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Die Kuba Krise im Oktober 1962. Ein amerikanischer Triumph?

Title: Die Kuba Krise im Oktober 1962. Ein amerikanischer Triumph?

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 26 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Joe Majerus (Author)

History of Europe - Europe in the Cold War
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Die Kuba-Krise im Oktober 1962 wurde wiederholt sowohl von zeitgenössischen Politikern als auch von verschiedenen Historikern als der vermeintlich gefährlichste Moment des gesamten Kalten Krieges, ja vielleicht sogar der gesamten Menschheitsgeschichte an sich, bezeichnet. Grundsätzlich trifft es zweifelsohne zu, dass Auseinandersetzungen, bei denen der Gebrauch oder doch wenigstens die Androhung eines Einsatzes von Atomwaffen zumindest eine theoretische Handlungsoption darstellen, stets auch immer einer gewissen, mehr oder weniger stark ausgeprägten Gefahr nicht entbehren können. Nichtsdestotrotz wäre es jedoch übereilt, die alleinige Existenz von Nuklearwaffen beziehungsweise eine wenn auch nur ansatzweise vorhandene Bereitschaft selbige unter bestimmten Umständen zu gebrauchen, mit der Annahme gleichzusetzen, dass sich daraus zwangsläufig auch ein bis zum Äußersten gesteigertes Risiko zur atomaren Kriegsführung, geschweige denn zur gegenseitigen Vernichtung ergibt.
Dementsprechend wäre es auch verkehrt, die Kuba-Krise einzig und allein aufgrund ihres Charakters einer vermeintlich unmittelbar bevorstehenden, direkten Konfrontation zweier atomarer Supermächte dahingehend zu interpretieren, als dass die Möglichkeit eines real stattfindenden Schlagabtausches zwischen den USA und der UDSSR stets nur einen einzigen, sinnbildmäßigen Knopfdruck entfernt gewesen wäre. Vielmehr ist es im Rückblick geboten, zwischen verschiedenen Ebenen einer solch vorgeblichen Kriegsgefahr zu unterscheiden.

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Inhaltsverzeichnis

I.) Einleitung

II.) Kriegsgefahr

2.1. Kriegsgefahr auf der staatlichen Ebene

2.2. Kriegsgefahr auf der sub-staatlichen Ebene

III.) Die Kuba-Krise als politischer Erfolg?

3.1. Amerikanischer Triumph?

3.2. Sowjetischer Triumph?

3.3. Triumph der Alliierten?

3.3.1. NATO

3.3.2. Kuba

IV.) Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Kuba-Krise von 1962 im Hinblick auf die Fragestellung, inwieweit die Ereignisse für die beteiligten Mächte als politischer Triumph gewertet werden können. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Analyse der tatsächlichen Kriegsgefahr auf staatlicher und sub-staatlicher Ebene sowie der Bewertung diplomatischer Ergebnisse und langfristiger machtpolitischer Konsequenzen.

  • Kritische Untersuchung der tatsächlichen atomaren Kriegsgefahr
  • Differenzierung zwischen staatlicher und sub-staatlicher Eskalationsdynamik
  • Analyse des Krisenverhaltens von USA, Sowjetunion, NATO und Kuba
  • Bewertung des Begriffs "Triumph" in einem bi-polaren Machtgefüge
  • Reflexion über langfristige geo-strategische Auswirkungen

Auszug aus dem Buch

2.1. Kriegsgefahr auf staatlicher Ebene

Analysiert man in einem ersten Schritt die atomare Kriegsgefahr unter dem Gesichtspunkt der zivilen Entscheidungsstellen, so ist sie zumindest in dieser Hinsicht doch eher als gering zu bewerten. Weder Kennedy noch Chruschtschow war nämlich schlußendlich daran gelegen gewesen, dass es tatsächlich zu einer nuklearen Eskalation kommen sollte. Zwar war es in der Tat so, dass gerade der amerikanische Präsident insbesondere zu Beginn der Krise einem militärischen Präventivschlag gegen die in Kuba errichteten Raketenstellungen durchaus offen gegenüberstand, wobei seine Motivation zu diesem frühen Zeitpunkt jedoch wohl allen voran eher emotionalen Impulsen als nüchtern-rationaler Analyse geschuldet war.

Kennedy empfand sich durch die Stationierung von Raketen auf Kuba zunächst einmal vor allem in seiner persönlichen Ehre von Chruschtschow gekränkt. Dies verleitete ihn sodann dazu, das Vorgehen seines sowjetischen Gegenübers in erster Linie als eine Art Affront gegen seine eigene Person aufzufassen. Kennedy war der Überzeugung, dass Chruschtschow ihn keineswegs als gleichrangigen und ebenbürtigen Staatsmann betrachtete, sondern vielmehr als einen schwächlichen und wenig standhaften Anführer, der den harten Anforderungen außenpolitischer Realpolitik augenscheinlich kaum gewachsen zu schien. Konsequenterweise war der Präsident zunächst umso entschlossener, sein eigenes internationales und staatsmännisches Prestige durch ein zielstrebiges Vorgehen gegen Chruschtschows seiner Ansicht nach hinterhältiges Offensivspiel aufzubessern.

Neben einer solch psychologischen Motivation dürfte Kennedys anfängliche Befürwortung einer raschen Militäraktion gegen Kuba jedoch auch damit begründet gewesen sein, als dass die USA zunächst davon ausgingen, dass lediglich die Abschussbasen auf Kuba errichtet worden waren, während die auf ihnen montierten, nuklearen Mittelstreckenraketen bisher (noch) nicht einsatzbereit waren. Folglich würde eine schnelle und umfassende Beseitigung der Rampen der Gefahr einer Operationalität von sowjetischen Atomwaffen auf Kuba sozusagen gleich von Beginn an entgegenwirken können.

Zusammenfassung der Kapitel

I.) Einleitung: Die Einleitung verortet die Kuba-Krise als gefährlichen Moment des Kalten Krieges und definiert die Forschungsfrage, ob die Krise für die Akteure tatsächlich als Triumph zu werten ist.

II.) Kriegsgefahr: Dieses Kapitel differenziert zwischen der eher geringen Kriegsgefahr auf staatlicher Ebene und der akuten, eigendynamischen Bedrohung auf sub-staatlicher Ebene durch militärische Akteure vor Ort.

III.) Die Kuba-Krise als politischer Erfolg?: Hier werden die Ergebnisse der Krise aus der Perspektive der USA, der Sowjetunion sowie der NATO und Kubas beleuchtet und das Narrativ eines eindeutigen Triumphes kritisch hinterfragt.

IV.) Schlussfolgerung: Das Fazit fasst zusammen, dass kein Akteur einen eindeutigen Sieg erringen konnte und die Krise eher eine relative Machtverschiebung mit komplexen Langzeitfolgen darstellte.

Schlüsselwörter

Kuba-Krise, Kalter Krieg, atomare Abschreckung, John F. Kennedy, Nikita Chruschtschow, Kriegsgefahr, nukleare Eskalation, Machtgleichgewicht, Diplomatie, NATO, Fidel Castro, geo-strategische Interessen, Krisenführung, nukleare Abrüstung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, ob die Kuba-Krise von 1962 als politischer Sieg für eine der beteiligten Großmächte oder Bündnisse gewertet werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Untersuchung der atomaren Kriegsgefahr, die Differenzierung zwischen staatlicher und sub-staatlicher Kontrolle sowie die Analyse der diplomatischen und machtpolitischen Ergebnisse.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die in der Forschung oft propagierte Darstellung eines triumphalen Sieges der USA kritisch zu revidieren und die tatsächliche Komplexität der Krisenbilanz aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung von Fachliteratur und Primärquellen zur Kuba-Krise basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Kriegsgefahr auf staatlicher und sub-staatlicher Ebene, der Frage nach dem Triumph der USA und der Sowjetunion sowie der Rolle der NATO und Kubas.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kuba-Krise, atomare Abschreckung, Krisenführung und geo-strategisches Machtgleichgewicht charakterisiert.

Welche Rolle spielt die sub-staatliche Ebene in der Eskalation?

Diese Ebene ist laut Autor von besonderer Bedeutung, da hier durch Fehlkommunikation und eigenmächtiges Handeln von Militärs die Gefahr einer unkontrollierbaren Eigendynamik bestand.

Warum war die NATO laut Autor kein Sieger der Krise?

Die NATO fungierte in der Krise als Junior-Partner, der nicht in die Entscheidungsprozesse der USA einbezogen wurde, was den Zusammenhalt des Bündnisses schwächte statt stärkte.

Wie bewertet der Autor die Rolle Kubas?

Kuba wird als der eigentliche Nutznießer angesehen, da das Land durch die formelle Garantie der USA gegen weitere Invasionsversuche seine Sicherheit festigen konnte.

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Details

Title
Die Kuba Krise im Oktober 1962. Ein amerikanischer Triumph?
College
University of Bonn
Grade
2,3
Author
Joe Majerus (Author)
Publication Year
2013
Pages
26
Catalog Number
V229455
ISBN (eBook)
9783656445562
ISBN (Book)
9783656446637
Language
German
Tags
kuba krise oktober triumph
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Joe Majerus (Author), 2013, Die Kuba Krise im Oktober 1962. Ein amerikanischer Triumph?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229455
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