Dokumentation zu Friedrich Wilhelm Nietzsches "Götzen-Dämmerung"


Essay, 2011

4 Seiten


Leseprobe

Dokumentation -

Friedrich Wilhelm Nietzsche: Götzen-Dämmerung

Friedrich Nietzsche (1844 - 1900), Sohn eines protestantischen Pfarrers, verfasste im Jahre 1888 seine Streitschrift „Götzen-Dämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophiert“ [1] ursprünglich unter dem Namen „Müßiggang eines Psychologen“. Auf den Rat seines Freundes Heinrich Köselitz hin änderte er jedoch den Titel seiner kritischen Auseinandersetzung mit der Moral zugunsten der wesentlich aussagekräftigeren Überschrift.[2]

Der Begriff Götze, ursprünglich eine abwertende Bezeichnung für einen Gott einer fremden Religion, beschreibt bei Nietzsche Ideale und vermeintliche Wahrheiten, die sich in unserer Welt zu Unrecht etabliert haben. Nur eine Philosophie „mit dem Hammer “, voller Kraft und Übermut, sei in der Lage, diese Götzen zu zerschlagen und somit den Weg für eine „natürliche Moral“, basierend auf den Instinkten, frei zu machen.

Wie sich bereits aus dem verworfenen Titel ableiten lässt, stellt „Götzen-Dämmerung“ für Nietzsche eine psychologische Schrift dar. Doch so unbedeutend der ursprüngliche Titel auf den ersten Blick auch wirkt, desto größer ist die philosophische Sprengkraft, die sich gegen die Kirche und das durch sie etablierte Moralsystem richtet.

Nietzsche zählt vier Thesen auf, die er für die „vier großen Irrtümer“ hält und führt sie als Ursachen für die Unterwerfung des Menschen unter die „Religion-Moral“, einem widernatürlichen Wertesystem, an, da es sich den angeborenen Instinkten entgegenstelle und den Menschen somit zwinge, einen Teil seines Selbst zu veräußern. Die Ausrottung und Stigmatisierung jeglicher Leidenschaften als prinzipiell böse sei jedoch der offensichtlichste Indikator für die eigene Sündhaftigkeit der Kirche: „Dasselbe Mittel, Verschneidung, Ausrottung, wird instinktiv im Kampfe mit einer Begierde von denen gewählt, welche zu willensschwach, zu degeneriert sind, um sich ein Maß in ihr auflegen zu können.“ [3] Der Priester, selbst am unfähigsten den inneren Versuchungen zu widerstehen, lege der Gesellschaft die für ihn untragbare Last auf und fordere strikten „Kastratismus[4] gegenüber allen Passionen. Nietzsche vertritt die Ansicht, dass Leidenschaften prinzipiell zwar gefährlich seien, jedoch ebenso etwas Gutes darstellen könnten. „Jeder Naturalismus in der Moral, das heißt jede gesunde Moral, ist von einem Instinkte des Lebens beherrscht.“ [5] „Alles Gute ist Instinkt.“ [6] Jedes Wertesystem, dem etwas anderes zu Grunde läge, sei demnach widernatürlich und sollte als falsch verworfen werden.

[...]


[1] Nietzsche, Friedrich: „Götzen-Dämmerung“, insel Taschenbuch, Frankfurt a. M. 1985.

[2] Siehe: Zudeick, Peter: „Nietzsche für Eilige“, 1. Auflage Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin 2005.

[3] Nietzsche: Götzen-Dämmerung, S. 33.

[4] Nietzsche: „Götzen-Dämmerung“, S. 35: „Die Kirche bekämpft die Leidenschaft mit Ausschneidung in jedem Sinne: ihre Praktik, ihre »Kur« ist der Kastratismus.“.

[5] Ebd. S. 35/36.

[6] Ebd. S. 41.

Ende der Leseprobe aus 4 Seiten

Details

Titel
Dokumentation zu Friedrich Wilhelm Nietzsches "Götzen-Dämmerung"
Autor
Jahr
2011
Seiten
4
Katalognummer
V229680
ISBN (eBook)
9783656458838
Dateigröße
551 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
dokumentation, friedrich, wilhelm, nietzsches, götzen-dämmerung
Arbeit zitieren
Moritz Elsaeßer (Autor), 2011, Dokumentation zu Friedrich Wilhelm Nietzsches "Götzen-Dämmerung", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229680

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