Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Spartacus. Kämpfer mit Klasse?

Titel: Spartacus. Kämpfer mit Klasse?

Hausarbeit , 2013 , 12 Seiten

Autor:in: Julian Einfeldt (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Spartacus erscheint als der famoseste Kerl, den die ganze antike Geschichte aufzuweisen hat.
Großer General (kein Garibaldi), nobler Charakter, real Representative des antiken Prole[ta]riats; Pompejus reiner Scheißkerl;“1 schrieb Karl Marx an Friedrich Engels über seine Appian-Lektüre.
Der Spartacus-Aufstand zwischen 73 und 71 v. Chr. war ein wichtiges Ereignis in der Geschichte des Römischen Reiches. Der griechische Geschichtsschreiber Appian beschreibt, wie Spartacus mit 70 anderen Sklaven aus einer Gladiatorenschule in Capua entfloh und dessen Gefolgschaft schnell auf 70.000 Mann anwuchs. Er beschreibt, wie Spartacus, dessen Ziel die Alpen gewesen seien, an der Flucht über diese von einem römischen Konsul gehindert wird und kehrtmachen muss. Auf dem Weg durch Italien schlägt er die Römer in mehreren Schlachten, versucht aber keinen Angriff auf die Stadt Rom selbst.2
Dieser sehr kurze Abriss des Spartacus-Aufstandes an sich, zeigt schon auf, dass der Aufstand des Spartacus viel Raum für verschiedene Interpretationen bietet, sowohl seinen Zeitgenossen als auch im Nachhinein. Die Quellenlage ist, wie bei vielen antiken Ereignissen, sehr durch die Urteile der antiken Geschichtsschreiber gefärbt und zum jetzigen Zeitpunkt nicht komplett objektiv zu beurteilen und so gab es weltanschaulich begründete, geschichtspolitische Debatten um den Aufstand des Spartacus und immer wieder gibt es, gerade in der politischen Linken, Bezugnahmen auf den Aufstand des Spartacus. Diese Bezugnahme beginnt mit dem launischen Eingangszitat Marx' über Spartacus, das mit großer Wahrscheinlichkeit aber nicht als wissenschaftliche Analyse zu lesen ist, sondern durch seinen Sprachstil als halbernste Äußerung unter Freunden entlarvt wird.
[...]
1Marx, K.; Engels, F.; Internationale Marx-Engels-Stiftung (2005): Karl Marx, Friedrich Engels Gesamtausgabe (MEGA): Dietz Verlag (11). Online verfügbar unter http://books.google.de/books?id=UQgiaY9f6Q4C. S. 380.
2 Appian: The Civil Wars. S. 217ff. Online verfügbar unter:

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der „Spartacus“ des Howard Fast – Historienroman unter sozialistischen Vorzeichen

3. Die Faszination der Sozialisten für Spartacus

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die geschichtspolitische Rezeption des Spartacus-Aufstands innerhalb sozialistischer Strömungen, wobei der Fokus auf der literarischen Aufarbeitung durch Howard Fast und dessen Einfluss auf die kollektive Erinnerung liegt.

  • Analyse der Darstellung des Spartacus-Aufstands in sozialistischen Kontexten
  • Untersuchung der Romanfigur Spartacus bei Howard Fast
  • Reflexion über die Konstruktion von Identität durch historische Erinnerungsorte
  • Vergleich zwischen historischer Faktenlage und ideologisch geprägter Rezeption
  • Beleuchtung der anhaltenden Faszination für das Motiv des Freiheitskampfes

Auszug aus dem Buch

2. Der „Spartacus“ des Howard Fast – Historienroman unter sozialistischen Vorzeichen

Howard Fast (1914-2003) war ein amerikanischer Autor, der während der McCarthy-Ära in den Vereinigten Staaten einige Monate im Gefängnis saß, weil er Spenden für die republikanische Seite im spanischen Bürgerkrieg gesammelt hatte. In der Zeit kurz nach seinem Gefängnisaufenthalts entstand der historische Roman „Spartacus“. Zum Zeitpunkt des Entstehens von „Spartacus“ hing Fast der Idee eines Sozialismus sowjetischer Prägung an, später schrieb er für eine US-amerikanische kommunistische Parteizeitung. In einer späteren Lebensphase distanzierte er sich, vor dem Hintergrund der Niederschlagung des Aufstands in Ungarn durch die Sowjetunion und des in der UdSSR virulenten Antisemitismus vom Sowjetkommunismus.

„Spartacus“ wurde nach Fasts eigener Darstellung in 56 Sprachen übersetzt und verkaufte sich einige Millionen mal. Es darf also angenommen werden, dass Fasts Werk und Kubricks Verfilmung die Geschichten vom Aufstand des Spartacus sind, die deutlich mehr Menschen bekannt sind, als die antike Geschichtsschreibung. Historisch orientiert Fast sich, laut Raphael Zehnder, am ehesten am historischen Bericht Sallusts, wenn er römische Machtkämpfe, libertäre Sitten und Korruption beschreibt. Dabei respektiere Fast die geschilderten historischen Begebenheiten, schreibt aber noch keinen historischen Roman, keinen Tatsachenbericht. Fast skizziert seine Motivation zum Schreiben des „Spartacus“ folgendermaßen: „Ich habe dieses Buch geschrieben, damit alle, die es lesen, meine Kinder und andere, Kraft schöpfen für unsere ungewisse eigene Zukunft und gegen Unterdrückung und Unrecht kämpfen – auf, dass der Traum der Spartacus sich in unserer Zeit verwirklichen möge.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Bedeutung des Spartacus-Aufstands und hinterfragt die vielfältigen politischen Interpretationen der Figur Spartacus, insbesondere durch linke Strömungen.

2. Der „Spartacus“ des Howard Fast – Historienroman unter sozialistischen Vorzeichen: Dieses Kapitel analysiert den Hintergrund und die ideologische Einbettung des Romans von Howard Fast und untersucht, wie historische Fakten in ein sozialistisches Deutungsmuster überführt werden.

3. Die Faszination der Sozialisten für Spartacus: Der Abschnitt erörtert die verschiedenen Gründe für das anhaltende Interesse sozialistischer Denker und Gruppen an der Spartacus-Thematik als Identitätssymbol.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie die sozialistische Rezeption Spartacus als historischen Freiheitskämpfer stilisierte und welche Bedeutung dies für die Popularisierung des Stoffes hatte.

Schlüsselwörter

Spartacus, Spartacus-Aufstand, Howard Fast, Historienroman, Sozialismus, Geschichtspolitik, Erinnerungskultur, Dialektischer Materialismus, Ideologie, Identitätsbildung, Antike, Rezeptionsgeschichte, Politische Instrumentalisierung, Freiheitskampf, Klassenmodell

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie der historische Spartacus-Aufstand politisch rezipiert wurde, mit einem besonderen Fokus auf sozialistische Sichtweisen und die literarische Darstellung durch Howard Fast.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle zwischen historischer Überlieferung, literarischer Fiktion und der politischen Instrumentalisierung von Geschichte im 20. Jahrhundert.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Es soll geklärt werden, wie der Roman von Howard Fast die Wahrnehmung des Spartacus prägte und welche Rolle ideologische Einflüsse bei der Konstruktion dieses „Erinnerungsortes“ spielten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, um den Roman in den zeitgeschichtlichen Kontext einzuordnen und mit antiken Quellen sowie politischen Strömungen abzugleichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Leben und die Motivation von Howard Fast, untersucht die in seinem Roman angewandten Deutungsmuster und beleuchtet die generelle Faszination linker Gruppierungen für die Figur Spartacus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Spartacus-Aufstand, Geschichtspolitik, Howard Fast, ideologische Rezeption und kollektives Gedächtnis.

Warum war Spartacus gerade für Sozialisten ein so wichtiges Symbol?

Spartacus wurde als Identifikationsfigur für den Kampf gegen Unterdrückung instrumentalisiert und in sozialistischen Modellen als früher Vorläufer des proletarischen Klassenkampfes interpretiert.

Wie bewertet der Autor das Verhältnis von historischer Wahrheit und Ideologie?

Der Autor zeigt auf, dass sozialistische Geschichtsschreibung historische Fakten häufig zugunsten einer identitätsstiftenden Deutung überformt oder dem eigenen ideologischen Weltbild unterordnet.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Spartacus. Kämpfer mit Klasse?
Autor
Julian Einfeldt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
12
Katalognummer
V229407
ISBN (eBook)
9783656451419
ISBN (Buch)
9783656452263
Sprache
Deutsch
Schlagworte
spartacus kämpfer klasse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julian Einfeldt (Autor:in), 2013, Spartacus. Kämpfer mit Klasse?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229407
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  12  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum