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Höfisches Leben im Mittelalter. Das ritterliche Turnier

Title: Höfisches Leben im Mittelalter. Das ritterliche Turnier

Term Paper , 2010 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: B.A. Alexander Batzke (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Das höfische Leben im Mittelalter war sowohl bestimmt durch militärische Übungen als auch durch Freizeitaktivitäten. Wenn ein Adliger nicht gerade als miles in den Krieg zog, beschäftigte er sich mit dem Zelebrieren von Festen und höfischen Sportarten wie zum Beispiel dem Jagen. Das zum Beginn des Hochmittelalters aufkommende Turnier bildet eine Synthese aus beidem. Sowohl militärisch-kriegerische als auch sportlich-freizeitliche Aspekte wurden in höchstem Maße abgedeckt.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Geschichte des Turniers im Mittelalter. Zunächst wird die Entwicklung dieser Sportart von einer militärisch notwendigen Übung zu einem stark symbolisch aufgeladenen Inszenierungsakt beschrieben und die unterschiedlichen Formen des Turniers erklärt. Außerdem wird näher auf die Gegner des Turniers eingegangen. Im darauf folgenden Abschnitt wird es exemplarisch darum gehen, wie sich das ritterliche Turnier in der zeitgenössischen Literatur niederschlug. Dabei werden die Autoren Konrad von Würzburg und Wolfram von Eschenbach eingehender betrachtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Turnier

2.1. Die Formen

2.2. Turniergegner

3. Das Turnier in der Literatur

3.1. Das Turnier von Nantes

3.3. Parzival

4. Abschluss

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

5.1. Quellenverzeichnis

5.2. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die gesellschaftliche Bedeutung des ritterlichen Turniers im Mittelalter. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, inwiefern sich die sportlich-militärischen Aspekte der Turniere in der zeitgenössischen Literatur widerspiegeln und ob diese Literatur als verlässliche historische Quelle für das höfische Leben dienen kann.

  • Historische Entwicklung des Turniers vom militärischen Training zum symbolischen Inszenierungsakt
  • Die Rolle der Kirche und ihre Bemühungen zur Unterbindung des Turnierwesens
  • Analyse literarischer Werke als Spiegel höfischer Kultur und Turnierbegeisterung
  • Der Wandel von realen Kampfspielen hin zu literarisch-symbolischen Formen wie den pas d’armes

Auszug aus dem Buch

2. Das Turnier

Der Kampf und der Wettkampf haben seit Anbeginn der Zeit die Menschen unterschiedlichster Kulturen bewegt und waren ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Wie bei den Römern so auch bei den Germanen in der Antike hat es Reiterspiele und Schaukämpfe gegeben. Turniere dienten zur Stärkung der Körperkraft, dem militärischen Training und der Übung von Waffenfertigkeiten. Die Anfänge des mittelalterlichen Turniers in den Formen, wie es sich im gesamten Hoch- und Spätmittelalter etablierte und das auch heute noch allgemein als mittelalterliches Turnier bekannt ist, lassen sich im Frankreich des ausgehenden elften Jahrhunderts finden. So ist beispielsweise beim Tod eines französischen Adligen namens Geoffroi de Preuilly im Jahr 1066 die Rede davon, dass er die Turniere erfunden haben soll. Im Jahr 1095 soll Graf Heinrich III. von Löwen bei einem Turnier getötet worden sein. Zwar finden sich schon früher Belege für turnierähnliche Reitmanöver, wie bei einem Fest Ludwigs des Deutschen und Karls des Kahlen um 842, jedoch trugen diese Reitspiele noch nicht den Charakter des Turniers als echten Wettkampf, der nun hier näher erklärt werden soll.

Der Begriff Turnier wird von dem französischen Verb tornoier abgeleitet und bedeutet so viel wie „sich drehen, kreisen, wirbeln“ bzw. „zu Pferde kämpfen“.

Eine der wichtigsten und ausschlaggebendsten Gründe für das Aufkommen des Turniers war eine Neuerung in der militärischen Bewaffnung in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Die sogenannte „eingelegte Lanze“, die fest unter den rechten Arm geklemmt wurde, ermöglichte es, schwerere und längere Lanzen zu benutzen. Zuvor gab es nur die Möglichkeiten, die Lanze entweder zu werfen oder damit zuzustechen. Nun konnte der Ritter aus dem Lauf heraus mit der gesamten Wucht seines Anritts sowie dem Gesamtgewicht von Reiter, Pferd und Lanze einen viel kräftigeren Stoß ausführen und die Waffe, sofern sie heil blieb, nach dem Stoß weiter verwenden. Diese neue Form der berittenen Kriegsführung musste trainiert werden, woraus sich die ursprünglichen Formen des Turniers ergeben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, skizziert die Bedeutung des Turniers im mittelalterlichen höfischen Leben und stellt die wesentlichen Quellenwerke sowie die Zielsetzung der Arbeit vor.

2. Das Turnier: Dieses Kapitel erläutert die historischen Ursprünge, die begriffliche Herleitung und die militärtechnischen Neuerungen, die zum Aufkommen des Turniers führten.

2.1. Die Formen: Hier werden die verschiedenen Turnierformen wie das Massenturnier (mêlée), der Tjost und die pas d’armes sowie deren jeweilige Regeln und kulturelle Einbettung detailliert beschrieben.

2.2. Turniergegner: Dieser Abschnitt behandelt die kritische Haltung der Kirche und einzelner Theologen gegenüber dem Turnierwesen, welches trotz zahlreicher Verbote und Exkommunikationsdrohungen weiterhin populär blieb.

3. Das Turnier in der Literatur: Dieses Kapitel leitet über zur Untersuchung der literarischen Rezeption des Turnierwesens im Mittelalter.

3.1. Das Turnier von Nantes: Eine Analyse von Konrad von Würzburgs Werk, welches als Ausgangspunkt für die sogenannte Wappendichtung betrachtet wird.

3.3. Parzival: Untersuchung des Turniers innerhalb von Wolframs von Eschenbachs Epos, wobei insbesondere der Stellenwert des Turniers für das Selbstverständnis der Zeitgenossen beleuchtet wird.

4. Abschluss: Im Fazit werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Bedeutung der Literatur als Quelle im Zusammenspiel mit anderen Zeugnissen bewertet.

5. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.

5.1. Quellenverzeichnis: Aufzählung der primären literarischen Quellen.

5.2. Literaturverzeichnis: Aufzählung der verwendeten wissenschaftlichen Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Mittelalter, ritterliches Turnier, höfisches Leben, Tjost, Mêlée, pas d’armes, Konrad von Würzburg, Wolfram von Eschenbach, Parzival, Kirche, Turnierverbot, Wappendichtung, Rittertum, Kampfspiel, Sozialgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Geschichte und Bedeutung des ritterlichen Turniers im Mittelalter sowie dessen Darstellung in der höfischen Literatur.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entwicklung der Turnierformen, die kirchenrechtliche Auseinandersetzung mit Turnieren sowie die Funktion von Turnierschilderungen in mittelalterlichen Epen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie das Turnier vom militärischen Übungsfeld zum literarisch-symbolischen Ereignis wurde und welchen Stellenwert die Literatur als Quelle für dieses Phänomen einnimmt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und kulturhistorische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur und primären epischen Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Turnierformen, die Widerstände durch die Kirche und die literarische Umsetzung bei Autoren wie Konrad von Würzburg und Wolfram von Eschenbach.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mittelalter, Turnierwesen, Rittertum, höfische Kultur und literarische Quellen charakterisiert.

Warum war die Kirche gegen Turniere?

Die Kirche betrachtete Turniere als gewalttätige, gefährliche Veranstaltungen, die den sozialen Frieden störten, die Ritter von Kreuzzügen abhielten und zu den sieben Todsünden verleiteten.

Was unterscheidet den Tjost vom Mêlée?

Während das Mêlée ein ungeordnetes Massenturnier auf offenem Feld war, handelt es sich beim Tjost um einen geregelten Zweikampf zwischen zwei Rittern mit eingelegten Lanzen.

Warum wird Konrad von Würzburgs Werk als Beginn der Wappendichtung bezeichnet?

Da sein Werk „Das Turnier von Nantes“ einen besonderen Fokus auf die detaillierte Beschreibung von Wappen, Pomp und höfischer Aufmachung legt, gilt es als maßgebend für diesen literarischen Typus.

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Details

Title
Höfisches Leben im Mittelalter. Das ritterliche Turnier
College
Ruhr-University of Bochum  (Historisches Institut)
Course
Imagination und Wirklichkeit. Höfisches Leben im Mittelalter
Grade
2,0
Author
B.A. Alexander Batzke (Author)
Publication Year
2010
Pages
16
Catalog Number
V229805
ISBN (eBook)
9783656450658
ISBN (Book)
9783656451594
Language
German
Tags
Turnier Ritterliches Turnier Parzival Wolfram von Eschenbach Tjost Nantes pas d'armes Konrad von Würzburg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Alexander Batzke (Author), 2010, Höfisches Leben im Mittelalter. Das ritterliche Turnier, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229805
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