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Die pietistische Pädagogik des 17. und 18. Jahrhunderts

Analysen anhand ausgewählter neuzeitlicher Quellen

Title: Die pietistische Pädagogik des 17. und 18. Jahrhunderts

Diploma Thesis , 2013 , 56 Pages , Grade: 2,6

Autor:in: Andreas Schellenberg (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Das Thema der vorliegenden Staatsarbeit lautet: „Pietismus und Pädagogik“. Anhand ausgewählter frühneuzeitlicher Quellen thematisiert sie die pietistische Pädagogik des 17. und 18. Jahrhunderts. Der Pietismus ist neben dem angelsächsischen Puritanismus die bedeutendste religiöse Erneuerungsbewegung oder religiöse Frömmigkeitsbewegung des Protestantismus nach der Reformation. Über die Definition und die Umfangsbestimmung des historischen Phänomens Pietismus wird bis heute diskutiert. Das übliche historische Verständnis von Pietismus hat in der Forschung einen Konsens als eine religiöse Erneuerungsbewegung des späten 17. und des 18. Jahrhunderts gefunden. Der Konflikt des Philipp Jakob Speners und seinen Anhängern mit der lutherischen Orthodoxie im späten 17. Jahrhundert wird als Anfang des Pietismus in der Forschung datiert. Um den Begriff Pietist zu definieren, soll hier die damals bekannteste Definition des Leipziger Professors Joachim Feller von 1689 zu Wort kommen: „Es ist jetzt Stadtbekannt der Nahm der Pietisten; Was ist ein Pietist? Der Gottes Wort studiert / Und nach demselben auch ein heilig Leben führt.“ In der Auseinandersetzung mit der lutherischen Orthodoxie wurde der Begriff Pietismus dann ganz etabliert. Obwohl der Pietismus primär ein religiöses Phänomen ist, ist es aber auch zugleich ein pädagogisches geworden. Die Pietisten verstanden sich als „Kinder Gottes“ und konstituierten dadurch einen pädagogischen Bezug, indem das Kind für den Erwachsenen und der Erwachsene für das Kind, Bedeutung bekam. Ein Pietist suchte nicht allein in seinem Glauben „durch Bekenntnis und Predigt, Gebet und Gesang“, sein Leben als „praxis pietatis“ unter Beweis zu stellen. Vielmehr zielte seine Lebensausrichtung auf die Praxis, durch „Handeln und Arbeiten, soziale Organisation und Kontrolle, Erwachsenbildung und Kindererziehung“ ab.
...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Das Thema der Arbeit

1.2 Die Relevanz des Themas

1.3 Die Methode und das Ziel

1.4 Kurze Vorstellung der Quellen

1.5 Die Vorgehensweise

2. Das frühneuzeitliche christliche Menschenbild

3. Kurze Einordnung der drei Vertreter des Pietismus

3.1 Philipp Jakob Spener 1635-1705

3.2 August Hermann Francke 1663-1727

3.3 Nikolaus Ludwig von Zinzendorf 1700-1760

3.4 Vergleich und Zwischenergebnisse

4. Die Quellenanalyse

4.1 Über die Ziele der Erziehung

4.1.1 Die Zielsetzung für die Erziehung

4.1.2 Vergleich und Zwischenergebnisse

4.2 Über die Verantwortung

4.2.1 Verantwortung der Eltern, Erzieher und Gesellschaft

4.2.2 Vergleich und Zwischenergebnisse

4.3 Über den Eigenwille des Kindes

4.3.1 Das Verständnis von dem Eigenwillen des Kindes

4.3.2 Das Verständnis über den Umgang mit dem Eigenwillen des Kindes

4.3.3 Das Verständnis über den Umgang mit Zwang

4.3.4 Vergleich und Zwischenergebnisse

4.4 Über Zucht und Zuchtanwendung

4.4.1 Die Absicht und Ziele von Zucht des Kindes

4.4.2 Die Zucht und die Verantwortung des Erziehers

4.4.3 Vergleich und Zwischenergebnisse

4.5 Über den Katechismus als Lernmethode

4.5.1 Über das Auswendiglernen des Katechismus

4.5.2 Vergleich und Zwischenergebnisse

5. Endergebnisse

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die pietistische Pädagogik des 17. und 18. Jahrhunderts anhand ausgewählter frühneuzeitlicher Quellen von Philipp Jakob Spener, August Hermann Francke und Nikolaus Ludwig von Zinzendorf. Das primäre Ziel besteht darin, die zentralen pädagogischen Konzepte dieser Zeit durch eine systematische Quellenanalyse offenzulegen und die Ansichten der drei Vertreter zu vergleichen, um Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in ihrem Verständnis von Erziehung, Kindheit und Frömmigkeit herauszuarbeiten.

  • Pädagogische Zielsetzungen und das Konzept der Wiedergeburt des Kindes
  • Verantwortungsbereiche von Eltern, Erziehern und der Gemeinschaft
  • Der Umgang mit dem Eigenwillen des Kindes und die Anwendung von Zwang
  • Die Rolle der Zucht sowie die Bedeutung des Katechismus als Lernmethode

Auszug aus dem Buch

4.3.1 Das Verständnis von dem Eigenwillen des Kindes

Vor dem Hintergrund des frühneuzeitlichen Menschenbildes, das im Abschnitt 2. dargestellt wurde, ist der Mensch aufgrund der Erbsünde ein verdorbenes Wesen. Diese Auffassung teilten auch die Vertreter des Pietismus mit den Reformatoren Luther und Calvin. Der Mensch ist grundsätzlich auf die Erlösung Gottes angewiesen. Die Worte von Francke klingen unmissverständlich, wenn er sagt:

Wo aber die Kinder in allen eigenen und freyen Muthwillen gelassen werden / werden die Kräfte des alten Menschen in ihnen so starck / daß ihnen darnach mit Ruthen und Stecken nicht mag gesteuret werden.

Der eigene Wille oder freie Wille des Kindes wird als ein Problem verstanden, wenn er nicht in Grenzen gesetzt wird. Die Kräfte des alten Menschen sollen laut Francke gebändigt werden, weil genau diese Kräfte das Problem darstellen. Diese Kräfte sind in jedem Kind vorhanden, die auch als Erbsünde (Römer 5,12) bezeichnet werden können. Mit dem Eigenwillen wird auch „[…] alles ungebrochene Wesen und Härtigkeit […]“ des Kindes bezeichnet. Das Kind muss von dem Eigenwillen, der aus der Folge der Erbsünde in ihm ist, befreit werden. Das „ungebrochene Wesen“ wird mit „Härtigkeit“ des Wesens gleichgesetzt. Dort wo dem Kind der Eigenwille nicht widersprochen wird, werden die Kräfte des alten Menschen in dem Kind stark. Das Problem, das in dem Eigenwillen des Kindes dargestellt wird, soll durch die Erziehung gelöst werden. Und das bedeutet, dass der Eigenwille des Kindes erzogen werden muss.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der pietistischen Pädagogik ein, definiert den historischen Kontext und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die Auswahl der Quellen.

2. Das frühneuzeitliche christliche Menschenbild: Dieses Kapitel skizziert das anthropologische Verständnis der Zeit, das maßgeblich von der Lehre der Erbsünde und der Notwendigkeit der Erziehung als Weg zur Rechtfertigung geprägt ist.

3. Kurze Einordnung der drei Vertreter des Pietismus: Hier werden die Biografien und der Einfluss von Spener, Francke und Zinzendorf dargelegt, um die individuellen Hintergründe ihrer pädagogischen Akzentsetzungen zu verdeutlichen.

4. Die Quellenanalyse: Dieses Kernstück der Arbeit untersucht anhand der Kategorien Erziehungsziele, Verantwortung, Eigenwille, Zucht und Katechismus die konkreten pädagogischen Ansätze der drei Vertreter.

5. Endergebnisse: In diesem Abschnitt werden die zentralen Erkenntnisse der vorangegangenen Analysen zusammengefasst und strukturiert gegenübergestellt.

6. Fazit: Das Fazit reflektiert die Relevanz der untersuchten pädagogischen Ansätze für die heutige Zeit und betont die bleibende Bedeutung der kooperativen Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erziehern.

Schlüsselwörter

Pietismus, Pädagogik, Erziehung, Kindheit, Eigenwille, Zucht, Katechismus, Wiedergeburt, Gotteserkenntnis, August Hermann Francke, Philipp Jakob Spener, Nikolaus Ludwig von Zinzendorf, Christentum, Erbsünde, Frömmigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der pietistischen Pädagogik des 17. und 18. Jahrhunderts und analysiert, wie die Vertreter Spener, Francke und Zinzendorf christliche Erziehung theoretisch begründet und praktisch angewandt haben.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Zielsetzung der Erziehung, die Verantwortung von Erziehern und Eltern, den Umgang mit kindlichem Eigenwillen, die Rolle von Zuchtmaßnahmen sowie die Lernmethodik mittels Katechismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, das pietistische Verständnis von Kindererziehung systematisch zu durchdringen, die Positionen der drei genannten Pietisten zu vergleichen und aufzuzeigen, wie sie religiöse Frömmigkeit mit praktischer Pädagogik verknüpften.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine systematische Quellenanalyse durchgeführt, bei der Schriften der drei Protagonisten anhand gemeinsamer Kategorien untersucht, gegenübergestellt und auf ihre pädagogischen Grundannahmen hin ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Einordnung der Pietisten sowie in eine detaillierte Quellenanalyse zu den Bereichen Zielsetzung, elterliche Verantwortung, Eigenwille, Zuchtanwendung und Katechismus-Lernen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Pietismus, Pädagogik, Eigenwille, Zucht und christliche Erziehung charakterisiert.

Wie bewerten die Pietisten den Eigenwillen des Kindes?

Der Eigenwille wird als Folge der Erbsünde als etwas Negatives angesehen, das durch gezielte Erziehung gebrochen und unter den Gehorsam gegenüber Gott und den Eltern gestellt werden muss.

Warum ist Zinzendorf kritisch gegenüber der Erziehung in Anstalten?

Zinzendorf betont die elterliche Verantwortung und sieht die Erziehung in Heimen oder Zuchthäusern als Notlösung, die oft nicht die gewünschten Ergebnisse einer tiefgreifenden Herzensänderung erbringt.

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Details

Title
Die pietistische Pädagogik des 17. und 18. Jahrhunderts
Subtitle
Analysen anhand ausgewählter neuzeitlicher Quellen
College
University of Siegen
Grade
2,6
Author
Andreas Schellenberg (Author)
Publication Year
2013
Pages
56
Catalog Number
V229548
ISBN (eBook)
9783656471318
ISBN (Book)
9783656471615
Language
German
Tags
pietismus pädagogik analysen quellen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Schellenberg (Author), 2013, Die pietistische Pädagogik des 17. und 18. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229548
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