In der folgenden Hausarbeit werde ich mich mit der Fragestellung auseinandersetzen, wie Täter und Missbrauchsfamilien von sexualisierter Gewalt miteinander in Zusammenhang stehen. Dabei werde ich auch darauf eingehen, was eine Missbrauchsfamilie von einer normalen Familie unterscheidet und wie der Täter sein Handeln organisiert.
Ich habe mich für dieses Thema entschieden, da ich finde, dass sexualisierte Gewalt, insbesondere an Kindern, ein gesellschaftliches Problem darstellt, was nicht verschwiegen, verleugnet oder worüber hinweggesehen werden kann und darf. Deshalb sollte dieses Problem sowohl der Schule, im Elternhaus, als auch in der breiten Öffentlichkeit öfter und nicht nur zu bestimmten Anlässen, wie der erneuten Vergewaltigung und Tötung oder Verstümmelung eines kleinen Jungen oder Mädchens thematisiert werden.
Zur Beantwortung der o.g. Fragestellung werde ich zunächst versuchen sexualisierte Gewalt in ihrem gesamten Spektrum zu erfassen, Stärken und Schwächen dabei herausstellen, eine Aussage darüber treffen zu können, was sexualisierte Gewalt im breiteren und engeren Sinne eigentlich bedeutet und abschließend versuchen eine geeignete Definition dafür zu finden. Danach wende ich mich der Missbrauchsfamilie zu und werde zunächst die Missbrauchsfamilie darstellen, in welcher der Täter nicht Bestandteil der Familie ist und danach diejenige, in welcher der Täter zur Familie gehört. In beiden Fällen werde ich zunächst erläutern, was für ein Verhältnis vorherrscht und danach darauf eingehen. was die Missbrauchsfamilien von einer normalen Familie unterscheidet. Anschließend werde ich mich noch dem Täter und seinem Handeln zuwenden, Ursachenmodelle und Handlungsmotive analysieren, den Ablauf eines sexuellen Übergriffes in seine Teilschritte zerlegen und in diesem Zusammenhang die Tat ableiten. Dabei werde ich mich auch kurz mit den Folgen eines sexuellen Übergriffes beschäftigen. Abschließend werde ich die Ergebnisse meiner Arbeit zusammentragen, auswerten und versuchen eine Antwort auf die eingangs gestellte Frage zu erhalten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition: Sexualisierte Gewalt
2.1. Das Problem der Begriffsklärung
2.2. Klassifizierungsmöglichkeiten und Einordnung der sexualisierten Gewalt
3. Die Missbrauchsfamilie
3.1. Der Täter außerhalb der Familie
3.2. Der Täter innerhalb der Familie
4. Der Täter
4.1. Ursachen und Motivation
4.1.1. Ursachenmodelle
4.1.2. Handlungsmotivation
4.2. Vorbereitung und Durchführung
4.3. Folgen
5. Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Tätern sexualisierter Gewalt und den betroffenen Missbrauchsfamilien. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie sich Missbrauchsfamilien von anderen Familien unterscheiden und nach welchen Mustern Täter ihr Handeln organisieren.
- Begriffsbestimmung und Klassifizierung von sexualisierter Gewalt
- Analyse der Familiendynamik in Missbrauchsfamilien (intern/extern)
- Untersuchung von Ursachenmodellen und Handlungsmotivationen der Täter
- Strukturierung und Ablauf der Täterstrategien
Auszug aus dem Buch
4.2. Vorbereitung und Durchführung
Eine sexuelle Gewalttat wird vom Täter lange vorbereitet und geschieht in den seltensten Fällen im Affekt. Dabei gehen Täter meist immer mit ähnlichen oder gleichen Strategien vor, welche sie auch untereinander austauschen, wenn sie sich als profitabel herausstellen.
Der erste Schritt ist die Kontaktaufnahme. Dieser erfolgt meist in Schwimmbädern, am Strand, auf dem Spielplatz oder dem Rummel. Das heißt überall da, wo es größere oder kleinere Menschenansammlungen gibt und somit kein Verdacht erregt wird. Dazu kommt, dass sehr viele Täter ehrenamtlich im pädagogischen, sozialen oder sogar in psychosozialen Bereichen tätig sind. Sie geben meist vor, sich sehr stark um die Belange von Kindern und anderen Mitmenschen zu sorgen und ausgesprochene Menschenfreunde zu sein, was in manchen Fällen sogar zutrifft, da die Selbsteinschätzung mancher Pädophiler soweit geht, dass sie wirklich nur das Wohl des Kindes, dessen sie sich bemächtigen wollen, im Sinn haben. Eine andere Möglichkeit ist, wie bereits oben angesprochen, dass sie sich Partnerinnen suchen, die bereits Kinder und dazu noch ein sehr geringes Selbstwertgefühl haben, welchen sie vorgeben helfen zu wollen. Darunter fallen z.B. auch alleinerziehende Mütter. Dazu kommen Anzeigen in Zeitungen, die Prostitution und „Zucht“ von Kindersklaven und der Sextourismus in andere Länder, vornehmlich der dritten Welt, wo keine starke Überwachung stattfindet und die Menschen oftmals so arm sind, dass ihnen nichts anderes übrig bleibt, als sich oder ihre Kinder zu verkaufen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung der Arbeit ein und erläutert die Relevanz der Thematik sexualisierter Gewalt an Kindern.
2. Definition: Sexualisierte Gewalt: Dieses Kapitel thematisiert die Schwierigkeiten bei der Begriffsklärung und erarbeitet auf Basis wissenschaftlicher Definitionen einen eigenen Definitionsansatz.
3. Die Missbrauchsfamilie: Hier wird der Einfluss von sexueller Gewalt auf die Familienstruktur beleuchtet, wobei zwischen Tätern innerhalb und außerhalb des Familiensystems unterschieden wird.
4. Der Täter: Dieses Hauptkapitel analysiert Ursachen, Handlungsmotive, Vorbereitungsstrategien und die Folgen sexualisierter Übergriffe aus der Täterperspektive.
5. Ergebnisse: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung präventiver Ansätze basierend auf den identifizierten Täter-Mustern.
Schlüsselwörter
Sexualisierte Gewalt, Missbrauchsfamilie, Täterstrategien, Prävention, Handlungsmotivation, Kindeswohl, Machtstrukturen, Familiendynamik, Kontaktaufnahme, Desensibilisierung, Opfer, Täter, Psychische Folgen, Soziale Isolation, Machtunterschiede.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Dynamik von Missbrauchsfamilien und dem organisierten Handeln von Tätern sexualisierter Gewalt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von sexualisierter Gewalt, die Analyse der Familiendynamik sowie die Untersuchung von Täter-Ursachen und Vorgehensweisen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Tätern und Missbrauchsfamilien zu klären sowie Muster aufzudecken, die für präventive Maßnahmen genutzt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Auseinandersetzung und Literaturanalyse, um den aktuellen Forschungsstand zu systematisieren und zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die Auswirkungen auf die Familie als auch die psychologischen Ursachenmodelle und die konkreten Strategien der Täter bei der Vorbereitung und Durchführung von Taten analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind sexualisierte Gewalt, Missbrauchsfamilie, Täterstrategien, Machtstrukturen, Familiendynamik und Prävention.
Wie unterscheidet die Arbeit den Täter innerhalb und außerhalb der Familie?
Der Täter innerhalb der Familie beeinflusst die Familiendynamik direkt und zerstört das interne Sicherheitssystem, während ein externer Täter die Familie von außen manipuliert, was für die Opfer-Familie unterschiedliche Resilienzchancen bedeutet.
Warum ist das Kosten-Nutzen-Modell laut Arbeit für Täter relevant?
Es wird aufgezeigt, dass Täter bewusst abwägen, ob das Risiko der Aufdeckung geringer ist als der Nutzen aus der Tat, wobei sie ihre Strategien ständig optimieren, um dieses Verhältnis zu ihren Gunsten zu beeinflussen.
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- Richard Buder (Author), 2012, Sexualisierte Gewalt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229708