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Auf dem Weg zu einer allgemein anerkannten Wirkungstheorie: Illusion oder Realität?

Bestandsaufnahme der Kommunikations- und Medienwirkungsforschung

Title: Auf dem Weg zu einer allgemein anerkannten Wirkungstheorie: Illusion oder Realität?

Term Paper , 2004 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Alan Hansen (Author)

Sociology - Media, Art, Music
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Summary Excerpt Details

Das Hauptaugenmerk der Arbeit liegt darauf, die Entwicklung und die damit verbundenen verschiedenen Theorien der Wirkungsforschung aufzuzeigen. Im Verlauf wird deutlich werden, dass die einzelnen Modelle teilweise aufeinander Bezug nehmen und hinsichtlich ihrer Vorgänger Fortschritte und Veränderungen aufweisen.
Zunächst wird das Modell vorgestellt, das als der Beginn der modernen Kommunikationsforschung bezeichnet werden kann und bis in die heutige Zeit das Verständnis von Kommunikation dominiert. Das Stimulus-Response-Modell ist ebenso einfach wie umstritten. Da die meisten Annahmen des Ansatzes inzwischen eindeutig widerlegt wurden, ist es notwendig, in diesem Zusammenhang ausdrücklich Kritik zu äußern.

Im darauf folgenden Kapitel rücken exemplarisch zwei weitere Modelle in den Fokus, die verdeutlichen, wie schwierig es ist, den Prozess eines Kommunikationsprozesses theoretisch zu formulieren. Obwohl Elihu Katz Ende der sechziger Jahre mit seinem "Nutzen-und-Belohnungs-Ansatz" einen deutlichen Fortschritt gegenüber dem Stimulus-Response-Modell erreicht, indem er dem Rezipienten eine aktive Rolle zuschreibt, bleiben viele wichtige Aspekte weiterhin unberücksichtigt.
Werner Früh und Klaus Schönbach sorgten Anfang der neunziger Jahre mit ihrem "Transaktionalen-Ansatz", der im Anschluss vorgestellt werden soll, für eine weitere bedeutende Modifikation in der Kommunikations- und Medienwirkungsforschung.
Im abschließenden Kapitel der Hausarbeit werden schließlich die wichtigsten Überlegungen des konstruktivistischen Ansatzes vorgestellt. Nach Auffassung der Konstruktivisten ist die Wirkung von Medien und Kommunikation eng mit dem Aspekt der Wahrnehmung der Wirklichkeit verbunden. Das Kapitel ist in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil widmet sich der Vorstellungen der Grundbegriffe des Konstruktivismus und der primären Wirklichkeit, die den individuelle Prozess der Konstruktion von Wirklichkeitsentwürfen bezeichnet.
Im zweiten Teil liegt das Augenmerk auf der medial vermittelten Wahrnehmung der Wirklichkeit. Unter dem Begriff der medialen Wirklichkeit werden konstruktivistische Prozesse des Erstellens von Vorstellungen der Realität verstanden, die durch Aufbereitung und Verbreitung von Informationen durch Medienorganisationen zustande kommen...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der Wirkungsbegriff

1.1 Abgrenzung des Wirkungsbegriffes

1.2 Begriffsdefinition

2. Das Paradigma des Stimulus-Response-Modells

2.1 Das Modell

2.2 Modellkritik

3.Weitere Kommunikationsmodelle

3.1 Der Nutzen- und Belohnungsansatz

3.2 Der transaktionale Ansatz

4.Der konstruktivistische Ansatz

4.1 Die kognitive Wirklichkeit

4.2 Die mediale Wirklichkeit

5. Zusammenfassung

6. Fazit

Zielsetzung und Themenfelder

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die historische Entwicklung und die theoretische Fundierung verschiedener Ansätze der Kommunikations- und Medienwirkungsforschung kritisch aufzuzeigen, um der Frage nachzugehen, ob eine allgemein anerkannte Wirkungstheorie existiert oder ob dies eine Illusion darstellt.

  • Kritische Analyse des klassischen Stimulus-Response-Modells.
  • Untersuchung weiterentwickelter Kommunikationsmodelle (Nutzen- und Belohnungsansatz, transaktionaler Ansatz).
  • Darstellung des konstruktivistischen Ansatzes als komplexes Theoriegebäude.
  • Reflexion der Rolle des Rezipienten als aktiv konstruierendes Subjekt.
  • Bewertung des Status quo der Wirkungsforschung hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Validität.

Auszug aus dem Buch

4.2 Die mediale Wirklichkeit

Den Gegensatz zu kognitiven Wirklichkeitsentwürfen bilden die Medien, die Wirklichkeiten planvoll und bewusst konstruieren. Die Aufgabe der Medien, insbesondere des Fernsehens, besteht darin, Ereignisse in der sozialen Umwelt zu selektieren, zu verarbeiten und zu interpretieren. Auf diese Weise nehmen sie am kollektiven Bemühen teil eine Realität zu konstruieren und diese allgemein zugänglich zu machen, so dass eine gemeinsame Basis für soziales Handeln entsteht (vgl. Jäckel 1999: 194).

In den Organisationen (Verlage, Sendeanstalten, Radiostationen), die für die Produktion und Distribution von Medienangeboten zuständig sind, operieren wiederum Aktanten, die kognitiv und kommunikativ ständig mit der Konstruktion von Wirklichkeiten beschäftigt sind (vgl. Schmidt 1994: 15). Diese Akteure erzeugen unter den vielfältigen soziokulturellen, ökonomischen, politischen und juristischen Bedingungen der Organisation Medienangebote, die sie als Kopplungsangebote für kognitive und kommunikative Systeme zur Verfügung stellen (vgl. ebd.: 16). Diese subjektive, spezifische Wahrnehmung der Wirklichkeit geht demnach als bestimmende Größe in die Produktion mit ein.

Aus diesem Grund kann Kommunikation, die über Medien stattfindet, nicht die Wirkung haben, in derart, dass sie Abbilder der Wirklichkeit liefert. Auch medial vermittelte Informationen sind ausschließlich Angebote an kognitive Systeme, unter deren jeweiligen Systembedingungen Wirklichkeitskonstruktionen in Gang zu setzen (vgl. Jäckel 1999: 195f.). Trotz einer Vielfalt an Wahrnehmungsmöglichkeiten, die sich aus einer solchen Praxis ergeben, bilden sich offensichtlich Kernbereiche heraus, die sich durch gemeinsames Verständnis auszeichnen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Wirkungsbegriff: Dieses Kapitel thematisiert die Unschärfe des Wirkungsbegriffs und grenzt ihn durch eine Gegenüberstellung mit dem Funktionsbegriff sowie eine naturwissenschaftlich abgeleitete Kausalitätsdefinition näher ein.

2. Das Paradigma des Stimulus-Response-Modells: Hier wird das klassische Reiz-Reaktions-Modell als historisch erste Theorie der Medienwirkungsforschung vorgestellt und aufgrund seiner mechanistischen Annahmen einer fundierten Kritik unterzogen.

3.Weitere Kommunikationsmodelle: Das Kapitel beleuchtet weiterführende Ansätze, die den Rezipienten als aktiven Akteur betrachten, namentlich den Nutzen- und Belohnungsansatz sowie den transaktionalen Ansatz.

4.Der konstruktivistische Ansatz: Der Abschnitt erläutert die Theorie, nach der Wirklichkeit nicht objektiv abgebildet, sondern durch kognitive Systeme und durch mediale Angebote subjektiv konstruiert wird.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit fasst die behandelten Modelle zusammen und stellt fest, dass keines der Modelle eine befriedigende, allgemein gültige Erklärung für den komplexen Wirkungsprozess liefert.

6. Fazit: Das Fazit stellt die aktuelle wissenschaftliche Lage dar, die durch eine Vielzahl punktueller Einzelstudien ohne koordinierte Zielvorstellung geprägt ist, und verweist auf die Unlösbarkeit einer simplen, einheitlichen Wirkungstheorie.

Schlüsselwörter

Kommunikationsforschung, Medienwirkung, Stimulus-Response-Modell, Konstruktivismus, Wirklichkeitskonstruktion, Rezipient, Nutzen- und Belohnungsansatz, Transaktionaler Ansatz, Kognition, Systemtheorie, Kommunikationstheorie, Wahrnehmung, Selektivität, Mediale Wirklichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den aktuellen Wissensstand der Kommunikations- und Medienwirkungsforschung und analysiert, ob die verschiedenen existierenden Theorien in der Lage sind, eine allgemein anerkannte Wirkungstheorie zu bilden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Entwicklungslinien der Wirkungsforschung, beginnend bei den klassischen mechanistischen Modellen bis hin zu modernen konstruktivistischen Ansätzen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine kritische Bestandsaufnahme, um zu prüfen, ob die heutige Forschung valide und koordinierte Erkenntnisse über die Wirkung von Medien liefern kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, bei der zentrale kommunikationswissenschaftliche Theorien anhand von Fachliteratur vergleichend dargestellt und kritisch bewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Stimulus-Response-Modells, des Nutzen- und Belohnungsansatzes, des transaktionalen Ansatzes sowie des konstruktivistischen Ansatzes, inklusive der jeweiligen Modellkritik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Medienwirkung, Konstruktivismus, Wirklichkeitskonstruktion, Kausalität und kognitive Systeme.

Warum wird das Stimulus-Response-Modell in der Arbeit als "widerlegt" bezeichnet?

Der Autor führt an, dass Annahmen wie Transitivität und Proportionalität durch psychologische Erkenntnisse zur selektiven Wahrnehmung und zur Komplexität menschlichen Bewusstseins nicht aufrechtzuerhalten sind.

Wie unterscheidet sich der konstruktivistische Ansatz von früheren Modellen?

Während frühere Modelle von einem direkten Reiz-Reaktions-Schema ausgingen, postuliert der Konstruktivismus, dass der Rezipient aktiv an der Konstruktion seiner eigenen Wirklichkeit beteiligt ist, statt passiv auf Reize zu reagieren.

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Details

Title
Auf dem Weg zu einer allgemein anerkannten Wirkungstheorie: Illusion oder Realität?
Subtitle
Bestandsaufnahme der Kommunikations- und Medienwirkungsforschung
College
RWTH Aachen University  (Soziologisches Institut)
Course
Einführung in die Medientheorie
Grade
1,3
Author
Alan Hansen (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V22971
ISBN (eBook)
9783638261845
ISBN (Book)
9783638759724
Language
German
Tags
Wirkungstheorie Illusion Realität Einführung Medientheorie Medien Kommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alan Hansen (Author), 2004, Auf dem Weg zu einer allgemein anerkannten Wirkungstheorie: Illusion oder Realität?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22971
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