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Angst vor Europa?! Die Wohlfahrtsverbände und die Europäische Integration

Title: Angst vor Europa?! Die Wohlfahrtsverbände und die Europäische Integration

Intermediate Examination Paper , 2001 , 34 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Politics - Topic: European Union
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Summary Excerpt Details

Die sechs Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege nehmen im wohlfahrtstaatlichen Arrangement der Bundesrepublik Deutschland eine zentrale Stellung ein. Die Wohlfahrtsverbände sind an verschiedenen Momenten des Politikzyklusses als Akteur beteiligt sind: Die anwaltschaftliche Funktion beeinflusst ihr Bemühen, als Interessenorganisation den Prozess des agenda-setting sowie der Politikformulierung mitzugestalten, wohingegen die Dienstleistungsfunktion ihnen einen bedeutenden Part in der Implementation zuweist.
Angesichts der europäischen Integration ist jedoch eine erhöhte Unsicherheit innerhalb der Wohlfahrtsverbände deutlich, ihr Selbstverständnis begann zu bröckeln. Konkreter gefasst bedeutet dies, dass in den Wohlfahrtsverbänden erhebliche Ungewissheit über die Art und Weise sowie die Richtung der von Politik und Gesellschaft als notwendig erachteten strukturellen Reformen herrscht, und sie sich infolgedessen ihrer normativen, legitimatorischen Grundlegung nicht mehr sicher sind.
Es steht die Frage im Zentrum dieser Zwischenprüfungsarbeit, ob sich Politikprozesse der supranationalen Ebene für Akteure einer abgrenzbaren Politikarena der nationalen Ebene auswirken. Von besonderem Interesse ist hierbei die theoretische Diskussion. Sowohl in der Wohlfahrtsverbändeforschung als auch in der Integrationsforschung gibt es bisher nur wenige wissenschaftliche Arbeiten, die sich explizit mit der Europäischen Gemeinschaft und deren Auswirkungen auf die Verbände der freien Wohlfahrtspflege befassen. Die traditionelle Wohlfahrtsverbändeforschung orientiert sich naturgemäß an den nationalen Grenzen, innerhalb der die Verbände ihre Wirkung entfalten. Zunehmende Europäisierung nationaler Politiken und das Phänomen des Regierens im dynamischen Mehrebenensystem lassen m. E. eine nationale Begrenzung der Verbändeforschung jedoch als nicht ausreichend erscheinen.
Mein Erkenntnisinteresse für diese Arbeit richtet sich an der Frage aus, ob die Unsicherheit über die Zukunft der freien Wohlfahrtspflege in Deutschland berechtigt ist. Ich versuche eine Aussage zu treffen über die Wahrscheinlichkeit eines von der europäischen Ebene induzierten substanziellen organisationellen Wandels der deutschen Wohlfahrtsverbände.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

A. Problemstellung und Relevanz der Fragestellung

B. Methodisches Vorgehen und theoretische Anknüpfungen

Teil I: Die Stellung der Wohlfahrtsverbände im bundesdeutschen Sozialstaatsgefüge aus Sicht der Wissenschaft und der Verbände

A. Begriffliche Klärungen und Darstellung des Status Quo

B. Die Bedrohungen durch "Europa" in der Perzeption der Wohlfahrtsverbände

Zusammenfassung:

Teil II: Die Top-Down-Perspektive in der europäischen Integrationstheorie

A. Begriffliche Klärung

B. Das Konzept der Europäisierung als Analyseinstrument

Teil III. Die Wohlfahrtsverbände und die europäische Integration

A. Europäische Eigenheiten und deutsche Besonderheiten – die misfit-These als notwendige Bedingung für domestic change

Gibt es einen policy misfit?

Der strukturelle misfit

Der symbolische misfit

B. Die Wahrscheinlichkeit von Europäisierungsprozessen in der freien Wohlfahrtspflege - die "facilitating factors" als hinreichende Bedingungen

Die policy Dimension

Die strukturelle Dimension

Die symbolische Dimension

Zusammenfassung

Teil IV: Diskussion der Ergebnisse und abschließende Bemerkungen

A. Zur Wahrscheinlichkeit von Europäisierungstendenzen der freien Wohlfahrtspflege

B. Abschließende Bewertung des Europäisierungsansatzes und dessen Anwendung auf diesen Fall sowie theoretische Konsequenzen für die Verbändeforschung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht, ob die Unsicherheit der Wohlfahrtsverbände gegenüber der europäischen Integration gerechtfertigt ist und ob ein von der EU induzierter tiefgreifender Wandel der Wohlfahrtspflege in Deutschland wahrscheinlich ist. Im Fokus steht dabei die Anwendung der Europäisierungstheorie auf die deutschen Wohlfahrtsverbände.

  • Die Stellung der Wohlfahrtsverbände im deutschen Sozialstaat.
  • Die Wahrnehmung der europäischen Integration als Bedrohung durch die Verbände.
  • Theoretische Grundlagen des Europäisierungsansatzes (Top-Down-Perspektive).
  • Analyse von strukturellen, symbolischen und policy-spezifischen Misfits.
  • Diskussion über Reformdruck und zukünftige Herausforderungen.

Auszug aus dem Buch

A. Problemstellung und Relevanz der Fragestellung

Die sechs Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege nehmen im wohlfahrtstaatlichen Arrangement der Bundesrepublik Deutschland eine zentrale Stellung ein. Die politische Anwendung des aus der katholischen Soziallehre stammenden Subsidiaritätsprinzips hat in seiner deutschen Prägung die besondere Stellung der Wohlfahrtsverbände ermöglicht und die engen Verflechtungen zwischen ihnen und der nationalstaatlichen Sozialpolitik hervorgebracht (s. Teil I, A). Die mittlerweile schon lange, traditionsreiche Erfolgsgeschichte der "großen sechs" spiegelt sich in einem starken Bewusstsein ihrer Bedeutung und ihres Status in und für die Gesellschaft wider.

Die Heterogenität ihrer gesellschaftlich relevanten Funktionen illustriert die bedeutungsvolle Rolle, die sie in unserem sozialen Gefüge spielen. Als intermediäre Organisationen stehen sie nicht bloß zwischen Markt und Staat, sondern auch zwischen Staat und Bürger. Sie nehmen insofern eine Doppelfunktion wahr: Einerseits als Anwalt für die sozial benachteiligten Menschen unseres Landes gegenüber dem staatlichen Hoheitsträger, andererseits als Anbieter sozialer Dienstleistungen an eben diese Menschen, oft als ausführendes Organ sozialstaatlicher Pflichten der öffentlichen Hand. Diese interessante Doppelfunktion ihrer Existenz ebenso wie die ausgeprägte ideologische Orientierung und Legitimierung der meisten Verbände ist ein zentraler Baustein ihrer Identität.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Problemstellung und Definition des methodischen Vorgehens anhand des Europäisierungsansatzes.

Teil I: Die Stellung der Wohlfahrtsverbände im bundesdeutschen Sozialstaatsgefüge aus Sicht der Wissenschaft und der Verbände: Analyse der historischen Bedeutung der Wohlfahrtsverbände und ihrer spezifischen Rolle im deutschen Sozialmodell.

Teil II: Die Top-Down-Perspektive in der europäischen Integrationstheorie: Theoretische Rahmung und Einführung des Konzepts der Europäisierung als Analysewerkzeug.

Teil III. Die Wohlfahrtsverbände und die europäische Integration: Anwendung der Misfit-These auf policy-, strukturelle und symbolische Dimensionen sowie Untersuchung von facilitating factors.

Teil IV: Diskussion der Ergebnisse und abschließende Bemerkungen: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse hinsichtlich des Reformdrucks und Reflexion über die theoretischen Konsequenzen für die Verbändeforschung.

Schlüsselwörter

Wohlfahrtsverbände, Europäisierung, Europäische Integration, Sozialstaat, Subsidiaritätsprinzip, Economie Sociale, Misfit, Top-Down-Perspektive, Ökonomisierung, Verbändeforschung, Sozialpolitik, Neoinstitutionalismus, Gemeinnützigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der europäischen Integration auf die freien Wohlfahrtsverbände in Deutschland und untersucht, ob die dort wahrgenommene Unsicherheit über ihre Zukunft berechtigt ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Untersuchung umfasst die Rolle der Wohlfahrtsverbände im deutschen Sozialstaat, die Herausforderungen durch den europäischen Binnenmarkt und die theoretische Debatte über Europäisierungsprozesse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, eine Tendenzaussage darüber zu treffen, ob ein von der europäischen Ebene induzierter substanzieller Wandel der Wohlfahrtsverbände wahrscheinlich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt den Europäisierungsansatz (Top-Down-Perspektive), insbesondere das Modell von Börzel/Risse, um anhand von Misfits und unterstützenden Faktoren (facilitating factors) den Anpassungsdruck zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der deutschen Wohlfahrtspflege, eine theoretische Konzeptualisierung der Europäisierung und eine detaillierte Prüfung der Misfits (policy, strukturell, symbolisch).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Wohlfahrtsverbände, Europäisierung, Sozialstaat, Subsidiarität und Ökonomisierung gekennzeichnet.

Inwieweit stellt die "Economie Sociale" eine Gefahr dar?

Die Verbände befürchten, dass dieses Konzept der EU sie lediglich auf ihre wirtschaftliche Tätigkeit reduziert und damit ihre privilegierte, normativ begründete Stellung im deutschen Sozialsystem untergräbt.

Führt die Arbeit zu dem Ergebnis, dass die Verbände sofortigen Reformdruck spüren?

Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass aktuell kein unmittelbarer, von Brüssel induzierter Reformdruck besteht, der die Existenz der Verbände gefährdet; die Herausforderungen sind eher nationaler Natur.

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Details

Title
Angst vor Europa?! Die Wohlfahrtsverbände und die Europäische Integration
College
University of Tubingen  (Institut für Politikwissenschaft)
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2001
Pages
34
Catalog Number
V22949
ISBN (eBook)
9783638261708
ISBN (Book)
9783638691888
Language
German
Tags
Angst Europa Wohlfahrtsverbände Europäische Integration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2001, Angst vor Europa?! Die Wohlfahrtsverbände und die Europäische Integration, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22949
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