Kann man heute noch prophetische Stimmen hören?


Masterarbeit, 2008

93 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

Deckblatt

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Annäherung an ein Verständnis von „Prophetie“
1.1 Begriffsklärung
1.1.1 Begriffsabgrenzung
1.1.2 Prophetie im Alten Testament
1.2 Begriffsproblematisierung
1.3 Fortführung prophetischen Wirkens
1.3.1 Apokalyptik
1.3.2 Prophetie, praktisch-theologisch

2 Konstruktion eines Prophetiebegriffs der Gegenwart
2.1 Christliche Zielperspektiven
2.1.1 Exodus
2.1.2 Die synoptischen Evangelien
2.1.2.1 Das Matthäusevangelium
2.1.2.2 Das Markusevangelium
2.1.2.3 Das Lukasevangelium
2.1.3 Reich Gottes
2.1.4 Kreuz und Auferstehung
2.2 Christen in den Lebensprozessen der Welt
2.3 Möglichkeiten und Grenzen des vorgestellten Prophetiebegriffs

3 Ein konkretes Beispiel für zu hörende prophetische Stimmen in der heutigen Welt
3.1 Das Apartheidsystem in Südafrika – Die sozialwissenschaftliche Diagnose
3.2 Rassismus – Die theologische Deutung
3.3 Das Antirassismusprogramm des ÖRK
3.3.1 Das Antirassismusprogramm des ÖRK als prophetische Stimme unserer Zeit?

4 Schlussbemerkungen

Literaturverzeichnis

Einleitung

„Prophetie“, „Prophet“, „Prophetin“, „prophetisch“. Zählen die genannten Begriffe zum sprachlichen Repertoire unserer gegenwärtigen Sprachwirklichkeit, sagen sie uns etwas oder sind sie antiquiert, leere Worthülsen ferner Zeiten? Was bedeuten diese Worte? Nach Ludwig Wittgenstein ergibt sich die Bedeutung eines Wortes durch seinen Gebrauch in der Sprache. Deshalb wird im ersten Kapitel dieser Arbeit anhand ausgewählter deskriptiver Literatur untersucht, in welchen Zusammenhängen die Bedeutung dieser Begriffe erstellt wird und was sie innerhalb dieser Kontexte somit aussagen. Im zweiten Kapitel wird vor diesem Hintergrund ein Prophetiebegriff der Gegenwart konstruiert. Da sich mein Erkenntnisinteresse auf das Potential christlichen Glaubens in der Welt richtet, wird die leitende Fragestellung „Kann man heute noch prophetische Stimmen hören?“ aus dieser Perspektive bearbeitet. So wird das Augenmerk traditionsbedingt darauf gerichtet, ob es in der Gegenwart eine eigene Didaktik prophetischer Rede gibt, welche mit jener der Totalopposition in Israel vergleichbar ist. Es wird folglich nicht nur Neues aufgebaut und gestaltet, sondern es wird auch nach Analogem gesucht. So werden im Rahmen dieser Arbeit dem alttestamentlichen Prophetieverständnis entsprechend Christen als potentielle Subjekte prophetischer Stimmen identifiziert, da sie es sind, die heute als hellsichtige Gesellschaftsbeobachter aus glaubender Perspektive ein kritisches höchstpersönliches Fachurteil über die Gesellschaft fällen. Unter dieser Prämisse wird sodann aufgezeigt, wie und wo prophetisches Engagement gefordert ist. Im letzten Kapitel wird geprüft, ob das Programm zur Bekämpfung des Rassismus des Ökumenischen Rates der Kirchen auf der Grundlage des entwickelten Modells als ein konkretes Beispiel für eine prophetische Stimme unserer Zeit gelten kann. Durch dieses Vorgehen kann nicht nur die übergeordnete Frage beantwortet werden, sondern es kann retrospektiv auch geprüft werden, ob die aufgestellten Richtschnüre beim Bestimmen prophetischer Stimmen nützlich und brauchbar sind.

1 Annäherung an ein Verständnis von „Prophetie“

1.1 Begriffsklärung

Der Begriff „Prophetie“ lässt sich etymologisch von dem griechischen Begriff προφητης (prophētēs) ableiten, was soviel wie Auslegung und Verkündung von Orakelsprüchen bedeutet.[1]

Die seit dem achten Jahrhundert vor Christus aufgezeichnete Prophetie ist durch ihre geschichtlichen Wurzeln ein komplexes Phänomen, das sich über relative und kulturelle Grenzen hinweg nicht allgemeingültig definieren lässt, da es keine konsensfähige Merkmalsliste gibt.[2] Daraus lässt sich erklären, warum „Prophetie“ als Hyperonym für eine Vielzahl von Begriffen zur Kennzeichnung der Vielfalt prophetischer Phänomene wie zum Beispiel Zeichendeuter, Wahrsager, Träumer, Zauberer und Totenbeschwörer, die auch im Bereich der Magie und der induktiv-technischen und intuitiven Mantik vorkommen, genutzt wird.[3] Aufgrund dessen werden im Folgenden ausgewählte verschiedene Prophetieverständnisse, die sich in der Literatur finden, dargestellt. Anschließend konstruiere ich vor diesem Hintergrund in Kapitel zwei einen christlichen Prophetiebegriff der Gegenwart.

1.1.1. Begriffsabgrenzung

Im Folgenden sollen Kongruenzen und Differenzen zwischen Definitionen aus allgemeinbildenden deskriptiven Lexika und Informationen aus theologischen Werken herausgearbeitet und betrachtet werden, um den Gegenstandsbereich der Prophetie im Rahmen der sprachlichen Möglichkeiten von dem der Divination abzugrenzen.

Im Duden findet man neben dem Begriff „Prophetie“ auch den Begriff „Prophezeiung“. Jener benennt die „Voraussage eines zukünftigen Geschehens durch einen Propheten“[4], dieser das Vorhersagen von etwas Zukünftigen „aufgrund bestimmter Kenntnisse, Erfahrungen od. Ahnungen […]“[5]. Gemeinsam ist diesen beiden Begriffen, dass sie die Zukunftsdimensionen umfassen, sie unterscheiden sich jedoch hinsichtlich ihrer Urheberschaft, wobei die Prophetie eindeutig dem Propheten, „der sich von (seinem) Gott berufen fühlt, als Mahner und Weissager die göttliche Wahrheit zu verkünden“[6], zugeordnet wird. Eine ähnliche Unterscheidung trifft Wolfram Janzen, indem er zwischen Weissagen und Wahrsagen unterscheidet. Während Weissagung von einem echten und vom wahren Gott erfüllten Propheten betrieben werde, werde den außerhalb der christlich-jüdischen Glaubensgemeinschaft Stehenden die Mantik dämonisch-satanischen Charakters unterstellt.[7] Während der Prophetiebegriff[8] im Brockhaus gleichbedeutend definiert wird, wird in Bezug auf den Begriff der „Prophezeiung“ eine weitere Dimension eröffnet, indem dieser als Äußerungsakt von Prophetie charakterisiert wird.[9]

Bärbel Beinhauer-Köhler differenziert im Unterschied zu den oben genannten Definitionen nicht zwischen den zwei eben vorgestellten Begrifflichkeiten. Nach ihr übersteigt Prophetie „in der den Ereignissen zugewiesenen Bedeutung Individualerfahrungen in Mystik, Ekstase oder bei Inspiration sowie situationsbezogene Aktivitäten etablierter Funktionsträger, etwa von Priestern, Schamanen oder Wahrsagern. Von Propheten auf die jeweilige Gottheit zurückgeführte Offenbarungen haben wegweisenden ethischen Charakter für eine Gemeinschaft.“[10] An dieser Definition wird deutlich, dass Prophetie nicht bloß im jüdisch-christlichen Kontext gedacht wird, da die Unterscheidung zwischen wahren und falschen Propheten hier nicht durch gesonderte Begrifflichkeiten geklärt wird. Im LThK² und LThK³ werden die Termini „Prophetie“ und „Prophezeiung“[11] synonym verwendet und wie im RGG4 semantisch ausgefüllt.

Der Begriff der „Prophetie“ wird nur in bestimmten Religionstypen angewendet, da hier eine Sonderform von Offenbarung vorliegt, deren Prämisse ein anthropomorphes Gottesbild ist. Nur dieses ermöglicht ein persönliches Verhältnis zwischen dem empfangenden Menschen, der die Rolle des Sprachrohres Gottes einnimmt, und seinem Gott.[12] Laut dieser Begriffsbestimmung erfahren Propheten die göttliche Botschaft passiv und suchen nicht, wie im Feld der Mantik, gezielt und aktiv danach.

An dieser formalen Begriffsklärung konnte aufgezeigt werden, dass „Prophetie“ die Deutung gegenwärtiger Zeichen für die Zukunft umfasst. „Prophetie“ und „Prophezeiung“ werden vom Duden und von Herrn Janzen semantisch unterschieden, alle anderen befragten Quellen verwenden die beiden Termini synonym. Im Duden wird die Verkündigung einer Botschaft durch einen sich von Gott berufen fühlenden Propheten zum Axiom der Prophetie. Während auch Herr Janzen „Prophetie“ auf die jüdisch-christliche Tradition beschränkt, stellt Frau Beinhauer-Köhler klar, dass der vorgestellte Prophetiebegriff eher universellen denn lokal begrenzten Anspruch auf Gültigkeit habe. Das heißt, dass nicht eindeutig festzumachen ist, ob Prophetie den Bereich der Mantik beinhaltet, oder ob der Prophetiebegriff aus seiner alttestamentlichen Tradition heraus zu definieren ist.

1.1.2 Prophetie im Alten Testament

Das Phänomen[13] der Prophetie[14] wird im Christentum aus der besonderen prophetischen Tradition des Alten Testamentes, die nach „früheren Propheten“ und „Schriftpropheten“[15] unterschieden wird, hergeleitet und begründet.[16]

Bevor die zentralen Themen der prophetischen Totalopposition in Israel erläutert werden und dabei geklärt wird, was aus alttestamentlicher Sicht ein Prophet ist, werden zunächst die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Israel gekennzeichnet, da die zu beschreibende zugleich neue und radikale Phase prophetischer Opposition direkt mit einer längerfristigen sozialen und mit einer damals aktuellen politischen Krise zusammen hing.[17]

Im achten Jahrhundert v. Chr. spitzten sich die bereits mit der Staatenbildung eingeleiteten gesellschaftlichen Veränderungen – eine aufblühende Schicht aus Großgrundbesitzern, Beamten, Kaufleuten und Militärs hatte sich mit ihrer am Markt orientierten Überschussproduktion über die traditionellen, auf Selbstversorgung ausgerichteten Kleinbauern geschoben – erstmals krisenhaft zu: Viele Kleinbauern stießen bedingt durch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen an die Grenze ihrer Leistungskraft. Ihnen war es aus eigener Kraft oft nicht mehr möglich, die Risiken der landwirtschaftlichen Produktion abzufangen. Die Belastungen durch Missernten, staatliche Abgaben und Frondienste konnten von der kleinbäuerlichen Bevölkerung immer häufiger nur noch durch die Aufnahme von Krediten kompensiert werden, wodurch ein Großteil von ihnen unter den direkten finanziellen Druck der wirtschaftlich expandierenden Oberschicht geriet. Abhängigkeit und Verarmung waren die Folgen dieser strukturellen Entwicklung.[18] Bedingt durch das antike Kreditrecht „konnten die kleinbäuerlichen Familienbetriebe […] schon infolge relativ geringer Schwierigkeiten in die Mühle eines fortschreitenden wirtschaftlichen und sozialen Abstiegs geraten.“[19] Konnten die Menschen einen Kredit nicht zurückzahlen, so folgte der Sachleistung letztendlich der Verkauf der eigenen Person. Der Schuldsklaverei schloss sich meist ein Leben als Dauersklave, Fremdsklave oder Tagelöhner an.[20] Zur Durchsetzung ihrer Interessen bediente sich die Oberschicht weitgehend keiner illegaler Mittel. Vielmehr handelte es sich um die Auswirkungen struktureller Gewalt, die ihren Grund in wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen der Königszeit hatte und zum Zusammenbruch der gesamtgesellschaftlichen Solidarität führte.[21] Die assyrische Expansion nach Syrien-Palästina löste um etwa 730 v. Chr. eine politische Krise aus, welche die soziale überdeckte. Der neue Druck von außen führte zu einer fortschreitenden Destabilisierung des politischen Systems, da in Israel rivalisierende politische Gruppen entstanden. Die Auseinandersetzungen waren sowohl durch ein Ringen um eine pro- oder antiassyrische Außenpolitik als auch durch den Einbezug der Großmächte in ihre kleinstaatlichen Rivalitäten und innenpolitischen Machtkämpfe gekennzeichnet.[22]

Der Versuch der Machteliten in Israel und Juda, durch geschicktes Lavieren zwischen den Großmächten ihre eigene Macht zu sichern und wenn möglich noch auszubauen, erwies sich somit als ausgesprochen ruinös. Er führte nicht nur zu einer Aushöhlung der politischen Moral […], sondern auch zu immensen Kriegsfolgelasten für die Bevölkerung […] und im Falle des Nordreiches sogar zum völligen Zusammenbruch des Staates.[23]

Ab 760 v. Chr. traten sowohl im Nord- als auch im Südreich institutionell ungebundene Einzelpropheten auf, die den Zustand der Gesamtgesellschaft hellsichtig kritisierten, in unbekannter radikaler Weise zu den krisenhaften Entwicklungen ihrer Epoche Stellung nahmen und dem gesamten israelitischen Staatswesen im Namen JHWHs den Untergang ansagten.[24] Sich selbst und seine Botschaft, welche der Prophet durch Auditionen, Visionen, Träume oder Ähnlichem erhielt, autorisierte dieser durch die Botenformel: „So spricht der Herr“.[25] Da diese Propheten tendenziell der begüterten Schicht angehörten, waren sie finanziell unabhängig. Auf der einen Seite verschaffte ihnen diese Schichtzugehörigkeit folglich eine gewisse Unabhängigkeit und Einblicke in die gesellschaftlichen und internationalen Zusammenhänge, auf der anderen Seite setzte sie ihr religiöser Impuls in Distanz zu sich selbst und zu ihrer Herkunft. Die Stärke ihrer religiösen Motivation äußerte sich nicht nur in der Solidarisierung mit den verarmenden Kleinbauern, sondern auch darin, dass sie die von den Machteliten formulierten nationalen Interessen kritisch hinterfragten „und den kultischen und staatlichen Institutionen ihre scheinbar selbstverständliche theologische Legitimation“[26] entzogen. Den Propheten dieser Zeit ging es um den Bestand des ganzen Volkes. Diesen Bestand sahen sie durch die politischen, sozialen und kultischen Missstände ihrer Gesellschaft als gefährdet an. Sie fühlten sich von Gott getrieben, der selbst das Unheil gegen Israel heraufführen würde, die Krise ihrer Gegenwart aufzudecken und offen herauszusagen, die Verantwortlichen zu benennen und diesen die Folgen ihres Tuns klar vor Augen zu stellen.[27] Allein durch dieses Vorgehen wurde die Botschaft der Propheten konkret.[28]

Die Propheten übten Kritik an den sozialen Missständen. Sie richteten sich aus der Perspektive von Recht und Gerechtigkeit an die Oberschicht und prangerten das Pfand- und Kreditrecht, die Ungerechtigkeit der israelitischen Rechtsprechung, das Luxusleben der herrschenden Klasse sowie die rücksichtslose wirtschaftliche Expansion der Großgrundbesitzer an.[29] Sie forderten eine solidarische Gemeinschaftsordnung, die allen Israeliten ihre elementaren Lebensrechte sicherte, einen gerechten Interessenausgleich. Dabei orientierten sie sich an einem idealisierten Gegenbild der egalitären Gesellschaft der Frühzeit.[30] Die Propheten verorteten ihre Verurteilungen theologisch in den weiten Horizont der Geschichte Gottes mit seinem Volk: Israel sei dem in seiner Geschichte implizierten ethischen Anspruch JHWHs nicht gerecht geworden. Deshalb stünde mit dem geschehenden gesellschaftlichen Unrecht, dem sozialen Fehlverhalten der Oberschicht, die Gottesbeziehung und die Zukunft Israels insgesamt auf dem Spiel, wenn die Verantwortlichen ihr Verhalten nicht änderten.[31]

Die soziale Anklage der Propheten [war] somit keine objektive Gesellschaftsanalyse, sondern eine bewußt einseitige Parteinahme. Die Propheten deck[t]en im Namen Gottes die scheinbar eigengesetzlichen krisenhaften sozialen Entwicklungen ihrer Zeit als schuldhaftes Verhalten der Oberschicht auf und stell[t]en sich damit eindeutig an die Seite der verarmenden Unterschicht. Die wirtschaftlich Starken, die von den Entwicklungen profitier[t]en, [waren] für sie klar die Schuldigen, während die wirtschaftlich Schwachen, die Opfer dieser Entwicklung, die eigentlich Unschuldigen [waren] […]. Indem die Propheten deren ohnmächtigen Protest aufn[a]hmen und dem Unrecht, das sie erleiden [mussten], in ihren Gottesworten sprachlichen Ausdruck [verliehen], n[a]hmen sie Jahwe direkt und bewußt einseitig für das Lebensrecht der Schwachen und Unterdrückten in Anspruch.[32]

Anderweitig intendiert, aber in hofprophetischer Nachfolge, klagten die Propheten auch die Militär- und Bündnispolitik an. Jesaja stellte der militärisch-politischen Machtsicherung das Vertrauen auf Gott und sein Heilsangebot gegenüber, bestritt somit die Vereinnahmung JHWHs für militärpolitische Ziele. Durch diese Position wurde Gott aus den ideologischen Verstrickungen durch die Königs- und Tempeltheologie befreit.[33] Hoseas Kritik war etwas anders gelagert. Diese „zielt[e] auf den Verlust nationaler Identität und einer Verwilderung politischer Sitten“[34]. Hosea und seine Schüler stellten den Menschen ihrer Zeit „die Wüstenzeit, in der sich Israel noch allein auf die Hilfe Jahwes angewiesen wußte, als kritisches Gegenbild vor Augen“[35], da sie die Überzeugung vertraten, dass Hilfe nicht von den Großmächten zu erwarten sei, sondern allein durch die Hinwendung zu JHWH.[36] Neben der Kritik an der Bündnispolitik findet sich bei Hosea auch eine grundsätzliche politische und theologische Kritik an der Institution des Königtums. „Die ganze staatliche Geschichte Israels mit Königtum und Beamtenschaft [seit der Königserhebung Sauls] war seiner Meinung nach ein Irrweg, der jetzt zu seinem Ende kam.“[37] Im Königtum und den es umgebenden Beamtencliquen, gekennzeichnet von Thronwechseln und Königsmorden, sah er die gottentfremdete Eigenmächtigkeit Israels, die von Gott endgültig beseitigt werde.[38]

Die dritte Stoßrichtung der prophetischen Anklage richte[te] sich schließlich gegen den Großkult. Angriffspunkte waren erst einmal einzelne, ins Auge springende Mißstände, etwa Dienstpflichtverletzungen des Kultpersonals oder Ausschweifungen der Gottesdienstteilnehmer.[39]

Die prophetische Kritik richtete sich gegen einen Gottesdienst, dem im Alltag kein ethisches Dienen im Sinne Gottes entsprach, gegen einen Kult, der die Oberschicht unsensibel für das Unrecht machte, welches von ihr ausging. Deshalb lehnten die Propheten im Namen des von ihnen geglaubten Gottes den Kultbetrieb ihrer Zeit grundsätzlich ab und forderten Recht und Gerechtigkeit sowie Solidarität mit den Armen.[40]

Wie gezeigt, erweisen sich prophetische Kritik und prophetischer Widerstand als höchst komplexe Gebilde, die sich an den drei Bereichen Religion, Sozialverhalten und Politik entzünden.[41] Um das Vorangegangene zusammenzufassen und um eine noch nicht benannte Dimension prophetischer Praxis zu erweitern, benenne ich mit Jürgen Keglers Worten folgende wesentlichen Elemente:

[D]ie Parteilichkeit für die Armen, das Eifern für die ausschließliche und alleinige Verehrung JHWHs, die Intoleranz gegenüber jeder Form polytheistischer Kultpraktiken, die Kritik an einer politischen und sozialen Realität, die von Hunger und Bedrückung gekennzeichnet ist, und das Eingreifen in die Politik durch die Organisation von Kontakten zu Kreisen, die sich im Widerstand gegen die herrschende Dynastie befinden.[42]

Die religiös motivierten Totaloppositionellen erfuhren aufgrund ihrer den Bestand von Staat und Gesellschaft in Frage stellenden Botschaft gesellschaftliche Ablehnung. Verfolgung durch Gegner und Einsamkeit charakterisierten das Leben eines Propheten.[43] Doch obwohl ihre provozierenden Worte in und von der Öffentlichkeit abgelehnt wurden, gelang es ihnen, Anhänger zu sammeln. In diesen kleinen Schülerkreisen, die das Auftreten der Propheten unterstützten und kritisch begleiteten, fanden ihre Worte Gehör und wurden dort auch tradiert. Die Propheten und ihre theologischen Zirkel sammelten, diskutierten, werteten und verschrifteten die Botschaft. Diese religiöse Oppositionsliteratur stärkte entgegen der Frustration und Resignation, die sich auf Grund der gesellschaftlichen Ablehnung einstellen konnte, die Identität der Oppositionsgruppe.[44] Das Neue der religiösen Gruppenbildung um die Propheten bestand folglich in der radikalen Opposition zu fast allen sonstigen Teilen der Gesellschaft und im Reflexionsniveau der theologischen Arbeit, die sie leisteten.[45] Die Gruppierungen hatten neben den eben genannten Funktionen auch die eines sozialen Schutzraums, sie waren der Ersatz der familiären Kleingruppe. Hier konnten die Propheten die Spannung zwischen persönlichem Glauben und der öffentlichen Reaktion verarbeiten, ihren Glauben in einem intensiven Kleinkult stärken. Die Zeugnisse persönlicher Frömmigkeit, die aus den prophetischen Oppositionsgruppen überliefert sind, zeigen eine besondere Form des religionsinternen Pluralismus, das heißt, dass der persönliche Glauben, ihre Hoffnung, und die öffentliche Verkündigung der Propheten, ihre Funktion und ihre Rolle, keineswegs identisch waren.[46] Nach alttestamentlicher Tradition ist der Prophet ein unfreiwilliger Gottesbote, welcher sich durch die spontane Berufung Gottes, dessen Heils- beziehungsweise Gerichtsbotschaft er verkündet, auszeichnet.[47] So ging der Riss zwischen Gott und Israel, den die Propheten aufdeckten, geradewegs durch ihre eigene Existenz hindurch.[48] Aus diesem Grund muss das religiöse Leben in der Kleingruppe als eigenständiges Element berücksichtigt werden.[49]

Trotz dessen soll nicht der Eindruck erweckt werden, als seien die Propheten Israels zurückgezogene Visionäre, kühle Prognostiker oder weltabgewandte Denker gewesen.[50] Vielmehr ging die Rolle der Opponenten einher mit der symbolischen Verbindung von Botschaft und eigenem Auftreten, einer weitgehenden Kongruenz von Worten und Lebensführung, Botschaft und Praxis. In den öffentlichen prophetischen Symbolhandlungen kann man Formen der Agitation, der szenischen Aktion geradezu des Straßentheaters erkennen, die auf die Herstellung einer Gegenöffentlichkeit zielten.[51]

Unter primär religiösem Aspekt erscheinen die Propheten also als ‚inspirierte Gestalten’ und gesellschaftlich betrachtet als ‚inspirierende Gestalten’, als eine auf Wirkung bedachte politische Kraft.[52]

Die Botschaft der Propheten entfaltete eine große Fernwirkung, die zu einer tiefgreifenden Neuformulierung und Fortentwicklung der JHWHreligion in der späten Königs- und der Exilszeit führte.[53]

1.2 Begriffsproblematisierung

Der alttestamentliche Prophetiebegriff zeichnet ein klares Bild israelitischer Propheten, wobei das Berufenfühlen, die Sozial-, Kult- und Herrschaftskritik konstitutive Momente sind (vgl. 1.1.2). Im ersten Teilkapitel wurde versucht, diesen alttestamentlichen Prophetiebegriff von dem Prophetiebegriff der Divination abzugrenzen. Dabei wurde der mantische Zugang in einigen Quellen als „Prophezeiung“ bezeichnet (vgl. 1.1.1).

Wird versucht, den mantischen und den alttestamentlichen Prophetiebegriff gegeneinander abzugrenzen (vgl. 1.1.1), so wird unwillkürlich das Problem wahrer und falscher Prophetie angesprochen, welches theologische Beachtung verlangt. Sowohl Herr Johannsen als auch Herr Lachmann weisen darauf hin, dass es kein eindeutiges Kriterium für wahre und falsche Prophetie gebe, ziehen aber analog die oben genannten Wesensmerkmale eines Propheten heran (vgl. 1.1.2), um über wahre Prophetie zu sprechen.[54] Zur weiteren Klärung des Problems schlägt Rainer Lachmann vor, die Berufungsberichte „für die Wahrheit der prophetischen Botschaft“[55] verstärkt heranzuziehen. Ein Prophet werde demnach nur dann als wahrer Prophet bezeichnet, wenn er seine Botschaft passiv in einem vom einzig wahren Gott, JHWH, ausgehenden Offenbarungsgeschehen erhielte. So läge einem falschen Prophetenspruch keine geheime Erfahrung zu Grunde oder diese sei fälschlich gedeutet und verstandesmäßig bearbeitet worden[56], doch auch diese Position bleibt weiterhin umstritten. Dies ist verständlich, da auf diese Weise auch vor dem Hintergrund der alttestamentlichen Begriffsdefinition eine ‚nur’ durch den Glauben zu legitimierende Abgrenzung deutlich wird. Menschen erzählen in der Bibel in der religiösen Sprache von dieser ‚geheimen Erfahrung’ mit Gott. Im Lesen und Verstehen kann ein heute Glaubender an dieser religiösen Erfahrung teilhaben, kann sich davon überzeugen lassen. Dennoch kann er es nicht wissen oder hat Gott wirklich gesprochen?[57] Friedrich Johannsen diskutiert zusätzlich, dass sich der Wahrheitsgehalt eines Prophetenspruches nur nachträglich feststellen lasse, indem sich die Botschaft in der Geschichte erfülle.[58] Gerade durch die Bedingung der Retrospektivität half und hilft dieses Kriterium im Entscheidungsfall jedoch nicht weiter.[59] Beantwortet man die Frage nach ‚wahren’ Propheten dennoch zu Gunsten der Definition, die aus dem Alten Testament herausgelesen werden kann, so wird ein apologetischer Absolutheitsanspruch im Namen des biblisch bezeugten Gottes gestellt, mantische Propheten werden zu Widerglaubenden abqualifiziert. Der Begriff „Aberglaube“ spricht eine Kritik aus. Überall dort, wo sich das religiöse Leben in festen Formen vollzieht, gibt es Abweichungen, die als Aberglauben bekämpft werden. Den richtigen Glauben bestimmt die Religionslehre, zu der sich der Urteilende bekennt, dies bedeutet, dass einem ‚falschen’ Glauben der ‚richtige’ Glaube gegenübergestellt wird.[60] Die einzelnen abergläubischen Vorstellungen und Praktiken werden, wie der normativ-wertende Charakter des Begriffes schon sagt, stets aus der Sicht des ‚wahren’ Glaubens und Gottesdienstes als solche disqualifiziert. Aber genauso, wie sich die Perspektive des Glaubens wandelt, so verändert sich auch die Auffassung davon, was als Aberglauben zu gelten hat. Der Begriff ist also nicht starr, sondern eine Bezeichnung, welche Wandlungen unterliegt, da diese sich mit dem vergleichendem Kontext und den dazugehörigen Regeln ändert.[61] Ein theologisches Urteil, was als Aberglauben zu erklären sei, hat sich an biblischen Maßstäben, zu messen.[62] Mantik, und an dieser Stelle ist mir durchaus bewusst, dass innerhalb dieses unermesslich großen Feldes differenzierte Abgrenzungen zum christlichen Glauben jeder Erscheinungsform entsprechend neu formuliert werden müssen, kann deshalb als Aberglauben gelten, da sich erstens der christlich Glaubende innerhalb einer Interpretationsgemeinschaft bewegt, ein Widerglaubender jedoch ein einsamer Mensch[63] ist, der nur am eigenen Heil interessiert ist und deshalb auch mitten in der Masse Aberglaubender allein ist. Aberglaube ist also vielleicht noch durch eine geschichtliche Verfassung, nicht aber durch eine gemeinschaftliche charakterisiert. Zweitens werden unerklärte Kräfte an die Stelle des dreieinigen Gottes[64] gesetzt, derer man sich bemächtigen und dann dienstbar machen kann. Drittens wird vollkommen außer Acht gelassen, dass Jesus, den christlich Glaubende als Christus glauben, der somit Grund und Brennpunkt der christlichen Glaubensüberzeugung ist, den Menschen aus aller Knechtschaft und Gebundenheit an irgendwelche Mächte erlöst hat. Von der Freiheit eines Christen aus gesehen, scheint Aberglaube also der Rückfall in alte Götzenknechtschaft zu sein.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Mantik den systematisch-theologischen Grundzügen[65] widerspricht, weshalb Mantik aus der Perspektive christlich Glaubender als Aberglauben gelten kann.

Zwar lässt sich auf diese Weise ein mehr oder weniger trennscharfer jüdisch-christlicher Prophetiebegriff aus den nicht konsensfähigen Merkmalslisten herauskristallisieren (vgl. 1.1.2), jedoch soll an dieser Stelle aufgezeigt werden, dass der Terminus nicht nur alttestamentlich und mantisch, sondern auch modern und umgangssprachlich besetzt ist.

Herr Lachmann beschreibt auch Martin Luther King als Propheten.[66] Allein der sozial- und gesellschaftskritische Inhalt der prophetischen Verkündigung qualifiziere ihn als ‚modernen Propheten’. Umgangssprachlich wird nicht einmal mehr diese inhaltliche Dimension erfasst. Der Terminus „Prophetie“ wird in der Alltagssprache vorherrschend synonym zu Vorhersage genutzt. So charakterisiert der Brockhaus einen Propheten an erster Stelle ohne die Dimension des von Gott berufen Fühlens, die religiöse Dimension wird hier zunächst ausgeblendet. Es wird zum Beispiel auf Wetterpropheten verwiesen.[67] So sei ein Prophet lediglich jemand, der etwas Zukünftiges vorhersage, was er nicht mit letztgültiger Gewissheit tun könne.[68] Die profane Definition scheint einer alttestamentlichen Betrachtung des Prophetiebegriffs eher hinderlich, reduziert ihn auf die Zukunftsdimension, muss aber beachtet werden, wenn von „Prophetie“ die Rede ist.

Wie sind diese unterschiedlichen Perspektiven im Umgang mit dem Begriff der „Prophetie“ zu erklären? Bernhard Lang vertritt die These, dass die Geschichte der Prophetie sich dadurch auszeichne, dass auf die Zeit der biblischen Propheten mehrere, sich zum Teil überlagernde Epochen folgten, in denen prophetische Erscheinungen unterschiedlich bewertet wurden. Dabei wandele sich nicht nur das Bild, welches man sich von den bibischen prophetischen Gestalten mache, sondern auch die Ablehnung oder Wertschätzung eines neuen nachbiblischen Prophetentums.[69]

1.3 Fortführung prophetischen Wirkens

1.3.1 Apokalyptik

Kreise der Jahwereligion, Angehörige einer intellektuellen Führungsschicht, welche in schroffer Opposition zum hellenisierenden Teil der Oberschicht standen und sich mit der verarmten konservativen Stadt- und Landbevölkerung solidarisierten, sahen sich von den leidvollen innen- und außenpolitischen Widersprüchen in der Realität des hellenistischen Israels herausgefordert und entwickelten eine neue apokalyptische Widerstandstheologie, in der sie die Krise zu ergründen suchten.[70] Dadurch dass hier Widerstandsliteratur vorliegt, lässt sich auch der zentrale Doppelcharakter der Apokalypse, die Enthüllung wird erst mit Hilfe der Verhüllung möglich, erklären.[71] Sie trugen Entscheidendes dazu bei, dass ihre Religion nicht dem hellenistischen Anpassungsdruck unterlag, indem sie einen eschatologischen Vorstellungskomplex vom totalen Abbruch der bisherigen Weltgeschichte und von einer jenseitigen Erlösung ausformulierten. Deshalb darf die Fortentwicklung der Jahwereligion zu einer eschatologischen Erlösungsreligion als die wichtigste Veränderung der hellenistischen Epoche gelten.[72]

Zwei Bücher der Bibel, das Danielbuch[73] aus dem Alten Testament und das Buch der Offenbarung des Johannes am Ende des Neuen Testaments, gehören zur apokalyptischen Literatur.[74]

Das Wort „Apokalypse“ bedeutet ursprünglich „Enthüllen, Aufdecken“.[75] Die apokalyptische Literatur beansprucht, den geheimen Verlauf der Geschichte, die Logik der Macht und die Logik der Abschreckung zu enthüllen, die Folgen der bisherigen Politik und die tatsächlichen Kräfte hinter den historischen und politischen Verhältnissen aufzudecken, die vordergründigen Macht- und Gewaltverhältnisse zu entlarven und die wahre Macht Gottes als Gegenmacht zu offenbaren. Deshalb impliziert dieser Ausdruck nicht nur Furcht und Kritik, sondern auch Hoffnung.[76] „Apokalypse ist […] die Erinnerung an die Erfahrungen der früheren Geschlechter, die im Augenblick der größten Gefahr, ohne sie zu verdrängen oder zu verschleiern, in der Enthüllung der Logik der Herrschenden Mut und Hoffnung [,dass es nicht immer so weiter gehen werde und dass Gott die universale Gewaltgeschichte unterbrechen werde,] fassten.“[77] Indem die Apokalyptiker den zukünftigen Verlauf der Geschichte (verhüllt) enthüllten, die gegenwärtigen Verhältnisse von der Zukunft her beleuchteten, setzten sie die Prophetie (vgl. 1.1.2) fort.[78] Da die Texte jener jedoch nicht direkt an die öffentlichen Verkündigungen und Symbolhandlungen der israelitischen Propheten anknüpften (vgl. 1.1.2), setzten sie nicht die Rolle der Propheten fort, sondern die Prophetenbücher[79].

Die Apokalyptik ist eine schriftgelehrte Ausarbeitung eschatologischer Prophetie. Mit ihr griffen Intellektuelle Zukunftserwartungen auf, die zuvor vor allem in Randgruppen und Unterschichtszirkeln entwickelt bzw. tradiert worden waren, und transportierten sie in eine stark durchreflektierte und systematisierte Belehrung über den Ablauf und das notwendige Ende der Weltgeschichte.[80]

Die Apokalyptiker lasen die überlieferten Texte, die Bücher der hebräischen Bibel und besonders die Prophetenbücher, für ihre Zeit, schrieben sie weiter und neu, lasen Prophezeiungen aus Prophezeiungen heraus[81]: Apokalypsen sind Collagen[82], das heißt, „die ,Visionen’ sind ,Zitate’. […] Das Neue erscheint im Gewand des Alten.“[83] Die symbolische Sprache, die theoretische Vision, trat als Art der Praxis, als Form des Widerstands, an die Stelle der symbolischen Aktionen der israelitischen Propheten.[84]

Die apokalyptischen Zeugnisse sind Protest gegen das Elend und Ausdruck des Elends. Die Apokalyptiker fanden sich nicht mit den gegebenen Verhältnissen ab, sondern hielten an der Erwartung der Gerechtigkeit über den Tod hinaus fest. „In Dan 12 findet sich in den kanonischen Texten der hebräischen Bibel das erste Zeugnis einer Auferstehung von den Toten.“[85] „Allerdings werden auch nach Daniel nicht alle, nur viele erwachen, nämlich nur die frommen jüdischen Märtyrer und von den Ungerechten nur die schlimmsten Bluthunde.“[86] Diese Auferstehungshoffnung zielt weder auf eine Verlängerung des individuellen Lebens ins Unendliche noch geschieht die Auferweckung der Märtyrer um einer Vergöttlichung dieser Willen, sondern sie zielt auf den Ausdruck der Macht Gottes, darauf, seine Macht, die er auch über den Tod hat, zu bestätigen. Die Auferstehung sei dementsprechend Zusage Gottes an sein Volk und Widerspruch gegen die gewalttätigen vermeintlichen Sieger der Geschichte.[87]

Der Tod von Menschen, der nicht altersbedingt eintritt, sondern für die Weisung Gottes, vollstreckt durch weltliche Machthaber, der auf die Unterlegenheit Gottes gegenüber den weltlichen Machthabern deuten könnte, wird zu Gunsten der Macht Gottes umgedeutet, indem „[d]ie Auferstehung [… als …] die Entsprechung zum Protest der Märtyrer auf seiten Gottes“[88] geglaubt wird. Das Leben der Märtyrer in 2 Makk 7[89] ist laut Klaus Wengst durch ganz besonderen Gottesgehorsam und Gottestreue gekennzeichnet. Sie werden von ihren weltlichen Herrschern hingerichtet, da sie sich nicht ihnen, sondern Gott unterwerfen. Mit ihrem freiwilligen Tod zeigen sie dem weltlichen Herrscher, dass er keine Macht über sie hat und brechen das Drohpotential der angekündigten und dann auch durchgeführten Strafen. Ihr Blutzeugnis im Vertrauen auf die Treue und den Bund Gottes ist Protest, Widerspruch und Verweigerung gegen den weltlichen Herrscher und zugleich Zeugnis für Gott. Dieser Protest „wird vollzogen im Vertrauen auf die Treue Gottes, der seinerseits einstehen wird für diejenigen, die für seine Wirklichkeit bis zum Tod eingestanden sind, der nicht zuläßt, daß sie mit der Hinrichtung ins Unrecht gesetzt werden – und damit auch er selbst – sondern der sie trotz ihrer Hinrichtung und über den Tod hinaus ins Recht setzen wird durch die Auferstehung.“[90] Gleichzeitig ist ihr leidvoller Tod aber auch ein Appell an Gott, er möge ihren Tod stellvertretend[91] für das gesamte Volk gelten lassen und die Gewaltgeschichte unterbrechen.[92] Mit der versprochenen Auferweckung dieser Märtyrer im Alten Testament protestiert Gott, so interpretiert Herr Wengst, gegen die Gewalt irdischer Herrscher. Er legt „Widerspruch gegen die sich ihm widersetzende Macht des Königs, die auch vor grausamen Hinrichtungen nicht zurückschreckt und sich in ihnen erweist [, ein], und [legt durch die Auferstehung] Zeugnis für die sich schließlich und endlich durchsetzende Gerechtigkeit Gottes [ab]; sie ist Erweis seiner Solidarität.“[93] So wie die Auferstehungshoffnung gründet auch die Vorstellung vom Jüngsten Gericht, welches biblisch mit der Wiederkunft Jesu Christi verbunden ist, in der apokalyptischen Literatur.[94]

Auch Christi Wiederkunft ist also kein Schicksalsschlag, sondern beinhaltet den Sieg der Gerechtigkeit Gottes, die sich durch das Wort durchsetzt. Nicht die Mächtigen behalten Recht durch ihre geschaffenen Tatsachen, nicht die Täter behalten das letzte Wort über ihre Opfer, sondern Gottes Urteil nennt Täter und Opfer beim Namen. Diese Hoffnung, daß nicht die Täter endgültig über ihre Opfer triumphieren, sondern daß die Opfer ins Recht gesetzt und die Schuld der Täter benannt werden, erhält konkrete Gestalt in der Rede vom Jüngsten Gericht. […] Das sündige Handeln der Menschen wird samt seinen geschichtlichen Folgen im Gericht zur Sprache kommen.[95]

Auch im Jüngsten Gericht als Gespräch und Prozess der Urteilsfindung wird sich Gott folglich als Herr der Welt erweisen.[96]

Die Apokalyptik als soziale Widerstandstheologie hat im frühen Judentum unter den armen Bevölkerungsschichten große Verbreitung gefunden, die bis in die Jesus-Bewegung hineinreicht. Mit ihrem leicht verständlichen eschatologischen Vorstellungshorizont (Auferstehung, Gericht nach dem Tode) hat sie eine neue Form der Armenfrömmigkeit geschaffen, der eine starke sozialrevolutionäre Kraft innewohnte. Daß am Ende auch die gelehrte Apokalyptik zur sozialen Thematik vorstieß, ist wohl kein Zufall in einer Religionsgeschichte, die mit der Erfahrung einer Befreiung unterdrückter Zwangsarbeiter begann.[97]

1.3.2 Prophetie, praktisch-theologisch

In der Gegenwart werden die Überlebensfragen der Menschheit zu Vorgaben, welche ein neues Verständnis für die Unbedingtheit der prophetischen Rede eröffnen, deren direkter Bezug zur gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation wahrgenommen wird.[98]

Die jüngste ökumenische Diskussion um das politische Wächteramt der Kirche, gespeist aus befreiungstheologischen Ansätzen und intensiviert seit der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Nairobi […], hat Wurzeln und Konsequenzen in einem veränderten Verständnis der biblischen Prophetie. Der […] „Konziliare Prozeß für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ wird als Wahrnehmung dieses Wächteramtes verstanden und von einem pointierten kontextuellen Verständnis prophetischer Worte geleitet, wobei auch die urgeschichtlichen Erzählungen und andere Schöpfungstexte als „rückwärts gewandte Prophetie“ in Anspruch genommen werden.[99]

In der sozial bedrängten Situation von Basisgemeinden der Zweidrittelwelt sprachen prophetische Texte direkt in den aktuellen Kontext sozialer Unterdrückung hinein. Im europäischen Kontext stellten vor allem die Basisgruppen der Friedensbewegung in einer breiten Öffentlichkeit neue Aufmerksamkeit für die prophetischen Worte und Bilder her.[100]

Indem in der dargestellten Welt der bewahrten prophetischen Botschaft die eigene Wirklichkeit wieder erkannt wird, Analogien zwischen den von den biblischen Propheten angeprangerten gesellschaftlichen, insbesondere wirtschaftlichen, Strukturen und den Unrechts- und Unterdrückungsstrukturen der heutigen Weltgesellschaft gezogen werden, kommt die Wirkung der prophetischen Worte neu zur Geltung: Die verschleierten Ungerechtigkeiten werden beim Namen genannt, verdrängte Konsequenzen erneut bewusst gemacht. Dies führt zu einer produktiven Spannung, zu Impulsen, die zu einem geschärften Blick sowohl der prophetischen Intentionen als auch der gesellschaftlichen Realität führen.[101]

Für die Erschließung prophetischer Texte im Unterricht und in der Predigt ergeben sich dadurch neue Möglichkeiten, denn prophetische Worte sind auch ohne Erklärung des zeitgeschichtlichen Hintergrundes einleuchtend. Eine biblische Didaktik, welche der Eigendynamik solcher Botschaft Raum schafft, bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, eine Sprache der Gerechtigkeit zu erlernen, dem Zwang zur Anpassung an die reale Praxis der Herrschenden zu widersprechen und zu widerstehen.[102] So lässt sich auch eine auffordernde politische Predigt, die auf veränderndes Handeln im jeweiligen politischen und sozialen Kontext zielt, in die Tradition der prophetischen Zeugnisrede stellen, denn in der politischen Predigt dieses Funktionstypus[103] tritt die Aufforderung zu konkretem Handeln und Verhalten neben die prophetische Kritik, die als wichtige und anstößige Sozial- und Gesellschaftskritik verstanden wird.[104] Diese Predigtform widerspricht den Interessen, Vorurteilen und Lebensanschauungen der Adressaten, sie kann nie gefällig sein und erweckt Konfrontationen.[105]

[...]


[1] Vgl.: Jeremias, Jörg: Prophet/ Prophetin/ Prophetie. Altes Testament. In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. Hrsg. von Hans Dieter Betz u.a. Vierte, völlig neu bearbeitete Auflage. Bd. 6. Tübingen: J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) 2003. S. 1692. Vgl. auch: Kluge, Friedrich: Prophet. In: Kluge, Friedrich: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Berlin: De Gruyter 2002. S. 724.

[2] Vgl.: Hoheisel, Karl: Propheten, Prophetie. Religionsgeschichtlich. In: Lexikon für Theologie und Kirche. Hrsg. von Walter Kasper. 3., völlig neu bearbeitete Auflage. Bd. 8. Freiburg im Breisgau: Herder Verlag 1999. S. 627.

[3] Vgl.: Hossfeld, Frank-Lothar: Propheten, Prophetie. Biblisch. In: LthK³. S. 628.

[4] [Art.] Prophetie. In: Duden. Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. Hrsg. und bearb. vom Wissenschaftlichen Rat und den Mitarbeitern der Dudenredaktion unter der Leitung von Günter Drosdowski. 2. völlig neu bearbeitete und stark erweiterte Auflage. Bd. 6. Mannheim: Dudenverlag 1994. S. 2638.

[5] [Art.] Prophezeiung. In: Duden. S. 2638.

[6] [Art.] Prophet. In: Duden. S. 2638.

[7] Vgl.: Janzen, Wolfram: Wahrsagen. Schicksalsbefragung und Zukunftsdeutung. Mainz: Matthias-Grünewald-Verlag 1994. S. 117. Janzen wendet an dieser Stelle bereits selbst ein, dass das Wahrsagen auch ein Element der Tätigkeit frühchristlicher Propheten war.

[8] Vgl.: [Art.] Prophetie. In: Der große Brockhaus in zwölf Bänden. Hrsg. von Gerhard Wahrig. 18., völlig neubearbeitete Auflage. Bd. 19. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1983. S. 221.

[9] Vgl.: [Art.] Prophezeiung. In: Der große Brockhaus. S. 221 – 222.

[10] Beinhauer-Köhler, Bärbel: Prophet/ Prophetin/ Prophetie. In: RGG4. S. 1692 – 1694.

[11] Rahner, Karl: Prophezeiung. In: LThK². S. 805. Siehe auch Hoheisel, K.: Propheten, Prophetie. In: LThK ³. S. 627.

[12] Vgl.: Beinhauer-Köhler, B.: Prophet/ Prophetin/ Prophetie. In: RGG4. S. 1693.

[13] Ich benutze diesen Begriff, obwohl mir bewusst ist, dass der Begriff „Altes Testament“ sehr schwierig, da theologisch geladen ist. Dies impliziert nicht, dass nicht beide Teile der Bibel gleichbedeutend seien. Es soll noch angemerkt werden, dass in der rezenten Diskussion stattdessen die Begriffe „Hebräische Bibel“ oder „Bibel“, für das AT und NT, nebeneinander stehen.

[14] Es ist höchst fraglich, ob man von einer einheitlichen Institution „Prophetie“ ausgehen kann. Ohne dass die Unterscheidung im Blick auf die Zuordnung immer trennscharf erfolgen kann, lassen sich in den Überlieferungen allgemein folgende „Typen“ unterscheiden: Propheten in ekstatischen Gemeinschaften, Kult- bzw. Tempelpropheten, Hofpropheten und Propheten als oppositionelle Einzelgestalten. Die oppositionellen Einzelpropheten bildeten in der Geschichte Israels die kleinste, aber wirkungsgeschichtlich bedeutendste Gruppe. Da sich die theologische Reflexion der Prophetie im Wesentlichen auf diese Gruppe bezieht, werden mit Blick auf den Fortgang der Arbeit die anderen Prophetentypen hiermit zwar zur Kenntnis genommen, aber im Haupttext nicht weiter zur Sprache gebracht.

[15] Unter Schriftpropheten versteht man diejenigen prophetischen Gestalten, deren Botschaft in den nach ihnen benannten biblischen Prophetenbüchern aufbewahrt ist. Nach dem Umfang der Schriften werden sie in zwölf kleine und vier große Propheten eingeteilt. Diese Schriftpropheten werden auch als späte Propheten (vgl.: Lachmann, Rainer: Amos. In: Elementare Bibeltexte. Exegetisch – systematisch – didaktisch. Hrsg. von Gottfried Adam u.a. TLL 2. 2. Auflage. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 2005. S. 179.) und mit Ausnahme von Habakuk, Nahum und Joel als oppositionelle Einzelpropheten typologisiert. (Vgl.: Johannsen, Friedrich: Alttestamentliches Arbeitsbuch für Religionspädagogen. Dritte, überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Kohlhammer GmbH 2005. S. 188.)

[16] An dieser Stelle wurde sich dieses Begriffspaares bedient. In der Literatur finden sich jedoch zahlreiche Differenzierungsmöglichkeiten. So liegen epochale Prophetiebegriffe vor, die Unterscheidung anhand von Prophetentypen und die Abgrenzung der Kernbotschaft der Prophetie folgend. (Vgl.: Ebd. S. 187 – 189.) Ich behalte mir vor, mich im Folgenden auch dieser Begrifflichkeiten zu bedienen.

[17] Vgl.: Albertz, Rainer: Religionsgeschichte Israels in alttestamentlicher Zeit. Von den Anfängen bis zum Ende der Königszeit. GAT 8/1. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 1992. S. 248.

[18] Vgl.: Albertz, R.: Religionsgeschichte 1. S. 248 – 249.

[19] Ebd. S. 250.

[20] Vgl.: Ebd. S. 250 – 251.

[21] Vgl.: Ebd. S. 251 – 252.

[22] Vgl.: Ebd. S. 253.

[23] Ebd. S. 255.

[24] Vgl.: Albertz, R.: Religionsgeschichte 1. S. 247 – 248, S. 255.

[25] Vgl.: Lachmann, Rainer: Prophetie. In: Theologische Schlüsselbegriffe. Biblisch – systematisch – didaktisch. Hrsg. von Gottfried Adam u.a. TLL 1. 2. Auflage. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 2004. S. 271.

[26] Albertz, R.: Religionsgeschichte 1. S. 256.

[27] Vgl.: Ebd. S. 256, S. 259. Vgl. auch: Ebach, Jürgen: Apokalypse: Zum Ursprung einer Stimmung. In: Einwürfe zur Bibellektüre und Interesse. Hrsg. von Friedrich-Wilhelm Marquardt. Teil 2. München: Kaiser 1985. S. 13.

[28] Vgl.: Kegler, Jürgen: Prophetischer Widerstand. In: Prophetie und Widerstand. Hrsg. von Volker Eid. TzZ 5. Düsseldorf: Patmos-Verlag 1989. S.138.

[29] Vgl.: Albertz, R.: Religionsgeschichte 1. S. 257 – 258.

[30] Vgl.: Albertz, R.: Religionsgeschichte 1. S. 259.

[31] Vgl.: Ebd. S. 260 – 261.

[32] Ebd. S. 258 – 259.

[33] Vgl.: Ebd. S. 261 – 263.

[34] Ebd. S. 264

[35] Ebd. S. 265.

[36] Vgl.: Ebd. S. 264 – 265.

[37] Albertz, R.: Religionsgeschichte 1. S. 266.

[38] Vgl.: Ebd. S. 266 – 267.

[39] Ebd. S. 267.

[40] Vgl.: Ebd. S.268 – 269.

Hosea verurteilte den bestehenden Kult, da er die Gefahr einer kultischen Manipulation JHWHs sah. Er denunzierte den israelitische Kult sogar als Baalkult, eine theologische Konstruktion, die der Prophet Hosea zur Religionsdifferenz nutzte, um Israel von den Kanaanitern zu trennen, und somit als verwerflichen Synkretismus und postulierte, dass dies neben der schwankenden Anlehnung an die Großmächte und den dauernden Palastrevolten der tiefste Ausdruck für den Abfall Israels von JHWH sei. (Vgl.: Ebd. S. 269, S. 272 – 273.)

[41] Vgl.: Kegler, J.: Prophetischer Widerstand. In: Prophetie und Widerstand. S. 136.

[42] Kegler, J.: Prophetischer Widerstand. In: Prophetie und Widerstand. S. 102.

[43] Vgl.: Ebd. S. 91.

[44] Vgl.: Albertz, R.: Religionsgeschichte 1. S. 256 – 257, S. 277.

[45] Vgl.: Ebd. S. 277.

[46] Vgl.: Ebd. S. 280.

[47] Vgl.: Lachmann, R.: Prophetie. In: Theologische Schlüsselbegriffe. S. 271.

[48] Vgl.: Albertz, R.: Religionsgeschichte 1. S. 278 – 279.

[49] Vgl.: Albertz, R.: Religionsgeschichte 1. S. 280.

[50] Vgl.: Ebach, J.: Apokalypse. In: Einwürfe. S. 14 – 15.

[51] Vgl.: Ebach, Jürgen: Prophetismus. In: Handbuch religionswissenschaftlicher Grundbegriffe. Hrsg. von Hubert Cancik. Bd. 4. Stuttgart: Kohlhammer 1998. S. 351. Siehe auch: Ebach, J.: Apokalypse. In: Einwürfe. 13 – 15.

[52] Vgl.: Lang, Bernhard: Prophetie. In: Neues Handbuch theologischer Grundbegriffe. Hrsg. von Peter Eicher. Neuausgabe. Bd. 3. München: Kösel 2005. S. 418.

[53] Vgl.: Albertz, R.: Religionsgeschichte 1. S. 248.

[54] Vgl.: Johannsen, F.: Alttestamentliches Arbeitsbuch. S 188. Siehe auch: Lachmann, R.: Prophetie. In: Theologische Schlüsselbegriffe. S. 272.

[55] Ebd. S. 271.

[56] Vgl.: Ebd. S. 272 – 273.

[57] Gerade aus diesem Grund lassen sich im Unterricht m.E. prophetische Texte nur dann pädagogisch verantwortlich erschließen, wenn nicht bei einer unkontrollierbaren Eingebung und einem autoritären Verständnis des prophetischen Wortempfangs angeknüpft wird, sondern an der Forderung nach genauem Hinschauen und eigenem Wahrnehmen, was die Dringlichkeit und Verständlichkeit der prophetischen Botschaft unterstreicht (vgl.: Albrecht, Folker und Ingo Baldermann: Prophetie, praktisch-theologisch. In: Theologische Realenzyklopädie. Hrsg. von Gerhard Müller. Bd. 27. Berlin: Walter de Gruyter 1997. S. 514.).

[58] Vgl.: Johannsen, F.: Alttestamentliches Arbeitsbuch. S. 188 – 191.

[59] Auch Jürgen Ebach merkt an, dass sich, wer ein wahrer und wer ein falscher Prophet ist, nicht daran entscheide, ob seine Prognosen letztlich eintreffen oder nicht, sondern daran, was sein Wort für die gegenwärtige Praxis bedeutet. (Vgl.: Ebach, J.: Apokalypse. In: Einwürfe. S. 7.)

[60] Vgl.: Röhrich, L.: Aberglaube. In: RGG3. S. 53 – 54.

[61] Vgl.: Sparn, Walter: Aberglaube. Kirchengeschichtlich und dogmatisch. In: RGG4. S. 56 – 58.

[62] Vgl.: Stolz, Fritz: Aberglaube. Praktisch-theologisch. In: RGG4. S. 59 – 61. Siehe auch: Bardtke, H.: Aberglaube. In: Evangelisches Kirchenlexikon. Kirchlich-theologisches Handwörterbuch. Hrsg. von Heinz Brunotte und Otto Weber. 2. unveränderte Auflage. Bd. 1. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 1961. S. 30 – 32.

[63] Vgl.: Bauer, P.: Aberglaube. In: RGG3. S. 62.

[64] An dieser Stelle spreche ich nicht von einem theistischen Gottesbild und einem absoluten Gott, sondern von G-O-T-T als Konstruktion.

[65] Vgl. Schwöbel, Christoph: Gott in Beziehung. Studien zur Dogmatik. Tübingen: Mohr Siebeck 2002. S. 9ff.

[66] Vgl.: Lachmann, R.: Prophetie. In. Theologische Schlüsselbegriffe. S. 275.

[67] Vgl.: [Art.] Prophet. In: Der große Brockhaus. S. 221.

[68] Vgl.: Ebd.

[69] Vgl.: Lang, B.: Prophetie. In: NHThG. S. 418.

Auf die erste Epoche, das biblische Prophetentum (vgl.: Ebd. S. 418 – 422.), folgte das Zeitalter der Heiligen und die Abwertung inspirierter Prophetie. Dies hatte drei Gründe: Eine Religion, die auf dem Auftreten Jesu beruht, bedurfte keines neues göttliches Wort verkündenden Propheten, weshalb an die Stelle lebendiger Propheten Schriftgelehrte traten, die Traditionen pflegten. Auch standen staatliche Instanzen Propheten seit der Spätantike kritisch gegenüber und versuchten sie mehr oder weniger systematisch zum Verstummen zu bringen, um das von ihnen beanspruchte Wissens- und Herrschaftsmonopol nicht durch solche gefährden zu lassen, die sich auf eine höhere Autorität beriefen. Während der inspirierte Prophet also merklich zurücktrat, trat der inspirierende Typus hervor. Ein Mensch, der ein Vorbild war, der es vermochte, durch exemplarischen Lebenswandel und besondere Frömmigkeit viele Menschen um sich zu versammeln und sie zur Nachahmung zu bewegen (vgl.: Ebd. S. 422 – 424.). Die Ablehnung des inspirierten Propheten bereitete im achtzehnten Jahrhundert der Wiederentdeckung der anderen Seite der Prophetie den Weg. So wurde in der dritten Epoche der Prophet als Genie erstmals wiederentdeckt. Sie hatte ihr Leitbild in einem bedeutenden außergewöhnlichen Menschen, der sich durch überragende Schöpferkraft und besondere geistige Leistungen auszeichnete und zudem seine Mit- und Nachwelt inspirierte. Bei diesem Prophetieverständnis stand die inspirierende, Fortschritt, Erneuerung oder besseres Verstehen bewirkende Botschaft im Vordergrund (vgl.: Ebd. S. 424 – 425.). Ohne dass die erste Phase der modernen Aneignung des Prophetentitels zu Ende gewesen wäre, begann schon im darauf folgenden Jahrhundert eine bis zur Gegenwart unabgeschlossene zweite Phase. Der Intellektuelle, Mitglied der geistigen Elite, mischte sich durch pointierte und engagierte Stellungnahmen in das politische Tagesgeschehen ein und löste das Leitbild des Genies ab. Regelmäßig machte er sich die Rolle eines Kritikers zu Eigen, der, das Gewissen der Nation bildend, für Gerechtigkeit ein- und staatlicher Willkür entgegentrat. In Erinnerung an die von israelitischen Propheten geübte politische und soziale Kritik wurden die ihr Wächteramt ausübenden Intellektuellen als Propheten bezeichnet. Es wurde mit dem traditionellen Ideal des Heiligen gebrochen, der sich durch Gehorsam und Demut gegenüber den Oberen auszeichnete.

Unabhängigkeit, Bereitschaft zum Einsatz zu Gunsten anderer sowie Mut, Kritik öffentlich zu äußern und allgemein gültiges Recht einzuklagen, Konflikte auszutragen und im Notfall Leiden auf sich zu nehmen zeichnen den neuen Propheten aus. Prophetisch handelt, wer sich auf die Herausforderungen seiner Zeit einlässt und wenn nötig, die Träger weltlicher Macht unerschrocken zur Umkehr ruft. Öffentlich ausgeübt und von institutioneller Verankerung frei, ist prophetischer Dienst jedem seiner Weltverantwortung bewussten Menschen zugänglich, denn prophetisches Engagement wurzelt in der sachlichen Arbeit inspirierender Intellektueller (vgl.: Ebd. S. 425 – 428.).

[70] Vgl.: Albertz, Rainer: Religionsgeschichte Israels in alttestamentlicher Zeit. Vom Exil bis zu den Makkabäern. GAT 8/2. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 1992. S. 634, S. 637.

[71] Vgl.: Ebach, J.: Apokalypse. In: Einwürfe. S. 12. Zu den Stilmitteln der Apokalypsen gehört, dass sie pseudonyme Verfasser haben und eine Bildersprache, Codierung, in der sich der Leser auskennen muss.

[72] Vgl.: Albertz, R.: Religionsgeschichte 2. S. 634.

[73] In seiner vorliegenden aramäisch-hebräischen Mischgestalt wurde das Danielbuch zur Zeit der makkabäischen Erhebung noch vor der Tempelweihe (164 v. Chr.) im Jahr 165 v. Chr. verfasst. Somit lässt sich Dan 1 – 12 in die zweite Hauptphase der frühen apokalyptischen Literatur einordnen, dem das aramäische Danielbuch in der ersten Hauptphase vorausging. (Vgl.: Ebd. S. 650 – 651.)

[74] Vgl.: Ebach, J.: Apokalypse. In: Einwürfe. S. 12.

[75] Im Folgenden wird mit Jürgen Ebach versucht, zu definieren, was die apokalyptische Literatur ausmacht, obwohl Ruth Lapide behauptet, dass es bisher noch nicht gelungen sei, den Begriff auf eine befriedigende Art und Weise zu definieren (vgl.: Lapide, Ruth: Neues Vertrauen aus altem Grauen. In: Aktuelle Apokalyptik! Hrsg. von Wolfgang Vögele und Richard Schenk. LoPr 20/99. Rehburg-Loccum: Evangelische Akademie Loccum 2000. S. 59.).

[76] Vgl.: Ebach, J.: Apokalypse. In: Einwürfe. S. 11 – 12.

[77] Ebach, J.: Apokalypse. In: Einwürfe. S. 11.

[78] Ich lasse mich an dieser Stelle von der Position Jürgen Ebachs überzeugen. Als zusätzliche Referenz verweise ich auf Tiemo Rainer Peters: „Statt die Apokalyptik einseitig der spekulierenden Weisheit zuzuordnen, ist es daher sinnvoll, sie mit ihrem Handlungs- und Praxis-Impuls und ihrer verschärften Gotteserwartung mit prophetischen Traditionen in Verbindung zu bringen, ja, die Apokalyptik geradezu als den Versuch zu verstehen, die Prophetie in Israel, nach deren Verstummen, neu zur Geltung zu bringen.“ (Peters, Tiemo Rainer: Biblische Apokalyptik und Politische Theologie. In: Aktuelle Apokalyptik! S. 20 – 21.) Trotzdem soll angemerkt werden, dass Rainer Albertz auf der Grundlage überzeugender Referenzen darauf hinweist, dass es in der Forschung eine endlose Diskussion darum gäbe, ob die Apokalyptik nach Inhalt und Form als eigenständige Größe, als Kind der Weisheit oder der (späten) Prophetie gelten solle. (Vgl.: Albertz, R.: Religionsgeschichte 2. S. 634.)

[79] Prophetenworte sind wesenhaft aktuelle Worte, deren Niederschrift kein selbstverständlicher Vorgang ist. Zur Entstehung der Prophetenbücher führte ein Prozess der Tradition und Interpretation. Die Sprüche der vorexilischen Propheten wurden von Schülern gesammelt, aufgezeichnet, zusammengestellt und kommentiert, weil sie gesehen hatten, dass an den Worten ‚etwas dran war’. Die Unheilprophezeiungen hatten sich in den Katastrophen des Untergangs der Staaten Juck und Israel erfüllt. Verschriftete Worte bleiben auf der einen Seite unlöslich an ihre Ursprungssituation, die dem Leser exakt vermittelt wird, gebunden, andererseits rechnen sie mit Lesern in einem anderen Lebenskontext, welche den Text auf sich zu beziehen vermögen. Das Interesse der Sammler und Tradenten ging folglich über die Bewahrung hinaus. Die Prophetensprüche dienten den Lesern zur Erhellung ihrer je eigenen Zeit und ihrer Zukunft, die jeweilige Gegenwart konstituierte die historische Erinnerung. Aus diesem Grund liegt es im Wesen der Verschriftung, dass mündliche Prophetenworte einer allzu engen Situationsbezogenheit und Adressierung entzogen und generalisiert werden, um leichter auf neue Situationen hin aktualisiert werden zu können, in denen die Leser der Texte leben. (Vgl.: Jeremias, Jörg: Prophetenbücher. In: RGG4. S. 1708 – 1710. Und: Ebach, J.: Apokalypse. In: Einwürfe. S. 16.)

[80] Albertz, R.: Religionsgeschichte 2. S. 637.

[81] Vgl.: Ebach, J.: Apokalypse. In: Einwürfe. S. 15 – 17.

[82] Zur Collagetechnik siehe Ebd. S. 17 – 20.

[83] Ebd. S. 17.

[84] Vgl.: Ebach, J.: Apokalypse. In: Einwürfe. S. 16.

[85] Ebd. S. 43.

[86] Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung: in fünf Teilen. GA 5. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1979. S. 1325.

[87] Vgl.: Wengst, Klaus: Die Macht des Ohnmächtigen. Versuche über Kreuz und Auferstehung. In: Raiser, Konrad: Umgang mit Niederlagen. Einwürfe 5. München: Kaiser 1988. S. 158 – 162.

[88] Ebd. S. 162.

[89] „Makkabäerbücher, vier in der griechischen Bibel enthaltene Geschichtsbücher.“ (Roloff, Jürgen: Makkabäerbücher. In: Reclams Bibellexikon. Hrsg. von Klaus Koch u.a. 7. überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Reclam 2004. S. 338 – 339.) Der Kampf der Makkabäer im zweiten Jahrhundert vor Christus war auf das Erkämpfen religiöser Freiheit und auf die Wiederherstellung der nationalen Größe und Autonomie eines jüdischen Staates mit Zentrum in Jerusalem in Analogie zum Davidischen Reich ausgerichtet. (Vgl.: Berlejung, Angelika: Der Aufstand des Gottesheeres: Bürgerkrieg – Befreiungskrieg – Expansionskrieg in den ersten beiden Makkabäerbüchern. In: Welt und Umwelt der Bibel: Archäologie, Kunst, Geschichte. 43 (2007) H. 2. S. 11.)

Hier werden also zwei Ziele deutlich, welche die Makkabäer verfolgten: Zum einen religiöse als auch politische.

Zunächst zu den religiösen Zielen: Seit dem Exil im sechsten Jahrhundert vor Christus hatten die Perser, später die aus Ägypten stammenden Ptolomäer die Herrschaft über Palästina. Die Obrigkeit ließ den Juden große religiöse Freiheiten. Im Jahre zweihundert vor Christus veränderte sich die Lage völlig. Palästina bekam einen neuen Herrscher, die Seleukiden, die sich in religiösen Fragen ganz anders verhalten sollten. (Vgl.: Negenman, Johan H.: Großer Bibelatlas zur Bibel. Amsterdam: Elsevier Nederland N.V. 1968. S. 119.)

Die Seleukiden betrieben die Hellenisierung ihres Reiches systematisch. Ihr König Antiochos IV. Epiphanes schreckte auch nicht davor zurück, den Jerusalemer und den samarischen Kult zwangsweise zu hellenisieren.

Zwischen 167 und 164 vor Christus kam es sogar zur Religionsverfolgung (vgl.: Bibel in gerechter Sprache. Hrsg. von Ulrike Bail u.a. Güters1oh: Gütersloher Verlagshaus 2006. Makk 1, 44, 50.). Den Tempel in Jerusalem weihte man dem griechischen Gott Zeus Olympios, das samarische Heiligtum dem Zeus Xenios, der Sabbat und andere jüdische Feiertage sowie die Speisevorschriften wurden abgeschafft. Kurz: Das Leben nach der Tora wurde verboten, genauso wie das Zeichen des Bundes mit Gott, die Beschneidung. (Vgl.: Melloni, Goerg Philipp: Die historischen Wurzeln des (Ur-) Christentums. Das Religionsedikt und die Religionsverfolgung unter Antiochus IV. Epiphanes. In: Welt und Umwelt der Bibel. S. 17.)

Die Frage aber, was das Wort Gottes ist und wer es interpretiert, wurde durch die Makkabäer militärisch beantwortet. Die Antwort darauf fiel als bewaffneter Aufstand der Makkabäer, zunächst mit Guerillataktik, bald schon mit professionellem Truppenaufmarsch, aus. (Vgl.: Von Dobbeler, Stephanie: Militärisches Geschick und geistige Stärke. Das Geheimnis eines Sieges. In: Welt und Umwelt der Bibel. S. 26 – 28.)

164 vor Christus eroberte Judas Makkabäus Jerusalem und ließ den Tempel neu einweihen. Es spricht viel für die These, die Chasidim, eine Kerngruppe der frommen religiösen Führungsschicht, als Träger der makkabäischen apokalyptischen Bewegung in Anspruch zu nehmen. Unter dem Druck der Ereignisse kam es zur Aufspaltung der Chasidim, wobei sich der militante Flügel auf dem Höhepunkt der Krise 167 vor Christus den Makkabäern anschloss, der andere Teil stellte sich hinter radikal-religiöse Oppositionsgruppen. (Vgl.: Albertz, R.: Religionsgeschichte 2. S. 663 – 673.)

Zum einen richteten sich die Makkabäer also gegen die Fremdherrschaft der Seleukiden, zum anderen aber auch gegen ihre eigenen Glaubensbrüder. Nämlich gegen die, die Gefallen an der hellenisierten Lebensweise gefunden hatten.

Zu den politischen Zielen: Die Makkabäer wollten einen jüdischen Staat errichten, in dem sie selbst die politische und religiöse Macht ausübten. Dabei übernahmen sie auch in zunehmendem Maße hellenistische Vorstellungen, die sie umsetzten, als sie die Macht und die finanziellen Mittel dazu hatten. (Vgl.: Berlejung, A.: Der Aufstand des Gottesheeres. In: Welt und Umwelt der Bibel. S. 8 – 11.)

Unter Alexander Jannäus (176 – 103 v. Chr.) hatte das Land eine Ausdehnung, die mit der Israels zur Zeit der Könige vergleichbar ist. Das Geschlecht der Makkabäer hat ihr Ziel also erreicht.

„Die erst von christlichen Schriftstellern geschaffene Bezeichnung Makkabäerbücher verweist auf die zentrale Gestalt dieses Kampfes, den Freiheitshelden Judas Makkabäus, und seine Familie, das Priester- und spätere Königsgeschlecht der Hasmonäer. Die hebr. Bibel enthält die M. nicht; ihre Zugehörigkeit zur christl. Bibel ist umstritten“. (Roloff, J.: Makkabäerbücher. In: Reclams Bibellexikon. S. 338 – 339.) Während die katholische Kirche das erste und zweite Makkabäerbuch als deuterokanonische Schriften übernahm, ordneten die reformatorischen Kirchen diese den Apokryphen zu. (Vgl.: Tilly, Michael: Die umstrittenen Bücher. Die kanonische Wertung der Makkabäerbücher im Judentum und in den christlichen Kirchen. In: Welt und Umwelt der Bibel. S. 54 – 56.)

[90] Wengst, K.: Die Macht des Ohnmächtigen. In: Raiser, K.: Umgang mit Niederlagen. S. 161.

[91] Vgl.: Ebd. S. 156.

[92] Vgl.: Ebd. S. 163 – 164.

[93] Ebd. S. 162.

[94] Vgl.: Stümke, Volker: Das Jüngste Gericht – Apokalyptischer Mythos oder unverzichtbarer Bestandteil evangelischer Dogmatik? In: Aktuelle Apokalyptik! S. 119.

[95] Ebd. S. 133 – 134.

[96] Vgl.: Ebd. S. 135.

[97] Albertz, R.: Religionsgeschichte 2. S. 676.

[98] Vgl.: Albrecht, F.: Prophetie. In: TRE. S. 513.

[99] Ebd. S. 513.

[100] Vgl.: Ebd. S. 515.

[101] Vgl.: Albrecht, F.: Prophetie. In: TRE. S. 513 – 514.

[102] Vgl.: Ebd. S. 515 – 517.

[103] In der politischen Predigt, einem Typus christlicher Predigt, werden ethisch-politische Themen ausdrücklich zum Gegenstand der Verkündigung erhoben. Es lassen sich drei Funktionstypen unterscheiden: Zunächst ist die anlassbezogene darstellende politische Predigt zu nennen, in der die Betroffenheit der Predigenden artikuliert wird. In der urteilsbildenden politischen Predigt geht es vor allem um die kritische Wahrnehmung der gesellschaftlichen, politischen und sozialen Situationen im Horizont von Gesetz und Evangelium. Indem dieser Typus auf Unrechtsstrukturen aufmerksam macht, in die sich jeder einzelne verwickelt sieht, und Perspektiven für eine solidarische Praxis zu eröffnen sucht, fungiert dieser gewissensschärfend und bewusstseinsbildend. Der dritte und letzte Typ wird im Haupttext benannt und inhaltlich gefüllt. (Vgl.: Ziemer, Jürgen: Politische Predigt. In: RGG4. S. 1469. Siehe auch: Schöttler, Heinz-Günther: Politische Predigt. In: LThK³. S. 392.)

[104] Vgl.: Ziemer, J.: Politische Predigt. In: RGG4. S. 1469. Siehe auch: Lachmann, R.: Prophetie. In: Theologische Schlüsselbegriffe. S. 275.

[105] Vgl.: Kraus, Hans-Joachim: Prophetie heute! Die Aktualität biblischer Prophetie in der Verkündigung der Kirche. Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verlag 1986. S. 39.

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Details

Titel
Kann man heute noch prophetische Stimmen hören?
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)  (Evangelische Theologie)
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
93
Katalognummer
V229869
ISBN (eBook)
9783656453093
ISBN (Buch)
9783656453369
Dateigröße
1000 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Prophetie, ÖRK, Antirassismusprogramm, Differenzerfahrungen, Israel, Gegenwart
Arbeit zitieren
Sonja Lukas-Klein (Autor), 2008, Kann man heute noch prophetische Stimmen hören?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229869

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