Im Rahmen der fortschreitenden Globalisierung nimmt die Verflechtung der Weltwirtschaft zu. Ein Merkmal ist die Steigerung der Investitionen, die Unternehmen direkt im Ausland tätigen. Diese Direktinvestitionen, die seit Anfang der Achtziger Jahre deutlich gewachsen sind, haben einen entscheidenden Anteil am Zusammenwachsen der Welt. Die Unternehmen treiben nicht lediglich Handel mit dem Ausland, sondern sind dort selbst präsent und wirtschaftlich tätig, indem sie beispielsweise Rohstoffe abbauen, Waren produzieren und Absatzmärkte bedienen. Sie investieren, um die Vorteile zu nutzen, die andere Länder bieten. Dies können niedrige Löhne, unerschlossene Märkte, eine gute Infrastruktur oder auch ein geeignetes Humankapital sein.
In dieser Arbeit sollen zwei Problemfelder untersucht werden, die bei Auslandsdirektinvestitionen (ADI) auftreten können. Dies ist zum einen das Problem der währungskongruenten Finanzierung einer Unternehmenstochter im Ausland (TiA). Zum anderen besteht das Problem in der Erfolgsbeurteilung der TiA durch die Wechselkursproblematik. Die praktische Bedeutung dieser Problemfelder soll dabei im Zusammenhang mit der Fallstudie „Darmanidoff“ erläutert werden.
Im Anschluss an die Einleitung wird im zweiten Kapitel erläutert, was eine multinationale Unternehmung ausmacht, und welche Probleme bei der Aufstellung einer konsolidierten Weltbilanz bestehen. Im dritten Kapitel wird das Thema ADI behandelt. Nach einer Definition werden Gründe für ADI genannt, sowie Risiken und Chancen dargestellt. Anschließend werden die Problemfelder der währungskongruenten Finanzierung einer TiA und die Erfolgsbeurteilung von ADI allgemein präsentiert. Parallel dazu werden die Merkmale, Probleme und Lösungsmöglichkeiten der Darmanidoff AG dargestellt. Im vierten Kapitel wird diskutiert, ob eine Desinvestition in Uruguay sinnvoll wäre und der südamerikanische Markt durch Brasilien bedient werden sollte. Der fünfte Teil bildet den Abschluss der Untersuchung, in dem zunächst das Gesagte zusammengefasst und anschließend ein Ausblick gegeben wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Notwendigkeit der Untersuchung
1.2 Gang der Untersuchung
2. Grundlagen
2.1 Die internationale Unternehmung
2.2 Die Konsolidierung von TiA
3. Merkmale von Auslandsdirektinvestitionen
3.1 Definition und Arten von ADI
3.2 Risiken und Chancen einer ADI für den Investor
3.2.1 Definition Risiko
3.2.2 Das Geschäftsrisiko
3.2.3 Das Politische Risiko
3.2.4 Das Devisenkursrisiko
3.2.5 Das Konvertierungs- und Transferrisiko
3.2.6 Die Chancen einer ADI
3.3 Die Währungskongruente Finanzierung einer ADI
3.4 Die Erfolgsbeurteilung einer ADI
4. Fallstudie Darmanidoff: Pro und Contra Desinvestition
4.1 Pro Desinvestition
4.2 Contra Desinvestition
4.3 Entscheidung
5. Schluss
5.1 Zusammenfassung
5.2 Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Problemfelder der währungskongruenten Finanzierung und der Erfolgsbeurteilung von Auslandsdirektinvestitionen (ADI). Ziel ist es, unter Anwendung der Fallstudie „Darmanidoff“, Lösungsansätze für Finanzierungsschwierigkeiten und bilanzielle Herausforderungen in internationalen Tochtergesellschaften aufzuzeigen.
- Währungskongruente Finanzierungsstrategien zur Risikominimierung.
- Herausforderungen der Erfolgsbeurteilung von Auslandstöchtern bei Wechselkursschwankungen.
- Analyse der Bilanzkonsolidierungsmethoden für internationale Unternehmen.
- Bewertung politischer und ökonomischer Risiken von Direktinvestitionen in Schwellenländern.
- Fallstudienbasierte Entscheidungsfindung bei Desinvestitionsvorhaben.
Auszug aus dem Buch
3.2.5 Das Konvertierungs- und Transferrisiko
Das Konvertierungsrisiko beschreibt die Gefahr, dass die Zentralbank eines Landes den Umtausch der Inlandswährung in eine frei konvertierbare Währung verbietet. Beim Transferrisiko hingegen ist der Umtausch in eine frei konvertierbare Währung möglich. Die Zentralbank verbietet jedoch Transfer der Devisen ins Ausland.
Dabei ergeben sich zwei Probleme: Erstens können in beiden Fällen Finanzmittel nicht mehr außer Landes gebracht werden. Ein zweites besteht beim Konvertierungsverbot. Die Ursache für ein Konvertierungsverbot liegt zumeist in Zahlungsschwierigkeiten des Staates, verbunden mit hoher Inflation und Abwertungsdruck. Bis zur Aufhebung des Verbots kann dies durch Inflation und Abwertung zu erheblichen Wertverlusten der in Fremdwährung gehaltenen Vermögenswerte führen. Die Darmanidoff-Tochter konnte Devisen nur noch mit Genehmigung der Zentralbank ins Ausland transferieren. Damit lag ein bedingter Transferstopp vor.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die zunehmende wirtschaftliche Verflechtung durch Globalisierung ein und benennt die zwei zentralen Problemfelder der Arbeit: Finanzierung und Erfolgsbeurteilung von Auslandstöchtern.
2. Grundlagen: Es werden die Definitionen multinationaler Unternehmungen erarbeitet und die komplexen Anforderungen an die Aufstellung einer konsolidierten Konzernbilanz beleuchtet.
3. Merkmale von Auslandsdirektinvestitionen: Dieses Kapitel definiert ADI, analysiert Risiken wie Währungs- und politische Risiken und diskutiert Methoden zur Finanzierung sowie zur Erfolgsmessung von Tochtergesellschaften.
4. Fallstudie Darmanidoff: Pro und Contra Desinvestition: Die konkrete Fallstudie analysiert die Situation der Uruguay-Tochter und wägt die Argumente für und gegen eine Aufgabe des Standortes ab.
5. Schluss: Die Arbeit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und gibt einen Ausblick auf die notwendigen Kompetenzen für das Management internationaler Investitionen.
Schlüsselwörter
Auslandsdirektinvestitionen, ADI, Währungskongruente Finanzierung, Erfolgsbeurteilung, Wechselkursrisiko, Konzernbilanz, Konsolidierungsmethoden, Darmanidoff AG, Translation Exposure, Economic Exposure, Politische Risiken, Devisentransfer, Desinvestition, Risikomanagement, Internationale Unternehmung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den finanziellen Herausforderungen, denen multinationale Unternehmen bei der Führung von ausländischen Tochtergesellschaften gegenüberstehen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der währungskongruenten Finanzierung, den verschiedenen Risiken im internationalen Kontext und der Problematik, wie der Erfolg einer Auslandstochter korrekt bilanziell abgebildet werden kann.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, basierend auf der Fallstudie Darmanidoff, Lösungen für Finanzierungs- und Erfolgsbeurteilungsprobleme bei Auslandsdirektinvestitionen zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung der Konzernrechnungslegung und einer ergänzenden Fallstudienanalyse (Case Study) zur praktischen Anwendung dieser Theorien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen für ADI, die Analyse spezifischer Risikokategorien (Geschäft-, Währungs-, politisches Risiko) und die konkrete Auswertung der Situation der Darmanidoff-Tochter in Uruguay.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Auslandsdirektinvestitionen, Währungskongruente Finanzierung, Translation Exposure, Konzernkonsolidierung und das Devisenrisikomanagement.
Warum stand die Uruguay-Tochter der Darmanidoff AG vor Finanzierungsproblemen?
Die Tochter litt unter einer Kombination aus galoppierender Inflation, einer hohen Lagerhaltung, die Kapital band, und restriktiven Devisenbestimmungen der uruguayischen Zentralbank.
Warum kam der Autor zu dem Ergebnis, gegen eine Desinvestition zu entscheiden?
Eine Desinvestition hätte lediglich zu einer Realisierung von Buchverlusten geführt, während nach Ende der wirtschaftlichen Krise wieder mit profitablen Ergebnissen gerechnet werden konnte.
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- Volker Michels (Author), 2003, Optimierungsüberlegungen zur währungskongruenten Finanzierung und zur Erfolgsbeurteilung von Auslandsdirektinvestitionen (Fallstudie Darmanidoff), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22975