Zusammenfassung
Wetterderivate basieren auf nicht handelbaren Underlyings wie die Temperatur und haben einen unvollständigen Markt. Aufgrund dieser Besonderheiten kommt es zu einem Problem bei der Bewertung. Es wurden bisher viele Modelle vorgeschlagen, jedoch existiert kein einheitlicher Ansatz. Diese Arbeit versucht die Bewertung anhand des bekannten Modells von Alaton, Djehiche und Stillberger (2002) darzustellen. Um die Bewertung durchzuführen, wird vorerst die Temperatur unter einem Ornstein-Uhlenbeck-Prozess mit einer Brownschen Bewegung modelliert, wodurch die Temperatureigenschaften bestimmt werden können. Die Bewertung erfolgt risikoneutral und der Preis einer HDD-Option wird dabei unter einem Martingalmaß bestimmt. Bei CDD-Optionen erfolgt die Preisbildung mithilfe einer Monte-Carlo-Simulation. Außerdem muss das Modell an den tatsächlichen Markt angepasst werden, wo der Marktpreis des Risikos ins Spiel kommt. Dieser Wert wird im risikoneutralen Modell als konstant angenommen. Es wird aber auch gezeigt, dass in der realen Welt diese Annahme nicht praktizierbar ist. Dies wird insbesondere anhand von weiteren Ansätzen deutlich, die zusätzlich noch vorgestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Symbolverzeichnis
Anhangsverzeichnis
I. EINFÜHRUNG
II. GRUNDLAGEN
2.1 Der Markt für Wetterderivate
2.2 Basisvariablen
2.2.1 Degree-Day-Indizes
2.2.2 Average Temperature-Indizes
2.3 Produktübersicht
2.3.1 Optionen
2.3.2 Swaps
2.3.3 Futures
III. MODELLIERUNG DER TEMPERATUR
3.1 Ornstein-Uhlenbeck- Prozess
3.2 GARCH - Modellierung
3.3 Weitere Ansätze zur Modellierung
VI. BEWERTUNGSMODELLE
4.1 Problematik
4.2 Risikoneutrale Bewertung
4.2.1 Bewertung einer HDD-Option
4.2.2 Übertragung des Modells auf den Markt
4.2.3 Erweiterte risikoneutrale Ansätze
4.3 Weitere Ansätze
V. FAZIT
LITERATURVERZEICHNIS
ANHANG
Häufig gestellte Fragen
Was sind temperaturbasierte Wetterderivate?
Wetterderivate sind Finanzinstrumente, deren Wert von Wettervariablen wie der Temperatur abhängt. Sie dienen Unternehmen (z. B. Energieversorgern) zur Absicherung gegen wetterbedingte Risiken.
Warum ist die Bewertung von Wetterderivaten problematisch?
Da das zugrunde liegende „Asset“ (die Temperatur) nicht an einer Börse gehandelt werden kann, ist der Markt unvollständig, was die Anwendung klassischer Bewertungsmodelle erschwert.
Was ist ein Ornstein-Uhlenbeck-Prozess?
Es ist ein mathematisches Modell, das zur Modellierung der Temperatur verwendet wird, da es die Eigenschaft der „Mean-Reversion“ besitzt – die Temperatur kehrt langfristig immer zu einem Mittelwert zurück.
Was bedeuten HDD- und CDD-Indizes?
HDD (Heating Degree Days) misst den Heizbedarf bei kalten Temperaturen, während CDD (Cooling Degree Days) den Kühlbedarf bei warmen Temperaturen für Klimaanlagen darstellt.
Welche Rolle spielt der Marktpreis des Risikos?
Da der Markt unvollständig ist, muss ein Risikoaufschlag (Marktpreis des Risikos) in das Modell integriert werden, um den theoretischen Preis an die tatsächlichen Marktpreise anzupassen.
- Quote paper
- Kübra Öztepe (Author), 2011, Die Bewertung von temperaturbasierten Wetterderivaten , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229592