfertigen?

Der Autor argumentiert, dass das Ende des Romans kein bloßer narrativer Fehler ist, sondern die harte historische Realität der Zeit widerspiegelt, in der freie Schwarze durch das convict-lease system jederzeit erneut in Gefangenschaft geraten konnten.

Gibt es eine echte Entwicklung bei Huckleberry Finn?

Ja, eine Entwicklung ist erkennbar, da Huck Toms Handlungen am Ende kritischer gegenübersteht als zu Beginn; eine vollständige Emanzipation von den gesellschaftlichen Zwängen des Südens bleibt ihm jedoch verwehrt.

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Details

Title
Mark Twains Huckleberry Finn: die Flussreise
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Anglistik und Amerikanistik)
Course
Hauptseminar: Amerika als literarischer Entwurf
Grade
1,7
Author
Joachim Schmidt (Author)
Publication Year
2003
Pages
25
Catalog Number
V22867
ISBN (eBook)
9783638261043
Language
German
Tags
Mark Twains Huckleberry Finn Flussreise Hauptseminar Amerika Entwurf
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Joachim Schmidt (Author), 2003, Mark Twains Huckleberry Finn: die Flussreise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22867
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