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Neurotische Schulstörungen

Title: Neurotische Schulstörungen

Seminar Paper , 1996 , 23 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Katje Binder (Author)

Psychology - Intelligence and Learning Psychology
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Einleitung

Ein siebenjähriges Mädchen fällt seiner Lehrerin auf, weil es sich nicht konzentrieren kann. Die Eltern bemerken, daß das Kind blaß ist und morgens über Bauchschmerzen klagt. Es schläft sehr schwer ein und rechnet laut im Schlaf. Es onaniert häufig, zeitweise täglich. Das Mädchen ist kontaktunfähig, weint leicht und verhält sich Erwachsenen gegenüber sehr gefügig. Zu dieser Symptomatik kommt eine extreme Ängstlichkeit, die es dem Kind unmöglich macht, z.B. bei
geschlossener Zimmertür einzuschlafen.(1)
Was führt zu einer derartigen Störung ? Welche Faktoren treffen bei diesem Kind aufeinander, um es so reagieren zu lassen ? Wie kann ihm geholfen werden ? Diese Arbeit befaßt sich mit einem Phänomen, das überzufällig häufig an den Schulen auftritt:
Schüler können bei mittlerer bis guter Intelligenz nicht lernen, obwohl ihr Entwicklungsstand und der Intelligenzquotient es vermuten ließen, daß sie das Klassenziel erreichen könnten. Wir haben
es hier mit einer psychogenen Lernstörung zu tun, die durch Gehemmtheiten in bestimmten Antriebsbereichen den Menschen daran hindert, seine Fähigkeiten voll auszuleben. Als Grundlage haben mir zu dieser Arbeit A. Dührssens „Psychogene Erkrankungen bei
Kindern und Jugendlichen“ sowie die Aufsätze „Psychisch bedingte Lernstörungen im Kindesund Jugendalter“ von K. Singer und „Neurotische Kinder und ihre Familien“ von E.v.Strachwitz
gedient. Für das Verständnis der Psychodynamik der Neurose im Allgemeinen und der Lernhemmung im Besonderen zog ich S. Mentzos, „Neurotische Konfliktverarbeitung“ und G. Wunderlichs
Werk „Neurosen“ heran. Diese Literatur ist die Grundlage des zweiten Kapitels, das sich einleitend mit den Voraussetzungen für die Entstehung solcher Störungen vor dem Hintergrund der frühkindlichen Entwicklung befaßt.
[...]
_____
1 Vgl. Singer 1970, S..254f

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Entstehung neurotischer Störungen

2.1 Phasen der kindlichen Entwicklung und ihre Bedeutung

2.1.1 Die orale Phase

2.1.2 Entstehung der intentionalen Störung

2.1.3 Phase der handelnden Weltbewältigung

2.1.4 Phase der theoretischen Weltbewältigung

3. Die psychogene Lernhe mmung

3.1 Zwei Beispiele

3.2 Erscheinungsbild des lerngehemmten Kindes

3.3 Psychodynamik der Lernhemmung

3.4 Die Eltern als Hauptverursacher der Neurose

3.5 Schule - Brutstätte gestörten Verhaltens ?

4. Therapie

4.1 Spieltherapie

4.2 Beratung der Eltern

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen psychogener Lernstörungen bei Kindern und Jugendlichen, bei denen trotz mittlerer bis guter Intelligenz das Klassenziel nicht erreicht wird. Das Ziel ist es, die tiefenpsychologischen Zusammenhänge zwischen frühkindlicher Entwicklung, familiärem Erziehungsverhalten und schulischen Bedingungen zu analysieren, um Ansätze für eine therapeutische Intervention aufzuzeigen.

  • Psychodynamik neurotischer Lernhemmungen
  • Einfluss frühkindlicher Entwicklungsphasen auf spätere Neurosen
  • Die Rolle der familiären Umwelt und Erziehungsstile
  • Die Schule als potenzielles Umfeld für Verhaltensstörungen
  • Therapeutische Ansätze (insb. Spieltherapie und Elternberatung)

Auszug aus dem Buch

3.2 Erscheinungsbild des lerngehemmten Kindes

Der lerngehemmte Mensch - ganz gleich, welche neurotische Struktur er aufweist - steht jeder Leistungsanforderung ablehnend gegenüber. MARCO kann sich etwa mit selbstgestellten Aufgaben stundenlang beschäftigen, doch bei ungewohnten Anforderungen läuft er entweder weg oder wird aggressiv. Dieses Verhalten erwächst nach Singer aus einem zu geringen Spannungsbogen. Die Angst, versagen zu können, lähmt das Kind dermaßen, daß es Mißerfolge, die sich immer einstellen können, nicht ertragen kann. Beim geringsten Widerstand wird abgebrochen oder die Arbeit gar nicht erst angefangen. Auch ANNE fehlt der Wille zum Zupacken. Sie hat erfahren, daß es „böse“ ist, etwas zu fordern, und hat sich zum übergefügigen Kind entwickelt.

Singer nennt als Kernsymptom die Angst vor der Blamage. Dieses Mißtrauen in die Welt und die eigenen Fähigkeiten wird in der frühesten Kindheit geboren. Das Ich des Kindes hat keine Gelegenheit, sich zu entwickeln, da es immer wieder eingeschränkt wird. Das Kind kann kein Selbstbewußtsein heranbilden, das es ihm ermöglichen würde, mit Niederlagen fertig zuwerden. Weiterhin ist auch oft zu beobachten, daß lerngehemmte Kinder nicht gern in Gruppen lernen oder spielen. Allein können sie oft hervorragende Ergebnisse erzielen, aber aufgrund ihrer Hemmungen sind sie nicht in der Lage, auf andere einzugehen und mit ihnen zu arbeiten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Phänomen psychogener Lernstörungen anhand konkreter Fallbeispiele ein und skizziert die methodische Grundlage der Untersuchung.

2. Entstehung neurotischer Störungen: Dieses Kapitel erläutert die psychodynamischen Grundlagen der Neurosenentstehung und die Bedeutung der frühkindlichen Entwicklungsphasen für die spätere Persönlichkeitsstruktur.

3. Die psychogene Lernhe mmung: Es wird die Dynamik der Lernhemmung detailliert beleuchtet, wobei Fallbeispiele, das Erscheinungsbild, die familiäre Situation und das schulische Umfeld analysiert werden.

4. Therapie: Hier werden analytisch-psychotherapeutische Behandlungswege, insbesondere die Spieltherapie und die Beratung der Eltern, als Methoden zur Verhaltensmodifikation dargestellt.

Schlüsselwörter

Neurose, Lernhemmung, Psychodynamik, frühkindliche Entwicklung, Spieltherapie, Elternberatung, Leistungsstörung, Angst, Verdrängung, Erziehungsverhalten, Identifikation, psychosomatische Störungen, psychogene Lernstörung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse psychogener Lernstörungen bei Kindern und Jugendlichen, die trotz ausreichender intellektueller Voraussetzungen keine schulischen Leistungen erbringen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der psychodynamischen Erklärung von Neurosen, den Auswirkungen frühkindlicher Erfahrungen, dem familiären Kontext, dem Einfluss des Schulsystems und den Möglichkeiten psychotherapeutischer Hilfe.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Ursachen für Lernhemmungen aufzudecken und Wege aufzuzeigen, wie durch therapeutische Maßnahmen wie Spieltherapie und Elternberatung eine gesunde Entwicklung wieder ermöglicht werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die psychoanalytische Theorie, insbesondere das Dreiinstanzenmodell nach Freud und die Phasentheorie der kindlichen Entwicklung, um die Fallbeispiele und die psychogene Genese von Störungen zu erklären.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Neurosenentstehung, die Darstellung des Erscheinungsbildes lerngehemmter Kinder an Fallbeispielen sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der Eltern und der Schule.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Kernbegriffe sind Neurose, Lernhemmung, Psychodynamik, frühkindliche Entwicklung, Spieltherapie, Leistungsstörung und Angst.

Welche Rolle spielt die Schule für das Kind laut der Autorin?

Die Schule wird häufig als stressbelastetes System wahrgenommen, das durch eine "Lernstoff-Diktatur" und Leistungsdruck das Selbstwertgefühl gefährdet und somit Lernhemmungen verstärken kann.

Warum ist die Beratung der Eltern so entscheidend?

Da die Wurzeln neurotischer Störungen oft im frühen familiären Umfeld liegen, ist die Einbindung der Eltern notwendig, um das Erziehungsverhalten zu korrigieren und die notwendige Sicherheit für die Entwicklung des Kindes zu schaffen.

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Details

Title
Neurotische Schulstörungen
College
University of Münster  (Psychologie in den erziehungswissenschaftlichen Studiengängen im FB 07)
Course
Seminar Entwicklungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen SS 1996
Grade
sehr gut
Author
Katje Binder (Author)
Publication Year
1996
Pages
23
Catalog Number
V2286
ISBN (eBook)
9783638113991
Language
German
Tags
Lernstörung Tiefenpsychologie Schulstörung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katje Binder (Author), 1996, Neurotische Schulstörungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2286
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