Im Verlauf dieser Hausarbeit wird sich zeigen, warum es so
schwer ist, bei diesem Thema zu einem eindeutigen Ergebnis zu kommen. Unter der Fragestellung „Erstglieder von Substantiv-Verb-Verbindungen: Sind sie Objekte oder Kompositionsglieder?“ werden im ersten Teil ausgewählte Substantiv-Verb-Verbindung vorgestellt. Dann werden anhand einiger Beispiele Kriterien präsentiert, die aufzeigen, was ein grammatisches Objekt in einem deutschen Satz ausmacht und wie man es bestimmen kann. Im nächsten Teil können die vorgestellten Substantiv-Verb-Verbindungen dann anhand dieser Kriterien untersucht werden. Das letzte Kriterium soll ein Vergleich mit anderen Sprachen sein. Dazu sind die Sprachen Englisch, Französisch und Italienisch ausgewählt worden. Zur leichteren Gegenüberstellung werden die Ergebnisse dieses Kriteriums nicht wie bei allen anderen Kriterien für jede Substantiv-Verb-Verbindung einzeln, sondern direkt zusammengefasst präsentiert. Abschließend gibt es in einem Fazit einen Überblick über die einzelnen Untersuchungen und ihre Ergebnisse.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorstellung der zu untersuchenden Substantiv-Verb-Verbindungen
3. Kriterien zur Erkennung eines grammatischen Objekts
3.1 Ein transitives Prädikat
3.2 Kasus-Zuweisung
3.2.1 Dativ
3.2.2 Akkusativ
3.3 Ein zugehöriger Artikel
3.4 Satzstellung
3.5 Passivierung
3.6 Semantische Rolle
3.6.1 Patiens
3.6.2 Rezipient und Benefaktiv
3.6.3 Instrument
4. Überprüfung der Substantiv-Verb-Verbindungen auf die Objekt-Kriterien
4.1 Klavier spielen
4.2 Rad fahren
4.3 Schlittschuh laufen
4.4 eislaufen
4.5 Die Substantiv-Verb-Verbindungen im Vergleich zu anderen Sprachen
4.6 Übersichtstabelle
5. Zusammenfassung
6. Bibliographie
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die syntaktische Natur von Erstgliedern in deutschen Substantiv-Verb-Verbindungen wie "Klavier spielen" oder "eislaufen". Das primäre Ziel ist es, zu klären, ob diese Erstglieder als grammatische Objekte oder als Kompositionsglieder zu klassifizieren sind, um damit auch die teilweise inkonsistente deutsche Rechtschreibung in diesem Bereich linguistisch zu hinterfragen.
- Kriterien für die Bestimmung eines grammatischen Objekts im Deutschen
- Analyse der Substantiv-Verb-Verbindungen anhand von Kasus, Artikelgebrauch und Passivierbarkeit
- Untersuchung der semantischen Rollen (Patiens, Instrument, etc.)
- Kontrastiver Vergleich mit anderen europäischen Sprachen
- Erörterung der Zusammenhänge zwischen Sprachstruktur und Rechtschreibregeln
Auszug aus dem Buch
4.1 Klavier spielen
Das Prädikat spielen hat zwei unterschiedliche Konnotationen. Betrachtet man es als alleinstehendes Verb, muss es intransitiv sein. Das zeigen Sätze wie (28) Susi spielt im Schnee. (29) Lisa spielt mit Max. (30) Die Kinder spielen.
Betrachtet man spielen jedoch als etwas spielen, so kann es durchaus transitiv sein. Für diesen Fall könnte man neben solchen Wendungen wie Schach spielen, Fußball spielen oder Flöte spielen auch Klavier spielen einordnen.
Nimmt man etwas spielen als zu untersuchende Form, entdeckt man, dass das transitive Prädikat ein Objekt mit Akkusativ-Kasus fordert. Klavier kann als solch ein Akkusativobjekt dienen, denn fragt man bei dem Beispielsatz (31) Lisa spielt Klavier. nach dem Objekt, kann eine grammatikalisch korrekte Antwort gegeben werden. (32) (Wen oder) was spielt Lisa? – Klavier.
Das dritte Kriterium, der zugehörige Artikel, bringt jedoch nun Schwierigkeiten mit sich. Nutzt man Klavier spielen als konjugierte Form mit einem Artikel, ist es grammatikalisch nicht falsch, jedoch selten im Sprachgebrauch und impliziert eine Sinnveränderung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Getrennt- und Zusammenschreibung bei Substantiv-Verb-Verbindungen ein und stellt die Forschungsfrage nach dem Status der Erstglieder.
2. Vorstellung der zu untersuchenden Substantiv-Verb-Verbindungen: Hier werden die vier Kernbeispiele (Klavier spielen, Rad fahren, Schlittschuh laufen, eislaufen) präsentiert und deren unterschiedliche Konjugationsmuster aufgezeigt.
3. Kriterien zur Erkennung eines grammatischen Objekts: Dieses Kapitel definiert linguistische Testverfahren wie Transitivität, Kasuszuweisung, Artikeltest, Satzstellung, Passivierung und semantische Rollen zur Objektbestimmung.
4. Überprüfung der Substantiv-Verb-Verbindungen auf die Objekt-Kriterien: Dies ist der Hauptteil, in dem die gewählten Beispiele anhand der zuvor definierten Kriterien einzeln analysiert und ihre Strukturen miteinander verglichen werden.
5. Zusammenfassung: Das Fazit stellt fest, dass der Objektstatus der Erstglieder nicht einheitlich geklärt werden kann und die linguistische Uneindeutigkeit die Ursache für die orthografischen Unsicherheiten ist.
6. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet die verwendeten Fachliteraturquellen auf.
Schlüsselwörter
Substantiv-Verb-Verbindung, Grammatik, Objektstatus, Rechtschreibreform, Transitivität, Kasuszuweisung, Satzstellung, Passivierung, Semantische Rolle, Klavier spielen, Rad fahren, Schlittschuh laufen, eislaufen, Sprachvergleich, Linguistik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die linguistische Struktur von deutschen Substantiv-Verb-Verbindungen und stellt die Frage, ob deren Erstglieder grammatisch als Objekte oder als Bestandteile eines Kompositums zu werten sind.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die Bereiche Syntax und Semantik sowie die orthografische Kodifizierung durch die Rechtschreibreform.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch Anwendung objektanalytischer Kriterien zu klären, warum manche dieser Verbindungen getrennt und andere zusammengeschrieben werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden klassische syntaktische Testverfahren angewandt, darunter der Passivtest, der Kasustest sowie die Analyse semantischer Rollen, ergänzt durch einen sprachtypologischen Vergleich.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Anwendung der Kriterien auf die Beispiele Klavier spielen, Rad fahren, Schlittschuh laufen und eislaufen sowie einer vergleichenden Perspektive auf romanische und germanische Sprachen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Substantiv-Verb-Verbindung, Objektstatus, Transitivität und Rechtschreibregeln charakterisiert.
Warum wird "eislaufen" im Gegensatz zu "Schlittschuh laufen" anders behandelt?
Die Untersuchung zeigt, dass "eislaufen" in fast allen Kriterien weniger Objekt-Eigenschaften aufweist als "Schlittschuh laufen", was die unterschiedliche Schreibweise linguistisch begründbar macht.
Welche Rolle spielt der Vergleich mit anderen Sprachen für die Untersuchung?
Der Sprachenvergleich dient als Kontrastfolie: Während im Deutschen der Objektstatus der Erstglieder oft verschwimmt, zeigen die Pendants in Sprachen wie Englisch oder Italienisch deutlichere Objektstrukturen.
- Quote paper
- Carolin Kotthaus (Author), 2013, Erstglieder von Substantiv-Verb-Verbindungen: Sind sie Objekte oder Kompositionsglieder?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229675