Das Verhältnis von Medien und Politik am Beispiel der BILD-Zeitung
Die Medien gelten als vierte Säule des Staates, als vierte Gewalt. Diese These von Rousseau ist nicht neu, wird aber immer wieder aktuell. Momentan trägt die BILD-Zeitung ihren Teil dazu bei, indem sie teilweise eine fragwürdige Nähe oder Feindschaften zu Politikern pflegt. Dabei sind die Systeme Medien und Politik aufeinander angewiesen. Normalerweise besteht zwischen beiden Seiten daher eine professionelle, berufliche Beziehung. Im Falle der BILD-Zeitung werden die Verbindungen teilweise informell und persönlicher. Daher ist eine Erörterung der Konsequenzen einer dergestalt geänderten Beziehung zwischen Medien und Politik erforderlich und medienwissenschaftlich relevant.
Inhaltsverzeichnis
1. Das Verhältnis von Medien und Politik am Beispiel der BILD-Zeitung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe und teils problematische Abhängigkeitsverhältnis zwischen dem politischen System und der BILD-Zeitung. Das primäre Ziel ist es, die journalistische Praxis des Blattes hinsichtlich Neutralität, Objektivität und der Einhaltung ethischer Standards zu analysieren, wobei insbesondere die instrumentelle Behandlung von Politikern beleuchtet wird.
- Die Rolle der Medien als vierte Gewalt und deren ethische Verpflichtungen.
- Die Kategorisierung von Politikern durch die BILD-Redaktion (Freunde, Feinde, Neutrale, Aufzugfahrer).
- Analyse der Symbiose zwischen Medienpräsenz und politischem Tauschhandel.
- Kritische Reflexion der "medialen Hinrichtung" von Politikern zur Auflagensteigerung.
- Konflikt zwischen ökonomischen Interessen (Auflage) und journalistischer Verantwortung.
Auszug aus dem Buch
Das Verhältnis von Medien und Politik am Beispiel der BILD-Zeitung
Die Medien gelten als vierte Säule des Staates, als vierte Gewalt. Diese These von Rousseau ist nicht neu, wird aber immer wieder aktuell. Momentan trägt die BILD Zeitung ihren Teil dazu bei, indem sie teilweise eine fragwürdige Nähe oder Feindschaften zu Politikern pflegt. Dabei sind die Systeme Medien und Politik aufeinander angewiesen. Normalerweise besteht zwischen beiden Seiten daher eine professionelle, berufliche Beziehung. Im Falle der BILD-Zeitung werden die Verbindungen teilweise informell und persönlicher. Daher ist eine Erörterung der Konsequenzen einer dergestalt geänderten Beziehung zwischen Medien und Politik erforderlich und medienwissenschaftlich relevant.
Die BILD-Zeitung steht für „Emotionen, Polarisierung, Provokation und Tabubruch“ (Boenisch 2007, S.11) und auch ihr Selbstverständnis, „Emotionalisierung, Personalisierung […], das funktioniert.“ (Fichtner 2011), deckt sich damit. Gleichzeitig hat Journalismus auch Funktionen und Aufgaben zu erfüllen. Er soll unter anderem Öffentlichkeit herstellen, die Bevölkerung informieren, eine Kontroll- und Kritikfunktion gegenüber der Politik ausüben und die politische Bildung der Bürger unterstützen. Bei der Berichterstattung über Politiker werden die genannten Aufgaben in der BILD-Redaktion gelegentlich vernachlässigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Das Verhältnis von Medien und Politik am Beispiel der BILD-Zeitung: Das Kapitel analysiert die problematische Symbiose zwischen BILD und verschiedenen Politikern anhand von Fallbeispielen wie Karl-Theodor zu Guttenberg oder Christian Wulff und stellt die Frage nach der ethischen Integrität der Berichterstattung.
Schlüsselwörter
BILD-Zeitung, Medienethik, Politikberichterstattung, vierte Gewalt, Boulevardjournalismus, Pressekodex, Manipulation, Karl-Theodor zu Guttenberg, Christian Wulff, Kampagnenjournalismus, mediale Hinrichtung, Objektivität, Wahrheitspflicht, Symbiose, Auflagensteigerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie die BILD-Zeitung ihre Rolle als vierte Gewalt interpretiert und wie sie durch einseitige Berichterstattung und persönliche Verbindungen zu Politikern journalistische Prinzipien gefährdet.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Machtverhältnisse zwischen Medien und Politik, die Mechanismen der Boulevardberichterstattung und die ethischen Konflikte, die aus der instrumentellen Behandlung von Politikern resultieren.
Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Arbeit?
Das Ziel ist die kritische Erörterung der Konsequenzen, die sich aus einer informellen und von Eigeninteressen geprägten Beziehung zwischen einem Massenmedium und politischen Akteuren ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Analyse, die theoretische Grundlagen zur Rolle der Presse mit Fallbeispielen aus der aktuellen Berichterstattung der BILD-Zeitung verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert Politiker in verschiedene Kategorien wie "BILD-Freunde", "Feinde", "Neutrale" und "Aufzugfahrer" und zeigt an konkreten Beispielen, wie das Blatt diese Typologien für seine Zwecke nutzt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?
Kernbegriffe sind insbesondere Medienethik, Kampagnenjournalismus, Objektivität und die Kritik am "Betrug am Leser" durch die Priorisierung von Auflagen vor der Wahrheit.
Warum wird Karl-Theodor zu Guttenberg als Fallbeispiel angeführt?
Der Autor nutzt Guttenberg als prominentes Beispiel für eine "beispiellose Symbiose", bei der das Blatt durch Manipulation und einseitige Berichterstattung versuchte, den Politiker gezielt zu schützen.
Was bedeutet der Begriff "mediale Hinrichtung" im Kontext der Arbeit?
Dieser Begriff beschreibt das Vorgehen des Blattes, nach einer langen Phase der positiven Berichterstattung (z.B. bei Christian Wulff) plötzlich massiv gegen eine Person vorzugehen, um die Auflage durch Skandalisierung zu steigern.
- Quote paper
- Daniel Heißenstein (Author), 2012, Das Verhältnis von Medien und Politik am Beispiel der Bild Zeitung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229862