Korruption in Entwicklungsländern. Verbindung zwischen Korruption und Armut


Hausarbeit, 2013

18 Seiten, Note: 15 Punkte


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. transparency international

3. Korruption in Deutschland

4. Korruption in den Entwicklungsländern – Verbindung zwischen Korruption und Armut

5. Politische Auswirkungen und Korruptionsbekämpfung

6. Fazit

7. Quellen

1. Einleitung

Peter Eigen, der Gründer der nichtstaatlichen Organisation Transparency International, welche sich zum Ziel gesetzt hat, die Korruption weltweit zu bekämpfen sagte einmal:

„Viele Entwicklungsländer sind arm, weil sie korrupt sind.“

Um eine Aussage über den Wahrheitsgehalt dieser Ansicht treffen zu können, ist es als erstes notwenig, herauszufinden, was Korruption wirklich ist und wie sie definiert ist.

Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten wird Korruption als: „Vertrags- bzw. normwidriges Verhalten eines Agenten gegenüber seinem Prinzipal (Principal-Agent- Theorie) aufgrund der Entgegennahme von Geld oder Sachleistungen durch einen Dritten, der sich davon Vorteile durch den Agenten erhofft“ definiert.

(Quelle: Wirtschaftslexikon.gabler.de; Definition Korruption)

Das ist die Theorie. Doch in der Praxis ist es in vielen Fällen nicht so einfach, ob eine Aktion als Korruption anzusehen ist oder nicht. Korruption wird auch kulturell sehr unterschiedlich definiert wird, was diese Entscheidung nicht einfacher macht.

Bei Korruption wird zwischen zwei Arten differenziert. Zum einen die situative und zum anderen die strukturelle Korruption. Das Merkmal der situativen Korruption (auch Spontankorruption genannt) besteht darin, dass die Korruptionshandlung spontan begangen wird. Die strukturelle Korruption wird dagegen geplant und ist ein langfristiger Vorgang.

Korruption wird auch in zwei verschiedene Formen unterteilt. In die aktive und die passive Korruption. Transparency International Schweiz definiert aktive und passive Bestechung wie folgt: „Als aktive Bestechung gilt, wer einem Amtsträger einen nicht gebührenden Vorteil anbietet, verspricht oder gewährt, damit dieser eine pflichtwidrige Handlung vornimmt, die in Zusammenhang mit seiner Tätigkeit steht. Der Vorteil kann materieller oder immaterieller Natur sein und richtet sich an den Amtsträger oder an eine dritte Person. Voraussetzung ist, dass sich die Gegenleistung des Amtsträgers auf eine konkrete Handlung bezieht, die pflichtwidrig ist oder in

seinem Ermessen steht. Es kann sich dabei auch um eine Unterlassung handeln, wenn beispielsweise der Amtsträger auf die Ausstellung einer Verkehrsbusse verzichtet.

Die passive Bestechung bildet das Gegenstück zur aktiven Bestechung und bezieht sich auf den Amtsträger, der einen nicht gebührenden Vorteil fordert, sich versprechen lässt oder annimmt.“

(Quelle: http://www.transparency.ch/de/korruption/Begriffserklaerung_und_Glossar/)

Transparency International sieht Korruption als den Missbrauch von anvertrauter Macht zum privaten Nutzen oder Vorteil, was nicht nur in den Entwicklungs- und Schwellenländern der Fall ist.

Entwicklungsländer sind Länder, die im Vergleich zu Industrie-Staaten einen Rückstand in der Entwicklung haben. Dies kann aufgrund des geringen Wohlfahrtsniveaus, aber auch aufgrund der schlechteren Funktion des Wirtschaftssystems der Fall sein.

Außerdem gibt es in vielen Entwicklungsländern ein rasantes Bevölkerungswachstum, welches zu einer Verschlechterung der Nahrungsversorgung und somit zu einer Zunahme von Hunger und Unterernährung führt.

Zudem haben Entwicklungsländer ein geringeres Pro-Kopf-Einkommen. Die Gesundheitsversorgung ist schlecht und die Lebenserwartung ist im Vergleich zu Industriestaaten deutlich geringer.

Das Ziel dieser Arbeit soll sein, den Zusammenhang zwischen Korruption und Armut in Entwicklungsländern, hauptsächlich in Afrika, und das Ausmaß der Korruption im Hinblick auf das Wohlfahrts-Niveau der Entwicklungsländer in Afrika darzulegen.

Hat Peter Eigen mit seiner Aussage Recht oder gibt es keine Verbindung zwischen Armut und Korruption, zwei der größten Probleme der Welt?

Diese Frage soll im Laufe der vorliegenden Arbeit beantwortet werden.

2. Transparency international

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

"Korruption ist ein Grundübel unserer Zeit. Sie zeigt ihr hässliches Gesicht allenthalben. Sie liegt an der Wurzel fast aller wichtigen Probleme - oder verhindert zumindest ihre Lösung - und wirkt besonders verheerend in den armen

Regionen in der Welt, wo sie viele Millionen Menschen in Elend, Armut, Krankheit, gewalttätigen Konflikten und Ausbeutung gefangen hält."

Peter Eigen, März 2003

Die Nichtregierungsorganisation „Transparency international“, kurz TI, welche versucht, dieses im obigen Zitat beschriebene „Grundübel“ zu bekämpfen, wurde 1993 vom ehemaligen Weltbankmanager, zuständig für Afrika und Südamerika, Peter Eigen zusammen mit Verbündeten in Berlin gegründet. Transparency international besteht aus der international agierenden Dachorganisation sowie aus über 90 nationalen Ablegern wie „Transparency International Deutschland e.V.“ in Deutschland. Die Organisation wird hauptsächlich durch Spenden finanziert. Zu den größten Spendern für die deutsche Organisation gehören unter anderem die europäische Kommission, das Auswärtige Amt sowie das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Die Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, sowohl die nationale als auch die internationale Korruption zu bekämpfen. Sie verfolgen ihr Ziel. indem sie zum Beispiel Schwachstellen in Gesetzen und Institution aufdecken und Reformen anstoßen. Statt Einzelfälle aufzudecken, wie dies zum Beispiel Amnesty International praktiziert, möchte Transparency international eine „Koalition gegen Korruption“ bilden. Auch Aufklärung ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit von TI.

Der deutsche Ableger von TI hilft zusätzlich zum Beispiel deutschen Gerichten, internationale Vereinbarungen, welche zur Bekämpfung der Korruption dienen, umzusetzen. Außerdem werden sowohl Banken, als auch öffentliche Verwaltungen

beraten, wie man Bestechung vorbeugen kann. Darüber hinaus hat sich TI Deutschland das Ziel gesetzt, die Bestechung im deutschen Gesundheitswesen abzubauen.

TI veröffentlicht zudem regelmäßig drei Korruptionsindizes. Den

„Korruptionswahrnehmungsindex“ (CPI) welcher die Korruptionswahrnehmung im öffentlichen Sektor durch Umfragen wiederspiegelt, den „Bestechungszahlerindex“ (BPI) und den globalen Korruptionsbarometer. Außerdem wird jährlich ein ausführlicher Bericht zur Korruptionslage veröffentlicht.

3. Korruption in Deutschland

Deutschland liegt im 2012 von Transparency international veröffentlichten Korruptionswahrnehmungsindex mit 79 von 100 möglichen Punkten auf Platz 13 von 174 Ländern vor Japan und Großbritanien (beide jeweils 17. Platz mit 74 Punkten), den USA (19 Platz mit 73 Punkten und Frankreich (22. Platz mit 71 Punkten). Der Index wertet die Länder nach der wahrgenommenen Korruption bei Beamten und Politikern.

100 Punkte ist die Maximalpunktzahl und bedeutet, dass ein Land „sauber“ von Korruption ist. 0 Punkte hingegen bedeuten, dass ein Land extrem korrupt ist. Die Schlusslichter bilden Entwicklungsländer wie Myanmar (15 Punkte), der Sudan (13 Punkte) und Somalia (8 Punkte).

Deutschland hat sich im Korruptionswahrnehmungsindex im Vergleich zu 2011 um einen Platz verbessert (2011 Platz 14, 8,0 Punkte nach der damals gültigen Skala).

2012 wurde die Punkteskala des CPI von der vormals geltenden 0 bis 10 Punkte-Skala auf die aktuelle 0 bis 100 Punkte-Skala umgestellt.

Vor allem die nicht erfolgte Ratifizierung der 2003 von Deutschland unterschriebenen UN-Konvention gegen Korruption, welche bereits von über 165 Staaten weltweit ratifiziert wurde, verhinderte eine bessere Platzierung Deutschlands im Korruptionswahrnehmungsindex. Dies trifft auch auf Länder wie Japan (CPI Platz 17) sowie Sudan, Saudi-Arabien, Syrien und Nordkorea zu.

Der Jahresbericht 2012 des Landeskriminalamts Baden-Württemberg zum Thema Korruption zeigt hingegen eine zunehmende Häufung von Korruptionsfällen. Zumindest im Bundesland Baden-Württemberg hat sich die Zahl der erfassten Fälle von Korruptionskriminalität 2012 mit 172 Fällen im Vergleich zum Vorjahr mit 89 Fällen beinahe verdoppelt. Korruptionskriminalität ist in diesem Jahresbericht ein Überbegriff von Vorteilsnahme/Gewährung, Bestechlichkeit/Bestechung und Bestechlichkeit/Bestechung im geschäftlichen Verkehr. Es handelt sich dabei um Straftaten, die nach dem deutschen Strafgesetzbuch geahndet werden.

Strukturelle und situative Korruption kommt laut dem LKA dabei ungefähr gleich häufig vor.

Im Bundeslagebericht Korruption 2011, welcher vom Bundeskriminalamt herausgegeben wurde, findet strukturelle Korruption (korruptive Verbindung von mehr als einem Monat) in 89% der bundesdeutschen Ermittlungsverfahren (insgesamt 1.528) statt. Dabei überwiegen vor allem Verbindungen von 3 bis 5 Jahren (39%).

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Korruption in Entwicklungsländern. Verbindung zwischen Korruption und Armut
Note
15 Punkte
Autor
Jahr
2013
Seiten
18
Katalognummer
V229698
ISBN (eBook)
9783656455240
ISBN (Buch)
9783656457190
Dateigröße
2712 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
korruption, entwicklungsländer, verbindung, armut
Arbeit zitieren
Dominik Renner (Autor), 2013, Korruption in Entwicklungsländern. Verbindung zwischen Korruption und Armut , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229698

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