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Mehrsprachigkeit in früher Kindheit

Institutionelle Möglichkeiten und praktische Empfehlungen am Beispiel Hamburgs

Title: Mehrsprachigkeit in früher Kindheit

Diploma Thesis , 2013 , 121 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Irina Young (Author)

Pedagogy - Nursery Pedagogy, Early Childhood Education
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Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Mehrsprachigkeit in früher
Kindheit. Institutionelle Möglichkeiten und praktische Empfehlungen am Beispiel Hamburgs“.
Folgende Fragen werden untersucht: Was ist Mehrsprachigkeit genau und wie wird
sie gefördert? Ist es sinnvoll, Kinder schon vor dem Schuleintritt parallel mit mehreren Sprachen zu konfrontieren, zu einem Zeitpunkt, da sie noch dem Erwerb ihrer Muttersprache nachgehen? Welche Regeln sollen Eltern beachten, damit ihr Kind effektiv parallel mehrere Sprachen lernen kann? Dabei wird auch der Frage nachgegangen, ob die Leichtigkeit, mit der Kinder in diesem Alter parallel mehrere Sprachen intuitiv und spielerisch lernen, möglicherweise überschätzt wird.
Die vorliegende Diplomarbeit soll eine umfassende Übersicht über Mehrsprachigkeit, Sprachfördermodelle und praktische Empfehlungen sowie institutionelle Möglichkeiten am Beispiel der Stadt Hamburg aufzeigen.
Weiterhin wird die emotionale und kognitive Disposition des Kindes in Bezug auf lerntheoretische Aspekte beleuchtet. Aus diesen Erkenntnissen leiten sich
Rahmenbedingungen und didaktische Prinzipien ab, die bei der Planung jedes
Sprachenangebotes als konkrete Empfehlungen in authentischen
Kommunikationssituationen über die kindgerechte Lernform „Spiel“ dienen können.
Der Schwerpunkt dieser Diplomarbeitarbeit liegt daher auf Empfehlungen, welche
der Zielgruppe eine weitere Sprache kindgerecht, anschaulich, spielerisch,
multisensorisch und ganzheitlich näher bringen und einen positiven Erstkontakt zu weiteren Sprache vermitteln.
Die vorgestellten Empfehlungen werden sowohl aus den alternativen
Vermittlungsempfehlungen der Fremdsprachendidaktik für Erwachsene, als auch den Erkenntnisse über frühkindliche Lernformen aus der Kindergartendidaktik
herausgearbeitet. Keine der vorgeschlagenen Empfehlungen genügt sich selbst. Sie sollen miteinander kombiniert werden und sind auf jede Sprache anwendbar.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung und Problemstellung

1. Mehrsprachigkeit in früher Kindheit

1.1 Was heißt Mehrsprachigkeit?

1.2 Zur Diskussion um das „Für und Wider“ der kindlichen Mehrsprachigkeit und den optimalen Zeitpunkt für das parallele Erlernen mehrerer Sprachen

1.3 Typen und Formen der Mehrsprachigkeit

1.4 Der Erwerb der Mehrsprachigkeit

2. Besonderheiten des Sprachenlernens in der frühen Kindheit - Kindliche Sprachentwicklung

2.1 Kognitive Faktoren

2.2 Emotionale Faktoren

2.3 Das Spiel als dominante Lernform des Kindes

2.4 Didaktische Prinzipien

3. Institutionelle Möglichkeiten und deren Modelle am Beispiel Hamburgs

3.1 Die heutige Situation in Hamburg

3.2 Wie die kindliche Mehrsprachigkeit gefördert wird

3.2.1 Einbeziehung der Eltern, Medien, Materialien und Umfeld des Kindes

3.2.2. Submersionsmodell

3.2.3. Immersionsmodell

3.2.4 Bilinguale, bilingual-bikulturelle und multikulturelle Modelle

4 Empfehlungen und Hinweise für Eltern mehrsprachig aufwachsender Kinder

4.1 linguistische Empfehlungen

4.2 medizinische Empfehlungen

4.3 pädagogische Empfehlungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Voraussetzungen einer mehrsprachigen Erziehung im frühen Kindesalter, wobei insbesondere die institutionelle Förderung im Kontext der Stadt Hamburg im Fokus steht. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Mehrsprachigkeit optimal gefördert werden kann, ob eine frühe Konfrontation mit mehreren Sprachen sinnvoll ist und welche pädagogischen Regeln für einen effektiven Spracherwerb maßgeblich sind.

  • Grundlagen der Mehrsprachigkeit und Sprachentwicklung in der frühen Kindheit
  • Kognitive und emotionale Faktoren des Sprachenlernens bei Kleinkindern
  • Analyse institutioneller Modelle (Submersion, Immersion, bilinguale Ansätze)
  • Bedeutung der Elternarbeit und frühkindlicher Förderung
  • Praktische Empfehlungen für Erzieher, Lehrer und Eltern

Auszug aus dem Buch

1.1 Was heißt Mehrsprachigkeit?

„Jakob, der Neffe meines Ehemannes, stammt aus einer Familie jüdischer Herkunft und wuchs zunächst in Israel auf. Seine Eltern sprachen mit ihm zunächst nur hebräisch. Sein erstes Wort war „Ima“ – das hebräisch Wort für „Mama“. Mit einem Jahr zogen seine Eltern nach Deutschland. Jakob kam in eine Kindergruppe, in welcher seine Spielkameraden und die Betreuerin, zu neuen – deutschsprechenden - Bezugspersonen wurden. Sein Alltagshorizont weitete sich aus, auf dem Spielplatz und im Umgang mit den Freunden seiner Eltern, war Jakob immer häufiger mit der deutschen Sprache seiner weiteren Umgebung konfrontiert. Zu seinem deutschen Lieblingswort wurde das Wort „dahin“ und er verstand, dass deutsche Kinder zu ihrer „Ima“ “Mama“ sagen. Schließlich kam Jakob in den Kindergarten und verwendet heute die deutsche Sprache immer leichter und selbstverständlicher. In dem Kindergarten kommt nun noch eine weitere Sprache hinzu, zweimal in der Woche darf er „Engländer spielen“. Er trägt dann einen englischen Namen und lernt Wörter wie: car, cat und dog. Für ihn ist es ganz deutlich, dass es irgendwo auf der Welt kleine Jungs und Madchen gibt, die nicht „Ima“ und nicht „Mama“, sondern „mum“ zu ihrer Mutter sagen.“

Die erste Sprache, die der kleine Junge lernte, war Hebräisch. Das ist die Sprache, in der er seine ersten Worte sagen konnte und es ist wahrscheinlich auch die Sprache, die ihn ein Leben lang an seine Kindheit und an seine Mutter erinnern wird. Hebräisch ist deshalb für Jakob seine Erstsprache. Darunter wird im Allgemeinen die Sprache verstanden, die der Mensch zuerst erworben hat. Oft wird Erstsprache neben der Abkürzung „L1“ (für first language) auch synonym mit Muttersprache verwendet. „Das ist die Sprache eines Individuums, die es mit den Mitgliedern einer homogenen Kulturgemeinschaft gemeinsam hat. Darüber hinaus verspürt das Individuum eine affektive Bindung zur Gruppe auf Grundlage der Muttersprache.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung und Problemstellung: Diese Einleitung führt in die Debatte um die frühe Mehrsprachigkeit ein, beleuchtet aktuelle forschungsbasierte Ansätze und steckt den Rahmen der Arbeit für Eltern, Studenten und Pädagogen ab.

1. Mehrsprachigkeit in früher Kindheit: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen geklärt und wissenschaftliche Argumente für sowie wider eine frühe Mehrsprachigkeit dargelegt.

2. Besonderheiten des Sprachenlernens in der frühen Kindheit - Kindliche Sprachentwicklung: Das Kapitel analysiert die kognitiven und emotionalen Faktoren sowie die Bedeutung des Spiels als dominante Lernform für die Sprachentwicklung in jungen Jahren.

3. Institutionelle Möglichkeiten und deren Modelle am Beispiel Hamburgs: Hier werden spezifische Konzepte wie das Immersions- und Submersionsmodell vorgestellt und auf ihre institutionelle Anwendung in Hamburg hin untersucht.

4 Empfehlungen und Hinweise für Eltern mehrsprachig aufwachsender Kinder: Dieses Kapitel liefert praktische linguistische, medizinische und pädagogische Empfehlungen für die Begleitung und Förderung mehrsprachig aufwachsender Kinder.

Schlüsselwörter

Mehrsprachigkeit, Frühe Kindheit, Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb, Sprachförderung, Bilingualismus, Immersion, Submersion, Sprachentwicklung, Kindergarten, Hamburg, Pädagogik, Sprachvorbild, Elternarbeit, Spracherwerbsforschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit beleuchtet die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen für die Förderung von Mehrsprachigkeit bei Kindern im Vorschulalter, wobei theoretische Grundlagen mit praktischen institutionellen Beispielen aus Hamburg verknüpft werden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die Phasen der kindlichen Sprachentwicklung, die verschiedenen Modelle zur Sprachvermittlung in Kitas, sowie der Einfluss von Elternhaus und institutioneller Umgebung auf den Erfolg einer mehrsprachigen Erziehung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, Eltern und pädagogischen Fachkräften eine umfassende Übersicht zu bieten, wie Kinder parallel mit mehreren Sprachen in Kontakt kommen können, ohne überfordert zu werden, und wie dies spielerisch und effektiv gestaltet werden kann.

Welche wissenschaftlichen Ansätze werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf Erkenntnisse der Spracherwerbsforschung, Neuropsychologie und Kindergarten-Didaktik, um verschiedene Sprachfördermodelle wissenschaftlich fundiert einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Sprachentwicklung, die Untersuchung institutioneller Modelle wie Immersions- und Submersionsmodelle und die Ableitung konkreter pädagogischer und linguistischer Empfehlungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Mehrsprachigkeit, Erst- und Zweitspracherwerb, Sprachförderung, kognitive Entwicklung sowie Konzepte wie Immersion und Bilinguismus.

Warum ist laut der Autorin ein früher Kontakt mit mehreren Sprachen ökonomisch sinnvoll?

Die Autorin argumentiert, dass das Gehirn in den ersten Lebensjahren eine hohe neuronale Plastizität aufweist, was den parallelen Erwerb von Sprachen erleichtert und somit auf lange Sicht effizienter gestaltet als ein späteres, analytisches Erlernen.

Welche Bedeutung spielt die Muttersprache für das Kind?

Die Muttersprache ist nicht nur das erste Ausdrucksmittel, sondern fungiert als essenzielle Verstehens- und Denkgrundlage. Ihre Pflege ist daher laut Arbeit eine Voraussetzung für eine gelungene Identitätsbildung und den erfolgreichen Erwerb weiterer Sprachen.

Warum warnt die Autorin vor dem „Submersionsmodell“?

Das Submersionsmodell führt oft dazu, dass Kinder ihre Erstsprache verlieren, ohne die Zielsprache vollumfänglich zu beherrschen, was bei Kindern das Gefühl des Scheiterns hervorrufen kann, statt sie in ihrer sprachlichen Vielfalt zu unterstützen.

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Details

Title
Mehrsprachigkeit in früher Kindheit
Subtitle
Institutionelle Möglichkeiten und praktische Empfehlungen am Beispiel Hamburgs
College
University of Hamburg
Grade
1,0
Author
Irina Young (Author)
Publication Year
2013
Pages
121
Catalog Number
V229457
ISBN (eBook)
9783656445333
ISBN (Book)
9783656446651
Language
German
Tags
mehrsprachigkeit kindheit institutionelle möglichkeiten empfehlungen beispiel hamburgs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Irina Young (Author), 2013, Mehrsprachigkeit in früher Kindheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229457
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