Die Hauptaufgabe der Konzernrechnungslegung besteht in der Informationsvermittlung für unterschiedlichen Adressaten. Hierfür bietet sich die Möglichkeit, die Perspektive des gesamten Konzerns zu betrachten aber auch die in den Einzelabschlüsse von Konzernunternehmen möglichen Verzerrungen aufgrund wirtschaftlicher Abhängigkeiten transparent zu machen und zu eliminieren (Vgl. Petersen/ Zwirner, 2009, S. 11.). Die Verpflichtung zur Konzernrechnungslegung in Deutschland ist abhängig von der Rechtsform, von Größenmerkmalen und auch von geschäftsspezifischen Besonderheiten. Außerdem beziehen sich die nationalen Regelungen nur auf inländische Gesellschaften (Vgl. Küting/ Weber, 2008, S. 91.). Die Einheitstheorie geregelt in § 297 Abs. 3 HGB besagt, dass im Konzernabschluss die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der einbezogenen Unternehmen so darzustellen sind, als ob diese Unternehmen insgesamt ein einziges Unternehmen wären. Im Rahmen der Finanzmarktkrise im Jahr 2007 sind die Vorschriften zur Konsolidierung von Zweckgesellschaften, Diskussionsgegenstand von Regierungen und Aufsichtsbehörden. Denn Zweckgesellschaften wurden von den Initiatoren in der Vergangenheit so ausgestaltet, dass die Kriterien für ihre Einbeziehung im Konzernabschluss nicht erfüllt waren (Vgl. Kümpel/ Piel, 2009, S. 14.). So waren die Konzernabschlüsse unvollständig und haben ihre Informationsfunktion nicht mehr gewährleistet. Die vorliegende Arbeit befasst sich also überwiegend mit den Vorschriften zur Einbeziehung von Zweckgesellschaften im Konzernabschluss vor und nach dem BilMoG. Abschnitt 2 beschäftigt sich mit dem Begriff Zweckgesellschaft und deren Eigenschaften. Abschnitt 3 stellt kurz die alte Regelung des § 290 HGB dar und auch die Gründe, die zur Bilanzrechtsreform im diesem Zusammenhang geführt haben. In Abschnitt 4 werden die neuen Regelungen des BilMoG im Bezug auf die Konzernrechnungslegung dargestellt und diese werden dann in Abschnitt 5 kritisch gewürdigt. Abschnitt 6 fasst die vorliegende Arbeit zusammen und stellt gleichzeitig ihre Erkenntnisse dar.
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition Zweckgesellschaft
3. Konzernrechnungslegung vor BilMoG und Gründe für die Bilanzrechtsreform
4. Konzernrechnungslegung nach BilMoG
4.1 Tochterunternehmen nach BilMoG
4.2 Konzept und Kriterien der Möglichen Beherrschung
4.2.1 Mehrheit der Stimmrechte
4.2.2 Bestellungs- und Abberufungsrecht
4.2.3 Beherrschung aufgrund von Vertrag oder Satzung
4.2.4 Mehrheit der Chancen und Risiken
4.3 Zweckgesellschaften als Tochterunternehmen
4.4 Weitere Kriterien zur Bestimmung von Zweckgesellschaften als Tochterunternehmen
4.4.1 Geschäftstätigkeit
4.4.2 Entscheidungsmacht
4.4.3 Mehrheit des Nutzens
4.4.4 Mehrheit der Risiken
5. Kritik und Ansichten
6. Zusammenfassung
Quellenverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Zweckgesellschaft?
Eine Zweckgesellschaft (Special Purpose Entity) ist eine rechtlich selbstständige Einheit, die für einen eng begrenzten, spezifischen Zweck gegründet wurde, oft zur Finanzierung oder Risikoauslagerung.
Wie veränderte das BilMoG die Konsolidierung von Zweckgesellschaften?
Das BilMoG führte das Konzept der wirtschaftlichen Beherrschung ein. Zweckgesellschaften müssen nun in den Konzernabschluss einbezogen werden, wenn das Mutterunternehmen die Mehrheit der Chancen und Risiken trägt.
Warum war die Reform der Konsolidierungsvorschriften nötig?
In der Finanzkrise 2007 wurde deutlich, dass viele Risiken in nicht konsolidierten Zweckgesellschaften „versteckt“ waren, wodurch die Informationsfunktion der Konzernabschlüsse versagte.
Was sind die Kriterien für eine „mögliche Beherrschung“?
Dazu gehören die Mehrheit der Stimmrechte, das Recht zur Bestellung von Führungsorganen, Beherrschungsverträge oder eben die Übernahme der Mehrheit der wirtschaftlichen Nutzen und Risiken.
Was besagt die Einheitstheorie nach § 297 Abs. 3 HGB?
Sie besagt, dass der Konzernabschluss so darzustellen ist, als ob alle einbezogenen Unternehmen insgesamt ein einziges Unternehmen wären (Fiktion der rechtlichen Einheit).
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- Maria Julia Sangines (Author), 2010, Die Konsolidierung von Zweckgesellschaften nach HGB, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229482